vielgefingerte Stecknadel

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 306 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Brummel.

  • Hallo allerseits,


    im Moorwald hatte ich neulich an toter Kiefer noch eine kleine, dicht stehende Nadel auf gelbem Lager. Das ich in Erwartung - wird wohl Chaenotheca chrysocephala sein, die ich dort schon gesehen hatte - mitgenommen habe. Zudem natürlich eingedenk dessen, dass auf dieser noch eine rein schwarze Chaenothecopsis consociata parasitieren soll.


    Was ich gefunden habe passt zu keinem davon richtig, aber auch zu keiner anderen Art, die mir bisher in der Literatur begegnet ist. Wobei erschwerend hinzukommt, dass die noch unreif und damit weder Asci noch Sporen vorhanden sind. Auffällig, dass alle mehr oder weniger in gleichem Reifestadium sind.

    Vor Ort


    Auflicht

    Die Anzahl der Köpfchen ist variabel, diese oben gelblich pigmentiert, Die Nadeln sind maximal 0,6 mm hoch

    Wasser, sieht ein bisschen aus wie Schlangenzucht im Dschungel

    KOH 3%

    wieder Wasser

    Pigmentierung mit Körnern < 3 µm

    stärker gequetscht

    Stiel

    Algen rund

    Melzers, ohne neue Erkenntnisse

    KR, Stiel

    Köpfe

    ein ganz junges/kleines Exemplar, 170 µm


    Bei Chaenotheca chrysocephala würde man zwar gelblich bereifte Köpfe erwarten, die vor der Bildung des Mazaediums den ganzen Kopf einhüllen, aber diese Art sollte nur in seltenen Ausnahmen vielköpfig sein. Die Algen, das klumpige gelbe Lager würden passen. Bei Chaenothecopsis consociata hingegen ist eher keine gelbliche Pigmentierung zu erwarten, wobei die dann häufiger vielköpfig sind - etwas auf der Abbildung die bei Wirth et al. 2013 Flechten Deutschlands gezeigt wurde. Und in dem Falle wären ja zumindest einige Nadeln des Wirtes Ch. chrysocephala zu erwarten.


    Für eine eventuelle Bestimmung wird man reife Exemplare brauchen. Bisher sehe ich jedenfalls nichts was passt.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,


    das sieht sehr interessant aus. Sicher gehst du demnächst nochmal an die Fundstelle, oder?


    LG, Martin

  • Ja, Bernd, das ist die Vielgefingerte oder Vielgestaltige auch Geweihförmige Stecknadel.

    Die kennt ja jeder Pilzfreund zur Genüge.

    Diese Goldene Stecknadel trage ich links am Revers.

    ==19  :gomg:  :saint:

  • Hallo Martin, hallo Brummel,


    ich nehme aber an, Du, Brummel, hast die wenigstens etwas größer gezüchtet. Bzw. die wachsen in den gut mineralisierten Parks von Chemnitz ohnehin in Normalgröße.


    Daran hatte ich auch gedacht, ob man nicht einen Teil des Belegs einfach in eine der toten Kiefern vor Ort inkrustriert und hofft, dass die dann weiter wächst - wenigstens bis zur Reverstauglichkeit :D


    Werde ich sicher eine Nachsuche starten, ist fußläufig, ca. 30 Minuten. Nur ist das im Moorwald, wo alles mehr oder weniger gleich aussieht und wo etliche tote Kiefern rumstehen, nicht so einfach, den konkreten Baum wiederzufinden.


    Bei Chaenothecopsis heißt es ja oft, dass die Stiele innen heller sein sollen "zentral aus unregelmäßig verschlungenen Hyphen aufgebaut", während der Rand aus "periklinen Hyphen und dunkler" sei, so Wirth et al. 2013. Aus der Literatur und dem Netz kenne ich nur ein einziges Bild, dass sowas zeigt:

    Ich habe das selbst noch nie so gesehen, obwohl ich mittlerweile 5 oder 6 Chaenothecopsis Arten unterm Glas hatte. Klar, nur Quetschpräparate, keine Schnitte läng, quer oder schräg und erst recht keine Dünnschliffe (was wohl die Methode der Wahl wäre).


    Dann stellt sich mir noch die Frage, wie das bei den nicht-lichenisierten saprotrophen Stecknadeln ist. Müsste man da nicht eigentlich auch Pilzhyphen im Substrat finden? Oder sind das alles einzelne Individuen, jeweils unabhängig aus Sporen gewachsen? Und ist die Verfärbung des Substrats, besonders deutlich etwa bei Mycocalicium subtile, durch Pilzhyphen im Substrat (1 Individuum) oder nur aufgrund chemischer Absonderung vieler Nadeln (viele Individuen) verursacht?


    LG, Bernd

  • im Moorwald hatte ich neulich an toter Kiefer noch eine kleine, dicht stehende Nadel auf gelbem Lager.

    Hallo ,

    wie in aller Welt, sieht man denn die? 0,6 cm ?

    Krass. Sieht schon spannend aus, das Ding. Wachsen sie nur an Kiefer?


    LG Hilmi

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

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  • Hallo Hilmi,


    da ich bisher noch nicht weiß, was das ist, und bisher nur einen Fund habe, kann ich dazu wenig sagen, ob nur an Kiefer. Aber meistens sind die Stecknadeln nicht so stark wählerisch wie die Literatur es ihnen vorgibt. Wenn meine Annahme zutrifft, dass das was mit Chaenotheca chrysocephala zu tun hat, dann wären die üblichen Substrate hier neben Totholz von hauptsächlich Kiefer auch Borke von älteren Fichten, Kiefern und Lärchen, laut Literatur auch noch Eiche.


    Mit 0,6 cm wäre das ja leicht. Es sind aber 0,06 cm. Da sieht man vor Ort, ohne Lupe, nur, dass da was drauf ist, was wie Nadeln aussieht.


    LG, Bernd

  • Mit 0,6 cm wäre das ja leicht. Es sind aber 0,06 cm.

    =O Ohweh.. ob ich sowas auch finden kann ? Na mal schauen, ich denke, ich werde morgen mal losziehen, heute ist es definitiv viel zu glatt draußen.

    Werde hier berichten, ob es irgendwelche Nadeln auch in unseren Heuhäufen ähm Wäldern gibt. :)

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

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