Safranschirmling?

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 186 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Wolfgang P..

  • Hallo zusammen,


    ich freue mich über eure Einschätzung: Könnte es sich um einen Safranschirmling oder einen Parasol handeln?


    Gefunden auf einer Wiese, mit etwa 5–6 weiteren, noch geschlossenen Exemplaren in der Umgebung. Diesen habe ich mitgenommen und ca. 1,5 Tage ins Wasser gestellt, woraufhin sich der Hut geöffnet hat. Der Ring ist verschieblich, der Geruch angenehm.

    Beim Fund meinte ich eine Natterung am Stiel zu erkennen, jetzt wirkt er allerdings ungenattert. Irritiert bin ich außerdem von der recht dunklen Grund- und Hutfarbe. Beim Anschnitt wirkte das Fleisch außen rötlich bis bräunlich-rötlich – eventuell aber auch durch die lange Standzeit im Wasser.


    Freue mich über eure Meinungen!

  • Ring und Hutstruktur/-färbung deuten auf Parasol hin. Ein Safranschirmiling i.w.S. würde röten.


    Die Natterung des Stiels kann durch Berührung entfernt werden.


    Die Stielbasis fehlt.


    Eine sichere Bestimmung wird hier vom Foto nicht mehr möglich sein.

  • Da fehlt kein Foto. Du zeigst schon die richtigen Sachen. Der Pilz sieht nach nem Parasol aus, diese hätte aber eine Natterung am Stiel.


    Nun - Der Stiel sieht aus, als hätte Deine Tochter den Pilz eine Stunde durch den Wald getragen, nachdem Sie genüsslich Eis gegessen und sich die Hände besudelt hat.

    Die Natterung sieht man nicht mehr und damit tauchen Fragezeichen in der Bestimmung auf...


    Ein frischer Safran hätte von Anfang an keine Natterung und wenn man ihn am Stiel ankratzt, dann läuft der da "safran" an. Diese Probe kannst Du das nachste Mal am frischen Pilz machen.

    Etwaige Bestimmungen meinerseits sind mit keiner "Verzehrfreigabe" verbunden. Bitte sucht hierfür einen Sachverständigen auf, der sich die Pilze vor Ort genau ansehen und sie hinsichtlich Verzehr viel besser bestimmen bzw. ihren Zustand bewerten kann.


    100-10(APR2024)+3(APR2024)=93

  • Querschnitt wäre schon manchmal zusätzlich nützlich, auch bei Macrolepiota gibt es manchmal leichte Rötungen. Hier wird dann aber zwischen Rindenschichten (zb. am Stiel) oder in der Hautfläche unterschieden. Für eine genauere Ansprache im Bereich der dortigen Subtaxa oder selteneren Arten werden wohl zusätzlich Sporenanalysen oder Sequenzierungen noetig sein.

  • Der Querschnitt ist oben dabei - erstes Bild.


    Also zur Natterung: Die ist ganz sicher nicht abgewischt worden. Ich habe ihn angelehnt transportiert. Die Spuren/Verletzungen sind insb Druckstellen vom Glas, in dem er stand und ein Kratzer von mir als Test.


    Sofern die Natterung 'nicht entstand', weil er sich im Glas kaum in der Länge, sondern nur in der Breite verändert hat, muss man davon ausgehen, dass er keine hat.

  • Ja, den Längsschnitt hast Du dabei. Querschnitte in Bereich von Stiel (und evtl. Hut) war gemeint. Die makroskopisch gut sichtbare Ringstruktur weißt (wie schön im ersten Posting der Beiträge geschrieben) auf Macrolepiota. Vielleicht kann im Bereich rötender Formen um procera Wolfgang P noch einmal draufschauen. Der Pilz scheint mir für einen typischen Parasol schon ziemlich schmächtig.

  • Hallo an alle,

    ich würde bei Macrolepiota immer einen Sporenabdruck versuchen.


    Der Stiel ist hier wohl durchwässert und am vergehen. Vielleicht fehlt auch die Natterung, weil der abgeschnittene Pilz kein Längenwachstum mehr gemacht hat sondern versucht sich auf die Sporen zu konzentrieren?


    Vom Bauchgefühl ist das m.E. kein Parasol sondern gehört in den großen Zitzenschirmlings-Formenkreis, aber es gibt halt Funde, die vom Bild eindeutig zu einer Art passen und andere nicht. Dieser fällt in Kategorie 2.


    Wolfgang