Beiträge von Oehrling

    Dies verwendet man, um Sulfovanillin zusammenzumixen. Sulfovanillin ist eigentlich für die Mikroskopie gedacht, aber irgendeine Koryphäe fand mal heraus (frag nicht wie!), dass man SV auch für Makroreaktionen verwenden kann (z. B. Sektion Roseinae). Phenol kann man in den Sektionen Amoenulae und bei den Ledertäublingen, Anilin in der Sektion Sardoninae verwenden, ist aber beides ziemlich stark gesundheitsschädlich. Das muss jeder selbst wissen, ob er den Weißstieligen und Kurzstieligen vom Rotstieligen Ledertäubling, R. amoena von R. amoenicolor oder den Zitronenblättrigen Täubling vom Stachelbeertäubling makrochemisch unterscheiden will. Guajak kann man bei den Täublingen durchaus auch brauchen, wenn es um Guajak-negativ geht (z. B. R. pseudointegra). Dagegen ist Guajak-positiv meistens banal und/oder vom Durchfeuchtungszustand der Pilze abhängig und bringt für die effektive Bestimmung nicht wirklich viel. Von den ganzen genannten Reagenzien finde ich Eisensulfat am nützlichsten.

    FG

    Oehrling

    Hier der Artikel, ich habe jetzt erstmal eingescannt und selbst noch keine Zeit drüber zu schauen. Packt mal eure Französisch-Kenntnisse aus...

    So, jetzt habe ich ein Franz-Wörterbuch vor mir, und dann kann es losgehen. Melde mich gleich mit dem Übersetzungsversuch wieder.


    Edit: die Stielvolva von A. battarrae wird als relativ dick (Dicke bis 0,5 cm!) und hoch (Höhe bis 9 cm) beschrieben (pers. Anmerkung: wohl etwa so wie bei A. pachyvolvata), von der Grundfarbe her weiß, äußerlich mit kleinen, oft punktuellen Flecken (tache) in ockerlicher (ochraceé) oder rostroter (rouille) Farbe. Dagegen hat A. umbrinolutea eine nur anfangs dicke, später dann aber feinere Stielvolva mit einer Höhe von nur 2,7 bis 4 cm, die Außenseite der Volva kann weiß, aber auch fleckig oder sogar flächig (plages) fahlrot (fauve) getönt sein, möglich ist auch gänzlich sonnenbrandrot überlaufen (laveé roussatre).


    Die Pilze mit den orangefarbigen Stielvolvas, die ich im Hochschwarzwald fand, sind danach und auch aus meiner Sicht in der Tat Amanita umbrinolutea und nicht A. battarrae zuzuordnen. Für mich ist damit ein Rätsel, das ich schon lange herumtragen hatte, gelöst. zuehli: besten Dank für das Hochladen der Literaturstelle!


    FG

    Oehrling

    Genau, und so was verzehrt man dann eben nicht. Egal wo die Bitterkeit nun herkommt. Auf das wollte ich hinaus. Richtig mitreden kann ich freilich nicht, da ich beim Kosten das Täublingsstück normalerweise nur maximal eine Minute im Mund behalte und auch nur auf mild/scharf achte. Aber ich werde das auch mal ausprobieren. Manche Täublingsfreaks unterscheiden ja beim Geschmack auch "nussig-mild" (= süßlich, lecker?) und "fade-mild" (= unlecker?), was ich persönlich (mangels verfeinerten Geschmackssinnes?) nicht wirklich nachvollziehen kann.

    FG

    Oehrling

    Hallo Manuel,

    der kleinere der beiden Pilze hat an der Stielbasis Hautfetzen und zählt wahrscheinlich zu einer Gattung (Amanita), in der sich ganz gefährliche Giftpilze befinden, z. B. der Knollenblätterpilz. Näheres lässt sich leider kaum sagen, da die Farben des Pilzes auf dem Foto überhaupt nicht stimmen.

    FG und viel Glück für Dynamo (falls ihr absteigt, sollten wir Makienok kaufen, das ist ein richtig Guter)

    Oehrling

    Ich finde diesen Milchling auch total komisch.

    So richtig will das irgendwie alles nicht zusammenpassen.

    Das deutet oft darauf hin, dass es sich um was Seltenes, Außergewöhnliches (und nicht nur L. rufus oder decipiens) handelt. Bei Täublingen ist das auch so.

    FG

    Oehrling

    Habe bisher immer nur Täublinge verzehrt die nach der Täublingsregel mild geschmeckt haben, ohne die Art weiter zu bestimmen.

    Das darfst du ja auch, gar keine Frage. Aber wenn du Täublinge anfragst, statt sie aufzuessen, willst du sie ja besser kennenlernen. Und einen Täubling kann man ohne Sporenpulverfarbe (und Geschmacksrichtung mild/scharf) nicht kennenlernen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Schwammerlsucher,


    deine neuen Bilder sind sehr gut und für die Anfrage zielführend. Die gezeigten Pilze sind alles Täublinge. Es sind den Bildern nach Frauentäublinge (R. cyanoxantha), Taubentäublinge (R. grisea), Papageientäublinge (R. ionochlora) oder Blaue Reiftäublinge (R. parazurea), vielleicht auch eine Mischung aus alledem. Die exakte Artbestimmung geht in diesem Formenkreis nur durch chemische oder mikroskopische Untersuchung jedes einzelnen Exemplares. Leute, die Täublinge zum Verzehr sammeln, können sich ohnehin an die Regel halten, dass Täublinge mit blauen Hüten immer ungiftig sind, so dass es der exakten Artbestimmung nicht bedarf.


    Was man freilich immer machen kann, ist Sporenabwürfe sammeln. Man schneidet den Hut vom Stiel und legt den Hut mit den Lamellen nach unten auf ein reinweißes Blatt (z. B. Druckerpapier). Das Ganze deckt man z. B. mit einer großen Kunststoffschüssel ab und lässt alles über Nacht liegen. Danach kratzt man das ausgefallene Sporenpulver mit einer Rasierklinge zu einem kleinen Häufchen zusammen. Man weiß dann zumindest aufgrund der einzelnen Sporenpulverfarben, ob alles die gleiche Art ist oder ob es sich um unterschiedliche Arten handelt. Im Falle deiner Pilze solltest du dazu einen besonders lilafarbigen Hut, einen blaugrünen, in der Mitte grünen Hut sowie einen blaugrauen, in der Mitte ockerfarbigen Hut nehmen (von den dreien denke ich, dass es unterschiedliche Arten sein können).


    Noch einmal zur Frage des Geschmacks. Meines Wissens wird in keiner Literaturstelle erwähnt, dass Täublingsstücke der genannten vier Arten (eine laut Literatur bittere Art ist in deiner Sammlung nicht dabei, so weit lehne ich mich mal aus dem Fenster) mit der Zeit im Mund bitter werden. Ich pflichte dir bei, dass wenn du bei einer Art Bitterkeit schmeckst, die laut Literatur nicht bitter ist, ein Problem hast. Über die Ursachen wurde hier ja schon spekuliert. Aber bezüglich des Verzehrs gilt: wenn an deinen Pilzen etwas bitter schmecken sollte, sollte dies ein Warnsignal sein, diese Pilze nicht zu verzehren, egal was genau der Grund ist. Aus meiner Beratersicht sind etliche der gezeigten Pilze schon deutlich über dem Zenit.


    FG

    Oehrling

    Hallo Jim,

    ich hätte den jetzt eher als Frauentäubling statt als Speisetäubling angesehen (Verhältnis Hutbreite/Stieldicke, der Speisetäubling hat einen im Verhältnis zum Hut schlankeren Stiel) . Einmal kurz Eisensulfat auf die Stielrinde, und der Fall wäre nach Sekunden klar: Speisetäubling positiv (lachsorange Verfärbung), Frauentäubling negativ (blassgrünliche oder gar keine Verfärbung).

    Noch ein allgemeiner Tipp nicht nur für dich, sondern für alle Täublingsbestimmer: Täublingsbestimmung nur nach Foto geht in den seltensten Fällen, daher muss man zu bestimmende Täublinge immer nach Hause mitnehmen und mindestens bis zum nächsten Tag aufbewahren. Oft löst sich ein Täublingsrätsel am Folgetag verblüffend einfach. Täublingsrätsel, bei denen der Anfrager den Pilz lediglich fotografiert und dann im Wald lässt, lassen sich in den seltensten Fällen befriedigend klären.

    FG

    Oehrling

    Hallo Schwammerlsucher,

    bitte habe dafür Verständnis, dass man aufgrund solcher Fotos überhaupt keine Urteile irgendwelcher Art abgeben kann, es sei denn, man handelt fahrlässig. Du willst ja die Leute sicher nicht zu fahrlässigen Urteilen treiben.

    Allgemein gilt ja, dass mild schmeckende Täublinge essbar sind. Diese Regel ist insofern gut, als dass jemand, der bei einem milden Täubling Schärfe oder Bitterkeit schmeckt, diesen eben nicht verzehrt. Ein selbstregulierender Kreislauf sozusagen. Schmeckt dir der Täubling, tut er dir gut, schmeckt er dir nicht, hast du dein Warnsignal bekommen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Anke,

    vergleiche mal mit Agrocybe dura (Weißer/Rissiger Ackerling), ob das passen könnte.

    Die Geruchsangabe "pilzig" wüde hier jedenfalls absolut passen. A. dura hat den Geruch, der im Buch als "pilzig" bezeichnet wird, im Gegensatz zum "kakaoartig-mehlartigen" Geruch von Agrocybe praecox.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claudia,

    einen belastbaren Namensvorschlag für Nr. 2 habe ich auch nicht, aber nach Würdigung aller vorliegenden Daten (grünlichgraue Hutfarbe, milder, in den Lamellen dagegen schärflicher Geschmack, cremefarbenes Spp, mittelstarke FeSO4-Reaktion) sollte man Russula aeruginea in Betracht ziehen. Ohne Mikroskopie kann es hier freilich nicht sinnvoll weitergehen, da es auch eine Griseinae sein könnte.

    Wie KarlW bin ich jedenfalls auch der Meinung, dass Täubling Nr. 1 eine andere Baustelle ist als Täubling Nr. 2.

    FG

    Oehrling

    Hallo Jörg,

    ich hatte die var. annulosulfurea (mit gelbem Stielvelum) im Sinn. Der gelbe Stielring ist nach meinen Beobachtungen korreliert mit denjenigen Perlpilzen, bei denen das Hutvelum so wie hier ausgeprochen kleinflächig und spitzstachelig ist und an den Igel-Wulstling erinnert, und die Stieloberfläche ausgesprochen grobschuppig rosa ist. Aber das muss wohl eine sehr schwache Korrelation sein, wenn ich die Bilder anschaue.

    Für mich ist immer noch schwer zu akzeptieren, dass die Perlpilze mit den kleinen, spitzen, kaum abwischbaren Hutvelumsstacheln das Gleiche sein sollen wie die mit dem flächigen, leicht abwischbarem Hutvelum, da sie in meinen Augen doch sehr anders aussehen. Wie man auf Nobis Korbfoto sieht, gibt es aber jede Menge Übergangsformen, von ganz flächig bis ganz spitzig.

    FG

    Oehrling

    Hallo Hannes2,

    könntest du bitte mal schauen, wie deren Stielringe gefärbt sind? Und ob da Hainbuchen in der Nähe sind? Ist ja schnell gemacht.

    FG

    Oehrling

    Hallo Kabelwoman,

    im Moment "bessert" sich das Wetter ja und wird so langsam pilzfreundlich. Am kommenden Wochenende könnte daher etwas mehr gehen als bisher. Also Mund abputzen und weitermachen, wie ich mir auch sage. Ich selber habe auch noch nichts Nennenswertes gefunden, obwohl ich in den letzten Tagen zwei Mal unterwegs war.

    Im Forum sind übrigens auch ein paar Steirer unterwegs, also mindestens einer ( Bernhard), vielleicht lässt sich da ein Treffen arrangieren.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    im Artenportrait wird für die "Varietät" A. cariosa das Merkmal Knollenlosigkeit angegeben (danke Stefan für den Hinweis auf das Artenportrait!). Das hier diskutierte Exemplar hat aber eindeutig eine Rübenknolle. Falls es eine var. cariosa tatsächlich gäbe, wäre die hier demnach auszuschließen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Sandra,

    bei deinem Pilz ist A. vervacti gut möglich. Allerdings sollte man kleine, gelbbraune Agrocyben grundsätzlich mikroskopieren. Große, kräftige Arten wie A. praecox, aegerita oder erebia gehen meistens ohne Mikroskop, aber die hier eher nicht.

    FG

    Oehrling

    Hallo Pablo,

    wenn du im Schwarzwald "Amanita battarrae" findest, grab sie doch mal aus und schau die Volva an. Ich habe das vor einiger Zeit einen Tag lang getan und festgestellt, dass alle von mir ausgegrabenen "Amanita battarrae" eine orangefarbige, und nicht bloß rostfleckige Volva hatten, so ähnlich wie z. B. Amanita proxima.

    Damals konnte ich mir keinen Reim darauf machen, da in der mir zur Verfügung gestandenen Literatur nichts darüber zu lesen war.

    Hat jemand von euch Literatur, in der beschrieben ist, wie die Volva der echten Amanita battarrae auszusehen hat (Farbe innen und außen, Anwachsstelle am Stiel, Stabilität)?

    FG

    Oehrling

    Das ist richtig. Dermatozystiden (so von SARNARI bezeichnet), werden z. B. im EINHELLINGER als Pileozystiden bezeichnet.

    Ich für meinen Teil finde die konzentrierte Schwefelsäure, die man für SV braucht, oder das Anilin, das manche auf Täublingslamellen schmieren, konkret gefährlicher als Kongorot. Aber wer bin ich schon, darüber ein allgemeinverbindliches Urteil abzugeben.

    FG

    Oehrling

    Hallo Claudia,

    dein Schwärztäubling hat den sogenannten lachsrosa Schein in den Lamellen. Der Dickblättrige (nigricans) ist es jedenfalls nicht. So, mehr wird nicht verraten - jetzt schau selber nach dem, was im Buch dazu angeboten wird.

    Pilz Nr. 1 sieht in der Tat nach Lärchenritterling aus. Die sich von der durchfeuchteten Stielbasis hochziehende freudig orange Färbung (siehe Foto Nr. 2) habe ich bei meinen Funden auch schon beobachtet. Gab es denn überhaupt Lärchen am Fundort? Diese Angabe musst du fairerweise schon machen.

    Bei den Risspilzen fällt mir unbemikroskopt nur ein, ob man die vielleicht etwas liegen lassen und danach hoffnungsfroh einen Fischgeruch erschnuppern könnte

    LG

    Oehrling

    Hallo Sebastian,


    auf dem Mikrofoto einer Täublingshuthaut sieht man grundsätzlich einfache Hyphen, von denen man die letzten vier bis fünf Endglieder als "Haare" bezeichnet (und nur diese sind für die Bestimmung erstmal interessant). Besonders interessant sind Form und Breite der letzten Endglieder.


    Dazu kommen je nach Täublingsart relativ dicke, lange, mit einer grauen Substanz gefüllte Dermatozystiden (DZY), bei denen Form, Breite und Länge interessant sind sowie die Merkmale, ob sie zur Gänze oder nur spärlich mit der grauen Substanz gefüllt sind und ob sie Kristallauflagen ("Inkrustationen") tragen oder nicht.


    Ebenfalls können je nach Täublingsart etwa "haar"-dicke und "haar"-förmige, aber wesentlich längere, unverzweigte, in kurzen Abständen auffallend kettenartig gegliederte Hyphen vorkommen, die immer irgendwo Inkrustationen tragen, die "inkrustierten Primordialhyphen" (IPH). IPH sind relativ monoton gestaltet und unterscheiden sich vor allem in der Breite.


    Bei den Speisetäublingen gibt es noch ein viertes Element: lange, dickwandige, rosshaarförmige Haare mit nadelspitzem Ende ("Crins"). Sieht man die, klopft man sich auf die Schulter, denn man ist dann mit der Bestimmung schon fertig.


    Mit Erfahrung (d. h. wenn man aufgrund seiner Erfahrung weiß, wie es jeweils auszusehen hat) kann man schon alle vier Elemente sehen, wenn man die Huthaut bloß mit Kongorot anfärbt. Daher sollte man zuerst einmal mit Kongorot an die Huthaut gehen, in der Hoffnung, dass sich dann die aufwändigeren Färbetechniken erübrigen. Warnhinweis: Kongorot-Dämpfe sollten wegen Kanzerogenität nicht eingeatmet, Kongorot-Präparate daher niemals erhitzt werden. Der Inhalt von DZY sieht in Kongorot hellgrau aus, Inkrustationen erscheinen als grünlich schillernde Pünktchen oder Placken.


    Nicht alle Leute erkennen bei bloßer Kongorot-Färbung DZY und IPH.


    Daher verwendet man Sulfovanillin, damit sich die DZY möglichst grauschwarz färben und danach nicht mehr zu übersehen sind. Bei manchen Arten werden sie leider aber nur ein bisschen dunkler grau und sind dann immer noch nicht gut zu sehen (z. B. bei den schon erwähnten Speisetäublingen). Auf jeden Fall wäre auch das ein bestimmungsrelevantes Merkmal. Verwendet man Sulfovanillin, färbt sich der Rest der Huthaut pinkfarben. Das gute SV-Präparat zeigt also eine pink gefärbte Huthaut, in der schwarzgraue Würmer, Zylinder, Keulen, Würste usw. herumliegen. Leider löst SV wegen der enthaltenen Schwefelsäure die Huthaut binnen weniger Minuten komplett auf, so dass man nur sofort nach dem Präparieren wirklich etwas sieht.


    Man verwendet Karbolfuchsin, damit man die IPH besser sieht. Extrem wichtig ist dabei, das Karbolfuchsin mit einer Säure, die schwach sein darf, z. B. HCL 2%, zu entfärben. Tut man das nicht, ist auf dem Bild alles lila, so wie in diesem Thread auf dem allerersten Bild, und man sieht gar nichts. Das ideale KF-Präparat zeigt vollkommen farblose Huthautelemente, einzig die Inkrustationen sind lila, sonst nichts. Beim Entfärben kommt es auf jede einzelne Sekunde an, in der das Präparat in der Säure liegt, denn leider haben die Inkrustationen die unangenehme Eigenschaft, sich unter Säureeinwirkung von den Huthautelementen abzulösen und dann frei im Präparat herumzuschwimmen, ohne dass der Bestimmer noch erkennen kann, von welchen Elementen sie herstammen. Daher ist es dringend notwendig, das Präparat nach dem Entfärben gründlich und lange in Wasser auszuwaschen. Oft wird es dabei wieder lila - dann muss man so lange auswaschen, bis das Präparat nicht mehr lila, sondern blass graugrünlich aussieht.


    Mehr kann ich hier erstmal nicht schreiben, das übersteigt sonst den Rahmen des Fasslichen. Zweckmäßiges Erstellen von Täublingspräparaten kann auf jeden Fall technisch anspruchsvoll sein. Am besten kann man das auf den von den gängigen Pilzschulen angebotenen Täublings-Mikroskopierkursen lernen.


    FG

    Oehrling

    Hallo Pablo,

    ich glaube, für einen so eindeutigen Fall musst du das Mikro nicht bemühen. Der Ziegelrote Risspilz ist ja mikroskopisch auch eher langweilig, die Sporen haben keine Ecken und er hat nicht mal Kristallzystiden. Mikroskopiere doch lieber mal die lilahütigen Täublinge :evil::saint:

    Insgesamt ist es nicht schlecht, was ihr schon so habt. Bei uns ist noch tote Hose (außer Schwefelköpfen und Stockschwämmchen), und das ist ja grade mal 80 km weiter.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    gegen die Diagnose R. curtipes spricht aus meiner Sicht nichts. Die typische Zweifarbigkeit der Hutoberfläche (innen gelb, außen rot), die man bei nahezu jedem einzelnen Exemplar von R. curtipes beobachten kann, ist hier fotografisch gut festgehalten. Sporengröße und -ornament passt.

    Die Dermatozystiden sind in der Tat nicht gut zu sehen, das soll aber nach SARNARI (vgl. Band 2, S. 1004) bei R. curtipes üblich sein. In Beitrag #3 auf dem ersten Foto, am linken Rand befindet sich ein Stück entfärbte Huthaut, in der ein paar grauschwarze Würmchen zu sehen sind. Wenn man irgendwo Dermatozystiden sehen kann, dann dürften dies welche sein. Lt. SARNARI müssten diese in Form und Größe den Huthauthaaren ziemlich ähnlich sein und eine Breite von höchstens 6 My besitzen.

    Die anfänglich ins Spiel gebrachte R. borealis hat noch gelberes, fast schon orangegelbes Sporenpulver, außerdem ein rein isoliertes Sporenornament, wohingegen man auf dem Foto schon ein paar Verbindungslinien sieht.

    FG

    Oehrling

    Hallo Daniel,


    die Kenntnisse basieren bei manchen auf jahrzehntelanger Beschäftigung mit den Pilzen, ich selbst z. B. mühe mich in der Pilzbestimmung seit 45 Jahren, das ist bei anderen Forumsteilnehmern bestimmt ähnlich. Also das wichtigste: einen langen Atem haben, nicht zu früh zu viel wollen, erstmal auf sich statt auf die anderen gucken, und vor allem: das, was man so mitbekommt, im Gedächtnis behalten und nicht schnell wieder vergessen.


    Deine Literatur sollte zu deinen Ansprüchen passen. Du setzt dir selber Ziele, und dann schaust du, dass du die dazu passende Literatur anschaffst. Spezialliteratur ist teuer, manchmal extrem teuer. Willst du nicht mikroskopieren, brauchst du die mittlerweile antiquarische, hunderte Euro teure Mikroskopieranleitung nicht. Willst du dich nicht auf Cortinarius spezialisieren, brauchst du die tausende Euro teure Cortinariusliteratur nicht. Willst du nur gelegentlich Speisepilze sammeln, langt ein 300-Arten-Pilzbuch für 20 Euro, wie es massenweise im Buchhandel angeboten wird. Also müsstest du für eine qualifizierte Beratung offenlegen, wo deine Ziele sind, zumindest müsstest du dir selber darüber klar werden. Mit den Büchern, die du genannt hast, kommst du meiner Meinung nach mindestens aufs Pilzberaterlevel.


    zu 1) google mal nach den Autoren ERB/MATHEIS und CLEMENCON

    zu 2) wird im ERB/MATHEIS ebenfalls abgehandelt, die Inhalte des CLEMENCON kenne ich selber nicht

    zu 3) meiner Meinung nach führend: G.J. KRIEGLSTEINER (Hrsg.), Die Großpilze Baden-Württembergs, Band 1 - 5

    zu 4) bitte im myko-shop.de stöbern, was da alles verfügbar ist; es gibt wohl kaum eine Großgattung (mit Großgattung meine ich die Auffassung von Gattungen vor der Splittungsära), zu der es nicht auch eine Monographie gibt


    FG

    Oehrling