Wurzelnder Bitterröhrling oder Silberröhrling

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 964 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Beorn.

  • Ein hallo ins Forum,

    Schon im letzten Jahr hab ich bei Eiche einen interessanten Röhrling entdeckt. Eigentlich wollte ich damals für dessen Bestimmung noch ein paar Tage warten. Er war aber schon nach 2 Tagen von den Schnecken komplett enthauptet worden. Er wächst in unmittelbarer Nähe von Fahlem Röhrling und wurzelndem Bitterröhrling. Soweit ich mal gelesen habe sollen die Röhrlinge gerne im gleichen Habitat (bzw. vergesellschaftet?) vorkommen. Dieses Jahr hab ich wieder auf die Fruchtkörper gewartet, allerdings vergeblich. Der Fahle hat dort fast den ganzen Sommer immer mal wieder einzelne Fruchtkörper geschoben. Der Wubi hatte nur einen recht späten Schub.

    Der Standort ist insgesamt recht trocken und wärmeexponiert.


    Zu den Merkmalen kann ich sagen das er eine Netzzeichnung hatte.

    Der Geschmack war, so mein Eindruck damals eher bitterlich.


    Der Fund ist vom 31.08.2020


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    Lg Ruben

  • Hallo Ruben,

    das ist der Wurzelnde Bitterröhrling wegen dem Blauen im unteren Stielbereich und der weinroten Verfärbung an der Stielbasis,

    der Silberröhrling ist im Schnitt dreifarbig, Blau im Hutbereich, gelb am oberen Stiel und rötlich an der Stielbasis und natürlich nicht bitter,

    hier findest du ein Schnittbild was die Verfärbung gut zeigt: Boletus fechtneri (Silberröhrling, Sommerröhrling) – Fundkorb

    viele Grüsse

    Matthias

  • Hallo,


    ich finde das gar nicht eindeutig und würde eher auf den Silber-Röhrling tippen. Natürlich sollte der nicht bitter sein, aber da warst Du Dir ja offenbar auch nicht mehr sicher.

    Die Rotfärbung im unteren Stielbereich ist ja vorhanden, kommt aber bei beiden Arten vor. Was für mich eher für den Silber-Röhrling spricht, ist das relativ deutliche, relativ grobe Stielnetz das auf dem ersten Bild zu erkennen ist. WuBis haben eigentlich ein sehr feines, oft auf die oberste Stielspitze beschränktes Netz, so dass der Stiel beinahe ungenetzt erscheint. Ferner finde ich die Hutoberfläche zu stark seidig-filzig für einen WuBi, besonders in Bild 4 gut zu sehen.


    Du scheinst mehrere Fruchtkörper fotografiert zu haben - ist denn alles sicher dasselbe? Oder ist der kleine in Bild 4 derselbe Pilz nur ein paar Tage früher fotografiert?


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo Andreas,

    Der kleine Pilz auf Bild 4 war ein zweiter Fruchtkörper direkt daneben, der aber am nächsten Tag schon von den Schnecken weggeputzt war. Alle anderen Bilder sind vom gleichen Fruchtkörper, das war der einzig etwas größere. Bild 1 bis 4 hab ich einen Tag vorher aufgenommen. Da war er noch nicht so zerfressen. Bild 5 bis 10 war am nächsten Tag. Auf Bild 5 sieht man das der Stiel schon komplett durchgefressen war. Der etwas filzigere Hut ist mir im nachhinein auch aufgefallen. Danke für eure Einschätzungen.


    Ruben

  • Hàllo Àndreas,

    letztendlich beurteilen wir ja nur ein Bild und es wäre beides möglich, ich habe vor vielen Jahren mal einen Wurzelnden Bitterröhrling auf der Münchner Pilzaustellung mit erhabenem Stielnetz und teilweise filziger Huthaut fotografiert,

    es wird sicher nur ein Wiederfund von Ruben in den nächsten Jahren Klarheit bringen,

    viele Grüsse

    Matthias

    • Offizieller Beitrag

    MoinMoin!


    Die Netzausprägung wird bei WuBis irgendwie flexibel gehandhabt, habe ich den Eindruck. :gzwinkern:

    Dazu mal ein Bildchen von einer WuBi - Gruppe, die neulich beim Vereinsabend mitgebracht wurde:


    Bemerkenswert das relativ grobmaschige und zudem noch rote Netz des rechten Fruchtkörpers. Dazu muss man anmerken, daß es da wohl leichten Bodenfrost oder zumindest mal sehr niedrige Nachttemperaturen gegeben hat. Bitterer Geschmack war deutlich, aber mit der Netzzeichnung war noch die Überlegung, ob's nicht auch Caloboletus calopus hätte sein können. Aber im Geasmterscheinungsbild passt hier einfach Caloboletus radicans besser, ebenso der Fundort - wobei auch C. calopus mal an +/- basischen, thermophilen Stellen bei Laubbäumen wachsen kann.


    Bei dem Fund oben von Ruben mag ich mich aber nun auch garnicht festlegen. Mit Pilz in der Hand ist es halt immer einfacher, als nur nach Bildern...



    LG; Pablo.

  • Hallo,


    beim ersten Bild dachte ich auch zuerst an fechtneri, aber die Schnittflächen, besonders Bild 7 und 8 mit dem kräftigen Blauen im Bereich direkt über der Stielbasis (die auch noch deutlich wurzelt) sind für diese Art dermaßen untypisch, dass ich hier bei Matthias bin: Es dürfte sich wohl tatsächlich um radicans handeln. Ich kenne die Art ähnlich hell, jung auch mit silbrig-seidiger Huthaut und mit relativ kräftigem Stielnetz z.B. von den Wiesbadener Eichen. Diese Form wurde früher teilweise als eigenständige Art Boletus albidus aufgefasst.


    Grüße, Jürgen

  • Hallo,


    danke für die Erläuterungen und die schönen Bilder mit deutlichen Stielnetzen. Ich bin also dann doch überzeugt jetzt :)


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo Pablo,

    das lässt sich ja leicht mit ein wenig Jod klären, calopus reagiert positiv am Stiel und radicans ist negativ,

    viele Grüsse

    Matthias

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Matthias!


    Ach, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm, daß das ja auch geht.

    Die oben Gezeigten waren ja noch recht gut erkennbar, aber manchmal hatte ich schon echt komische Fruchtkörper, wo das mal hilfreich wäre. :thumbup:



    LG, Pablo.

    • Offizieller Beitrag

    Ahoi Matthias!

    Ich bin sicher, das irgendwo auch schon mal gelesen oder gehört zu haben.

    Bei Flocki vs. Nexe ist es ja so, daß das mittlerweile auch zwei getrennte Gattungen sind (Neoboletus & Suillellus), was in meinen Augen nicht nur wegen der Melzer - reaktion sogar Sinn macht. WuBis und Schönfüße sind aber ja beide in der gleichen Gattung (Calboletus), darum hatte ich nicht mehr dran gedacht, daß es da innerhalb der Gattung ja bei dem merkmal Unterschiede gibt.



    Lg; pablo.