Hallo,
im Rahmen einer Pilzausstellung wurde mir der folgende Fund zugetragen. Mehrere PSVs haben sich an dem Fund die Zähne ausgebissen, daher möchte ich ihn hier vorstellen.
Gefunden unter Kiefer (keine weiteren Bäume vorhanden!) auf vermutlich Kalk Buntsandstein. Die Fruchtkörper haben leider einen kleinen Trockenschaden.
Hut derart lebhaft rotbraun, dass alle zunächst an T. aurantiacum dachten. Hutrand etwas heller; insgesamt fleckig. Die Hutoberfläche wirkt bei genauem Hinsehen feinschuppig. Hut trocken und nicht schmierig (aber das hat bei getrockneten Ritterlingen ja wenig zu sagen).
Lamellen weißlich bis Creme, im Alter scheinen sie zu bräunen.
Stiel zylindrisch bis leicht keulig, schuppig (Trockenschaden?), bräunlich auf hellem Grund. Keine aprupt weißliche Zone an der Stielspitze. Auf einigen Bildern kann man sich Reste eines Schupigen Rings einbilden.
Fleisch weißlich, Frasgänge sind auffallend braun.
Geruch des unverletzten Fruchtkörpers schwach mehlig bis schwach süßlich, bei Verletzung kräftig nach Mehl.
Geschmack kräftig nach Mehl aber auch prägnant bitter. Für Bitterkeitstest genügt bereits das Lecken an der Huthaut.
Gechlüsselt mit der FNE4 komme ich auf Tricholoma pessundatum. Allerdings fehlen die dunklen Punkte am Hutrand (die aber wohl vor allem bei Feuchtigkeit auftreten sollen, die hier ja nicht vorlag). Außerdem erwähnt die Literatur "slightly bitter", während der Fund prägnant bitter ist.
Nehme ich die (eingebildete?) Ringzone ernst, lande ich bei Tricholoma focale. Der ist aber laut FNE4 mild, kann also nicht passen.
Passt T. pessundatum oder fällt jemandem etwas besseres ein?
Ich verlinke hier mal unsere Ritterlingsfreunde Climbingfreak Öhrling und ingosixecho für die geballte Tricholomen-Expertise.
