Beiträge von Oehrling

    Ui, eine ganze Kaskade von Fragen.

    1) Ob du den entfernen musst, entscheidest du. Das geht wahrscheinlich nur unter Einsatz krasser Giftchemie oder mit teurem Bodenaustausch, also wie gesagt deine Entscheidung.

    2) Bei Nelkenschwindlingen entstehen im Inneren der Kreise kahle Stellen im Rasen, so dass dein Rasen optisch nicht homogen grün, sondern "naturnah wechselfarbig" erscheint. Da weiß ich jetzt auch nicht, ob du damit leben willst und kannst.

    3) Nelkenschwindlinge sind ziemlich standorttreu. Die kommen gerne jahrelang wieder, wenn man sie lässt.

    4) Eine sehr gute Idee ist es, die Hüte abzuzwicken und zu trocknen und dann Pilzsuppe draus zu kochen. Ähnlich lecker wie Stockschwämmchen, aber mit viel geringerer Verwechslungsgefahr.

    FG

    Oehrling

    Hallo Luca,

    Melzers Reagenz kann man eigentlich immer brauchen, wenn man Pilze wirklich bestimmen und nicht nur im Buch/im Internet nachblättern will. Gerade bei weißen Sporenabwürfen unbekannter Lamellenpilze ist es nötig, die Amyloid- bzw. Dextrinoid-Probe zu machen, um ganze Gattungen ausschließen zu können. Natürlich brauchst du dann auch ein Pilzbuch mit den entsprechenden Angaben. Bei Wulstlingen (Amanita) ist die Amyloid-Probe zur Bestimmung von Arten innerhalb der Gattung hilfreich, denn nicht immer ist die Hutrandriefung so eindeutig ausgebildet wie es laut Pilzbuch sein sollte.

    FG

    Oehrling

    Hallo Suku,

    ich selber bin auch ein Verfechter der Eigenverantwortlichkeit. Ich habe es aber schon erlebt, dass aus falschem Ehrgeiz drittklassige Pilze in die Pfanne gehauen wurden, nur weil es selbstgesammelte waren. Hätte der Finder gleichartige Pilze im Supermarkt für teuer Geld kaufen sollen, hätte er die Nase gerümpft und sich angewidert abgewendet.

    Und die von dir gezeigten Pilze sind drittklassig, da beißt die Maus keinen Faden ab, und ich kann dir nur davon abraten, so etwas zu essen. Erstklassige Mairitterlinge sind klein, fest und haben vor allem keine glasigen oder bräunlichen Stellen.

    FG

    Oehrling

    Die Kamera macht die Bilder ziemlich dunkel.

    Hallo Schupfnudel,

    vielleicht ist das eine Frage der Belichtung bzw. der automatischen Belichtungskorrektur. Schau doch mal in die Gebrauchsanweisung der Kamera. Wenn sich da nichts verstellen lässt, könntest du vielleicht auch die Aperturblende am Mikroskop verstellen - dieser direkt unter der Köhlereinrichtung vorhandene Hebel sollte bei verschiedenen Vergrößerungen unterschiedlich eingestellt sein - je höher die Vergrößerung, desto weiter links der Hebel.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich hätte die jetzt eher für Maiporlinge (Polyporus ciliatus) gehalten, aber das ist natürlich nur geraten. Ich wüsste jetzt auch nicht, wie man dieses Rätsel weiter angehen könnte.

    FG

    Oehrling

    Hallo Lukas,

    für mich sieht er noch wie ein "normaler" Waldfreundrübling aus. G. ocior kenne ich dunkler braun und mit wirklich gelben Lamellen. Bei deinen Fotos bin ich mir nicht sicher, ob sie nur gelbstichig sind und die Lamellenfarbe verfälscht ist. Auf dem letzten Foto links der umgedrehte, der hat anscheinend weiße Lamellen.

    FG

    Oehrling

    Soweit so gut, was mich noch "stört":

    Die Fk wachsen gar nicht büschelweise und nicht (sichtbar) auf Holzresten (müssen sie wohlmöglich auch nicht).

    Hallo Lukas,

    nein, müssen sie nicht. Neulich schrieb hier jemand, dass es "den" Voreilenden Ackerling nicht gibt, sondern dass das ein Artenaggregat sei. Das wäre eine Erklärung.

    FG

    Oehrling

    Hallo Schupfnudel,

    der dunkelbraune Düngerling sieht mir nach dem Heuschnittpilz (Panaeolus foenisecii) aus. Aber sicher geht da nur was mit Mikroskop, genauso wie bei Agrocybe vervactii, wenn das nicht eine schnöde A. pediates bleiben soll. Risspilz Nr. 7 würde ich auf gelbolive Lamellenfarbe untersuchen und ihn dann bei Abwesenheit von Pleurozystiden ins Kegeliger-Risspilz-Aggregat stecken wollen. Risspilz Nr. 2 muss man sicherlich voll durchbestimmen, d. h. anhand dieser sehr jungen Pilze mit der Lupe kontrollieren, ob Velumfäden/Velumschleier vorhanden ist, dann die stehengelassenen Pilze groß werden lassen, sie vorsichtig ausgraben (Knolle oder nicht?), dabei den Stiel nicht anfassen. Und dann halt Bestimmungsprogramm. Nach Vergabe eines Namensvorschlages schließlich die Risspilzexpertin konsultieren, wass sie dazu meint.

    FG

    Oehrling

    Hallo Raphael,

    der stark gewimperte Hutrand spricht auch für P. arcularius, und so dermaßen weitlöcherig ist P. brumalis meiner Erfahrung nach nicht.

    Auf die Hutfarbe kann man in diesem Formenkreis nicht viel geben, die liegt immer irgendwo zwischen grau und braun.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    wenn Morcheln ähnlich zuverlässig wie etwa Steinpilze oder Flockies zu finden wären, würde nicht so ein Kult um das Morchelsuchen und -finden getrieben. Es wäre dann auch nicht so viel spaßiger als das Steinpilzsuchen.

    Sich selbstständig Morchelstellen zu erarbeiten, ist hohe Kunst, die erlernt werden will, und hat mit Abräumen oder Abernten nichts zu tun. Wer abernten will, muss halt auf den berüchtigten Parkplatz des vorjährig neu errichteten Supermarktes.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ohne die verlässliche Angabe des Geruchs kommen wir nicht weiter. Zumindest sollte man Marzipangeruch oder aber Tintengeruch identifizieren können.

    Vor ein paar Jahren fand ich ebenfalls im Frühjahr auf einem Mulchbeet eines Einkaufszentrums Champignons, die ebenso stark gilbten wie die hier gezeigten, die aber ungelogen weder nach Marzipan noch nach Tinte/Karbol rochen, sondern, wie der Kollege oben schrieb, einfach schwammerlartig. Leider habe ich die Dinger nicht bestimmen können, da ich kein Anilin/HNO3 hatte und in der mir damals zur Verfügung gestandenen Literatur nichts passendes fand.

    FG

    Oehrling

    Was den Geruch angeht - vielleicht war meine Nase auch zu überladen vom intensiven Geruch der Mairitterlinge, dass ich ihn nicht mehr wahrnehmen konnte?

    Hallo Appelgretchen,

    junge Schlehen-/Schildrötlinge oder Mairitterlinge, die nicht mehlartig riechen, können auch Ziegelrote Risspilze sein. Dann besteht Vergiftungsgefahr. Es war daher sehr gescheit, einen Sporenabwurf zu machen, um die Rötlinge an der Sporenpulverfarbe zu erkennen.

    FG

    Oehrling

    Edit: die Rötlinge halte ich übrigens auch für E. saepium und nicht für E. clypeatum, aufgrund der Hutform und des Bräunens der madigen Stellen.

    Die Adern des Stieles sollten bei H. leucomelaena nicht an der Außenseite kohlblattartig in den Kelch übergehen, sondern wohldefiniert an der Kelchunterseite enden. Ebendies ist hier zu sehen, und zusammen mit dem Standort unter Kiefer ist dann H. leucomelaena (= H. confusa?) sehr wahrscheinlich.

    Die hier gezeigte H. solitaria hat die typische solitaria-Kelchform (zweiseitig pferdesattelartig herabgebogen), daher auch der deutsche Name Sattellorchel.


    FG

    Oehrling

    Aber heißt das nun, daß du dich in die Liste aufnehmen läßt oder eher nicht?

    Ob ich in der Liste aufgenommen werde, mögen andere entscheiden, ich selber kann es nicht. Von mir aus ja. Obwohl mir nicht ganz klar ist, was genau mit dieser Liste bezweckt werden soll. Eine Art Verpflichtung, sich zu manchen Themen zu äußern, sobald man "angerufen" wird, wird damit ja wohl nicht verbunden sein. Es wird sicher auch nicht so sein, dass in einer Diskussion die Meinung eines in der Liste angegebenen "Gattungsspezialisten" a priori mehr Wert hat als die Meinung eines anderen.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    meine Lieblingspilzgattungen sind die terrestrischen Stachelinge (Hydnellum, Phellodon, Bankera, Sarcodon) und Porlinge (Albatrellus, Boletopsis), die Ritterlinge, die Saftlinge im weiteren Sinne (Hygrocybe, Camarophyllus, Cupophyllus), die Schnecklinge (Hygrophorus) und die Täublinge (Russula). Als Spezialisten oder gar Experten würde ich mich in keiner dieser Gattungen bezeichnen angesichts der hier vorhandenen Wissensfülle/Expertise, sondern als interessierten Laien, der Spaß am Pilzesuchen und Pilzebestimmen hat und halt schon viel gesehen hat nach fast 50 Jahren Pilzesuchen und sich das immer noch merken kann.

    Mein Diskussionsverhalten wird so bleiben, wie es ist. Finde ich eine Diskussion interessant, schalte ich mich gerne ein ganz ungeachtet der diskutierten Gattung. Finde ich die Diskussion unerquicklich, bringt mich auch meine Favoritengattung nicht zu einer Diskussionsteilnahme. Und habe ich nun mal so gar keine Ahnung von den diskutierten Pilzen, hülle ich mich notgedrungen in Schweigen.:)

    FG

    Oehrling

    Hallo Stefan,

    mach dir nichts draus, einige Pilzbestimmungs-Apps hätten wegen der Kombination aus radialrissigem Hut und braunen Lamellen wohl auch auf einen Risspilz getippt8o. Entscheidend für die Bestimmung war hier die ausgesprochen brüchige, hinfällige Statur der Pilze, welche dir ja auch aufgefallen ist. Risspilze sind zwar klein, stehen aber immer relativ stramm da.

    FG

    Oehrling

    ... Standortmerkmal war, dass die Morcheln genau da wuchsen, wo eigentlich niemand richtig Lust hat zu suchen. Schlau, dies Strategie. Morcheln scheinen es unaufgeräumt zu lieben.

    Hallo Claudia,

    meine Theorie wäre jetzt eher, dass die Morcheln an den attraktiven, zugänglicheren Standorten von anderen schon abgeräumt waren. Auf unseren Morchelexkursionen wuchsen die Morcheln direkt an den Wegesrändern, aber wir waren auch früh da und brauchten daher nicht so tief ins Gelände einzudringen. Spitze, dass deine Ansicht, dass Morcheln Phantome seien, durch Stefan so eindrucksvoll widerlegt werden konnte.

    FG

    Oehrling

    Hallo mala,

    das von dir gezeigte Waldstück sieht schon mal richtig aus. Die zu sehenden Bodenpflanzen Schöllkraut (?) und Waldmeister (?) passen, auch dass der Boden moosfrei ist. Jetzt die Zwerglein am Erdboden noch sehen, das ist das größte Problem.

    FG

    Oehrling