Hallo Maria,
ganz hervorragende Dokumentation. Der Längsschnitt zeigt das erste wichtige Detail: eine nicht graugrüne Stielbasis.
Was noch gut wäre zu ermitteln, wäre der Geruch leicht angetrockneter Exemplare, der wird in etlichen Bestimmungsschlüsseln abgefragt (Maggi, Mehl, Bittermandel; Pippiduft soll es laut einem mir vorliegenden Schlüssel auch geben) dann der Geschmack (bitter, bitterlich, evtl. schärflich-prickelnd?), auch das wird abgefragt, und das Verfärbungsverhalten des Fleisches über Nacht, insbesondere ob da etwas violett oder grün wird.
Und behalte bitte von einem ausgewachsenen, möglichst alten Exemplar ein Stück Hut mit Stacheln auf, es kann sein, dass wir mikroskopieren müssen.
Nach den bisherigen Informationen würde ich diesen Stacheling so beschreiben:
Hutfarbe schmutzig und blass ockergraubraun mit blassrosa Stellen (dieses letzte Detail finde ich bestimmungstechnisch äußerst interessant; gibt es diese Kombination laut Schlüssel nicht, haben wir es vielleicht sogar mit zwei vergesellschaftet auftretenden Arten zu tun)
Hutoberfläche glatt, unbeschuppt (die felderig aufgerissene Huthaut auf Bild 1 sieht mir eher nach Trockenschaden aus)
Stieloberfläche blass ockergraubraun, könnte man im Schlüsseldeutsch als "weißlich" interpretieren
Fleisch angedeutet grünlich (muss ich nach den vorliegenden Fotos interpretieren, würdest du sagen, dass das stimmt?)
keine graugrüne Stielbasis
erste Ideen:
wenn angetrocknete Exemplare angenehm maggiartig riechen sollten => Bankera fuligineoalba
wenn Latrinengeruch oder grünliche Flecken auftreten sollten => Sarcodon leucopus
Liebe Grüße
Oehrling