Täublinge der letzten Tage

  • Hallo zusammen,


    wie am Ende des Beitrags Es geht voran Krefeld 15. - 18.09.26 angekündigt, hier einige Täublinge.


    Purpurrot, rotviolett, feucht auch leuchtend rot, oft mit dunklerer Mitte und fast immer mit helleren Flecken. Stiel im Alter hellgrau anlaufend. Lamellen (fast) weiß, Geschmack deutlich aber nicht brennend scharf. Sporenpulver weiß (Ia). FeSO4 „normal“, Guajak etwas verzögert blaugrün (++)


    Purpurschwarzer Täubling (Russula atropurpurea)


    Nein, jetzt doch nicht mehr Russula bresadolae. Eine ausführliche Diskussion zur Beibehaltung des lange in Europa gebräuchlichen Namens, habe ich dem neuen Buch
    https://www.myko-service.de/p/…r-als-neubearbeitung-2026 entnommen

    Purpurschwarzer Täubling (Russula atropurpurea)


    Diese etwas ungewöhnliche Farbkombination zeigt mit der dunklen Mitte und den hellen Spots immer noch einige der typischen Merkmale.


    Kompakte, helle Fruchtkörper mit Zwischenlamellen und hellem Sporenpulver sind auf Artebene momentan nicht bestimmbar. Auch ein eventueller blauer Schimmer in den Lamellen hilft da nicht weiter.

    Russula chloroides agg. incl. Russula delica


    Vorkommen nur bei Birke. Hufarbe mit (rosa)roten Tönen aber oft auch jung fast weiß, oft mit leicht grünlicher Mitte. Rote Hutfarben bleiben bei Trockenheit länder erhalten. Stiel weiß im Alter leicht grau anlaufend. Geschmack in den Lamellen etwas scharf. Sporenpulver ocker (IIIa-b) FeSO4 „normal“, Guajak langsam und schwach.
    Verblassender Täubling (Russula exalbicans)


    So eingebettet in Flechten fand ich den auch noch nicht


    rechts vorne ist die grünliche Mitte deutlich ausgeprägt


    Heute mal in braun und wenn man sich am deutschen Namen orientiert, ist man hier aufgeschmissen. Hilfreich bei der Bestimmung sind die häufig gegabelten Lamellen, milder Geschmack, weißes Sporenpulver (Ia) und besonders die starke, orangefarbene Reaktion mit FeSO4. Guajak rasch und schnell blaugrün.
    Grünlicher Speisetäubling (Russula heterophylla)




    Im Zweifelsfall helfen kleine, schwach ornamentierte Sporen und etwas dickwandige zugespitzte Haare in der Hutdeckschicht, die aber nicht immer leicht zu finden sind


    Roter Täubling, meist unter Eiche, der fast immer partial weiße Stellen im Hut aufweist. Hier mal besonders ausgeprägt. Im Alter oder bei Verletzung färben sich Fleisch und Lamellen deutlich gelb, was aber evt. erst nach einem Tag zu sehen ist. Sporenpulver weiß Ia). Ohne die deutliche Gelbfärbung sind besonders intensiver rote Fruchtkörper leicht mit andere Arten zu verwechseln.
    Gilbender Speitäubling (Russula luteotacta)



    Ein gebrechlicher Täubling mit deutlich gefärbten Lamellen und variabler Farbe, wie im Bild zu sehen. Vorkommen unter Eiche. Geschmack mild, FeSo4 „normal“, Guajakreaktion schnell und stark.
    Sporenpulver (IVc). Den in der Literatur angegebenen Geruch nach Aprikosen habe ich nur einmal feststellen könne und finde ihn schwer zu definieren. Da ich nur wenig Sporenpulver erhielt, habe ich mir zur Sicherheit die Huthaut angesehen. Septierte Pileozystiden schlossen Russula risigallina aus.

    Duftender Täubling (Russula odorata)

    Ein dukelbrauner relativ kräftiger Täubling mit starker Hutrandriefung, und sehr scharfem Geschmack. Geruch irgendwie unangenehm. Ähnliche, ebenfalls scharfen Arten sind meist kleiner und nur selten so dunkelbraun. Eine sichere Unterscheidung ist durch die schwache Guajakreaktion möglich, die bei den Verwechselungsarten stark ist.

    Großer Kamm-Täubling (Russula sororia)


    Zwei Einzelexemplae im ungleichen Paar.
    An den schmierigen, nie brüchigen Lamellen und der schwachen blass graugrünen FeSO4-Reaktion, erkennt man den Frauentäubling (Russula cyanoxantha), selbst wenn er in grünen oder gelbgrünen Farben auftritt. Der hellgelbe Winzling warder Violettstielige Pfirsischtäbling (Russula violeipes)


    LG Karl

    Nachtrag: Im Beitrag Eifeltour mit Rada und Rainer hatte ich den folgenden Fund als Russula flavoviridis bezeichnet.
    Nach neuesten Untersuchungen ist das doch "nur" Russula cyanoxantha oder allenfalls eine f.