Echter Mehltau?

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 497 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Suku.

  • Lieber Phytoparasiten-Connaisseure*innen,


    am Samstag habe ich mal interessehalber Blätter von Eichenschößlingen mitgenommen, die einen weißlichen Belag aufwiesen. Mich hat interessiert, wie das unter dem Mikro aussieht.


    Blattoberseite


    Blattunterseite


    Ich habe von der Oberseite mit Tesafilm von der Oberfläche Material entnommen, Baumwollblau auf einen Objektträger getropft (ich weiß: immer erstmal in Wasser, aber mir ging's auch drum die Strukturen etwas besser erkennen und fotografieren zu können). Tesa daraufgelegt, ein Tröpfchen Wasser drauf, dann Deckglas und Öl.


    Die Sporen habe ich nicht vorschriftsmäßig gemessen, aber eine stellvertretend. Die war überraschend groß: 10x5.


    Spore


    Konidie mit kettenförmiger Abschnürung?


    Da wird gerade eine Spore abgeschnürt


    Nochmal sowas


    Hyphen und Konidienträger?



    Nochmal Sporen


    Kann das echter Mehltau an Eiche sein?

    Ich habe recherchiert, dass es mehrere Arten gibt. Die häufig beschriebenen braunen Pünktchen auf den Blättern könnte ich nicht finden.


    LG Michael

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


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  • Hi,


    ist Erysiphe alphitoides agg. allerdings schon mit Trockenschaden.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo Michael,


    wie Stefan schon schrieb, ist das Erysiphe alphitoides. Die schwarzen Kügelchen, d.h. die Chasmothecien, bildet der Mehltau erst deutlich später im Jahr. Jetzt im Frühjahr und Sommer findet man bei den meisten Mehltauarten erstmal nur die Anamorphe mit Hyphen, Konidienträgern und Konidien.


    Zu Tesapräparaten: Da besteht eigentlich keine Notwendigkeit für Deckgläschen. Einfach einen Tropfen Wasser (oder auch BWB) auf den Objektträger geben, Tesa aufkleben und losmikroskopieren. Öltropfen für die Immersion kann auch direkt auf das Tesa gegeben werden. Alternativ kann man den Tesafilm auch mit der klebrigen Seite nach oben auf den Objektträger legen (sofern man ihn irgendwie von den Fingern losbekommt), dann einen Tropfen Wasser auf die Klebeseite geben und mit einem Deckglas abdecken. Das hat im Zweifelsfall minimal bessere optische Eigenschaften, macht aber natürlich im Verhältnis deutlich mehr Aufwand, der meiner Meinung nach durch das Ergebnis nicht gerechtfertig ist.


    Björn

  • Danke Climbingfreak für die Bestimmung und Dir, boccaccio, für die Erläuterungen des Mikrosettings und die weiteren Infos. Ihr macht euch hier immer sehr viel Arbeit mit Anleitungen und Einordnungen. Für mich ein toller Luxus, sozusagen ein Mikroskopierkurs online. Ich hoffe, dass auch andere davon profitieren.


    LG Michael

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  • Lieber Michael, ein gut gemeinter Rat. Hör nicht auf boccaccio und Climbingfreak: Lass. Dich. Nie. Auf. Phytos. Ein!

    Und wenn, dann nur um sie vollständig, also bis auf die letzte Thelie oder Uredie oder wie auch immer die Dinger genannt werden, auszurotten.

    Ansonsten werden die sich irgendwann rächen und deine (Vor)-Gartenpflanzen vernichten.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


    Hier im Forum gibt es grundsätzlich keine Verzehrfreigaben.

    Pilzsachverständige findest du hier.

  • Aber Claudia,


    es ist doch mal festzuhalten, daß bei dir, die du Phytos meidest wie der Teufel das Weihwasser, der falsche Mehltau den Phlox gekillt hat, während z.B. bei Karl, der sich ja intensiver mit Phytos beschäftigt, im Garten alles nur so grünt und blüht. Wenn man Phytos macht, ist das quasi wie eine Impfung, die einen vor Krankheit und Tod schützt ;)


    Björn

  • Phytos beschäftigt, im Garten alles nur so grünt und blüht.

    Aber Björn, du weißt doch, dass man Äpfer nicht mit Kartoffeln vergleichen soll. Karl‘s Gartenparadies besteht zu 95% aus Orchideen und anderen edlen Gewächsen, die ganz überwiegend gegen Phytos immun sind. Triviale Gartengewächse wie meinen Teppichphlox oder Lupinen hat er wohlweislich nicht kultiviert. So kann er zu Hause getrost Phytosporen verbreiten, ohne Schaden anzurichten.

    Nee, nee. Ich bleib dabei: schöner Blumengarten und Phytos schließen sich aus.

    Lieben Gruß


    Claudia


    ...leben und leben lassen... ;)


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  • Lieber Michael, ein gut gemeinter Rat. Hör nicht auf boccaccio und Climbingfreak: Lass. Dich. Nie. Auf. Phytos. Ein!

    Und wenn, dann nur um sie vollständig, also bis auf die letzte Thelie oder Uredie oder wie auch immer die Dinger genannt werden, auszurotten.

    Ansonsten werden die sich irgendwann rächen und deine (Vor)-Gartenpflanzen vernichten.

    Danke, liebe Claudia, für diesen wohlgemeinten Rat. Jeder Mensch, der wie ich, Stockrosen im Garten hat aber jegliche wie auch immer gearteten *izide meidet, wird innerhalb kürzester Zeit den Überblick verloren haben, ob er/sie jetzt gerade Phytos oder besagte Stockrosen kultiviert. Meinem Garten ist kein Grauen fremd.


    LG Michael

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


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