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letzter Beitrag von Wühlmull am

Hilfe - Rauchblättrigen-Ernte für'n Popo?

  • Hallo Pilzlergemeinde,


    heute Abend wollte ich mir ein paar leckere Baguettes in den Ofen schieben und sie mit getrockneten Rauchblättrigen S. vom letzten Herbst garnieren. Zu meinem Erstaunen bzw. Entsetzen mußte ich feststellen, daß sie alle trotz geschlossenem Deckel weich wurden. An der Innenseite des Einmachglases ist ein Belag zu sehen, sieht wie beschlagen aus. Könnten das Schimmelsporen sein? Schimmelaroma konnte ich keines feststellen, nur das würzige Aroma der Pilze. Ich habe ein Stück Folie um meinen Finger gespannt und das Glas teilweise damit ausgewischt. Die entsprechende Stelle auf der Folie habe ich markiert, vorsichtig herausgeschnitten und unter das Mikroskop gelegt. Das Bild glich einem Asteroidenfeld, unförmiges, felsgleiches Zeug, aber nichts, was auch nur entfernt wie Sporen aussah. Auch auf den Pilzen selbst ist nichts zu sehen.


    Jetzt habe ich aber nicht die geringste Ahnung wie Schimmelsporen aussehen, abgesehen von den ergoogelten Bildern. Zumindest dort ist nichts dabei, was meinen "Asteroiden" ähnelt. Ich habe die Pilze eine Stunde in den Dörrex gesteckt. Jetzt sind sie wieder trocken wie damals nach dem erstmaligen Trocknen und in ein anderes Glas umgezogen. Keine Ahnung, was ich jetzt damit tun soll. Würde es was bringen, in Zukunft Silicagel mit ins Glas zu tun? Und wie zum Teufel kommt Feuchtigkeit innerhalb eines Jahres in ein verschlossenes Einmachglas?


    Schon mal danke für hilfreiche Tips.

  • Hi,


    na ja waren die Pilze, als du sie in das Glas tatest wirklich trocken. Eine Möglichkeit wäre, dass die noch eine gewisse Restfeuchte hatten; eine andere, dass das Glas nicht sauber schließt und dort feuchte Luft reingekommen ist.


    Zu deiner Frage. Schimmelpilzsporen sehen sehr unterschiedlich aus. Von bohnenförmig und septiert (Fusarium), über mauerförmig, dunkel mit Schwanz (Alternaria) über klein und kugelig in Ketten (Aspergillus und Penicillium) ist da vieles möglich. Was ich an deiner Stelle in so einem Fall getan hätte: Mit einem Stück Klebeband etwas von dem Belag amnehmen (Klebeseite zum Belag); einen Tropfen Wasser auf den Objektträger und dann das Stück Klebeband mit der Klebeseite nach unten luftblasenfrei auf den Wassertrofen legen. Dann das mikroskopieren. Wenn du kannst stell doch mal Bilder ein.


    Noch ein Hinweis: Sporen sind bei Schimmelpilzen nicht immer zu sehen. Wichtiger ist ersmal lebendiges Mycel festzustellen. Das wäre entscheidender als die Sporen, denn eine eventuelle Mykotoxinbildung und Sporenbildung sind 2 paar Schuhe.


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo, das Glas habe ich zur Seite gestellt. Sobald ich Zeit habe, versuche ich die Methode mit dem Klebestreifen. Getrocknete Pilze gebe ich erst ins Glas, wenn sie wie Kartoffelchips brechen. Ich glaube auch eher, daß der Deckel nicht richtig schließt. Das muß ja nicht einmal ein sichtbarer Luftspalt sein.


  • Hallo, das Glas habe ich zur Seite gestellt. Sobald ich Zeit habe, versuche ich die Methode mit dem Klebestreifen. Getrocknete Pilze gebe ich erst ins Glas, wenn sie wie Kartoffelchips brechen. Ich glaube auch eher, daß der Deckel nicht richtig schließt. Das muß ja nicht einmal ein sichtbarer Luftspalt sein.


    Ja mach das. Aber wenn der "Schimmel" schon mal drin war, kannst du mit einer Trocknung das weitere Wachstum aufhalten, aber nicht die möglicherweise gebildeten Mykotoxine zerstören. Ich wäre an deiner Stelle da sehr vorsichtig.


    l.g.
    STefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Hallo,
    Auch wenn (und gerade) Pilze im Dörrex getrocknet wurden . kann sich im Inneren immer noch eine Spur Feuchtigkeit halten.
    Es empfiehlt sich , danach die Pilze noch 2 bis 3 Tage bei trockener Zimmerluft (geht heute gerade nicht , 75% Luftfeuchtigkeit) liegen zu lassen. Oder nach 2 Tagen nochmal kurz durch den Dörrex.
    Bei undichten Deckeln trocknen die eher nach , falls die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist.
    Bei Unsicherheit aber lieber entsorgen.
    Gruß Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hallo Wühlmull,


    um solche Pannen zu vermeiden, wärme ich die Gläser bei 70 ° Celsius im Ofen vor. Die warmen -rascheltrockenen, Bruchprobe machen!- Pilze sofort in die vorgewärmten Gläser füllen. Wenn diese abkühlen, ziehts den Deckel etwas an (natürlich nicht so sehr wie bei heißer Marmelade, aber immerhin etwas) und falls nicht, sind die Deckel undicht. Diese Pilze werden alsbald verwertet und die entsprechenden Gläser landen dann im Müll.
    Hoffe geholfen zu haben,


    schöne Grüße


    Feinschmecker

  • Hallo, ich werde die Pilze schweren Herzens wohl entsorgen. Bin dafür extra in den Hochwald gefahren, weil es die bei uns so gut wie nicht gibt. Aber Gesundheit geht vor. Danke für die Tips.

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