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letzter Beitrag von Mykollege_Günter am

Grüner Raukopf - Cortinarius venetus

  • Hallo,


    Bei den Schleierlingen kratze ich erst an der Oberfläche, daher die Bitte an euch hier kurz drüber zu schauen.


    Fund direkt unter Fichten, Lärche gewachsen, in der Nähe auch Buche, Eiche. Saurer Boden bei Heidelbeeren.
    Geruch: Schwach, verletzt etwas rettichartig
    Hut: Trocken, fein schuppig
    Lamellen: selbst bei den jüngsten Exemplaren in trüben gelbolivbraun
    Stiel: Trocken, mit sehr schwachen gelbrünen Velumbändern, nur wenige Exemplare mit deutlich braun bestaubter Cortina, Bases etwas keulig verdickt
    Sporen: fast kugelig 5,5-5,75 x 6,5
    KOH Reaktion auf Hut: Dunkel Blutrot

    Leider ist das Bild nicht farbecht, der subtile gelbgrüne Ton an Hut und Stiel wird von der Kamera geschluckt (wie man das vom Grünblättrigen Schwefelkopf kennt)




    Daher noch mal mit Blitz:



    Sporen x1000[Öl] in Leitungswasser




    Gibt es noch weitere Arten die man differenzialdiagnostisch abklären müsste oder ist die Bestimmung sicher? :)


    LG Thiemo

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    2 Mal editiert, zuletzt von Steigerwaldpilzchen () aus folgendem Grund: KOH ergänzt

  • Hallo Thiemo,

    es ist schon ein paar Jahre her, seit ich venetus gesehen habe, aber m.E. ist das was Du zeigst kein Raukopf.

    Der Stiel ist zu dick und zu weiß.

    Die kugeligen Sporen sind in der Gattung aber selten, daher könnte es sein, dass Dein Pilz hier einen Namen bekommt. Ich kenne runde Sporen nur aus dem anomalus-Aggregat, aber dafür sind die Lamellen zu grün.


    Grüße,

    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,


    wie gesagt die Kamera konnte die gelben Farben nicht einfangen. Der Stiel ist zwar nicht quitschgelb wie beim Schwefel-Ritterling, aber keinesfalls weiß.

    Die Sporen sind deutlich warzig ornamentiert. Davon habe ich aber leider kein Bild gemacht, da ich nicht wusste, dass das bei den Schleierlinge wichtig werden kann.

    Edit: Ich habe die blutrote KOH Reaktion im Startpost ergänzt

    LG Thiemo

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    Einmal editiert, zuletzt von Steigerwaldpilzchen ()

  • Steigerwaldpilzchen

    Hat den Titel des Themas von „Grüner Raukopf - Cortinaris venetus“ zu „Grüner Raukopf - Cortinarius venetus“ geändert.
  • Servus, Thiemo!


    Ach, wunderbar. Danke für deine Arbeit, das bekräftigt mich bei meiner Bestimmungsarbeit.

    Bei der KOH - Reaktion habe ich mich nämlich mächtig erschrocken, weil ich darauf noch keinen Hinweis in der gesichteten Literatur gefunden hatte - aber ich bin auch noch nicht durch mit Vergleichen.

    ich versuche die Tage mal noch, meine Bilder zurechtzuputzen, dann kann ich hier vielleicht noch ein Bildchen reinstellen, wo man die gelben Farben noch besser sieht - allerdings hat bei denen meine Kamera auch Probleme mit der Farbwiedergabe.



    Lg; Pablo.

  • Hallo Pablo,


    In FN ist die KOH Reaktion erwähnt. Mit diesem Werk hab ich auch geschlüsselt um zu C. venetus zu kommen. Der im Laubwald wachsende C. cotoneus hat wohl signifikant größere Sporen und der Braunnetzige Raukopf C. melanotus dunkle Schuppen und braunes Velum. Jedoch haben alle die selbe KOH Reaktion. Nur C. phyygianus hat wohl innerhalb der Sektion Veneti eine abweichende Laugenreaktion.

    LG Thiemo

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  • Hallo Werner,


    das glaube ich dir gern, ich kenne die beiden auch nicht. Sie waren in FN bei den Veneti aufgeführt und Abbildungen/Cortinarienliteratur dazu hab ich nicht. :)

    LG Thiemo

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  • Morgen!


    Also zumindest Cortinarius melanotus kenne ich. Um Werners Bemerkung ("komplett anderer Pilz") zu unterstreichen, zunächst ein melanotus - Bildchen:


    Das ist also ein trüb-düster olivbraungelber Pilz.


    Zu Cortinarius venetus: Die Farben sind wirklich schwer zu dokumentieren.

    Das Velum habe ich mit dem Pilz in der Hand ziemlich leuchtend gelb erlebt, teils mit leichtem Grünton. Die Huthaut aber ist eher nicht gelb, sondern gelbocker bis kupferbraun, zudem scheint die ein wenig hygrophan zu sein, bzw. sind die Farben beim Antrocknen etwas anders als im Frischzustand. Die Grundfarbe der Huthaut ist aber in diversen ockertönen gehalten. Beim Abtrocknen kommt dann zunächst die Velumfarbe stärker raus als im Wald (die Pilze scheinen also "noch gelber" zu werden), bevor diese dann auch irgendwann verblasst.


    Bei beiden folgenden Bildern bin ich nach wie vor nicht zu 100% zufrieden mit den Farben, aber es ist schon relativ nahe dran. Das Studiobild (leicht antrocknende Fruchtkörper) ist allerdings noch "farbechter" als das Waldbild.





    LG; Pablo.

  • Danke Pablo,


    dann habe ich nun auch eine Vorstellung von C.melanotus. Stimmt, der sieht schon anders aus.

    Bei den Fotos hattest du scheinbar ähnliche Probleme und ich wollte schon meine Smartphone-Kamera verfluchen. Aber im Kustlicht/Studio sieht das Bild schon recht farbecht aus, finde ich.

    LG Thiemo

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  • Hallo, Thiemo!


    Mal abgesehen davon, daß ich mit der Farbgebung meiner Kamera momentan ohnehin unzufrieden bin: Bei recht vielen Pilzen ist es so, daß die für das menschliche Auge sichtbaren Pigmente von etlichen Kameras gar nicht oder nur unzureichend aufgenommen werden können.

    Das gilt vor allem anscheinend für bestimmte Gelb- und Grüntöne. Ein klassisches beispiel ist zB Hypholoma fasciculare, da sieht das Gelb der Stielspitze auf Bildern oft ganz anders aus als in natura.


    Besonders nervig ist das auch bei manchen Phlegmacien und Ramarien, wo es wirklich auf die Farbschattierungen der frischen fruchtkörper ankommt.



    Lg; Pablo.

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