Pilze bei minus 12 Grad

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 3.045 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Beorn.

  • Hallo Zusammen,


    Ich habe mich am Samstag bei mir ums Eck im Wald herumgetrieben und nach Austern Ausschau gehalten. Gefunden habe Ich keine, aber Ich habe einen lamelligen Baumpilz auf eine Buche entdeckt und mit Hilfe eine langen Astes aus ca 4m runtergeschubst. Das abgebrochene und gefrorene Dings könnte mMn ein gelbstieliger Muschelseitling sein, es soll aber auf Grund der mangelnden Merkmal hier keine Bestimmungsanfrage sein. Dazu habe Ich noch ein paar weitere Eindrücke aus dem Wald aufgenommen. Falls sich jemand aus dem Norden für Baumpilze begeistert, würde Ich gerne gemeinsam nochmal losgehen. Leider habe Ich zur Zeit die schöne Kamera nicht mehr, darum sind das alles Handybilder...


    Hier die ersten 4 Bilder meiner evtl Tiefkühlmuschel
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    2)
    3)
    4)


    Dann habe Ich einen schönen Baum gefunden, der diversen Arten eine Heimat bietet. Hier ein paar Eindrücke:
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    Daneben lag ein umgestürzter Baum und von "hinten", also durch das Wurzelwerk, schimmerten 2 kleine Pilzchen durch, die Ich als Samtfüße ansprechen würde.
    7)
    8)
    9)
    10)


    Dann hatte der Baum noch einen schwarzen Bewohner. Man konnte die obere Schicht mit dem Finger ankratzen und darunter kam weißes Eis zum vorschein.
    11)


    Zu guter letzt haben da noch ein paar kleine braune Knöpfchen gesessen und den Tag genossen.
    12)
    13)


    Mein Fazit:auch bei minus 12 Grad ist der Wald super, sogar ganz besonders schön. Ich ging mit guter Laune, roter Nase und leerem Körbchen nach Hause (bzw. erst mal ins Gasthaus...).


    Lieber Gruuz
    Fips

  • Hallo Fips.


    sieht ja ganz schön frostig bei Dir aus.


    Die Samtfüße sollten schon welche sein, die braunen Knöpfchen (Bild 12) halte ich für Kohlenbeeren. Bei Bild 11 handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Drüsling (Exidia), eventuell den Teerfleckendrüsling, aber da möchte ich mich auf Grund der Frostschäden nicht festlegen.


    Danke fürs Mitnehmen und die schönen Bilder, die auch gerne ausgerichtet werden dürfen. ;)


    Lieben Gruß
    Christoph

  • Hallo Fips,


    so kalt ist es bei euch schon? Bei uns ist es die ganze Zeit um 0 Grad. Aber eingefrostete Exidias habe ich auch heute schon gefunden. :)


    Zitat

    ..., darum sind das alles Handybilder...


    8| Beeindruckende Bildqualität! Dazu braucht man wohl ein ruhiges Händchen und ein gutes Handy. ;)


    Deinen Muschelseitling würde ich bestätigen wollen. Von der Hutfarbe und -beschaffenheit her sieht es gut aus mit der Bestimmung.


    Aber die Samtfüße... glaube ich nicht. Das müssten Schwefelköpfe (Hypholoma) sein.


    Die Drüslinge... Entweder Exidia nigricans (Warziger D.) oder E. pithya (Teerflecken-D.). Manchmal wird ja E. pithya auch nur als Varietät von E. nigricans gesehen.


    Ja, die Kugeln halte ich auch für Kohlenbeeren, Hypoxylon. Vielleicht die Rotbraune, H. fuscum, kenne mich da aber nicht aus.


    Viele Grüße,
    Emil

    • Offizieller Beitrag

    Aber die Samtfüße... glaube ich nicht. Das müssten Schwefelköpfe (Hypholoma) sein.


    Hallo an alle,


    ja das sehe ich auch so wie Emil. Ich halte zumindest Bild 9 für H. capnoides, bzw. H. fasciculare mit möglichen Forstschäden. Wuchsen die alle am gleichen Stumpf? Vielleicht hat du ja sogar beide genannte Arten abgebildet.


    l.g.
    Stefan

    Risspilz: hui; Rissklettern: bisher pfui; ab nun: na ja mal sehen...


    Derzeit so pilzgeschädigt, das geht auf keine Huthaut. :D


    Meine Antworten hier stellen nur Bestimmungsvorschläge dar. Verzehrsfreigaben gibts nur vom PSV vor Ort.

  • Zitat von Climbingfreak

    Vielleicht hat du ja sogar beide genannte Arten abgebildet.


    Hallo Stefan,
    ja, finde ich auch, der Eine sieht graublättrig und der Andere grünblättrig aus.
    Liegt aber vielleicht auch an der Kamera. :/
    Viele Grüße,
    Emil

  • Hallo Zusammen,


    erst mal sorry für die Perspektiven. Ich hab die Fotos von meinem Handy statt Kamera auf einen anderen PC geladen und dann irgendwie schief hochgeladen.


    Zu den Schwefelköpfen: Ich freue mich, wenn es hier Hilfe zur Bestimmung gibt, auch wenn es keine explizite Anfrage ist. Dafür genügt die Dokumentation vielleicht nicht. Ich habe an den Wurzeln eines gekippten Baumes 2 Pilze gefunden, die standen 10cm auseinander im Lehm / in der Erde, die zwischen dem Wurzelwerk hing. Beide waren steinhart gefroren, ich habe nur einen abgemacht und mitgenommen und den anderen stehen lassen. Richtige Grüntöne bzw. leuchtende oder neonfarbige Töne konnte Ich da nicht erkennen, aber ich habe die Fotos auch von den stehenden Pilzen von unten gemacht, also gegen das Licht. Der Mitgenommene sah dann auch wirklich mitgenommen aus, nachdem er angetaut ist. Die Lamellen sind dunkel geworden. Sporen hat der auch keine mehr hergegeben, hätte man sich vielleicht denken können. Veruch macht kluch... Die Pilze am Baum sahen identisch aus, auch wenn die Fotos täuschen. Bild 7 und 10 ist der eine, die Bilder 8 und 9 sind der andere.


    Vielen Dank für eure Meinungen!
    Es war übrigens nur am WE so kalt, jetzt sind wir leicht unter Null...


    Lieber Gruuz
    Fips

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Fips!


    Dein Drüsling ist der Warzige (Exidia nigricans). Der Teerfleckendrüsling kommt nur an Nadelholz vor. Bei Frost und Trockenheit verwandelt sich auch E. nigricans in eine flache Kruste.


    Der Schwefelkopf ist doch sicher an Laubholz gewachsen, oder?
    Ich sehe da H. fasciculare, die Farben auf dem letzten Bild erscheinen mir am passendsten.


    LG, pablo.

  • Hallo Pablo,


    danke für die Kommentare.


    Der Drüsling ist auf einem umgeknickten, aber noch angewachsenen, sehr dickem Buchenast gewachsen. Also fällt der Teerfleckendrüsling in der Tat raus. Mich hat nur irritiert, dass "mein" Drüsling so flach anliegt und nicht kugelig wächst. Hab nochmal nachgelesen: der Wuchsform nach müsste es also bereits ein älteres Exemplar sein.


    Und die Schwefelköpfe, tja, Laubholz? Der ist ja an den Wurzeln gewachsen und Ich hätte da jetzt beim liegenden Baum eher auf Nadelholz, Fichte, getippt. Zumindest wenn Ich die Rinde richtig erinnere. Laut meinen Büchern wächst der überall. Nur der Samtfuß mag Laub lieber. Daher kommt doch sicher deine Nachfrag? Hätte Ich also selbst drauf kommen sollen...


    Wieder was gelernt, danke!


    Bester Gruuz
    Fips

  • Hallo Fips,


    Zitat

    der Wuchsform nach müsste es also bereits ein älteres Exemplar sein.


    Ein vor allem eingetrocknetes. Muss nicht unbedingt alt sein, nur trocken. ;)


    Zitat

    Nur der Samtfuß mag Laub lieber. Daher kommt doch sicher deine Nachfrag?


    Den Samtfußrübling haben wir bereits ausgeschlossen. Wir versuchen bloß zu ermitteln, ob es der Grünblättrige Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare) oder der Graublättrige (H. capnoides) ist.
    Ich denke, Pablos Vermutung (Grünblättriger S.) stimmt.
    Dem Grünblättrigen ist das Substrat eigentlich egal, der Graublättrige bevorzugt Nadelholz.


    Viele Grüße,
    Emil

  • Hallo Emil,


    ach daher weht der Wind...macht Sinn. Ich dachte Pablo wollte sagen, dass Ich wohl durch einen Laubbaum auf den Samtfuß gekommen bin. Dabei hab ich den Pilz gar nicht ordentlich bestimmt. Eigentlich wollt Ich nur meinen Gefrier-Ausflug zeigen, aber jetzt will Ichs natürlich auch wissen! :)
    Da muss Ich wohl am WE nochmal hin...



    lieber Gruuz
    Fips

  • Hallo Zusammen,


    Ich habe es nun nochmal an selbe Stelle geschafft. Es wird aber keine Klarheit mehr bringen.


    Dennoch:


    1) hier der Bruder des Pilzes, den wir nicht klar als grün- oder graubl. Schwefelkopf ansprechen konnten. Leider ist das verbleibene Exemplar nun eine Mumie:


    2) der Baum an dem der Schwefelkopf (grün oder grau??) gewachsen ist, sollte eine Fichtenleiche sein, oder?
    Gesamt:


    Rindenreste:


    3) das schwarze Eis, welches ich letztes Mal gefunden habe, hat sich inzwischen wieder entfrostet. Es ist sehr dehnbar und wird von mir als Warziger Drüsling angesprochen. Fundort war hier eine alte Buche. Nicht die Fichtenleiche!


    Es ist sehr dehnbar und überhaupt nicht schleimig.


    Bester Gruuz
    Fips

  • Hallo Fips...


    Also zur "Schwefelkopf"-Mumie kann ich leider auch nichts mehr sagen.



    Tja und dann zu dem Baum... Also auf den ersten Blick dachte ich an Kiefer - Bis ich dann auf Baumkunde.de einige Fichtenborken gesehen habe, die deiner hier gezeigten durchaus ähnlich sehen. Weißt du denn noch villeicht, ob Nadeln in der Nähe auf dem Boden lagen? Fichten hätten ja eher kurze Nadeln... zumindest unsere Forstfichte hier Picea abies. Bei Kiefern dürfen die schon mal relativ lang werden ... Das ist aber nur eine Milchmädchen - Bestimmung. (Auf dem Bild vermute ich längliche Nadeln .. aber ich auch n paar kurze ....) naja...


    Vielleicht hilfts ja ... :)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Fips!


    Also die Warzigen Drüslinge sind mal gesichert. :thumbup:


    Der Stamm ist Kiefer, die Rinde ist da schon recht eindeutig. Da passt Ralfs erster Blick gut.
    Was die Sache mit der Bestimmung des Schwefelkopfes problematisch macht. Denn nur wenn es Laubholz gewesen wäre, hätte man immerhin den Rauchblättrigen (Hyph. cap.) ausschließen können. Der Grünblättrige und der Ziegelrote wachsen zwar bevorzugt an Laubholz, allerdings habe ich beide Arten auch schon an Kiefer und Fichte gefunden.


    Hm.
    Mein Tip: Sommer abwarten und mal gucken, was dann an dem Stamm so alles wächst. ;)



    LG, Pablo.