Beiträge von thorben96

    Hallo Marvin,

    Ich hab nun mein Lugol. Mit Lugolscher Lösung färbt sich da einiges blau. Das sollte doch das Bestimmungsmerkmal sein das ihr angesprochen habt.

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    So eine starke Reaktion ist Typisch für eine "Peziza" (Gattung ist im Umbruch).

    Eine Otidea hat diese blaue Reaktion nicht.

    Wäre dein Ascus und/oder rot-dunkelorange, dann würde man bei dieser Verfärbung von einer dextrinoiden Reaktion sprechen.

    Sowohl eine dextrinoide Reaktion als auch eine blaufärbung können zusammen auftreten.


    Wenn du einen Frischen Frk. (ab 0,5 cm Durchmesser) hast, dann mach ein Sporenabwurfpräparat, weil du reife Sporen messen musst.

    Misst du in einem Quetschpräparat und quetschst zu stark, dann hast du auch unreife Sporen dabei.

    Einen Sporenabwurfpräparat bekommst du, indem du den Frk. umgedreht auf einem Objektträger legst und eine zeit wartest (ich warte 3min).

    Du kannst den Frk. auch leicht beschweren.

    Wenn der Frk. reif ist, hast du auf dem Objektträger überall die Sporen verteilt und kannst messen.

    Mit 15-20 gemessenen Sporen bist du gut dabei, wenn mehr Messungen dabei sind ist auch nicht verkehrt.

    Die Messungen sind dazu da, dass du einen Überblick der Sporengröße erhälst.

    Wie breit sind die Sporen schmalste Spore bis breiteste Spore oder kürzeste Spore bis breiteste Spore.

    Das ganze am besten in Wasser messen.


    Die Paraphysen kann man bei dir erkennen, diese sind leicht keulig.

    Was jetzt noch fehlt ist die Sporenhülle, ob diese ein Ornament (warzig, stachelig, streifen...) hat.

    Da müsstest du mal mit dem 100er Objektiv dir die Sporen anschauen und von der Sporenhülle Fotos machen.

    Oft ist es so, dass man das Ornament nicht so gut sieht und diese mit Baumwollblau anfärben muss.

    Auf deinen Sporenfotos meine ich ein warziges Ornament erahnen zu können.


    Ein weiteres wichtiges Merkmal ist das Excipuculum, was du gut erkennen kannst, wenn du einen dünnen Querschnitt durch den Frk. machst.

    Google mal Excipuculum Peziza, dann findest du davon viele Zeichnungen und Bilder.

    Es ist wichtig, dass man den Aufbau sieht.

    Ingo hat dir schon die Arbeit vom Häffner verlinkt (Siehe hier), da gibt es auf Seite 185 Nr. 6, 7 und 8 Abbildungen wie der Aufbau aussehen könnte.

    Davon müsstest du Fotos machen.


    Die Gattung Peziza ist durch die Genetik stark im Umbruch, sowohl bei Arten als auch Gattungsmäßig.

    Aber je mehr Merkmale du heraussuchst, desto besser kann man den Fund einschätzen.

    Irgendwann geht man bei der Bearbeitung in einer festgelegten Reihenfolge vor.

    Bei mir sieht das bei einem vermutlichen Peziza Fund so aus:

    1.

    Abwurfpräparat von einem frischen Fund machen.

    Die Sporen messen und Fotografieren.


    2.

    Dünnen Querschnitt durch den Frk. machen.

    Fotos machen von dem Aufbau, Paraphysenform (gibt es vielleicht auch Verzweigungen ?), Inhalt der Paraphysen (gibt es blasen oder ist eine Verfärbung zu sehen ?) und Fotos von den Sporen im Ascus.

    Danach lasse ich in dem gleichen Präparat Lugol einfließen und schaue mir die Reaktion des Ascus an.


    3.

    Wenn ich das Ornament nicht erkennen kann oder besser hervorheben möchte, dann mache ich ein weiteres Präparat mit Baumwollblau, wo man das Ornament der Sporen besser sieht.


    Ich glaube auch, dass man mit den vermuteten Arten von Björn vergleichen sollte.

    Vielleicht passt Peziza boltonii oder Peziza labessiana zu deinem Fund.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 04.10.22 konnte ich im Wald an einem liegenden Stamm, diese büschelig wachsende Mycena finden.

    Beim Durchbrechen des Stiels zeigte sich sofort, dass es einer der Bluthelmlinge ist.

    Zuhause schnell Mikroskopiert und dann eine Zeit später die Merkmale mit Beschreibungen verglichen.

    Dabei viel schnell auf, dass die Kaulozystiden, eigentlich so gar nicht vorhanden sein dürften.

    Aber die Sporenform/größe und die Cheilozystiden passen zu der Mycena haematopus, weshalb ich mich auch für diesen Namen entschieden haben.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3. Cheilozystiden


    4. Cheilozystiden


    5. Cheilozystiden


    6.


    7. Kaulozystiden


    8. Kaulozystiden


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch gerne die Menispora ciliata in diesem Thread vorstellen.

    Der Fund stammt vom 23.10.22 und wurde an einem liegenden Holzstück in einem Buchenwald gemacht.

    Die Menispora ciliata hat unseptierte Konidien, was ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Menispora glauca (Siehe hier oder von Florian hier) ist.

    Wer öfters im Wald am bodenliegendes Holz umdreht, der wird schnell bemerken, dass die Menispora nicht selten ist.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3. Konidienträger


    4.


    VG : Thorben

    Hallo Wolfgang,

    Wie Boern schreibt, kommen nur moelleri/moelleroides (nur per ITS unterscheidbar) und phaeolepidotus in Frage, die auch mit dem Parra nicht immer leicht zu trennen sind. Entscheidend wäre die Länge der Cheilozystiden, meist über 20 my bei phaeolepidotus und kleiner bei moelleri.

    Dann geht das in die Richtung moelleri/moelleroides, denn Cheilos sind unter 20 Mikrometer.

    Vielleicht lasse ich diesen Fund irgendwann einmal sequenzieren.


    VG : Thorben

    Hallo Pablo,

    Ist "Agaricus angustatus" das, was zuvor "Agaricus phaeolepidotus" genannt wurde?

    Oje was habe ich den wieder für eine Art gezaubert :/:haue:

    Es soll Agaricus augustatus augustus (edit: jetzt ist es richtig) gemeint sein :)


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    es ist immer wieder schön, einen recht bekannten Pilz näher kennenzulernen, nur um festzustellen, dass man ihn nicht kennt.

    Wie bei der Ophiostoma polyporicola, den viele Leute schon gefunden haben und den ich auf der Hypocrea protopulvinata finden durfte.

    Ich habe mich sehr gefreut über diesen Fund und wollte ihn dann Mikroskopisch absichern, leider gab es keine Sporen zu sehen, nur Fremdsporen der Hypocrea.

    Dann habe ich mir gedacht, dass Google vielleicht helfen kann bei Mikrobildern und bin einer Sackgasse gelandet.

    Die Mehrheit der Finder scheint ihren Fund Makroskopisch bestimmt zu haben und es gibt keine Mikrobilder zu der Ophiostoma polyporicola.

    Jürgen Marqua ( Juergen-M ) hat auf seiner Seite (Siehe hier) eine Ophiostoma polyporicola vorgestellt und Vermerkt, dass es vermutlich Fremdsporen sein könnten.

    Die gezeigten Sporen sind ebenfalls Sporen einer Hypocrea (wahrscheinlich protopulvinata).

    Es gibt die Beschreibung des Pilzes von Ryman et.al. (1989) Siehe hier:

    Mycotaxon 34 (2): 637, 1989

    sowie eine Beschreibung im Helfer (1991).

    Allerdings wurden die Sporenfotos alle aus einer Kultur gewonnen.

    Deshalb die Frage: Hat jemand von euch schon die Sporen von der Ophiostoma polyporicola in natura abgelichtet ?

    Hier sind die Bilder meiner unreifen Ophiostoma polyporicola:

    1.


    2.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 13.11.22 konnte ich wieder eine Hypocrea protopulvinata finden, die an einer Fomitopsis pinicola wuchs.

    Hier sind die Bilder:

    2.0


    2.1 Unten in der Mitte des Bildes vermutliche (Thread kommt noch) Frk. von Ophiostoma polyporicola


    2.2


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich konnte am 08.10.22 , unter einer Linde, diesen Agaricus finden.

    Zuerst dachte ich an Agaricus augustatus und habe den Fund nicht weiter beachtet, außer kurz die Sporen zu fotografieren.

    Vor ein paar Tagen habe ich dann die Sporen gemessen und gemerkt, dass für A. augustus die Sporen deutlich zu kurz sind.

    Jetzt habe ich den Fund als Agaricus moelleri abgelegt, da die Sporen und die Cheilozystiden zu dieser Art gut passen.

    Der Beleg stinkt intensiv nach vergammelten Stroh.

    Eine Restunsicherheit besteht, da ich den Parra nicht habe und somit nicht weiß, ob es nicht doch noch ein paar andere ähnliche Arten gibt.

    Hier sind die Bilder:

    1.0


    1.1


    1.2


    1.3


    1.4 Cheilozystiden


    1.5


    VG : Thorben

    Hallo Oskar,


    du kannst entweder die Erweiterte Suchfunktion verwenden. Unter Lupe > dieses Thema > Erweiterte Suche > dann folgendes Foren durchsuchen.

    Die Suche ist halt etwas komplizierter.


    Noch einfacher ist es, wenn du auf der Startseite, den Bereich "Portraits, Arten- und Gattungsbeschreibungen" anklickst und dann einfach oben rechts auf Lupe gehst und einfach dein Suchbegriff eingibst.

    So wird nur in diesem Bereich gesucht, dann funktioniert auch für alle anderen Bereiche z.B: Pilzbestimmung u. Bestimmungshilfe, Pilze und Wissenschaft oder die Familien in dem Portraitbereich (Ascomyceten, Basidiomyceten...).


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ein Schleimpilz ist das definitiv nicht, weil man sieht bei "Bild 4" gekräuselten Schleim, dass heißt es wird aus etwas herausgedrückt, was bei einem Schleimpilz nicht der Fall ist.

    Also wahrscheinlich ein Anamorpher Pyrenomycet.


    Eine zerfließende Gallertträne ist das auch definitiv nicht.

    Zum einen die gleiche Begründung wie bei dem Schleimpilz und zum anderen wächst die zerfließende Gallertträne eher auf Totmaterial und entrindeten Stämmen.

    Makroskopisch hat sie schon gewisse Ähnlichkeiten in der Farbe.


    Das könnte schon eine Libertella sein, aber eine Cytospora oder normaler Schleimfluss würde ich auch nicht ausschließen wollen.

    Ein Schleimfluss besteht oft aus Bakterien, Hefepilze und Fusarium Sporen, sowie jede Menge anderer Fremdsporen.

    Letztendlich muss man den Schleim Mikroskopieren, damit man mehr weiß und selbst dann gibt es gerne Überraschungen.


    VG : Thorben

    Hallo Bernd,

    da habe ich mit dem Link Mist gebaut.

    Ich dachte es wäre die M. uda und hatte den Threadnamen so unbeannt und dann später in diesem Thread verlinkt.

    Nur kam in dem Thread kein Ergebnis raus, dafür passt der dickwandige Kristallschopf ;)

    Auf jeden Fall hast du da einen interessanten Fund gemacht und ich bin gespannt was da heraus kommt.


    VG: Thorben

    Hallo zusammen,


    ich habe ein paar Pilze die im Hintergrund von Experten bearbeitet werden und bisher keinen richtigen Namen haben.

    Einer davon ist diese Entoloma "iodiolens", die durch eine Sequenzierung, diesen Arbeitsnamen bekommen hat.

    Ob es wirklich die Entoloma iodiolens ist oder nicht kann (noch) nicht gesagt werden.

    Kürzlich habe ich erfahren, dass es womöglich DNA-Daten von dem Typus gibt E. iodiolens gibt und hoffe das man den Fund absichern kann.

    Auf jeden Fall würde ich mich freuen, wenn ihr nach dieser kleinen Entoloma Ausschau halten könntet und bei einem Fund Belege anzufertigen.

    Vielleicht ist es ja auch eine neue Art (?).

    Bisher konnte ich diese Entoloma 2x (2020 und 2022) standorttreu finden.

    Der Fundzeitraum ist Ende Oktober bis Anfang November.

    Leider gab es 2020 nur einen Einzelfruchtkörper, dafür gab es dieses Jahr eine reiche Ausbeute (Anfangs erst 7 reife Frk., später auf einer Tour mit Oliver waren vor Ort 15-20 reife Frk.).

    Die Fruchtkörper sind bis zu 4mm groß und wuchsen an einer leichten Böschung.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3.


    4.


    5.


    6. Fund von 2020


    7. Fund 2020


    8.


    9. Basidien 2 - 4-sporige Basidien


    10. Basidie


    11. Cheilozystiden


    12. Cheilozystiden


    13.


    Ich würde mich freuen, wenn ihr nach dieser Entoloma Ausschau haltet oder euch meldet, falls ihr einen gleichen Fund gemacht habt.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ein kleines Update zu dieser Torrubiella.

    Nach anfänglichen Schwierigkeiten bin ich jetzt wieder etwas schlauer geworden aus der verschiedenen Literatur.

    Der Konidienträger (Englisch Conidiophore) kann sowohl das ganze Gebilde mit Hyphen (Bild 4) umfassen oder halt nur die Hyphen.

    Da die Hyphen hier lang und warzig sind, der Konidienträger, sowohl Aspergillus-ähnlich als auch Penicillium-ähnlich ist, komme ich in die Ecke Torrubiella pulchra.

    Mittlerweile gibt es aus China eine Torrubiella flava beschriebene Art, die auch in Frage kommen könnte.

    Da der Wirt und die Familie der Spinne neu für die Gattung Torrubiella ist.

    Sowohl eine Torrubiella pulchra, Torrubiella flava oder eine neue Art ist jetzt schon ein Highlight.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich habe den Pilz den Alex fand, jetzt bearbeitet und längere Zeit damit verbracht Literatur zu lesen.

    Es ist auf jeden Fall eine Nebenfruchtform einer Torrubiella, aber welche, dass lässt sich bisher nicht bestimmen.

    Die vermutete Torrubiella leiopus fällt raus, denn diese hat größere Konidien (Vergleich auch mit einer Fundbearbeitung von diesem Thread hier).

    In der Literatur gibt es verschiedene Maßen, die andere Autoren übernehmen.

    (Mains 1950) >>> 3-8 x 1-2 Mikrometer

    (Tzean et.al. 1997) >>> 3,0-5,4 x 1,6-2,5 Mikrometer

    (Kobayasi et.al 1977) >>> 5-6 x 1,2-2 Mikrometer

    Auch der Wirt Amaurobius ferox, sowie die Familie der Spinne scheint neu zu sein.

    Zumindest lässt sich dazu nichts in der Literatur finden.

    Man unterscheidet bei der Nebenfruchtform von der Torrubiella eine Aspergillus-ähnlichen Form (komplett mit Phialiden bestückt- strahlenförmig) der Konidienträger und einer Penicillium-ähnlichen Form (nur ein Teil bestückt) der Konidienträger.

    Man kann dies sehen auf Seite 278 (Kuephadungphan et.al. 2022).

    In diesem Fall handelt es sich, um die Penicillium-ähnliche Form und daher fällt auch die ähnliche T. pulchra weg.

    Anmerkung: Nach weiterer Recherche ist die Aspergillus Form doch möglich.

    Hier sind die Bilder:

    1.


    2.


    3. Konidienträger mit "Füßen"


    4.


    5.


    6.


    Es bleibt also erst einmal bei einer Torrubiella sp.. Vielleicht ist es auch etwas neues.


    Quellen:

    (1) Multi-locus phylogeny unmasks hidden species within the specialised spider-parasitic fungus, Gibellula (Hypocreales, Cordycipitaceae) in Thailand (Kuephadungphan et.al. 2022)

    (2) Some Species of Cordyceps and Its Allies on Spiders (Kobayasi et.al. 1977)

    (3) The genus Gibellula on spiders in North America (Mains 1950)

    (4) The arachnogenous fungus Gibellula leiopus - second find from the czech Republik (Kubátová 2004)

    (5) The genus Gibellula on spiders from Taiwan. (Tzean et.al. 1997)


    VG : Thorben

    Hallo Ralf,

    heute hab ich wieder mal einen Birkenporling-Kissenpustelpilz gefunden. Ich hab nur leider keine Ahnung, ob Hypocrea protopulvinata das selbe ist wie Hypocrea fungicola.. :gkopfkratz:

    Vielleicht weiß ja von euch jemand mehr.. g:-)

    die Hypocrea protopulvinata ist nicht, dass gleiche wie die die Hypocrea fungicola.

    Aber die Hypocrea fungicola ist das gleiche wie die Hypocrea pulvinata.

    Du kannst das in dieser Literatur nachlesen :

    https://www.researchgate.net/publication/51714608_European_species_of_Hypocrea_part_II_Species_with_hyaline_ascospores

    Mit der Literatur bleibt nur Hypocrea pulvinata übrig, wie Björn schon schrieb.

    Solltest du irgendwann Mikroskopieren und an den Ostiolen warzige Haare finden, sowie das die Sporen im Ascus abwechselnd länglich, dann rund und wieder länglich sind, dann hast du eine H. protopulvinata gefunden.


    VG : Thorben