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letzter Beitrag von EmilS am

noch ein Raufuss, mit grün-bläulicher Färbung

  • diesen Raufuss möchte ich auch gerne bestimmen. Alle 3 wuchsen an der selben Stelle, nur bei Birken, trockener saurer Boden, kein Moos. Die 2 kleineren verfärbten sich seitlich, im unteren Drittel ganz leicht blau/grün, der größere in der Stielbasis. Stiel war holzig, faserig, hart.


    Ich denke an den LECCINUM VARIICOLOR - Vielfärbenden Birkenpilz <- aber die Hutfarbe stört mich dabei etwas

    oder an

    LECCINUM CYANEOBASILEUCUM - Wollstieliger Raufussröhrling <- da stört mich aber der Standort









  • Hallo, kso!


    Oh ja, dafür würde mich auch ein Name interessieren. Also das, was sich insgesamt wie Leccinum scabrum verhält, aber eben an der Stielbasis blaugrüne Flecken ausprägt.
    Ich halte das weder für Leccinum variicolor (Hutoberfläche sieht ganz anders aus), noch für Leccinum cyaneobasileucum (s.l.), weil Steiloberfläche sihet anders aus.
    Für Leccinum duriusculum fehlt die rosagraue Verfärbung im übrigens Fleisch...
    Ich habe solche Dinger auch schon hier und da gesehen, aber bisher nie einen Namen dazu gefunden. Leccinum oxydabile oder Leccinum bertauxii wären jeweils nahe drangewesen, aber aus irgendwelchen Gründen hatte ich die beiden Taxa auch ausgeschlossen.


    Nachtrag:
    Ah, eben habe ich das >Thema von Andreas< durchgelesen. Das wäre eben die zu erwartende "Rotkappen - Verfärbung", die hier ja fehlt. Darum eben nix aus der Richtung, und das Problem bleibt...



    Lg; Pablo.

  • Hallo kso,


    der Standort "bei Birken, trockener, saurer Boden" ist bei L. cyaneobasileucum (bzw. brunneogriseolum) keineswegs störend, die Art kommt keineswegs nur in Mooren oder stark moosigen Habitaten vor. Und hier würde ich deine Funde (makroskopisch) auch verorten, speziell bei Betrachtung der Stielbekleidung des großen Exemplars auf Bild 2, die doch in der unteren Stielhälfte die charakteristische netzig-wollige Struktur aufweist. Ein mikroskop. Blick auf Sporengrößen und Huthautstruktur würde hier freilich nicht schaden.


    Die Beobachtung von Pablo, dessen Sammelgebiete nicht so weit weg sind von meinen, kann ich aber durchaus bestätigen. Ich hatte ebenfalls vereinzelte (cf.)brunneogriseolum-Funde, die noch deutlicher als hier kontrastierende Stielschuppen aufwiesen und sich somit optisch L. scabrum annäherten, im Schnitt aber blaugrüne Flecken in der Stielbasis aufwiesen.


    Grüße, Jürgen

  • Hallo, Jürgen!


    Das wäre in der Tat eine Option. Wenn die Stielbekleidung auf diese weise verwittern kann bei cyaneobasileucum s.l., dann ist das die naheliegendste Option.
    Dem jungen fruchtkörper oben von kso habe ich zu wenig Beachtung geschenkt, denn da sind die Schuppen ja noch schön flaumig - wollig.
    So junge Fruchtkörper müsste ich nur auch mal ein einem meiner Standorte finden, um es wirklich selbst mal gut nachvollziehen zu können.
    Auch das wird irgendwann klappen.



    LG; Pablo.

  • Servus beinand,


    bedenkt bitte auch, dass die Stielschüppchen ein fertiles Hymenium tragen. Leccinum-Sporen sind braun, deshalb färben sich die Stielschüppchen immer im Alter zumindest braun/bräunlich. Der wollige Filz kondensiert bei L. cyneonbasileucum im Alter zu kleinen Schüppchen, das ist normal. Und die werden dann auch bräunlich. Ich vermute, dass deshalb früher das unter L. scabrum (trotz der vielen Unterschiede) subsummiert wurde.


    Ich sehe auf den Fotos auch nur alte Leccinum cyaneobasileucum (var. brunneogriseolum).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Leccinum-Sporen sind braun, deshalb färben sich die Stielschüppchen immer im Alter zumindest braun/bräunlich. Der wollige Filz kondensiert bei L. cyneonbasileucum im Alter zu kleinen Schüppchen, das ist normal. Und die werden dann auch bräunlich.

    Danke für die Erklärung, klingt einleuchtend, hab es auch verstanden. Ich finde das Thema Leccinum so interessant und würde mich so gerne viel mehr damit beschäftigen.


    Kann mir jemand gute Literatur zum Thema empfehlen, welche ich als Anfänger nutzen und verstehen kann?


    Schönen Wochenstart wünscht kso

  • Hallo kso,


    bei Bild 1 und 2 sehe ich scabrum, ab Bild 3 dann cyaneobasileucum var. brunneogriseolum, soweit man sich halt da ohne Schnittbilder festlegen will.


    G. Kibby hat übrigens mal sehr treffend beschrieben, dass die Hutoberfläche bei cyaneobasileucum oft so schimmert wie die eingetrocknete Schleimspur einer Schnecke. Das sieht man auf Bild 3 und Bild 6 ganz schön.


    Grüße, Jürgen

  • G. Kibby hat übrigens mal sehr treffend beschrieben, dass die Hutoberfläche bei cyaneobasileucum oft so schimmert wie die eingetrocknete Schleimspur einer Schnecke. Das sieht man auf Bild 3 und Bild 6 ganz schön.

    Servus Jürgen,


    das hat Kibby von Lannoy & Estadès - die verwenden das sogar im Schlüssel als Merkmal. ;-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Servus Emil,


    die meisten Röhrlinge haben ein Caulohymenium. Ausnahmen sind z. B. Pseudoboletus und Tapinella - Paxillus s. str. hat wiederum ein Caulohymenium, wie auch Boletus, Caloboletus, Rubroboletus, Butyriboletus, Imperator, Neoboletus, Xerocomus, Xeroxomellus, Hortiboletus, Imleria, Suillus (oberhalb des Velum universale), Hemileccinum, Leccinum, Leccinellum usw.


    Sutara hat eigens einen Leccinum-Typ hinsichtlich des Subhymeniums und der tieferen bereiche definiert, die bei Hemileccinum konvergent entstanden sind (Leccinum, Leccinellum und Hemileccinum haben den "Leccinum-Typ").

    Das Caulohymenium hat teils eigene Cystiden - bei Steinpilzen sind die Cystiden auf den Netzmaschen beispielsweise anders als auf den Seiten der Netzmaschen ausgebildet (Caulocheilocystiden vs. Caulopleurocystiden).


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,


    das ist ja wirklich faszinierend. Ich dachte bisher immer, dass Hutpilze ihre Sporen ausschließlich im Hymenophor auf der Hutunterseite bilden. Das erklärt aber den Übergang von Röhrenschicht zu Stielnetz bei vielen Arten.


    Viele Grüße,
    Emil

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