Beiträge von thorben96

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch gerne einen Pilz zeigen, der mich heute bald zur Verzweiflung getrieben hat.

    Es geht, um die Coprinellus impatiens oder zumindest vermute ich das, die ich am 08.10.22 in einem Laubwald finden durfte.

    Von der Ökologie her passt Coprinellus impatiens, aber die Mikromerkmale sind verwirrend.

    Schaut man sich die Sporen an, so sind sie etwas schmaler und passen daher eher zu der ähnlichen Coprinellus hiascens (Anmerkung im Ludwig).

    Folgende Sporenwerte konnte ich aus der Literatur entnehmen.


    Coprinellus hiascens:

    Ludwig = 7,5-11,5 [(12)] x 4,5-5,5 [6] Mikrometer

    Funga Nordica = 7,5-11,5 x 4,5-6 Mikrometer

    Gröger = Kleiner als 11 und fast doppelt so lang wie breit


    Coprinellus impatiens:

    Ludwig = (8) 8,5-11,5 x 6-7 [7,5] Mikrometer

    Funga Nordica = 9,5-11,5 x 6-7,5 Mikrometer


    Die Pileozystiden sind bis 110 Mikrometer lang und was besser zu der Coprinellus impatiens passt ( bis 120 Mikrometer Ludwig, 50-100 Mikrometer Funga Nordica).

    Bei der Coprinellus hiascens sollen die Pileozystiden bis 200 Mikrometer lang sein.


    Hier sind die Bilder:

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    4. Pileozystiden


    5. Cheilozystiden


    6. Kaulozystiden


    7. Sporen


    Pleurozystiden sind nicht vorhanden.


    Wie unterscheidet man die beiden Arten jetzt voneinander ?

    Meine Tendenz ist aufgrund der Ökologie und der Pileozystiden Coprinellus impatiens.

    Was meint ihr ? Ich bin gespannt auf eure Meinungen.


    VG : Thorben

    Hallo beli,


    ich glaube du verwechselst den Pilz gerade, denn die N. episphaeria bildet rötliche Pustel, die auf der H. fragiforme wächst.

    Eine Calcarisporium arbiscula würde ich auch vermuten.


    VG : Thorben


    P.S: Christine war schneller :)

    Hallo zusammen,


    am 20.10.22 war es wieder soweit und ich konnte einen weiteren Fund einer Chlorociboria aeruginella machen.

    Dieses mal war der Fundort nicht in einem Buchen/Eichenmischwald, sondern in einem Auenwald mit überwiegend Pappeln (Populus).

    Das Substrat war ein am bodenliegendes Pappelblatt.

    Hier sind die Bilder:

    2.0


    2.1


    2.2


    2.3 Asci mit Schnallen


    2.4


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    zuerst einmal, nein ich habe mich mit der Gattung nicht verschrieben.

    Es gibt jetzt sowohl die Gattung Codinaea als auch die ähnliche Gattung Codinaeella die in der Arbeit Phylogenetic Reassessment, Taxonomy, and Biogeography of Codinaea and Similar Fungi von Frau Réblová et.al. (2021) beschrieben wird.

    In der gleichen Arbeit wird auch die Codinaeella lutea beschrieben, die eventuell zu meinem Fund passen könnte.

    Leider gibt es noch ein paar andere Arten die in Frage kämen und die ich nicht voneinander unterscheiden kann.

    Zu dem Fund, der stammt vom 12.11.22 und wurde an einer Eichel gemacht.

    Die Setae sind 66-186 Mikrometer lang und die Anhängsel (Appendages) der Konidien 6,5-9 Mikrometer lang.

    Hier sind die Bilder:

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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 12.11.22 konnte ich auch eine Volvariella gloiocephala finden.

    Der Fundort war ein offenes Gelände mit Wiese, wo der Pilz zwischen Goldruten-Beständen (Solidago) wuchs.

    Was mich anfangs stutzig gemacht hat, war die Form der Cheilozystiden, aber diese scheinen sehr variabel zu sein.

    Hier sind die Bilder:

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    4. HDS in Kongorot


    5. Cheilozystiden


    6. Cheilozystiden


    7. Cheilozystiden


    8. Stiel


    9. Stiel


    10.


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    jetzt hat es auch die Periconia hispidula in dem Portraitbereich geschafft.

    Periconia-Arten wachsen gerne auf verrottetem Pflanzenmaterial, so wie auch die P. hispidula, die man an Gräsern finden kann.

    Die Art lässt sich einfach von den anderen Periconia-Arten unterscheiden, durch dicht zusammengedrängte, unverzweigte und lange Konidienträger.

    Dieser Fund stammt vom 12.11.22 und wurde an einem Gras gefunden.

    Hier sind die Bilder:

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    VG : Thorben

    Hallo Oliver,


    ich habe auch schon gesehen, dass die Mycena flavoalba einen neuen Namen bekommen hat, aber nehme ihn nicht an.

    Der Name wird eventuell nicht Bestand haben und womöglich noch weiter ändern.

    Namensänderungen sind wirklich echt frustrierend und ich werde A. flavoalba bestimmt auch sehr oft als M. flavoalba ansprechen, aber ich möchte der Genetik schon ihren Platz lassen.

    Ja, die Namensänderungen sind nervig, aber nachvollziehbar nicht frustrierend.

    In diesem Fall ist die Namensgebung frustrierend, da die M. flavoalba nicht bei der Genetik berücksichtigt wurde.

    Der Vorschlag von Readhead et.al (2012) den Gattungsnamen zu ändern wurde in Index Fungorum no. 14 veröffentlicht.

    Auf folgende 2 Arbeiten wird dabei noch hingewiesen:

    One Hundred and Seventeen Clades of Eu-agarics (Moncalvo et.al. 2002) Molecular Phylogenetics and Evolution 23(3):357-400

    und

    Major clades of Agaricales: A multilocus phylogenetic overview (Matheney et.al. 2006) Mycologia 98(6):982-95


    Wenn man sich die Arbeiten anschaut, dann merkt man schnell, dass die M. flavoalba überhaupt nicht erwähnt wird, auch in dem Stammbaum nicht.

    Alle 4 genannten Arten, wo Readhead et.al. einen neuen Gattungsnamen vorgibt, werden in der Arbeit von Matheney et.al. nicht erwähnt und bei Moncalvo et.al. werden nur die M. adonis und M. aurantiidisca genannt.

    Mit der Genetik haben in diesem Fall die Arten für die neue Gattungsnamensgebung nichts zu tun und solange keiner eine Arbeit veröffentlich, wo die genannten Arten genetisch behandelt werden, sehe ich es auch nicht ein einen neuen Gattungsnamen zu verwenden.

    Denn wer sagt denn überhaupt, dass alle 4 genannten Arten von Readhead genetisch zusammengehören ?


    VG : Thorben

    Hallo Felli,


    ich kann nicht mehr erkennen was es ist, aber die Beine haben schon Ähnlichkeiten mit einer Collembola.

    Die stacheligen Dauersporen kenne ich zumindest von infizierten Collembola (Siehe in dieser Arbeit hier).


    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch gerne die Mycena flavoalba zeigen.

    Dieser Fund stammt vom 15.10.22 und wurde auf einer Wiese, in unmittelbarer Nähe zu einem Fichtenwald, gemacht.

    Die Frk. sind in diesem Fall klein, sowohl vom Stiel als auch Hut her, wogegen ein anderer Fund vom Botanischen Garten Bochum (Mycena flavoalba) größer ist.

    Hier sind die Bilder:

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    3. HDS mit Hyphenauswüchse


    4. HDS mit Hyphenauswüchse


    5. Pleurozystide


    6. Cheilozystiden in Kongorot


    7. Cheilozystiden


    8. Kaulozystiden in Kongorot


    9. Kaulozystiden Kongorot


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    VG : Thorben

    Hallo zusammen,


    am 30.10.22 konnte ich einen Pilz finden, der zu der Albugo canidida Gruppe gehört.

    Ein Portrait gibt es dazu noch nicht, deshalb fange ich mal damit an.

    Das Substrat war Cardamine hirsuta und wurde in einem Auenwald gefunden.

    Hier sind die Bilder:

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    VG : Thorben

    Hallo Werner,


    da hast du Recht, die Mikros habe ich mehr Beachtung geschenkt und weniger auf die Makromerkmale geachtet.

    Ich sehe mittlerweile Makromerkmale kritisch, da es zu viele Aggregate gibt oder Pilze die plötzlich zu einem Aggregat gehören, dabei wurde das offensichtliche mit der fehlenden roten Lamellenschneide übersehen :(

    Ich hoffe nicht, dass die Mycena haematopus ein Aggregat ist, sonst wird das Bestimmen nicht einfacher.

    In Zukunft werde ich mir mehr Aufsammlungen von M. haematopus und M. sanguinolenta anschauen, um die Arten besser einschätzen zu können.


    VG : Thorben

    Hallo Werner (edit: Jetzt ist es richtig ;) ),

    danke für deine Einschätzung.

    Dieser Thread entwickelt sich zu einer interessanten Diskussion.

    Mittlerweile bin ich mir unsicher als was ich diesen Pilz abspeicher.

    Was ich noch tun werde, ist die HDS anzuschauen, dann wäre hoffentlich alle Merkmale zusammen.


    VG : Thorben

    Hallo Marwin,


    dass ist kein Zitterling, sondern etwas Anamorphes, also Nebenfruchtform von einem Pilz.

    Meine Vermutung ist etwas aus der Richtung Libertella oder Cytospora.

    Aber ohne Mikrobilder lässt sich da nichts genaueres zu sagen.


    VG : Thorben

    Hallo Oliver,


    das der Pilz makroskopisch anders aussehen kann, dass ist nicht untypisch.

    So sehen zum Beispiel auch ein paar Arten bei der Gattung Entoloma Makroskopisch völlig anders aus, aber sind Genetisch gleich.

    Mich würde es nicht wundern, wenn das hier auch der Fall sein könnte.

    Aber das lässt sich halt nur über die Genetik klären und die ja bekanntlich tückisch, vor allem wenn man nicht weiß, ob die Pilze zu den vorhanden Sequenzen richtig bestimmt sind.

    Deshalb meinte ich ja, dass zwar die Kaulozystiden passen würden und alles andere aber nicht.

    Welche Literatur ziehst du denn zur Rate, denn es gibt verschiedene Interpretationen der Kaulozystiden und teilweise der Cheilozystiden.

    Wenn ich mir die Skizzen der M. haematopus und M. sanguinolenta in dem Aronsen (2016) "The Genus Mycena" anschaue, dann können beide Arten passen.


    Im Robich (2003) Mycena D' Europe werden für die M. haematopus nur korallenförmige Kaulozystiden gezeigt.

    Die Kaulozystiden der M. sanguinolenta sind wie Cheilozystiden, haben aber auch noch zusätzlich Auswüchse und es gibt an den Hyphen selber Auswüchse.


    Auf der Seite von Aronsen wird folgendes dargestellt.

    Mycena haematopus

    Hyphen vom Stiel

    Endzellen vom Stiel

    Kaulozystiden


    Mycena sanguinolenta

    Auswüchse am Stiel

    Kaulozystiden


    Hier gibt es noch zusätzliche Quellen.

    Sporengrößenangaben

    Literatur und Internetseiten Mycena haematopus Mycena sanguinolenta
    Robich (2003) Mycena d' europe 5-6,5 (7) x 8-10,5 (11) 4-5,5 (6) x 8-9,5 (10,5)
    Aronsen et.al (2016) The genus Mycena 5-6,5 x 8-9,5 4-6 x 8-10 (-12)
    Aronsen Webseite "The Mycenas of northern Europe 5-6,5 x 8-9,5 4-6 x 8-10 (-12)
    micologica-barakaldo (hier) 4-5,5 x 8,5-10
    Micobotánica-Jaén (hier) mit Mikros (3,6-)4,1-5,3(-5,9) x (6,3-)7,2-9,1(-10,0)
    Fungi Outer Hebrides H. sanguinolenta (hier) mit Mikros 4,3-5,7 x 7,3-10,2
    Fungi Outer Hebrides H. haematopus (hier) mit Mikros 6,5-8 x 8,5-12
    Fleshy Fungi of New Brunswick (hier) mit Mikros 4.3-6.8 x 6.4-10.1
    Centro De Estudios Micológicos Asturianos (CEMAS) (hier) 5,8-6,8 x 8,3-10,5


    Schaue ich mir das ganze an, dann ist es schwierig sich auf eine Art festzulegen.

    Gehe ich nach der Literatur, dann geht es zu einer M. sanguinolenta.

    Schaue ich mir Makroskopisch alles an, dann ist geht es in die Richtung M. haematopus.

    So gehe ich nach der Literatur und bleibe bei M. sanguinolenta.

    Vielleicht versteckt sich dahinter auch ein Aggregat ;)


    VG : Thorben

    Gerade bei der Fundeingabe in Mykis bemerkt, dass ich die M. sanguinolenta letztes Jahr schon hatte :)

    Makroskopisch gesehen sind die beiden Funde so verschieden.

    Hallo zusammen,


    ich habe mir gerade den Stiel noch einmal vorgenommen und konnte Auswüchse an den Hyphen erkennen, sowie Zystiden mit Auswüchsen.

    Das passt zu den Abbildungen aus dem Robich.

    Die Zystiden Bild 7, Bild 8 und Bild 9 werden im Aronsen et.al (2016) als Kaulozystiden abgebildet (Siehe Buchausschnitt hier).

    Jetzt habe ich alle Merkmale zusammen und werde den Pilz als Mycena sanguinolenta ablegen.

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    11.


    12.


    VG : Thorben

    Hallo Karl und Oliver,

    ich denke ihr habt Recht mit Mycena sanguinolenta.

    Wenn derartige Elemente auch in anderen Stielbereichen auftreten sollten, wäre das allerdings merkwürdig.

    Ich habe gerade den Beleg Mikroskopiert und konnte in den anderen Stielbereichen keinerleit Zystiden finden.

    Nur im oberen Bereich gibt es halt diese Zystiden, aber ohne irgendwelche Auswüchse.


    VG : Thorben