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letzter Beitrag von Beorn am

Schizopora sp. ? auf Phoenix canariensis (Gewächshausfund)

  • Hallo zusammen,


    gestern habe ich im Botanischen Garten Bochum, etwas Material einer vermutlichen Schizopora sp. von toten Blättern von Phoenix canariensis mitgenommen.

    Den Pilz konnte ich schon vor Wochen entdecken, aber hatte nie die Zeit und Lust gehabt diesen einzusammeln.

    Es gibt im Gewächshaus noch einen anderen Rindenpilz, den ich vielleicht am kommenden Wochenende anschauen werde.

    Hier sind die Bilder der vermutlichen Schizopora sp. :

    1.


    2.

    Es gibt kleine kugelige Gebilde (ca. 6,5 Mikrometer)


    3.

    die anscheinend zu größeren Gebilden (ca. 14 Mikrometer im Durchmesser) heranwachsen, die in jedem Präparat massiv zusehen sind.


    4. Hyphen mit Schnallen


    5. eventuell eine Basidie


    6. Sporen konnte ich nur vereinzelt finden (5-6 x 3-3,5 Mikrometer aus 4 Sporenmessungen)


    Vielleicht hat jemand von euch ( Tomentella ) eine Idee was es sein könnte.


    VG : Thorben

  • Hallo Thorben,


    ich denke, dass könnte Aporpium africanum sein.

    Such doch noch mal genauer nach den längsseptierten Tremellales-Basidien.

    Makroskopisch kommt es sehr gut hin, und das deutliche Überwiegen der Skeletthyphen sowie die Sporenmaße passen auch gut.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Salve!


    ich sehe da jetzt auch nichts, was konkret gegen Schizopora spec. sprechen würde. Wenn das Dingens auf Bild 5 eine Basidie ist, dann wäre damit Aporpium jedenfalls raus, die Phragmobasidien von Aporpium sehen ganz anders aus.
    Die blasigen Gebilde können auch Exsudateinlagerungen sein, eventuell sogar die Harzkappen (Halozystiden), wie man sie in der Tat an den kopfigen Hyphenenden von Schizopora oft findet. Ich nehme mal an, die Mikroaufnahmen sind in Wasser gemacht, nicht in KOH?
    Angucken müsste man sich außer den Basidien (und ein paar mehr Sporen) wohl auch noch die basalen Hyphen des Fruchtkörpers (direkt am Substrat), wenn sich der Verdacht auf Schizopora erhärtet.


    PS.: Ich hab' das mal ins Spezialforum verschoben. :)



    LG, Pablo.

  • Hallo zusammen,


    Andreas :

    ich denke, dass könnte Aporpium africanum sein.

    Such doch noch mal genauer nach den längsseptierten Tremellales-Basidien.

    Makroskopisch kommt es sehr gut hin, und das deutliche Überwiegen der Skeletthyphen sowie die Sporenmaße passen auch gut.

    Ich glaube nicht an eine Aporpium, weil ich keine Tremellales-Basidien finden konnte.

    Die großen runden Gebilde sind auch alle glasig.


    @Frank:

    der Sonderstandort Botanischer Garten bedeutet nicht zwangsläufig besondere Arten. Deinen Informationen folgend, kann es auch eine temperate Schizopora-Art sein. Die Sporen könnten auch zu S. radula oder S. paradoxa passen.

    Leider nicht, aber ab und zu gibt es besondere Arten :)

    Ich denke ich werde ihn als cf. Schizopora stehen lassen.


    @Pablo:

    ich sehe da jetzt auch nichts, was konkret gegen Schizopora spec. sprechen würde. Wenn das Dingens auf Bild 5 eine Basidie ist, dann wäre damit Aporpium jedenfalls raus, die Phragmobasidien von Aporpium sehen ganz anders aus.
    Die blasigen Gebilde können auch Exsudateinlagerungen sein, eventuell sogar die Harzkappen (Halozystiden), wie man sie in der Tat an den kopfigen Hyphenenden von Schizopora oft findet. Ich nehme mal an, die Mikroaufnahmen sind in Wasser gemacht, nicht in KOH?
    Angucken müsste man sich außer den Basidien (und ein paar mehr Sporen) wohl auch noch die basalen Hyphen des Fruchtkörpers (direkt am Substrat), wenn sich der Verdacht auf Schizopora erhärtet.

    Ich konnte keine Phragmobasidien finden, nur das was auf Bild 5 zusehen ist, also ist für mich Aporpium raus.

    Das habe ich vergessen zu erwähnen, die Mikroaufnahmen wurden in Kongorot aufgenommen, aber selbst in Wasser sind diese Gebildet zu sehen.

    Im Moment habe ich kaum Zeit mich weiter mit dem Fund zu beschäftigen und Sporen sind da sehr rar, was auch auf diese Basidie zutrifft, die aber nur 1 Sterigmen hatte.


    VG : Thorben

  • Hallo,


    ja, wenn keine Tremellales-Basidien zu finden sind, dann natürlich kein Aporpium. Das kugelige Gebilde auf dem ersten Mikrobild mit der angedeuteten "Septe" hat mich dazu verleitet, sicherlich inspiriert davon dass ich das Aporpium grad zwei Mal in meinen äthiopischen Porlingen hatte ….


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo, Thorben!


    In verdünntem KongoSDS? In dem Fall würde ich raten, auch noch mal in KOH (3-5%) oder in KongoNH3 zu gucken. Schick ist auch Phloxin + KOH.
    Die Exsudate und Inkrustierungen von Hyphen können wichtig sein, können aber auch stören, um bestimmte Strukturen (zB Hyphensystem) beobachten zu können. Die meisten Inkrustierungen lösen sich bei Porlingen aber in Laugen ganz gut, dann hat man freie Sicht auf die Hyphen usw.



    LG, Pablo.

  • Hallo Pablo,


    ich hatte gestern etwas KOH-20% (habe leider nur noch das) auf dem Pilz getröpfelt, wodurch diese eine braune Farbe angekommen hat.

    Dann habe ich auch kurz unter dem Mikroskop geguckt und die Kristalle haben sich aufgelöst, wodurch nur noch die kleinen kugeligen Gebilde (Bild 2) übrig blieben.

    Mal sehen wann ich dazu komme Bilder zu machen und hier reinzustellen.


    VG : Thorben

  • Hallo, Thorben!


    OK, 20% ist dann schon krass, geht aber auch. Etwas weniger konzentriert ist aber besser, weil du damit nur den kristallinen Kruscht auflöst, aber weniger stark die Hyphen veränderst (bei manchen Hyphen quellen damit die Wände doch etwas stärker auf).

    Aber: Mit diesen kopfigen Elementen sollte das schon ein weiterer, guter Hinweis auf Schizopora sein.
    Welche Art genau - da müsste man in diesem Fall die basalen Hyphen (unteres Subikulum, direkt am Substrat) angucken.



    LG; Pablo.

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