Beiträge von Oehrling

    Hallo Leute,


    Level 4 von 5 ist schon erreicht, das heißt ab jetzt wird es wirklich schwer.

    Dennoch (oder deshalb?) wünsche ich euch viel Spaß. Da ihr sicher wieder etwas Zeit für die Abgabe eurer Lösungen braucht, wird erst am kommenden Samstagabend aufgelöst.

    Die Lösungen bitte wie schon zuvor als PN an mich abgeben.


    Pilz 1: gewachsen im Lärchen-Zirben-Wald auf ca. 1800 m NN


    Pilz 2: gefunden im Fichtenwald über Urgestein auf ca. 1200 m NN, in unmittelbarer Nachbarschaft einige Fichtensteinpilze


    Pilz 3: gefunden unter Birke auf etwa 800 m NN


    Pilz 4: gefunden unter Fichte auf ca. 1200 m NN; sehr zähes Fleisch, Geruch mehlartig; die rechte Seite zeigt einen Fruchtkörper von oben, der linke wurde längs in der Mitte durchgeschnitten und eine der Hälften aufrecht hingestellt; weshalb dieser Hinweis? bei diesem Pilz ist nicht nur wichtig, welche Farben zu sehen sind, sondern auch welche oben und welche in der Basis zu sehen sind


    Pilz 5: gefunden unter Fichte im montanen Nadelwald; Geschmack mild, Sporenpulverfarbe gelb, Hutdurchmesser ca. 12 cm


    Pilz 6: gefunden im Fichtenwald auf ca. 1200 m NN; sehr zähes Fleisch; ein nicht mit der Kamera aufgenommenes Schnittbild zeigte von oben bis unten orangefarbiges Fleisch


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,


    spät kommt die Auflösung, aber nicht zu spät. Ihr habt wahrscheinlich mitbekommen, dass ich am Montag an einer mega-interessanten Exkursion auf der Frankenalb teilnehmen durfte und daher etwas eingespannt war, andererseits hattet ihr euch auch etwas mehr Zeit für die Bestimmungsarbeit erbeten.


    1) Suillus placidus (Elfenbeinröhrling); zu Recht wurde die fehlende Frische des Fruchtkörpers moniert, aber an der Stielrinde wurde er doch letztlich von den meisten erkannt

    2) Phylloporus pelletieri (Europäisches Goldblatt); diese Farbkombination ist unverkennbar

    3) Phellodon confluens/tomentosus (Becherförmiger Duftstacheling); der Suppenwürzegeruch wies gleich vor Ort in die Gattung der Duftstachelinge; Phellodon niger und melanoleuca/connatum fielen wegen der Stielfarbe raus; bei den Artnamen geht es in den diversen Pilzbüchern durcheinander, so dass ich beide Artnamen akzeptiert habe

    4) Russula decolorans (Orangeroter Graustieltäubling); am Hut fingen die beiden Exemplare vor Ort schon zu grauen an

    5) Boletopsis grisea (Grauer Rußporling); die Hutfarbe ist für B. grisea schon sehr dunkel, so dass man ihn für B. leucomelaena halten hätte können, daher der Verweis auf den bitteren Geschmack; B. leucomelaena ist mild

    6) Albatrellus ovinus/subrubescens (Gewöhnlicher Schafsporling); ein Mitrater wies zu Recht darauf hin, dass an den Pilzen überhaupt nichts Gelbes war, und verwarf daraufhin die Alternative Albatrellus citrinus. Wie der Schafsporling in der Pfanne nach Erhitzen aussieht, kann man auf Belis Phal-Foto bewundern


    Obwohl hier schon ziemlich schwierig zu erkennende Pilze dabei waren, ging die Sache abermals knapp aus, und zwar mit 5,5 von 6 Punkten zugunsten von Werner E. und Schupfnudel. Da die Schupfnudel nun schon zum zweiten Mal bei den Besten war, scheint sie ein ziemlich guter Pilzkenner zu sein. Auch Wutzi und Craterelle sahen mit 5 Punkten in dieser Runde sehr gut aus.


    FG

    Oehrling

    Hallo Beli,

    deine Bestimmungsvorschläge unterstütze ich, und ergänze folgende Vorschläge:

    5) Amanita lividopallescens

    6) Lactarius acerrimus (ja, ich habe ihn gekostet, aua, aua)

    11) wohl "nur" Phellodon niger, trotz des ungewöhnlichen Hutzentrums; im Längsschnitt von oben bis unten einheitlich schwarzblaues Fleisch

    13) ganz junge Vascellum pratense

    17) Lactarius controversus; eine Pappel stand direkt dabei; Maria zeigt ausnahmsweise mal die Unterseite wegen der rosa Lamellen

    FG

    Oehrling

    Oh, du hast ein Mikroskop, das wusste ich nicht. Dann kannst du auch nach Zystiden an den Lamellen oder an der Stielrinde suchen, das gibt noch mehr Aufschluss. Ich glaube, dass das hier ein Risspilz ist, und zwar einer von denen, die nur an der Lamellenschneide Zystiden haben.

    FG

    Oehrling

    Hallo Pablo,


    deine Mikro-Doku, auf die du verwiesen hast, entspricht in jeder Hinsicht meinem Untersuchungsergebnis, das war definitiv der gleiche Pilz wie diese hier. Nirgendwo gesehene Schnallen, dafür aber reichlich gelbbräunliche, wurmförmige Gloeozystiden in der Stacheltrama (letzteres behalten wir mal im Hinterkopf, wenn wir mal wieder einen Habichtspilz oder einen Gallenstacheling oder einen anderen Stacheling finden und mikroskopieren). Die Sporen um die 5 My lang, ich selbst habe auch etwas größere gesehen, das könnte vielleicht daran liegen, dass du keine perfekt seitlich liegenden vermessen hast, vermutlich reif, da stark ornamentiert. Das Sporenornament nicht einheitlich, zumeist abgerundete Warzen, ein paar allerdings truncat. Als wenn der Pilz uns eine lange Ätsch-Nase drehen wollte. So wie mit der KOH-Reaktion, die am selben Pilz an verschiedenen Stellen positiv oder negativ ist.

    In einem früheren Beitrag meinte Frank Tomentella, dass die Mikrodaten einigermaßen gut zu Sarcodon glaucopus passen würde, das ja auch mit vollem Recht, aber wo ist die blaugrüne Stielbasis, die das Ephitet schon benennt?


    Meine Theorie ist, dass entweder die Beschreibungen der äußerst seltenen Sarcodon-Arten nicht wirklich verlässlich sind (stammen sie vielleicht aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wurden von den späteren Autoren nur fortgeschrieben?) und Merkmale kompilieren, die von unterschiedlichen Arten herstammen (sind eventuell zugeschickte Exsikkate verwechselt oder Plastiktütchen durch Zuschicker falsch beschriftet worden?) oder aber dass die Merkmale von Sarcodon-Arten viel variabler sind (z. B. Sporengrößen) als das die Referenzliteratur suggeriert. Ein Googeln nach den einzelnen Arten ergibt z. B. auch jede Menge falsch benannter Bilder. Da werden etwa Bilder, die graugrüne Stielbasen zeigen, munter durchgemixt mit Bildern der angeblich gleichen Art, aber mit weißgrauen Stielbasen. Da scheinen die Artauffassungen und Artkonzepte einzelner Bestimmer durcheinander zu gehen.


    Hallo Climbingfreak,


    dass die untersuchten Pilze aus dem Solnhofer Wald selten sein sollen, mag man kaum glauben, wenn man durch diesen Wald läuft. Sie waren am Montag dort ungefähr so häufig wie Habichtspilze und bildeten munter Nester und Hexenringe. Ich kann mir angesichts dieser Wuchsweise und der Üppigkeit und Reichlichkeit der angetroffenen Fruchtkörper beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie etwas Unbeschriebenes sein sollen. Sie entziehen sich nur frecherweise unserer Bestimmung.


    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich melde mich wieder bei euch, aber leider nicht mit der erhofften Bestätigung des Sarcodon leucopus durch Mikroskopieren. Leider habe ich keine eindeutigen Schnallen finden können, weder im Hutfleisch noch an den Basidien, und was noch schlimmer ist, die Sporenmaße sind mit 5 bis allenfalls 6,5 My Länge auch noch zu klein für Sarcodon leucopus. Nach dem Mikroskopieren lande ich also im Bestimmungs-Nirwana. Da keiner der Stachelinge mit solch kleinen Sporen ein ähnliches Aussehen hat wie S. leucopus, muss die Einschätzung anhand der makroskopischen Daten vorgenommen werden und damit muss die gesamte Bestimmung unsicher bleiben. Vielleicht findet sich noch jemand, der Schnallen und größere Sporen entdeckt, aber ich bin leider raus.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo Beli,

    ein Vogel hat doch niemals eine so wildlederartige, feinfilzige Hutoberfläche wie Nr. 5. Vielleicht war mit dem Optiker-Hinweis auch das gemeint.

    Wenn Rätselteilnehmer auch gleichzeitig phälen, verhelfen sie ihren Konkurrenten zu besseren Ergebnissen - halt nur wenn die Phäle auch treffend sind und man die richtige Pilzart vermutet. Es wäre zwar nicht die Feine Englische, aber man kann auch so phälen, dass die Konkurrenten absichtlich von der richtigen Lösung weggeführt werden. Sicher nicht bei dir - aber theoretisch wäre es möglich.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    also ich selbst habe nicht den Vater gebasht, sondern die Zeitung - und das mit Recht, wie ich nach wie vor glaube. Der Vater stellt sich ohne bösen Willen und unvorsichtigerweise zur Schau und macht sich damit zum Sklaven und irgendwo auch zum Opfer des Presserummels. Wenn der ein Bußgeld bekäme, sollte die Zeitung das aus Fairnessgründen bezahlen.

    Die 2-kg-Grenze ist auch Ausfluss eines falschen Verständnisses über die Ursachen des in den letzten Jahrzehnten angeblich zu beobachtenden Pilzrückgangs. In erster Linie wird von den Behörden und Verordnungsgebern die Ursache in übertriebenem Absammeln von Pilzfruchtkörpern gesehen, mit der angeblichen Folge, dass sich die Pilze nicht mehr richtig vermehren könnten. So wird versucht, den Pilzsammlern einen entsprechenden Verständniszusammenhang einzuprägen und ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen, in den Wald zu gehen und da Pilze herauszuholen und nicht mal Geld dafür zu bezahlen. Dabei ist doch schon lange erforscht, dass die Hauptursachen des Pilzrückgangs in der Eutrophierung und Vergiftung der Landschaft durch Immissionen, etwa von Verkehrsmittelabgasen, danach in einer verfehlten und zu wenig nachhaltigen Forstwirtschaft, und erst weiter hinten durch das Verhalten von Pilzsammlern liegen. Die Pilzarten, die aktuell den stärksten Rückgang aufweisen, sind allesamt keine Speisepilze.

    FG

    Oehrling

    Eben dies stelle ich in Abrede, denn dann müsstet Ihr alle Laien konsequenter Weise grundsätzlich von Kostproben abraten.

    Genau das tue ich auch: Laien sollten grundsätzlich keine Kostproben an Pilzen vornehmen, außer es geht ausnahmsweise um die Fälle, die ich explizit aufgezählt habe: Gallenröhrling, Schönfußröhrling, Grünblättriger Schwefelkopf, Habichtspilz, Täublinge und Milchlinge. Was hingegen immer gemacht werden darf, sind Riechproben, da Pilzgifte nicht über die Atemwege aufgenommen werden. Zum Beispiel sind Riechproben gerade bei Amaniten sinnvoll. Und über eine Geschmacksprobe kann man Amaniten nicht mehr Informationen erhalten als über eine Riechprobe.

    FG

    Oehrling

    ...

    Hier war doch die Ausgangsfrage Perle oder nicht Perle.

    Die Verwechslungspartner sind – und das dürfte doch allgem. Konsens sein – der Graue Wulstling und der Panther. In ersten Fall würde sich lediglich eine geschmackliche Enttäuschung einstellen(meine Geschmacksempfindung), aber im zweiten Fall könnte sich je nach zugenommener Menge und Individuen ein Drama abspielen. ... Wir diskutieren hier also nicht die Gruppe Amanita, sondern Perle versus Panther.

    Hallo zusammen,


    für mich stellte sich der Ausgangsfall so dar:

    Es hatte jemand den bekundeten Verdacht, einen Perlpilz vor sich zu haben, war sich aber nicht sicher, ob es auch wirklich einer war. Dass er in der Gattung Amanita unterwegs war, dürfte ihm einigermaßen klar gewesen sein. Mehr als das aber wahrscheinlich nicht, insbesondere konnte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass das Problem sich für ihn auf die Entscheidung zwischen Perle und Panther reduziert.

    So jetzt, was macht der gute Mann: eine Geschmacksprobe! Frage 1: was genau wollte er damit ermitteln? Geschrieben hat er zumindest nicht, was das Ergebnis seiner Geschmacksprobe war. Jede Amanita schmeckt einigermaßen gleich, mit marginalen Aromaunterschieden (Gelber Knolli: Kartoffelkeller, Panther: Rettich, Grüner Knolli: Honig, Perli: ja, nach was schmeckt der eigentlich?). Zumindest ist es nicht so, dass giftige Amanitas klar anders schmecken als ungiftige, insbesondere ist es nicht so, dass es eine konkrete Geschmacksrichtung gibt, die bei Amaniten auf Giftigkeit hindeutet. Deine persönlichen Geschmacksempfindungen spielen hier für diesen Fall - pardon - keine Rolle, da niemand weiß, wie fein die Geschmacksempfindung des Anfragers ist. Frage 2: was hätte, wenn es dumm gelaufen wäre, passieren können? Eine Geschmacksprobe an einem übel giftigen Pilz vorgenommen und dabei eine sicher beschränkte, doch schwer mengenmäßig abschätzbare Dosis Gift inhaliert. Dein persönliches Problembewusstsein schlägt in einer solchen Situation keinen Alarm, aber auch das spielt - pardon - keine Rolle, wenn es darum geht, dass sich jemand anderes potenziell vergiften könnte.

    Für den Pilzberater geht es in der Beratung auch in keinster Weise um sein persönliches Problembewusstsein, sondern um objektiv vorhandene Probleme, die in Haftungsfragen münden könnten. Grundsätzlich geht es in der Pilzberatung auch darum, den richtigen Umgang mit Pilzen an Ratsuchende zu vermitteln, z. B. ob Kostproben während des Pilzesuchens im Wald etwas bringen oder nicht. Wer keinen Rat sucht, muss sich freilich auch an keinen Pilzberater wenden oder hier im Forum eine Anfrage stellen, und kann stattdessen seinen Whisky trinken. Aber wer einen Rat doch sucht, bekommt den Rat, egal ob er dann gefällt oder nicht. Gefällt der Rat nicht genug, kann man nächstes Mal einen anderen Berater suchen oder auch ganz auf die Beratung verzichten. Es gibt weder eine aktive noch eine passive Beratungspflicht.

    FG

    Oehrling

    Liebe Pilzfreunde,


    es ist ja alles sehr ehrbar, was ihr hier vorbringt. Aber beim genauen Hinsehen werden wieder die kleinen "Verbrechen" ganz groß geschrieben.

    Hallo Namensvetter,

    das kleine "Verbrechen" ist das Sammeln von Übermengen, das größere das Prahlen und Protzen damit in der Zeitung. Irgendwie muss der Zeitungsschreiberling ja von dem Fundereignis erfahren haben, aber gewiss nicht dadurch, dass er sich bei verschiedenen Leuten durchgefragt hätte, was sie am Wochenende so im Wald gefunden hätten. Da war der Typ mit den Steinpilzen schon aktiv hinterher.

    Das größte "Verbrechen" hat die Zeitung begangen, dadurch dass der Reporter oder der Redakteur die Fundmenge nicht kritisch hinterfragt haben. Dass es da ein Problem gibt, hätte man mit ein bisschen Hintergrundrecherche herausfinden können. Leider verbreitet hier die Zeitung die unzutreffende Auffassung, dass ein solches Sammeln legal sei und motiviert zur Nachahmung. Keine journalistisch saubere Arbeit, wie ich meine, und ein ungewollt schlechtes Bild, was die Zeitung dabei abgibt.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    jetzt habe ich es einmal so gemacht wie ganz früher: Bildvergleich durch Blättern und Stöbern. Tante Google bietet ja ganz andere Möglichkeiten als ich sie vor 40 Jahren hatte. Nach allen Bildvergleichen der in Frage kommenden Arten erscheint mir Sarcodon leucopus am wahrscheinlichsten, Sarcodon laevigatum ist offen bar ein Synonym zu leucopus.

    Heute nachmittag wird mikroskopiert; ich habe aus Marias Wald noch ein paar Täublinge mitgenommen, da kann das mit dem Stacheling auch gleich miterledigt werden.

    FG

    Oehrling

    Außerdem ist nicht wirklich sicher, dass das Helvella crispa ist. Die echte Helvella crispa hätte nämlich einen weißen Stiel. Es kann also gut was anderes sein, z. B. eine andere Helvella.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    so große Steinpilze sind ohnehin meistens verwurmt. Außer zum Fotomachen und "Teilen", wie das heutzutage heißt, taugen sie dann nicht viel. Also entspannt durch die Hose atmen.

    Es ist ohnehin ein großer Anfängerfehler, auf die möglichst großen Steinpilze loszugehen. Das machen viele vereinsexterne Teilnehmer an unseren Lehrwanderungen auch. Wir vom Verein schauen dagegen, wo sie die großen finden und gehen dann anschließend an diese Stellen, um die kleinen Hügel drumherum vom Laub oder Moos freizuräumen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Mischa,

    jetzt mal Tacheles: da Claudia und ich Pilzsachverständige sind, ist es unsere Pflicht, vor einer Kostprobe innerhalb der Gattung Amanita zu warnen. Unter Pilzsachverständigen ist unsere hier vertretene Auffassung Konsens und ist nicht weiter belegbedürftig. Was du mit diesen Informationen anfängst, ist selbstverständlich deine Sache. Genauso selbstverständlich darfst du weiterhin deine Amaniten kosten, wir haben unsere Pflicht mit der Warnung bzw. dem Abraten getan. Dass selbst der Perlpilz, für den du eine Kostprobe zur Abgrenzung vom Pantherpilz vorschlägst, roh giftig ist, ist dir ja sicherlich auch bekannt.

    Freundliche Grüße

    Oehrling

    Hallo zusammen,


    bisher kann ich nur sagen, was diese ohne Frage seltenen Stachelinge NICHT sind:

    - irgendwelche Bankera (nicht der kleinste Hauch von Suppengründuft, einfach nur Mehlgeruch)

    - Fichten- oder Kiefern-Habichtspilze (zu bitter dafür)

    - Gallenstacheling (nicht bitter genug)

    - eine Art mit graugrüner Stielbasis, denn die hatten eine normal gefärbte Stielbasis

    - eine Art mit violettem oder violett verfärbendem Fleisch (das Fleisch war im Schnitt grau mit gelbgrünlichem Ton)

    - eine Art mit orangenem Stielfilz

    - eine Art mit orangegetönter Hutoberfläche (Maria und ich waren uns vor Ort einig, dass diese Pilze gelbbraun mit Rosa-/Violetttönen waren)

    - eine Art mit scharfem Geschmack (der Geschmack war die ersten 5 Sekunden mild, danach ziemlich bitter, aber zu keiner Zeit scharf)

    Nach dem Ausschlussverfahren, Maria und ich haben im Exkursionsfahrzeug auch kurz durchgeschlüsselt, bleiben Sarcodon leucopus und die beiden "Literatur-Phantome" Sarcodon underwoodii (nach OTTO 1997) und Sarcodon laevigatus (nach MAAS-GEESTERANUS 1968).


    Marias Fotos in Beitrag #52 sind alle treffend. Auf ihnen erkennt man die außerordentlich große Variabilität der Hutbedeckung, z. T. am selben Exemplar.


    Weiters haben wir einen KOH-Test im Fleisch gemacht und ein seltsames Ergebnis erzielt. Das Fleisch war wie erwähnt gelbgrünlich, hatte aber bei einem alten Exemplar im Hutfleisch über der Stachelschicht einen rosavioletten Ton. Auf dem gelbgrünlichen Fleisch war das KOH ganz negativ (blieb gelbgrünlich), auf den rosavioletten Stellen wurde das KOH grünblau (farblich in etwa mit Guajak-positiv vergleichbar). Maria hat das fotografisch festgehalten. Wir können daher nicht mit Bestimmtheit sagen, ob das Fleisch KOH-negativ oder KOH-positiv ist, es war am selben Exemplar irgendwie beides zugleich.


    Außerdem haben wir bei Jungexemplaren eine glatt-filzige Hutoberfläche beobachtet, ältere und erst recht die alten Schlappen hatten dagegen braune Hutschuppen auf gelbem Grund entwickelt. Die ganz alten hatten Hutschuppen wie Sarcodon scabrosus. Bei der Bestimmung dieser Exemplare versagt das Kriterium der Hutschuppigkeit unseres Erachtens kläglich.


    Wie auch immer - ich habe gerade bei meinem Mikroskop erfolgreich die Glühbirne ausgetauscht, so dass ich die Stachelinge morgen untersuchen kann. Vielleicht riechen sie ja morgen auch nach etwas Besonderem, bekommen violettes Fleisch oder so etwas ähnliches.


    FG

    Oehrling