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letzter Beitrag von Goldröhrling am

Petrischalensammlung

  • Guten Tag,


    ich bin neu hier im Forum und würde gerne mit euerer Hilfe eine einfache Bestimmung von "Nebenwachstum in Petrischalen" erstellen mit Bebilderung (möglichst in nicht mikroskopischer Auflösung) und möglichst genauer Arteingrenzung, sowie Substratbeschreibung.
    Ich hoffe auf diese Weise eine detaillierte Anleitung zur Mycelzucht erstellen zu können, da eine Suche über Google doch recht unerträglich war ohne jegliches Vorwissen.


    Diese Petrischale wurde mit Bovistsporen (genaue Art unbekannt, kann aber Bilder vom trockenen Fruchtkörper machen) versetzt, denke aber es ist kein Mycel vorhanden, jedoch zwei eindeutig differenzierbare Schimmelpilzarten (die sich nicht sonderlich mögen, wie es scheint). Ich bin über jeden Bestimmungshinweis dankbar :),


    Benno

    Bilder

    • PICT0002_800x600.JPG
    • PICT0025_800x600.JPG
  • Hallo,


    so eine Artbestimmung von Schimmelpilzkulturen geht nur mikroskopisch und ist keineswags "einfach". Dazu gehört schon einiges an Erfahrung und Ausrüstung.


    Anhand der Bilder vermag ich nicht zu sagen, was du für Schimmelpilze auf deiner Platte hast. Ebenso habe ich Zweifel, dass es dir überhaupt geliingt Mycel von "Bovisten" zu züchten. Wichtig wäre es schon zu wissen, ob du Sporen der Gattung Bovista (echte Boviste), Scleroderma (Kartoffelboviste) oder sonst was auf die Agarplatte gebracht hast.


    Was du damit bezwecken möchtest ist mir ebenfalls unklar. Kannst du bitte dazu noch 1-2 Sätze sagen. Ein paar weitere Informationen wären hier schon sehr hilfreich.


    Übrigens noch: Willkommen im Forum. :)


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Moin Moin


    Wie Stefan schon sagte... Einfach mal so nebenbei bestimmt man Schimmelpilze nicht ... Das dauert bei uns einige Wochen im Institut... Außer man macht es via PCR, dann dauert es nur einige Tage ...


    Für mich wäre das ein klarer Fall für den autoklaven...


    Alex

  • Vielen Dank für die herzliche Aufnahme,


    die eingebrachten Pilzsporen sind eindeutig Bovistsporen (siehe Anhang, allerdings auch ohne genauere Artidentifikation, jedoch wohl Gattung Bovista)
    Nach einiger Recherche und der Annahme, dass es sich bei dem gelben Pilz um einen Schlauchpilz (Aspergillus) handelt, vermute ich die Art Aspergillus ochraceus.
    Dem anderen widme ich mich später, allerdings ist mit der Information der Gegenwehr gegenüber dem anderen Pilz eventuell etwas anzufangen. Leider stehen mir keine technisch höherwertigen Möglichkeiten zur Verfügung.


    Edit: Bei den Agarplatten handelt es sich um (eingetrocknete und rehumidierte) Servoplates mit 2% Glucose.


    Meine Absicht ist diesen Bovist exemplarisch (und weil ich junge Boviste als Speisepilze schätze) zu kultivieren und zur Fruchtung zu bringen - im Wissen, dass hier schon viele vorher scheiterten, ich gebe die Hoffnug nunmal nie auf :). Da Boviste jedoch keinen Baum zur Symbiose benötigen hatte ich auf eine einfachere Kultivierung gehofft, als bei anderen Pilzen.
    Ich habe die erste Schale nun entsorgt und eine zweite angesetzt, ich melde mich mit neuen Bildern.

  • Ahoi-hoi!


    Vom Anlegen von Pilzkulturen verstehe ich nicht viel. Aber das, was da in dem Beutelchen ist, dürfte ziemlich sicher eine Lycoperdon - Art sein. Bovista - Arten haben einen anderen habitus und keine körnige Peridie.
    Makroskopische Bestimmungen von solchen Kulturmycelien funktionieren nicht, wie schon Stefan geschrieben hat. Das können auch gut drei Arten in deinem Schälchen sein, vielleicht ist eine davon ein Aspergillus, vielleicht auch alle drei, vielleicht keine davon. Im Grunde kann das alles Mögliche sein, von Schizophyllum bis zu Aporpium. Mycelfilze unterscheiden sich makroskopisch kaum voneinander, da kann man meistens nicht mal sagen, ob es ein Ascomycet, Basidiomycet oder Heterobasidiomycet ist.



    LG, Pablo.

  • Lieber Benno,


    erstmal auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum.... :alright:


    Wie meine Vor-Schreiber schon sagten, Schimmelpilze bestimmen, dazu bedarf es einiges Wissen und Erfahrung. Um einen Schimmelpilz sicher zu bestimmen, sollte er in in Kultur auf einer Platte wachsen und es braucht die Mikroskopie. Ohne beidem wird man erfolglos bleiben mit der Bestimmung von Schimmelpilzen....


    Auf Deinen Platten sehe ich mehrere (Schimmel)Pilze. Ich würde da gern noch eine weitere Gattung zu den schon angebotenen ins Spiel bringen: Penicillium! Der ist in unserer Umwelt sehr häufig und immer auf kontaminierten Platten zu finden.


    Ich habe auch mal so einen Versuch gemacht und gesammelte Pilzsporen auf einer Agarplatte zum keimen gebracht...es wuchsen so viele Kontaminaten, die den eigentlichen Pilz überwucherten. Wir leben (zum Glück) nicht in einer sterilen Umwelt...


    Eine Frage noch: Warum verwendest Du Servoplates mit 2% Glucose? Davon habe ich noch nichts gehört, warum nicht Malzextrakt-Agar? :hmmnmz: :hmmnmz:


    Liebe Grüße
    Kerstin

  • Hallo,


    so wie ich das aus den Zeilen lese haben dir 3 erfahrere Leute geantwortet, die sich mit Pilzbestimmung auf Agarplatten auskennen. Es ist nun mal nicht einfach; auch gerade in meinem Fall muss ich mich immer entscheiden, ob der gewachsene Pilz für meine Arbeit relevant ist oder nicht.
    Wie Alex schon schrieb; bis so ein Pilzmycel Strukturen, z.B. Konidienträger ausbildet, dauert es im Regelfall mindestens eine Woche; bis zu 10 Tage.


    Also wenn du solche Zuchterversuche machen willst, dann arbeite unter einer Sterilbank, da ist zumindest die Gefahr einer Kontamination durch ubiquitäre Schimmelsporen (Aspergillus und Penicillium) stark minimiert.


    @ Kertin: Als Universeller Agar bietet sich auch PDA an. ;)


    l.g.
    Stefan


    P.S. ICh gebe Pablo recht; das sollte eine Lycoperdon-Art sein, bzw. auch Vascellum prantense ist auch nicht vom Tisch.

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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    Einmal editiert, zuletzt von Climbingfreak ()


  • Also wenn du solche Zuchterversuche machen willst, dann arbeite unter einer Sterilbank, da ist zumindest die Gefahr einer Kontamination durch ubiquitäre Schimmelsporen (Aspergillus und Penicillium) stark minimiert.


    Hallo Stefan,


    ich glaube, das nützt nicht viel....
    Ich meine, die meisten Kontaminationen bringen die Sporen aus der Natur schon mit (die an dem Pilz und auf dem Pilz haften)...


    Liebe Grüße
    Kerstin

  • Hallo Kerstin,


    recht hast du. :alright: Das hab ich mir dann in der Nacht auch überlegt.


    l.g.
    Stefan

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    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


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  • Danke für die vielen Antworten, ich werde versuchen so gut es geht alle aufgekommenen Fragen zu klären :)


    Zitat


    Eine Frage noch: Warum verwendest Du Servoplates mit 2% Glucose? Davon habe ich noch nichts gehört, warum nicht Malzextrakt-Agar?


    Also diese Platten sind aus dem Jahre 2009 und wurden mehr oder weniger erfolgreich verwendet um (nicht ganz legale) Pilzsporen zu kultivieren. Die Aufschrift lautet: SAR - 2% GL '243 und sind eher Restbestände, die ich nicht wegwerfen möchte, bevor ich mir neue zulege.


    Geimpft habe ich die Platten (nach besprühen mit Wasser und 1 Tag Einwirkzeit) mit den Sporen indem ich sie einfach darauf "gedampft" habe und gut mit dem durchs Einweichen enstandenen Flüssigkeitsfilm des Agars über die gesamte Oberfläche der Platte verteilt habe. Danach ist der Flüssigkeitsfilm wieder fest geworden, wurde zugedeckt und mehr oder weniger dunkel, aber feucht kultiviert.


    Die oben gezeige Platte ist mindestens 2 Wochen alt und eventuell war das auf dem Bild nicht gut zu erkennen, aber der gelbe Schimmel besteht aus ziemlich weitläufigen Hyphen im Agar mit gelben bestielten Sporenbeuteln, der dunkle Schimmel hat eher eine staubartige Sporenkonsizenz und besitzt auch kein weitläufiges Hyphensystem, tritt dafür aber sehr häufig auf. Ich vermute, dass es sich bei keinem der Pilze auf der Platte um den von mir gewünschten Stäubling (Vielen Dank für die reichhaltige Pilzbestimmung) handelt. Jedoch ist die nächste Platte schon am einweichen :D.


    Mit ist bewusst, dass diese Vorgehensweise und auch der Umgang mit dem Agar nicht der üblichen Herangehensweise entspricht, jedoch bin ich ganz damit zufrieden, es scheint, dass dann nur das stärkste auf der Platte wächst (die Versuche im Jahre 2009 waren ein Desaster was das angeht).

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