Peziza mit lila Farbtönen an Holz

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 2.877 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Juergen-M.

  • Hallo zusammen,


    nein, hier handelt es sich nicht um einen Aprilscherz. Ich komme mit diesem Becherling wirklich nicht weiter. Mit dem Schlüssel nach Spooner komme ich zu Peziza isabellina var. isabellina. Hohmeyer kennt diese Art aber nicht und schlüsselt eine P. subisabellina, die jedoch glatte Sporen besitzt, die auch nicht ellispoid sind sondern etwas "angespitzt". Weiß jemand weiter?


    Fundort: Umgebauter Fichtenforst auf Weißjurakalk (Hangschotter) auf morschem Fichtenholz eines abgesägten Stammes. Ende Oktober (2013).


    Apothezien - 35 mm im Durchmesser, scheiben- bis flach becherförmig, nur mit kleinem Strunk dem Substrat aufsitzend, ockerbraun mit etwas lilafarbenen Tönen vor allem in Bechermitte und am Becherrand, Außenseite nur schwach kleiig, etwas heller als Hymenium, Trama hellbräunlich, ohne farbige Milch (jedoch etwas wässrig). Geruch und Geschmack unauffällig.


    Sporen [95% –• 15 –• SAP –• v –• H2O(nat)] : 14,2 - 15,5 - 16,8 x 7,8 - 8,5 - 9,2; Q = 1,5-1,8-2,1; Vm = 589 µm; ellipsoid, mit einem oder mehreren Tropfen, feinwarziges Ornament - punktiert. Paraphysen filiform, septiert, apikal etwas keulig verdickt, auch etwas umgebogen, mit braunem intrazellulärem Pigment. Excipulum mit textura intricata.

  • Hallo Jürgen, also für mich ist das eine stinknormale Scheibenlorchel (Gyromitra ancilis). Habitat passt auch.
    Kenne allerdings deren Mikromerkmale nicht.
    Hast du die in Betracht gezogen?
    LG Christian


    Edit: Ok, nach genauerem Lesen: aus dem Oktober und nur 3cm, das spricht natürlich eher dagegen.

  • Hallo Christian,


    danke für Deinen Tipp, ... also makroskopisch könnte das sogar sehr gut hinhauen! Aber mikroskopisch habe ich da Zweifel. Selbst wenn die Sporen unreif wären, müsste man an den Sporenenden (Polen) diese für Gyromitra typischen Verdickungen oder Anhängsel sehen. Hier mal ein Mikrobild von Gyromitra ancilis:

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Jürgen,


    auch von mir nur eine spontane Eingebung, die auf keiner wissenschaftlichen Grundlage beruht: Kann es nicht einfach eine Ascocoryne-Art sein?


    LG,


    Jan-Arne

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Jan - Arne!


    3,5 cm Durchmesser ist zu groß für Ascocoryne. Auch die Farbe passt nicht und die Sporenform schließt die Gattung dann völlig aus.


    Ich denke mal, daß es eine Peziza ist, wird Jürgen schon geklärt haben (Ascus - Reaktion).
    Ansonsten habe ich ja kürzlich von Zarko erfahren, daß es durchaus noch ein paar andere, interessante Discinas gibt. Aber die Gattung will hier eigentlich nicht passen, oder?



    LG, Pablo.

  • Hallo Jürgen,


    ich würde die glatt als Peziza arvernensis durchgehen lassen. Die muss nicht immer groß sein und auch zare violette Töne dürfen sein.
    Mikroskopisch und vom Substrat her passt das jedenfalls.


    P. subisabellina hat größere, glatte Sporen, die auch breiter sind und daher etwas angespitzt erscheinen.

  • Hallo zusammen,


    jan-arne; auch Dir ein Dankeschön für Deinen Tipp, aber Ascocoryne scheidet schon wegen der Größe aus, wie Pablo angemerkt hatte.


    @Pablo; Die Ascus-Reaktion hatte ich hier gar nicht gemacht, weil mir nach der Mikroskopie schon klar war, dass das eine Peziza sein muss.


    Ralf; an P. arvernensis hatte ich auch schon gedacht, aber die stark pigmentierten Paraphysen und vor allem, dass sie apikal etwas verbogen sind, ist für diese Art überhaupt nicht typisch, aber mir fällt da keine andere Art dazu ein.


    Grüßle
    Jürgen