Welcher Schleierling?

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema, welches 990 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von ibex.

  • Hallo zusammen


    Ich habe heute bei einer Fichte (ca. 1800m) diese kleinen Schleierlinge (der gössere hat einen Hutdurchmesser von 4cm) gefunden. Auf dem Stiel sehe ich weissliches Velum, Geruch kann ich nicht viel feststellen, KOH im Fleisch ist negativ (ausser im Hutfleisch leicht bräunlich), auf dem Hut bräunlich. Beim Schlüsseln bin ich in Richtung Corintarius multiformis gekommen, aber irgendwie scheint das auch nicht so richtig zu passen. Einen Honiggeruch konnte ich nicht feststellen. Im PdS steht bei C. multiformis zur KOH-Reaktion auf Hutfleisch schwach hellbraun (was soweit ich sehe passen würde), im Kibby nur negativ. Vielleicht habt ihr ja eine Idee. Hier die Fotos:











    Besten Dank schon im Voraus.

    LG

    Benjamin

    Mit meinen Beiträgen gebe ich lediglich meine persönliche Einschätzung/Meinung ab. Sie sind nur als Vorschläge zu werten und es gibt damit insbesondere keine Verzehrsfreigaben meinerseits. Eine sichere Bestimmung sowie Verzehrsfreigabe kann nur der Pilzkontrolleur bzw. Pilzsachverständige vor Ort geben.

  • Hallo Benjamin

    C.multiformis wäre da auch mein Arbeitsname.

    Die Lamellenschneide müsste schartig sein und dann müsste man den auf die recht kleinen Sporen untersuchen.

    Du kannst ja mal ein Exsikkat machen und später überprüfen oder du bringst es nach Landquart/Hornberg mit

    Gruß

    Uwe

  • Hallo Uwe


    Vielen Dank für deine Einschätzung. Also ich bin mir nicht so sicher, ob die Lamellenschneiden für C. multiformis schartig genug sing. Das kannst du sicher viel besser einschätzen. Vielleicht hilft dir dieses genauere Foto:



    Darf denn die KOH-Reaktion auf dem Hut so bräunlich ausfallen? Oder ist ist C. multiformis eine Artengruppe, die noch nicht genau aufgesplittet ist?


    Vielen Dank und LG

    Benjamin

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  • Hallo Benjamin,

    Die Lamellen passen schon.

    KOH braun ist "keine definierte Reaktion"

    C.multiformis agg. war eine Artengruppe, wurde aber vor ein paar Jahren genetisch bearbeitet und sauber auf verschiedene Arten aufgeteilt.

    Wenn's dich interessiert, kann ich dir den Artikel schicken

    C.multiformis s.str. ist eine reine Nadelwald Art und vergleichsweise häufig. Alle anderen Arten sind selten bis sehr selten und die meisten sind Laubwald Arten

    Eine recht aktuelle Zusammenstellung gibt's in Ludwigs Pilzkompendium Band 4

    Gruß

    Uwe

  • Hallo Uwe


    Vielen Dank für die Erklärungen. Falls du mir den Artikel zusenden könntest, wäre das super. Vermutlich werde ich zwar vieles nicht so richtig verstehen, aber einen Versuch ist es wert. :) Also wäre Ludwigs Pilzkompendium Band 4 für Schleierlinge allgemein empfehlenswert? Gibt es noch andere Bücher, die du für Schleierlinge empfehlen würdest?


    Gestern habe ich zudem noch einen weiteren Schleierling gefunden. Leider konnte ich dazu nicht so viel herausfinden und habe nichts wirklich passendes gefunden. Das bisschen Velum, das ich am Stiel feststellen konnte, war braun (vermutlich wegen den Sporen), den Geruch kann ich leider nicht genau beschreiben. Ich stelle mal die Fotos hier ein und vielleicht hast du ja eine Idee, in welche Richtung das gehen könnte, sonst auch kein Problem.










    Vielen Dank nochmal und LG

    Benjamin

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  • Hallo Benjamin,

    Den kannst du mal mit C.subtortus , Weihrauch Schleimkopf vergleichen.

    Merkmal sind die oliv-grauen Lamellen bei jungen Exemplaren. Ältere Fruchtkörper haben quasi keine verwertbaren Merkmale mehr.

    Subtortus ist eine Typusart im nassen, sauren Nadelwald z.B.in Moornähe

    Gruß

    Uwe


    PS.

    Wg: Literatur schreibe ich dir separat, heute Abend

  • Hallo Uwe


    Vielen Dank für den Tipp. :thumbup: Ich denke das ist wirklich ein sehr guter Kandidat und könnte vermutlich auch vom Geruch her gut hinkommen. Gewachsen sind sie direkt am Fusse eines schon ziemlich zersetzten Baumstumpfs, der schon ordentlich mit Moos bewachsen war. Ich denke, dass dort auch Wasser gut gespeichert wird und von daher könnte das vermutlich auch vom Standort her gut passen. Vielleicht komme ich heute nochmal an der Stelle vorbei, dann schaue ich, ob vielleicht auch noch ein paar jüngere Exemplare dort stehen.


    Bezüglich der Literatur bedanke ich mich schon mal herzlich im Voraus.


    LG

    Benjamin

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  • Hallo Uwe


    Ich war heute nochmal am Fundort und habe nochmal einen jüngeren Fruchtkörper untersucht. Dabei habe ich nochmal genau auf die Merkmale geachtet. Den Geruch empfinde ich irgendwie bleistiftartig mit einer Zitronennote. Weihrauch habe ich schon länger nicht mehr gerochen, aber ich denke das dürfte hinkommen. Ansonsten stand im PdS noch, dass bei jungen Pilzen die Lamellenschneiden weisslich sind und dass das Fleisch mit KOH tabakbräunlich verfärbt. Meiner Meinung nach spricht eigentlich alles für den von dir genannten C. subtortus.






    Im nächsten Bild sieht man die KOH-Reaktion oben im Hutfleisch:


    Denkst du ich kann den Pilz als C. subtortus kartieren?


    Dann war ich auch gleich nochmal beim Fundort vom vermeintlichen C. multiformis von oben. Mittlerweile sind drei neue Pilze am Standort erschienen. Ich habe aber keinen mehr mitgenommen, nur nochmal Fotos gemacht. Ich finde hier sieht man jetzt auch die schartigen Lamellenschneiden gut.




    Auch hier nochmal die Frage, ob man den schon kartieren kann, oder ob das doch nochmal mikroskopisch abgesichert werden müsste.


    Des Weiteren habe ich noch Cortinarius violaceus gefunden, leider nicht mehr so schön violett:





    Vielen Dank nochmal und LG

    Benjamin

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  • Hallo zusammen


    Benjamin hat mir zur Absicherung etwas Material der beiden Kollektionen geschickt.

    Ich bin ja bekennender Phlegmacium-Banause, aber für ein paar Mikrobilder und eine Meinung reicht es:


    Zum "Cortinarius subtortus":

    Sporen mässig warzig, recht klein und breit.


    An der Lamellenschneide finden sich lageniforme Cheilozystiden.


    Das passt beides m.E. alles perfekt zu Cortinarius subtortus.



    Zum "Cortinarius multiformis":

    Sporen nahezu glatt, meist kürzer als 9.5 µm.


    Es gibt kleine, keulige Marginalzellen, um 10-12 x 5-7 µm.


    In der multiformis-Gruppe habe ich zu wenig den Durchblick, um das besser einzugrenzen.

    Ich behalte das Material noch, falls es mehr zu mikroskopieren gibt.


    Gruss Raphael

  • Hallo Raphael


    Vielen Dank für die tolle Arbeit. :thumbup: Vielleicht schaut ja Uwe Cortinarius oder ein sonstiger Schleierlingskenner nochmal hier rein und kann noch etwas zum vermeintlichen C. multiformis mit den zusätzlichen Angaben sagen.


    LG

    Benjamin

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  • Hallo Uwe


    Vielen Dank, dass du noch kurz hier reingeschaut und dir die Mikroskopie angeschaut hast. :thumbup: Ich denke dann dürfte es wohl keinen Zweifel mehr an C. multiformis geben.


    LG

    Benjamin

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