Verflixter Butyriboletus die Dritte Update: Butyriboletus roseogriseus

Es gibt 8 Antworten in diesem Thema, welches 1.035 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Schrumz.

  • Hallo zusammen,

    schon wieder ein komischer Butyriboletus, schon wieder leider in etwas traurigem Zustand. Gefunden im Kalknadelwald bei uralten Tannen, aber auch junge Fichten und eine sehr junge (~5m) Buche in der Nähe. Geschmack mild, Röhren auf Druck praktisch sofort blauend, Fleisch langsam im Hut. Deutliche Rottöne auf dem Hut, die auch kein Kameraeffekt sind. Leise Hoffnung ist natürlich B. roseogriseus, da das Habitat ökologisch sehr nahe an der Originalbeschreibung liegt. Ich denke aber das wird auf appendiculatus rauslaufen aber so rot?

    Viele Grüße

    Kann sich da wer sicher sein?

    Viele Grüße

  • Hallo Schrumz,

    mMn müsste man hier erstmal feststellen, ob es ein Dickröhrling oder ein Filzröhrling ist. Dazu müsste man von der Röhrenschicht (falls vorhanden) ein Stück abreißen und schauen, ob die Röhrentuben intakt bleiben (Altgattung Boletus) oder zerreißen (Altgattung Xerocomus).

    FG

    Oehrlinmg

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • mMn müsste man hier erstmal feststellen, ob es ein Dickröhrling oder ein Filzröhrling ist. Dazu müsste man von der Röhrenschicht (falls vorhanden) ein Stück abreißen und schauen, ob die Röhrentuben intakt bleiben (Altgattung Boletus) oder zerreißen (Altgattung Xerocomus).

    Hallo Oehrling,

    mir sieht es auf dem Schnittbild (Bild4) boletoid aus, Filzröhrlinge machen bei mir da immer einen"zerfledderten" Eindruck,

    ich denke Schrumz ist schon in der richtigen Gattung unterwegs und es können beide genannten sein. Mehr ist nach den Bildern nicht zusagen,

    viele Grüsse

    Matthias

  • Schrumz

    Hat den Titel des Themas von „Verflixter Butyriboletus die Dritte“ zu „Verflixter Butyriboletus die Dritte Update: Butyriboletus roseogriseus“ geändert.
  • Hallo zusammen,

    hier hat sich beim Sequenzieren Butyriboletus roseogriseus bestätigt, den ich trotz des demolierten Fruchtkörpers nach erneuter Literaturrecherche eigentlich auch makroskopisch als einzigen Kandidaten gesehen habe. Die rosagrauen Töne auf dem Hut und das starke Blauen, sowie der Standort im Kalknadelwald bei Tanne (Habitat und auch Begleitpilze sehr ähnlich der Originalbeschreibung) lassen hier glaube ich nichts anderes zu. Das sollte der Erstnachweis für Baden-Württemberg sein, wobei ich mich ehrlich gesagt wundern würde, wenn der nicht auch im Schwarzwald zu finden wäre.

    Viele Grüße

  • Servus Schrumz,

    was man auch bei deinem Fruchtkörper sieht, ist ein deutliches Röten der Fraßstellen am Hut. Das ist mir auch an einer Aufsammlung aufgefallen, die ich letztes Jahr sequenzieren lassen hab, und die ebenfalls als B. roseogriseus bestätigt wurde.

    Ich finde das zwar nirgends beschrieben, aber man kann das immer wieder mal auf Bildern sehen. Es scheint für die Art typisch zu sein.

    Herzliche Grüße

    Andreas

  • Hallo zusammen,

    hier hat sich beim Sequenzieren Butyriboletus roseogriseus bestätigt, den ich trotz des demolierten Fruchtkörpers nach erneuter Literaturrecherche eigentlich auch makroskopisch als einzigen Kandidaten gesehen habe. Die rosagrauen Töne auf dem Hut und das starke Blauen, sowie der Standort im Kalknadelwald bei Tanne (Habitat und auch Begleitpilze sehr ähnlich der Originalbeschreibung) lassen hier glaube ich nichts anderes zu. Das sollte der Erstnachweis für Baden-Württemberg sein, wobei ich mich ehrlich gesagt wundern würde, wenn der nicht auch im Schwarzwald zu finden wäre.

    Viele Grüße

    Hallo Schrunz,

    Glückwunsch zu Deinem Fund. Standort im Kalknadelwald bei Tanne ist inzwischen allerdings kein Kriterium mehr, auch wenn die meisten Funde in D bei Tanne gemedet wurden. Wir kennen die Art seit 2017 im reinen Kalkbuchenwald in der Eifel und finden sie dort regelmäßig. Da es sich augenscheinlich immer noch um die einzigen Funde ohne Anwesenheit von Nadelbäumen handelte, habe ich Exemplare von 2023 genetisch bestätigen lassen. Michal Mikšík (2025) erwähnt auch Funde bei Fichte.

    LG Karl

  • Hallo,

    Deine Funde aus der Eifel verfolge ich auch schon seit Jahren sehr gerne mit. Ich meinte das mit Kalknadelwald und Tanne eigentlich eher andersrum, also um andere Butyriboleten auszuschließen. B. subappendiculatus und roseogriseus kommen wohl oft bei Tanne vor, von appendiclulatus hört man es ab und an und fechtneri soll es in absoluten Ausnahmen auch können. Allerdings würde ich regius und fuscoroseus bei Tanne ausschließen und hier wäre die Hauptalternative zu roseogriseus wahrscheinlich fuscoroseus gewesen; ich dachte zwar Initial auch an appendiculatus, der aber doch etwas anders aussieht. Unter Buche können wenn ich das richtig verstanden habe tatsächlich alle 6 Butyriboleten Europas vorkommen.

    Wenn ich es richtig verstanden habe sind die Partnerbäume:

    appendiculatus: Fagus, Quercus, Castanea, Picea, Abies, Carpinus, Tilia?, Corylus?

    subappendiculatus: Picea, Abies, Fagus, Quercus?, Pinus?

    fuscoroseus: Fagus, Quercus, Castanea

    regius: Fagus, Quercus, Castanea

    roseogriseus: Abies, Fagus, Picea

    Wahrscheinlich fehlen da noch Bäume auf der Liste, kennt ihr da noch weitere Partner?

    Viele Grüße