Beiträge von thorben96

    Hallo zusammen,


    am 07.11.21 konnte ich im Wald, an einem Buchen, diese Ascotremella faginea finden.

    Zuerst dachte ich an eine Phaeotremella, aber unter dem Mikroskop kamen dann überraschenderweise Asci zum Vorschein.

    Dieser Ascomycet ist nicht selten, aber für mich ein Erstfund.

    Die Asci haben keine Haken (-) und sind IKI+. Es gibt ein gestreiftes Ornament bei den Sporen, dass man oft sehr schwach erkennt.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2. Haken-


    3.


    4. gestreiftes Sporenornament (in Baumwollblau)


    5. IKI+ in Lugol


    VG : Thorben

    Hallo Ingo,


    es gibt im Naherholungsgebiet Hohenstein, eine große offene Fläche mit einem großen Solidago Bestand.

    Früher war das mal ein Lagerplatz für Schüttgüter, aber heute ist es eine große Wiese, wo Herkulesstauden, Fallopia, Solidago und mehr wächst.

    Um das Gebiet herum ist ein Eichen-Buchenwald, Weiden und vereinzelte (ich glaube Fichten).

    Im Sommer brauchst du da nicht hingehen, denn dann ist es dort zu trocken. Aber jetzt zu dieser Zeit, kannst du in den Solidago-Beständen gut die Becher finden, auch wegen der Bodenfeuchtigkeit.

    Die häufigsten Funde an Solidago sind :

    Calycina subherbarum

    Allophylaria byssacea

    Hypoderma cf. rubi

    Micropeziza umbrinella

    Isaria farinosa

    Cyathicula coronata

    Die finde ich eigentlich immer zu dieser Zeit.


    VG : Thorben

    Hallo Ingo,

    1) Substrat: FotE schreibt Vorkommen an "herbaceus stems and leaf petioles mainly urtica" also krautigen Pflanzen wie Brennnessel <> Jürgen Marqua hat eine Kollektion an Salix dokumentiert, scheint also doch mit verholzenden Substraten zurecht zukommen

    Auf das Vorkommen solltest du dich nicht beschränken, denn nur weil das Substrat meistens krautige Pflanzen ist, heißt das nicht, dass andere Substrate nicht möglich sind.


    2) Sporen enthalten Öltropfen, bei Ingo W. jedoch wenige große, ich fand eher mehrere kleine <> ähnlich Thorbens Kollektion 1

    Das liegt daran, dass Sporen unterschiedlich vital sein können, weshalb auch die Tropfen verschieden groß sind. Eine Spore ist in diesem Fall tot, wenn diese große Tropfen hat, viele kleine Tropfen ist lebend.


    3) der Ascusporus soll mit Iod rot reagieren, bei mir wars definitiv blau... allerdings weiss ich nicht ob ich mit dem Lugol vielleicht zu sparsam war, denn ich habe es nur runtergesaugt und nicht die Gewebeproben darin eingeweicht <> das scheint mir allerdings bei Thorbens Kollektion 2 an Springkraut auch so zu sein.

    Bitte schaue dir mal die Antwort von Zotto an, die er mir auf Ascofrance (Siehe hier) gegeben hat. Ich war mir auch unsicher bezüglich der blauen Iod Reaktion, aber Zotto konnte weiterhelfen.


    Tja ob das jetzt wirklich alles die selbe Art ist wage ich nicht zu beurteilen. J Marqua erwäht C. subherbarum, die Haken haben soll (ob das zur Abtrennung ausreicht?). Ich hab eher keine gefunden tu mich damit aber auch schwer.

    Bei den Haken müsstest du dir sicher sein. Bei meiner C. subherbarum konnte man recht schnell und deutlich Haken an den Asci finden.

    Oft musst du an den jungen Asci schauen, dann kann man die Haken gut erkennen oder halt nicht erkennen, wenn keine da sind.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch gerne die Calycina herbarum zeigen.

    Ein Pilz der häufig an Krautstängeln wächst.

    Bisher kenne ich nur 2 Funde an Impatiens glanudlifera und Fallopia japonica, aber andere Substrate sind auch möglich.

    Sporen sind einfach septiert und können sogar Konidien an beiden Polenden bilden.

    Die Asci sind IKI+ (in der Regel rot, aber es geht auch blau) und ohne Haken.

    Hier sind die Bilder:


    1.0

    Der Fund wurde am 31.10.21 an Fallopia japonica gemacht.


    1.1


    1.2


    1.3 Haken-


    1.4


    1.5


    1.6


    2.0

    Fund stammt vom 07.10.19 und wurde an Impatiens glandulifera gemacht.


    2.1


    2.2


    2.3


    2.4


    2.5


    2.6


    VG : Thorben

    Hallo Carina,

    Für mich sind das alles noch böhmische Dörfer, aber wenn ich das richtig verstanden hab, ists ne NFF, oder?

    Genau, dass ist eine Nebenfruchtform.


    Wie sieht denn die Hauptfruchtform aus - optisch, wo wächst sie, wann erscheint sie, auf was wächst sie, etc.

    Die Hauptfruchtform (Teleomorphe) ist, soweit ich weiß, nicht bekannt.

    Denn das ist das große Problem in der Mykologie, es gibt Hauptfruchtformen und Nebenfruchtform, die beide unterschiedlich aussehen können.

    Hast du die Nebenfruchtform (Anamorphe) gefunden, dann musst durch eine Sequenzierung, die passende Hauptfruchtform finden.

    Jetzt denkt man, dass man einfach den Pilz nehmen kann, mal eben in den Sequenzierer packt und dann sagt Computer, was es für ein Pilz ist.

    Denkt man jetzt erst einmal.

    Nur die Realität ist komplizierter, denn du musst zuerst einmal eine Kultur gewinnen und das ist nicht einfach, weil nicht immer eine Kultivierung funktioniert oder gar das richtige wächst.

    Hast du eine Kultur und sind dir Sequenzen gelungen, brauchst du auch den passenden Eintrag der Teleomorphe.

    Um es kurz zu sagen, viele Hauptfruchtformen sind nicht bekannt.

    Und: heisst die Hauptfruchtform anders als die Nebenfruchtform?

    Jein, früher wurden die Haupt- und Nebenfruchtformen mit unterschiedlichen Namen bezeichnet.

    Nur mittlerweile geht man den Trend, dass one fungus = one name ist.

    Das heißt die Haupt- und die Nebenfruchtform sind ein und derselbe Pilz, auch wenn sie äußerlich nichts Gemeinsam haben, weshalb nur ein Name verwendet wird.

    Für das Suchen von Literatur brauchst du aber beide Namen, es ist also sehr kompliziert.


    VG : Thorben

    Hallo Carina,

    Bei Google komme ich nicht so Recht weiter und ich würde echt gern etwas mehr über die kleinen Smaragdfarbenen Kügelchen erfahren..

    Was möchtest du denn gerne wissen ?


    Wenn man diese Anamorphe einmal gefunden hat, dann findet man sie öfters.

    Denn man muss erst einmal wissen, wie sie aussieht und vor allem woran sie wächst, also verrottetes Holz.

    Diese Art ist durch ihre Farbe eigentlich unverwechselbar, denn andere Synnemata bildende Anamorphen wie z:B: Lauriomyces, Graphium.... sehen farblich am Kopf anders aus.


    VG : Thorben

    Hallo Erich,


    das ist gute ist, dass die Forschung immer weitergeht und immer mehr Pilze beschrieben werden, so dass man eine gewisse Chance hat diesen auch ohne Kulturen und Sequenzierungen bestimmen kann.

    Blöde ist es halt, wenn man eine Anamorphe findet, die nirgendwo beschrieben ist oder gar bearbeitet wurde.

    Dann hat man immer verschiedene Möglichkeiten. Entweder man lässt die Bestimmung, man postet den unbekannten Pilz im Forum ( so dass auch andere aufmerksam werden) und/oder man sucht jemanden der diesen Pilz versucht zu Kultivieren.

    Jetzt muss man dazu sagen, dass eine Kultur nicht immer gelingt oder besser gesagt, es muss auch der richtige Pilz wachsen.

    Um auf dem Punkt zu kommen, lass dich nicht unterkriegen und ich freue mich schon auf deine zukünftigen Anfragen von Anamorphen Pilzen :)


    VG : Thorben

    Hallo Felli,


    vor 6 Jahren hatte ich auch mal einen Fund von Didymopsis helvellae, aber auf Neottiella albocincta (Siehe hier) gemacht.

    Ich würde deinen Fund genauso als D. helvellae bezeichnen, auch wenn diese eher auf Helvella vorkommen soll.

    Vielleicht haben wir auch eine andere Art gefunden.


    VG : Thorben

    Hallo Kerstin,

    Stachybotrys gehört aber nicht zu den Zygomyceten.

    Danke für den Hinweis. Ich habe da nicht mehr nachgeschaut gehabt :haue:

    habe etwas gegoogelt und die Bilder die ich gfunden habe passen wirklich sehr gut zu Stachybotrys. Du hast mir wieder einmal sehr weitergeholfen.

    Stachybotrys könnte es sein, aber gehe mal davon aus das es eher etwas ähnliches ist oder halt in Richtung Stachybotrys gehen könnte.

    Du müsstest jemanden suchen, der dir den Pilz kultiviert und anschließend sequenziert, denn das auch mal unbeschriebene Pilze unter die Linse kommen ist völlig normal, zumindest bei den Anamorphen.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    gestern (31.10.21) habe ich eine Ischnoderma resinosum an einer liegenden Erle bearbeitet.

    Für mich ist das ein Neufund und dank eines vorherigen Beitrages im Forum, bin ich schnell auf den richtigen Namen gekommen.

    Leider gab es beim Sporenabwurfpräparat nicht viele Sporen, aber zumindest ein paar konnte ich messen.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3.


    4. auf KOH reagiert die Oberfläche schwarz


    5. Oberfläche HDS


    6. Unterseite des Pilzes


    7. Unterseite des Pilzes


    8. Spore


    9. Sporen


    VG : Thorben

    Hallo Peter,


    ich fürchte, dass zu 80% aller Mikroskopierten Funde nur die Sporen Mikroskopiert werden.

    Mikroskopisch und Makroskopisch bin ich mir jetzt recht sicher, dass es ein Butterrübling ist, auch wenn es unterschiedliche Angaben gibt.



    Ich habe jetzt mal grob die Infos herausgesucht:


    Diese Seite soll eine R. butyracea zeigen, aber die Sporen sind völlig verschieden, auch die Bilder scheinen einen ganz anderen Pilz zu zeigen.

    Rhodocollybia butyracea (MushroomExpert.Com)


    Auf dieser Seite gibt es eine Skizze zu den Cheilozystiden:

    Micro Features


    Der Fund von Enrique Rubio passt mit meinem überein.

    Rhodocollybia butyracea var. butyracea (Bull.) Lennox • CEMAS


    Bei diesem Fund werden keine Cheilos gezeigt oder zumindest nicht offentsichtlich:

    Guía de Setas y Hongos de Navarra.: Rhodocollybia butyracea f_asema (Fr.) Antonín, Halling & Noordel


    Auf first-nature wird nicht auf Zystiden eingegangen und gibt es Sporengrößenangaben von 6-10,5 x 3,5-5 Mikrometer.

    Rhodocollybia butyracea, Butter Cap mushroom


    Jetzt kommen die Bücher dran.


    Gröger:

    Es wird im Schlüssel nur darauf eingegangen, dass die Sporen mindestens anderthalb oder sogar zwei mal so lang wie breit sind und gibt als Quotienten 1.5-2.4,2.8) an.

    (Bei meinem Fund sind es 1,7-2,6, also im Rahmen)

    Cheilos werden wie folgt beschrieben:

    schlank flaschenförmig-zylindrischen Cheilozystiden.


    Funga Nordica:

    Das wird auf den Quotienten eingegangen im Schlüssel, der über 1.5 sein soll.

    R. butyracea:

    - 6,5-8,5(-9) x 3-4(5) Mikrometer (passt in etwa mit meinem Fund)

    - cheilozystiden (inconspicuous, clavate or subcylindrical, often irregular and coralloid, sparse to fairly abundant).


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    letzte Woche (23.10.21) konnte ich einen Pilz im Fichtenwald finden, der mich zuerst vor einem Rätsel gestellt hatte.

    Meine erste Vermutung war ein Gymnopus gewesen, aber später bin ich auf die Rhodocollybia gekommen.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3.


    4. Stiel


    5. HDS


    6. HDS


    7. Das hier habe ich als Cheilozystiden identifiziert, nur sollen die Cheilos bei R. butyracea anders aussehen.


    8. gleiche wie bei Bild Nr. 7


    9.


    VG : Thorben

    Hallo Ditte,


    danke für die Bearbeitung und Bestätigung des Fundes :)

    Ich freue mich sehr darüber, besonders wenn diese Art nicht so häufig ist.

    Für NRW gibt es bisher nur 4 Fundmeldungen und bin das jetzt ein Fund mehr hinzu kommt.

    Jetzt können die nächsten Risspilze kommen :)


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich versuche ich mich mal an weiteren Korallen.

    In diesem Fall habe ich hier eine Clavulina rugosa, zumindest hoffe ich das.

    Der Fund stammt vom 24.10.21 und wurde in einem Fichten-Kiefernmischwald gefunden.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3.


    4. mit Schnallen


    VG : Thorben