Armillaria eine nicht so einfache Gattung ?

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 127 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Wolfgang P..

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich letztes Jahr wieder getraut und zwei 0815 Pilze eingesammelt und Mikroskopiert.

    Das Objekt der Begierde waren zwei Armillarias.

    Eingesammelt Mikroskopiert, beiseitegelegt und später verglichen, aber schon bei der ersten Armillaria habe ich bemerkt, dass es kaum Mikromerkmale dazu gibt.

    Die zweite Armillaria eingesammelt, wieder Mikroskopiert, beiseitegelegt und genau wie bei der ersten Armillaria war auch die zweite für mich nicht zuzuordnen.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Gattung Armillaria doch nicht so einfach ist.

    Oder sollte ich lieber auf das Mikroskopieren verzichten ;)


    Die erste Armillaria wurde am 28.09.25 am Wegesrand von einem Buchenwald (Fagus) gemacht.

    Um der Armillaria herum wuchs Gras, Brombeeren (Rubus) und Brennnesseln (Urtica).

    1.0


    1.1


    1.2 HDS mit gelben Inhalt


    1.3 Cheilozystiden


    1.4 Stiel


    1.5




    Die zweite Armillaria wurde am 01.11.25 an einem Baumstumpf von Buche (Fagus) gemacht.


    2.0


    2.1


    2.2


    2.3 HDS


    2.4 Cheilozystiden


    2.5 Cheilozystiden


    2.6 Stiel vom Beleg mikroskopiert


    2.7


    Vielleicht habt ihr zu meinen Funden Ideen, denn momentan steht bei beiden nur Armillaria sp.

    Ich werde auf jeden Fall weiter Armillarias Mikroskopieren und sammeln.


    VG : Thorben

  • Hallo zusammen,


    Armillaria mellea ist übrigens ein dankbarer Hallimasch für Mikroskopiker, denn er hat keine Schnallen, während die anderen Arten wenigstens teilweise Schnallen an den Basidienbasen haben.


    Björn

  • Hallo zusammen,


    Nr. 1 ist für mich klar A. mellea. Die ist makroskopisch typischerweise recht einfach zu erkennen und Schnallen habe ich auf den Bildern auch nicht gesehen.


    Schwieriger ist Nr. 2. Da kämen für mich sowohl A. ostoyae, als auch die extrem wandelbare (und häufige) A. gallica sowie A. borealis infrage. Typische Kollektionen erkennt man, aber wenn die typischen Merkmale nicht eindeutig sind, kann es sehr schwierig werden, insbesondere bei Einzelexemplaren.


    Viele Grüße

    Emil

  • Hallo an alle,

    vieles ist schon gesagt: außer mellea (ohne Schnallen) sind die Armillarias mikroskopisch nicht unterscheidbar.


    Das wichtigste makroskopische Merkmal ist der Ring: häutig bei mellea, häutig-wattig mit braunem Zahnkranz bei ostoyae, wattig-spinnwebartig bei den anderen Arten.


    Der zweite wäre für ostoyae vom Ring her also sehr untypisch. Für gallica wäre er auch untypisch, weil jedes Gelb am Stiel fehlt, aber das kann schon mal sein.

    Ein Einzelfruchtkörper ist aber meist ohnehin nicht zu bestimmen.


    Von borealis habe ich selbst kein so klares Bild, aber das wäre beim zweiten wohl eine gute Option. Die Art soll in Mittelgebirgen deutlich häufiger sein als im Flachland, von welcher Höhe stammt denn der Fund?


    Grüße,


    Wolfgang