Sarcodontia crocea? --> Sarcodontia setosa Safrangelber Apfelbaum-Fleischzahn, Krustiger Stachelbart

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 809 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Südwald.

  • Hallo miteinander,


    im Hegau stellte ich mich bei Regenschauer an einem Abhang unter, da strömte ein starker säuerlich-mostiger, sägemehlartiger Geruch von einem abgefallenen Ast herüber.

    Vermutlich ein uralter Apfelbaum, der vom Gestrüpp überwuchert wurde

    am Baum waren schwarze Myzelstränge sichtbar, nachdem die Rinde abgeblättert ist

    der vom Pilz zersetzte Astanteil war kontrastreich hellgelb

    das Holz war fast weich aufgebrochen, wie aufgesprengt vom Pilzkörper

    Grundfarbe war sehr hell gelblich, manche Spitzen wiesen ein Hauch von rötlich auf

    Hutbildung war keine ersichtlich

    es erscheinen schichtenweise Kleinstacheln

    obiges Stück hatte ich herausgebrochen mit Made

    am abgebrochenen Stück erkennt man gut die Stachelstruktur


    die Abbruchstelle zeigt starke Farbkontraste wie sie bei alten Apfelsorten üblich sind.

    ich würde Euch gerne eine Geruchsprobe dieser Duftwolke übers Netz schicken

    Nun vermute ich einen noch jungen Fruchtkörper des Gelben Apfelbaum-Stachelschwamms,

    hatte auch schon an Merulius und Phlebia gedacht... aber dieser INTENSIVE Geruch!!!

    freue mich über Bestätigung oder Hinweise


    Danke, inge

  • Sehr interessanter Pilz, danke fürs Zeigen! Nach was oder vergleichbar mit was riecht er denn so intensiv?

    Pilzige Grüße,

    Grüni/Kagi ==12


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  • Ein toller Fund.

    Ich sollte mich mehr mit Rindenpilzen beschäftigen, ich scheue allerdings die intensive Mikroskopie-Arbeit.

    Aber vielleicht kann Frank, Tomentella, helfen?


    LG

  • ein starker säuerlich-mostiger, sägemehlartiger Geruch

    Danke! Da hatte ich oben wohl zu schnell drübergelesen... :grotwerd:

    Pilzige Grüße,

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  • Hallo zusammen,


    wenn es eine Sarcodontia ist, was ich hier von der makroskopischen Erscheinung, dem beschriebenen Geruch und dem Substrat nach für ziemlich plausibel halte, dann ist es Sarcodontia setosa. S. crocea ist eine amerikanische Art, siehe hier. Was das Mikroskopieren angeht, sind Rindenpilze aber eher weniger als mehr Arbeit. Man macht einen Sporenabwurf wie bei anderen Pilzen auch und dazu dann noch ein Präparat der Fruchtschicht (bei Russulales vielleicht auch noch ein zweites für die Gloeohyphen/zystiden, aber das hat man bei Täublingen ja auch). Kein Huthautschnitt, keine Suche nach Zystiden am Stiel...


    Björn

  • Danke Björn,


    ->bei Gminder/ Karasch (2023) ist der Krustenförmige Stachelbart Sarcodontia setosa noch mit Synonym S. crocea aufgeführt

    ->bei Laux (2001) stehen die beiden Sarcodontia crocea und setosa nebeneinander unter dem deutschen Namen

    ->im Fundkorb.de (D.Gewalt) steht Sarcodontia setosa (Pers.)Donk 1952 ebenfalls mit Synonym Sarcodontia crocea

    ->bei Winkler (2024) S.77 ist er als Safrangelber Apfelbaum-Fleischzahn mit Sarcodontia crocea (Schwein.) Kotl, Sarcodontia setosa (Pers.)Donk

    -> bei observation.org hat Sarcodontoa setosa keinen gelben Seltenheitspunkt, während Sarcodontia crocea rar ist


    S. setosa am abgefallenen Ast

    spannend finde ich das Pilzmyzel am stehenden Restbaum nachdem die Rinde abgeblättert ist.

    Bild 3 noch einmal mit Ausschnitt. Die kleinen hellen Pünktchen sind vermutlich FK in statu nascendi

    oder ist das was anderes?

    unten ein frisch abgelöstes Rindenstück


    Nomenklatur ist verwirrend

    lG, inge

  • Südwald

    Hat den Titel des Themas von „Sarcodontia crocea?“ zu „Sarcodontia crocea? --> Safrangelber Apfelbaum-Fleischzahn, Krustiger Stachelbart“ geändert.
  • Man macht einen Sporenabwurf wie bei anderen Pilzen auch und dazu dann noch ein Präparat der Fruchtschicht (bei Russulales vielleicht auch noch ein zweites für die Gloeohyphen/zystiden, aber das hat man bei Täublingen ja auch). Kein Huthautschnitt, keine Suche nach Zystiden am Stiel...


    Björn

    Hallo Björn, da muß ich jetzt mal ganz blöd fragen: Wie macht man denn Sporenabwürfe von Rindenpilzen?

    Pilzige Grüße,

    Grüni/Kagi ==12


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    Einmal editiert, zuletzt von Grüni/Kagi ()

  • Danke! Klingt ja wirklich einfach. Ich muß gestehen, ich habe mich noch nicht besonders viel mit Rindenpilzen befaßt... :grotwerd:

    Pilzige Grüße,

    Grüni/Kagi ==12


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  • Südwald

    Hat den Titel des Themas von „Sarcodontia crocea? --> Safrangelber Apfelbaum-Fleischzahn, Krustiger Stachelbart“ zu „Sarcodontia crocea? --> Sarcodontia setosa Safrangelber Apfelbaum-Fleischzahn, Krustiger Stachelbart“ geändert.
  • Rindensprenger sind hier gar nicht so selten.


    Auch am Bodanrück fand ich einen alten schon schwarzen Stachelbart.

    der obere Ast wurde amputiert, doch im Stumpf arbeitet der Pilz noch weiter, also doch nicht einjährig wie manche Quellen behaupten?

    ein rausgebrochenes Stück

    riecht schwach nach Cidre

    Gelingt ein Sporenabdruck auch von solchen Stücken?


    lG, inge