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letzter Beitrag von antoff am

Coprinopsis candidolanata???

  • Liebe Pilzfreunde,

    auf meinen Damildkötteln haben sich zwei Fruchtkörper einer neuen Tintlingsart (für mich) gezeigt. Die Bestimmung läuft - naja - etwas holperig, weshalb ich euch gerne den Pilz zeigen möchte. Makroskopisch fiel mir die starke abstehende weiße Behaarung auf, darunter zeigte sich eine geriefte graue Huthaut, die in der Hutmitte bräunliche Töne aufwies.

    Das Hutvelum bestand aus zwei verschiedenen Typen: Ketten von langezogenen bis verkürzten Zellen und daneben diverticulate Elemente.

    Die Sporen gingen von 8- 10 (die meisten um die 9)X5-6,5. Der Quotient liegt so bei 1,6-1,7.

    Coprinopsis candidolanata käme jetzt für mich als erstes in Betracht, allerdings habe ich gemerkt, dass die Bestimmung alles andere als einfach ist, weshalb ich doch so einige Zweifel habe, dass es tatsächlich diese Art ist. Was käme sonst vielleicht in Betracht???

    Schon einmal vielen Dank und liebe Grüße

    Matthias

    Hutvelum

    Hier sieht man schmale, dünne Hyphen des Velums (an einer Stelle), was dann doch irgendwie wieder gegen C. candidolanata spricht

    HDS

    Zystiden der Lamellenschneide (nicht gut geworden :))

    Und eine einzige Schnalle im Velum

  • Hi,


    bei den Hutvelabildern 2+3 kann man gut die unterschiedlichen Velumausprägungen erahnen. Die Sporengröße passt auch, so dass ich nch Bildlage die Tintlinge auch so bestimmen würde. Natürlich wäre es was anderes, wenn man die selbst mikroskopisch untersucht hat.


    l.g.

    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Das ist mal wieder ein sehr schönes Portrait eines kaum bekannten Pilzes, Matthias!:thumbup:

    Die Sektion Lanatuli scheint mir wegen der Velumstruktur klar.

    Als Verwechslungskandidaten kommen eigentlich nur Coprinopsis pseudoradiata oder C. villosa infrage.

    Letzterer hätte größere Sporen und pseudoradiata nur "wurstförmige" Velumzellen.


    Hiermit hast Du sicher verglichen.


    Also, so aus der Ferne bin ich auch bei Coprinopsis candidolenata.


    LG, Nobi


    PS. Habe in meiner Tabelle einen Fehler entdeckt.:(

    Das Velum bei C. villosa besteht natürlich auch aus zwei Elementen. Werde ich gleich korrigieren.

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    Chips: 88 nach diversen Verlusten - 10 APR 2019 = 78 + 6 (150er Prämie APR 2019) = 84 -10 APR 2020 = 74 - 5 Macrocystidia-Wette = 69 - 10 APR 2021 = 59

  • Hallo Stefan und Nobi,

    vielen Dank für eure Rückmeldungen und Bestätigungen. Ich war mir tatsächlich recht unsicher, da Coprinopsis candidolanata ja ein recht seltener Pilz sein soll. Und bei meinen wenigen Dungproben dachte ich mir, dass es ja schon ein wirklicher Zufall sein müsste, dass es sich tatsächlich um diese Art handelt.

    Den Beitrag von Matthias, den du, Nobi, verlinkt hast, hatte ich gefunden und ich muss sagen, dass er mir sehr geholfen hat. Matthias hatte ja das "Problem", dass er nur die diverticulaten Elemente des Velums gefunden hatte, weshalb am Ende auch die Bestimmung als Coprinopsis xenobia wahrscheinlicher erschien. Auch war sein Sporenquotient höher.

    In dem Beitrag schrieb er, dass er Fruchtkörper für die Genanalyse aufgehoben hat. Ich weiß nicht, ob Matthias diesen Beitrag liest, aber mich würde schon interessieren, was- falls er tatsächlich die Pilze untersuchen hatten ließ - dabei herausgekommen ist.

    Als ich dann eine polnische Seitte zu C. candidolanata gefunden habe, schienen mir besonders die Velumstrukturen zu meinem Fund zu passen: Coprinus candidolanatus ((NL: Withaar-hazepootje, 000.00.0))

    Liebe Grüße

    Matthias

  • Als ich dann eine polnische Seitte zu C. candidolanata gefunden habe, schienen mir besonders die Velumstrukturen zu meinem Fund zu passen

    Das ist die Website des leider längst verstorbenen niederländischen Tintlingsspezialisten Kees Uljé.

    Karl W wies kürzlich darauf hin. Da kannst Du die Seite ansehen.

    Ist übrigens nahezu identisch mit dem Tintlingsteil in der "Flora Agaricina Neerlandica 6", dessen Autor er war.

    Ich weiß nicht, ob Matthias diesen Beitrag liest, aber mich würde schon interessieren, was- falls er tatsächlich die Pilze untersuchen hatten ließ - dabei herausgekommen ist.

    Fragen wir Matthias doch selbst.

    Mreul, gibt es inzwischen Neues zu vermelden?


    LG, Nobi

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  • Hallo Nobi und Karl-Heinz,

    ah, jetzt kann ich den Namen Kees Uljé besser einordnen. Ich habe ihn schon ein paar Mal erwähnt gehört, wusste aber nicht, dass er ein solch guter Kenner der Tintlingswelt war. Den Hinweis von Karl hatte ich leider nicht gesehen, super, Nobi, dass du das noch einmal erwähnt hast. Die Zeichnungen von Uljé sind wirklich toll und aussagekräftig. Auf dieser Seite werde ich wohl noch öfters unterwegs sein.

    Den Tintlingsartikel hatte ich auch im Netz gefunden - Nobi hatte ihn bei dem Beitrag von Matthias verlinkt. Da schien mir ebenso vieles gut zu passen, nur sind bei Andreas Melzer die Sporen größer angegeben.

    Liebe Grüße

    Matthias

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