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letzter Beitrag von Beorn am

Diese Saftlinge! H. coccinea oder H. punicea oder H. splendidissima ?

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich kämpfe mit den Saftlingen. Bitte, welche könnten dies hier denn sein? Kann man die überhaupt unterscheiden? Und wenn ja, an was bitte?


    Funddaten: 10.11.2019, Altmühltal, sehr karger ehemaliger Steinbruch

    Ich meine mich zu erinnern, dass sowohl Hut als auch Stiel schmierig waren - nach meiner eben erfolgten "Spuckprobe" würde ich dies so bestätigen.

    Hutdurchmesser des mitgenommenen Pilzes ca. 1,5 cm, Huthöhe ca. 1 cm. Stiellänge ca. 3,5 cm, Stielbreite ca. 0,4 cm

    Fleischfarbe: obwohl es sehr dünn ist, meine ich ein dunkles Rot zu sehen. Lamellenfarbe und Huthautfarbe haben sich bis heute kaum verändert. Der Stiel ist nun geschwärzt, vor allem an den Druckstellen.

    Kein Geruch, probiert habe ich nicht. Huthaut nicht abziehbar.


    Vielen Dank für Eure Hilfe.


    Liebe Grüße


    Maria


  • Hallo Maria,


    H. conica und H. olivaceonigra sind die einzigen die schwärzen, H. olivaceonigra ist eine Sanddünen, Küsten Art bleibt also nur noch H. conica.


    Lass den Pilz mal ein wenig liegen, sie werden noch nachschwärzen!


    LG, Chris


    Edit: Du hast ihn ja schon liegen gelassen und das schwärzen beobachtet, hatte ich überlesen!

    ...........................:snail:


    Der Verzehr von Pilzen, nur weil jemand im Internet sagt das seien die oder die ist zutiefst leichtsinnig!!


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  • Hallo Chris,


    vielen Dank.


    Was ich mich jetzt allerdings frage ist, warum es innerhalb der H. conica-Gruppe so schwierig ist die wiederum zu unterscheiden. Diese hier zum Beispiel sehen ja komplett anders aus als die, die ich vorhin angefragt hatte. Auch das Verhalten des Schwärzens ist ein ganz anderes. Wie schon gesagt, ich blicke hier immer noch nicht durch, der Knoten will sich einfach nicht lockern. Hier einmal der Link zu meiner weiteren heutigen Saftlingsanfrage.


    Liebe Grüße


    Maria

  • warum es innerhalb der H. conica-Gruppe so schwierig ist die wiederum zu unterscheiden

    Das ist wohl - auch wieder mal - eine Sammelart. Wahrscheinlich werden da demnächst mehre Arten draus gemacht, ich weiß jetzt gerade nicht wie die aktuellen Entwicklungen speziell dort sind.


    Beste Grüße

    Harald

  • Danke Harald.


    Irgendwie habe ich den Eindruck - überspitzt ausgedrückt - alles was irgendwie schwärzt stopfen wir einmal in diese Sammelgruppe. Aber wenn sogar ich dies sehe, dass es da makroskopisch Unterschiede gibt und dies nicht nur einmal, dann aber irgendwie keine entsprechenden, für mich verständlichen, Beschreibungen finde, also dann hoffe ich wirklich, dass die bald weiter aufgedröselt werden. Hätte ich jetzt auch nicht gedacht, dass ich so etwas einmal schreibe, also Pilze bitte weiter unterteilen ;)

    Liebe Grüße


    Maria

  • Das Problem an der Sequentierungsgeschichte ist, dass erstmal neue Arten abgesplittet werden. Danach muss aber geschaut werden, wie sich das zu den mikro- und makroskopischen Merkmalen verhält. Das ist wohl nicht immer ganz so einfach.

    Hoffentlich läuft es nicht darauf hinaus, dass Pilzbestimmung nur noch mit Gen-Analysen machbar ist.


    Grüße

    Harald

  • N'Abend!


    Das ist in den kommenden 10-10 Jahren erstmal unwahrscheinlich, daß man mit einem Taschensequenzer die "Identität" eines Pilzes quasi ablesen kann.

    Jedenfalls nicht im seriösen Bereich, irgendwelche Quatsch - Angebote wird's vielleicht geben in der Richtung.

    Bisher liegt das Hauptaugenmerk halt nach wie vor auf der ITS, diese Sequenz ist aber in etlichen Bereichen offensichtlich nicht zuverlässig genug, um alleine dadurch sichere Arteinteilungen vorzunehmen.
    Auch wenn manche Blindflug - "Mykologen" das vielleicht gerne so hätten (ITS = Name der Pilzart), so ist es eben nicht. Ohne Morphologie geht bislang wenig bis nichts, und damit wären wir bei deinem conica - Problem:

    Klar sehen die teilweise extrem verschieden aus. Nur ist es halt so, daß es zwischen all den tollen Formen, selbst ihren extremsten Ausprägungen konstant fließende Übergänge in nahezu allen Merkmalen gibt. Soll heißen: Makroskopisch sieht dein Pilz aus wie Hygrocybe conicoides. Wenn man den dann mikroskopisch anguckt, kann man auf das Problem stoßen, daß die Sporen aber eher im Bereich von Hygrocybe conica liegen. Oder irgendwie dazwischen (wie bei den meisten "cf conicoides", die ich untersucht habe). Beim nächsten hast du zwar immer noch kleine Fruchtkörper, die aber viel stärker schwärzen und gelbe Lamellen haben - also ins Konzept von conica passen, aber von den Sporen eher zu conicoides passen.
    Und so weiter, solche fließenden Übergänge sind halt schwer aufzudröseln.
    Natürlich brauchst du dazu die Genetik, aber wenn dann einzelne genetische Stränge / Sippen nicht konstant mit irgendwelchen morphologischen Merkmalen assoziiert sind (und so scheint es in dieser conica - Gruppe eben zu sein) , dann hast du eher eine Art am Rande der Aufspaltung, also eine extrem variable Art mit noch variierenden Sippen und eben auch variierender ITS.



    LG; Pablo.

  • Ach Pablo, Du raubst mir sämtliche Illusionen ;)


    Na gut, damit wird es ja auch auf der anderen Seite wieder für jemanden wie mich viel einfacher ... halt wieder einer aus der "Schwärzenden Fraktion" und gut ist es :) Was genau es ist? Kaum jemand wird es wohl je wissen werden aber vielleicht ist es ja auch insgesamt gesehen nicht wirklich wichtig und relevant. Dies ist jetzt nicht zynisch gemeint sondern eigentlich nur realistisch gesehen.


    Liebe Grüße


    Maria

  • Hallo,

    Manchmal frage ich mich , in wie viele Arten man Homo sapiens aufsplitten würde , wenn man sich nicht scheuen würde ?

    Da gibts es helle , welche nur bei Gewalt bräunen.

    Da gibt es braune , welche nie hell sind.

    ..und welche etwas weniger braun mit Mongolenfalte.

    Aber alle miteinander kreuzbar.

    Geht bei Kakteen sehr verschiedener Arten aber auch.

    Alle auch genetisch unterscheidbar.

    Treiben wir es da nicht zu weit ?

    Nachdenkliche Grüße

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hi, ihr beiden!


    Tja, das passiert halt, wenn man anfängt, reihenweise "Arten" zu definieren, aber sich zuvor nicht auf eine solide Definition des Begriffes "Art" geeinigt hat. :gzwinkern:
    Und: Es ist halt alles Evolution. Alles fließt. Es gibt nicht einen Zustand, sondern nur Entwicklungen.
    Auch bei Pilzen können zwei verschiedene Arten kreuzbar sein. Es ist aber offenbar sehr viel seltener als im Tierreich und im Pflanzenreich.



    LG, Pablo.

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