Fehlendes Artenwissen in Deutschland- Studie

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 132 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Peter.

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich finde die Studie diskussionswürdig ==Lehrer , (wenn auch nicht überraschend) weil sie die Wissenslücke zu Pilzen in der Bevölkerung sehr deutlich macht.

    Gleichzeitig liefert sie eine starke Grundlage, um Bildungsarbeit und Projekte im Bereich Biodiversität und Artenschutz, auch z.B. im Hinblick auf Fördergelder, gut zu begründen.




    Ich habe die Studie: "Low fungal knowledge and limited identification skills: study reveals a species literacy gap among laypeople from Germany" mit Deepl ins Deutsche übersetzt, um die Inhalte zugänglicher zu machen. Die Originalstudie auf Englisch stammt von Schanz & Remmele (2026) und ist Open Access unter der Lizenz CC BY 4.0 veröffentlicht. Hier ist der Originalartikel:


    Low fungal knowledge and limited identification skills: study reveals a species literacy gap among laypeople from Germany - Scientific Reports
    Biodiversity is one of nature’s greatest assets and is essential for planetary health and human well-being. However, global biodiversity continues to decline…
    doi.org


    Liebe Grüße

    Ria

  • Hallo zusammen,


    ich habe gerade mal in den Originalartikel geschaut und mir sind folgende Dinge aufgefallen:


    1. An einer Stelle wird der Lärchenröhrling erwähnt und als Suillus grevillea bezeichnet. Richtig muß es natürlich S. grevillei halten.

    2. Im gleichen Satz wird behauptet, daß Flammulina velutipes kein einheimischer Pilz sei. Das stimmt natürlich nicht.

    3. Unter den Arten, die dort zur Identifikation gezeigt wurden sind die Gattungen Morchella, Ramaria, Agaricus und Leccinum. Da würde ich mir selber in den meisten Fällen auch keine solide Bestimmung zutrauen.


    Björn

  • Hi Björn,


    für die Einordnung der Bestimmung als richtig reichte in der Studie die korrekte Zuordnung zur Gattung. Das traue ich dir zu :) .


    LG Michael

    Schipse (Historie im Profil): 114+11(Platz 1 APR)+6(5.bester Phäle)+3(bester Phalschphal)+2(Teamphal)+3Kultur=139


    Warnhinweis

  • Ach Mist, das mindert die Qualität der Studie. Das ist mir auf die Schnelle gar nicht aufgefallen. Die haben bestimmt die weißen Enoki aus dem Asiamarkt im Multiple Choice gehabt und nicht weiter nachgedacht. Wahrscheinlich haben sie nicht mit Artenkenner:innen zusammengearbeitet, um die Studie zu designen.

    Danke für den Hinweis Björn.

  • Hallo Michael,


    an der Stelle ist der Methods-Teil des Papers leider etwas unpräzise. Es steht dort zwar, daß Antworten, bei denen die Gattung richtig war, als richtig galten. Aber wußten die Teilnehmenden auch, daß eine Bestimmung bis auf Gattungsebene ausreichend ist?


    Björn

  • Man kann an dieser Stelle aber auch mal überlegen, wie es denn in anderen Artengruppen aussähe. Wenn man den Leuten 5 häufige Nachtfalter oder 5 Allerweltsgräser zeigt, dürften auch nu sehr wenige Menschen zu einer Bestimmnug auf Gattungsebene gelangen. Und wenn wir mal bei meiner Kernkompetenz der Physik bleiben: Wie viele Leute, die ihr Abitur schon längere Zeit hinter sich haben, könnten denn auf Anhieb 5 einfach Integrale lösen?


    Björn

  • Hallo,


    die allgemeinen Kenntnisse zu den Pilzen sehe ich eher positiv. Was haben wir eigentlich von einer besseren Artenkenntnis in der Breite? Das allgemeine Wissen über die Pilze ist als Ziel zu verbessern und nicht die Artenkenntnis. Agaricus campestris wird regelmäßig zur Pilzberatung gebracht und riecht so wunderbar nach Karbol. In der Studie zweitbester Wert bei der Bekanntheit? Abgesehen von den allgemeinen Statements gibt mir die Studie nicht viel Gewinn. Sie entspricht und zeigt den allgemeinen naturwissenschaftlichen Kenntnisstand, wie er erwartbar ist. Das könnte man mit anderen Organismen genauso nachvollziehen.


    Beste Grüße

    Stefan F.

  • "Studien" solcher Bauart lässt man an den Schulen in der 7. Klasse durchführen.

    Das Thema ist beliebig wählbar. Da werden dann auch eine Menge Tabellen erstellt und Diagramme gefertigt. Sinn des Ganzen ist es, Prozentrechnung und Tabellenkalkulation anzuwenden und darzustellen.


    Eine tatsächliche Aussagekraft beinhalten diese "Studien" leider so gut wie nie. - wie im obigen Artikel auch....


    Gruß

    Peter