Beiträge von mikromeister

    Da die Fichtensteinpilze dieses Jahr komplett madenfrei sind geht die Strategie so weit auf.

    Ja, das ist echt wunderbar. Heuer sind auch nicht mal grünliche Schwämme vermadet und sind somit nutzbar.


    Interessant für die Schwammabschneider:

    Eine etwa 5-10mm dicke quer geschnittene Scheibe eines alten Steinpilzes gegen das Licht halten und durchschauen.

    Man sieht wunderbar die filigranen erstaunlich sauberen Röhrenwände, die alle ganz genau parallel stehen und so den Durchblick in nur genau eine Richtung ermöglichen.

    Hält man das Stück auch nur ganz wenig schief oder gebogen, sieht man nicht mehr durch.

    Das Verhältnis von Wänden zu Öffnung ist dabei ganz anders, als es beim Anblick des recht massiv wirkenden Schwamms zuerst scheint. Ich schätze, da ist nicht mehr als 5 % Wandanteil.


    Wir benutzen den Effekt als Beschichtungsschutzelemente vor optischen Linsen. Allerdings aus Edelstahl.

    Keine Frage, junge Steinpilze mit geschlossenem Hut und weissen Röhren sehen super aus, sind sprichwörtlich hart und bleiben in der Pfanne schön fest.

    Geschmacklich hatte ich aber schon öfter das Gefühl, dass sie nicht optimal sind. Manchmal schmecken die richtig langweilig und nichtssagend. Immerhin süß.


    Dagegen finde ich ältere Exemplare mit gelbem Schwamm, noch nicht grün, aromatischer und speziell der Schwamm kommt beim Trocknen meiner Meinung nach sehr intensiv raus.

    Auch frisch gebraten schmeckt der super, wenngleich dann die Konsistenz eher breiig ist.


    Könnte das vielleicht der selbe Effekt sein, der Steinpilze beim Trocknen so charakteristisch intensiv werden lässt. Auch beim Trocknen durchläuft das Gewebe ja ein Stadium, das nicht ganz lecker aussieht und in dem sicherlich ein gewisser Oxidations- und Zersetzungsprozess stattfindet. So wie beim Fleisch abhängen, wo das Einweiss enzymatisch modifiziert wird.

    Vielleicht hat ein älterer Pilz schon eine Reifung durchgemacht und schmeckt so anders.


    Bin ich der einzige Liebhaber älterer Steinpilze?

    der Verzehr eine Lebensmittelvergiftung nach sich ziehen könnte. ;)

    Was bedeutet der Smiley?

    Freust Du dich drüber? Ist die Aussage nicht ernst gemeint? Oder was?


    Ich kann da übrigens keine Vergiftungsgefahr erkennen, auch wenn mir der Schwamm im Essen zu schlonzig wäre.

    Kein Schimmelbefall, keine Zersetzung und auch noch nicht wirklich alt.

    Kein Superfund, aber ich kenne viele Leute die sowas unproblematisch essen. Vor allem die beiden äusseren.

    Ich habe eine Versuchsreihe mit getrockneten Flockenstieligen Hexenröhrlingen gegen getrocknete Steinpilze gemacht.


    Zuerst beide ca. 1 h eingeweicht. --> Steinpilze haben ein viel besseres und intensiveres Aroma.

    Dann einmal kurz aufgekocht. --> Steinpilze sind immer noch etwas besser, haben aber verloren, währen die Hexenröhrlinge gewonnen haben.

    Dann 3 Min. gekocht. --> Steinpilze haben deutlich an Aroma verloren und schmecken langweilig. Hexenröhrlinge sind immer noch sehr gut und haben ihr Aroma nur etwas verändert aber nicht verloren.

    Fazit:

    Ab jetzt werden Suppen und Soßen mit getrockneten Hexenröhrlingen gekocht und danach die lauwarm eingeweichten Steinpilze mit Einweichwasser nur noch ohne kochen dazugegeben.

    Meiner Familie reicht bei den Mengen von ca 5g/Person 3 Minuten kochen um keinerlei Probleme mit der Bekömmlichkeit der Hexen zu haben.

    Ich hatte zeitweise einen empfindlichen Magen und konnte auf Pilze nicht gut schlafen.

    Eine deutliche Verbesserung brachte es, vor allem die Pilzstiele quer in kleine Stücke zu schneiden. Speziell bei faserigen Pilzen wie Pfifferlingen.

    So klappt die Verdauung viel leichter und sie garen auch sicherer

    Ich sehe die Trockenheit nicht per se als großes Problem an. Wenn es wieder regnet kommen auch die Pilze.

    Ansonsten dürfte es im Mittelmeerraum ja nie was geben.

    Schädlicher war glaube ich die extreme Nässe letztes Jahr, als bei uns im Wald im Juni Seen rumstanden. Die Ernte z. B. der genau dort wachsenden Maronenröhrlinge fiel dann auch fast komplett aus.

    Aus Parasol-Stielpulver lässt sich unglaublich gute Pilzbutter herstellen.

    Hier im Forum schwirrt das Rezept rum.


    Ich finde allerdings das Pulverisieren ziemlich schwierig. Mit dem Pürierstab dauert es ewig und es entsteht teilweise extrem feiner Staub und teilweise bleibt es körnig, was dem Mundgefühl abträglich ist.

    Die Getreide Steinmühle will ich nicht dafür riskieren, eine andere Idee habe ich nicht.

    Hallo,


    ich möchte die Empfehlung ungern trüben, aber man sollte wissen, dass das Zeiss-Mikroskop für Pilzmikroskopie im momentanen Zustand nicht brauchbar ist.

    Das Ding kostet 80 EUR. Das ist finde ich ein Argument.

    Im Vergleich zu den "Schülermikroskop-Sets" mit 1200er Vergrößerung für den gleichen Preis ist das eine hochseriöse Sache, mit der man zuerst mal arbeiten kann ohne Augenkrebs zu bekommen.

    Natürlich ist ein besser ausgestattetes Mikroskop angenehmer, aber eben auch deutlich teurer.

    Mein Tipp bezog sich auf Leute, die mal schauen wollen und erstmal nicht Mikroskopie als ihr Hobby sehen.


    Nebenbei:

    Für was braucht man bei Pilzen ein 100 x (Immersions) Objektiv? Was schaut man da mit einer geschätzten Auflösung von 0,3µ an?

    Hübsche Sachen!


    Ein Computerfuzzi müsste doch in einer Geschwindigkeit automatisch Palindrome aus Texten basteln lassen können, dass einem schwindlig wird.

    Wenn sogar jeder dahergelaufene Wichtgtuer automatisch Doktorarbeiten auf Plagiate untersuchen kann.

    Wer ein einfaches aber sehr ordentliches Mikroskop für wirklich kleines Geld sucht, kann hier ein Zeiss Standard 4 mit 2 Objektiven für 80 EUR kaufen:

    Die Vergrößerung mit 100x und 400x scheint mir ok. Ein 5x Objektiv wird man sicherlich sehr leicht bei ebay ergattern können wenn man noch etwas mehr Übersicht braucht.

    Kein Luxusteil, aber trotzdem Zeiss-Qualität.


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    Vielleicht muss man sich im Mikroskopieforum anmelden um den Link sehen zu können.

    Pilzmesser

    Hier habe ich vor Jahren über mein in meinen Augen immer noch unübertroffenes "Selbstbau"-Pilzmesser geschrieben.


    Die handelsüblichen sind grob, schlecht auszuklappen und wofür die gekrümmte Klinge gut sein soll habe ich bis heute nicht verstanden.

    Konkave Klingen sind, wie oben schon geschrieben mistig nachzuschleifen und meistens viel zu dick.

    Ich muss ehrlich gesagt auch niemals Pilze aus der Erde oder aus Baumstämmen heraushebeln und stemmen bis die Klinge bricht.


    Ein leicht zu bedienendes Einhandmesser ist zwar nicht erlaubt, um es in der Öffentlichkeit rumzutragen, aber als Werkzeug im Wald interessiert das keinen Menschen. Andere sind da mit Äxten und Motorsägen unterwegs.

    Der Sicherheitsvorteil ist, dass man nicht versucht ist, mit offener Klinge durchs Unterholz zu stolpern und ins eigene Messer zu stürzen.

    Edelscorpio:

    Wenn Du auf deinem ersten 3 Fotos nicht rausfinden kannst, welches ein junges Exemplar ist und welches die grausligen alte Socken, dann finde ich, solltest Du mit selbständigem Sammeln vorerst besser noch pausieren.


    Claudia

    Ich kannte den Rettich Gürtelfuß nicht und hätte ihn auf dem Foto ohne Bedenken als Violetten Lacktrichterling verspeist (wenn er nicht so alt wäre :-)).

    Wenn ich hier die Bilder des Erstgenannten anschaue sehe ich mich auch jetzt noch ausserstande zu erkennen, warum das auf Deinem Foto links kein Violetter Lacktrichterling ist.

    Gute, dass ich normalerweise keinen der genannten mag.

    alle bei uns vorkommenden Steinpilze haben ein Stielnetz wenn auch manchmal nur im oberen Stielbereich zu sehen

    Ok, Du hast recht.

    Mit kein Netz meinte ich keines das auch nur annähernd so aussieht wie das vom abgebildeten Gallenröhrling.

    Ich kenne den Stil des Fichtensteinpilzes eher ganz fein gestreift oder, bei jungen Exemplaren, mit so einer Grübchenstruktur. Die ist aber nicht "aufgemalt" sondern plastisch.


    Eigentlich ist diese sprachliche Definition aber nicht wichtig, denn wenn man 20 Fotos dazu angeschaut hat sieht man den Unterschied.

    Gallenröhrlinge ist auch mein Tipp.

    Ein Steinpilz hat nie so einen warm-gelb-braune Stilfarbe (wie ein Maronenröhrling) sondern immer kaltbraun. Ausserdem kein Netz.

    Ein Steinpilz dieses Alters hat keine fast weissen Röhren mehr sondern grünliche bis grüne und die stehen auch am Hutrand nicht so prominent raus.

    Die Hutfarbe ist auch nicht typisch, aber da kann man bei Steinpilzen schon mal Überraschungen erleben.

    bei meinen Beiträgen bringt das Googlen in aller Regel auch nicht viel. Denn wer kann sich bitten einen Namen wie "Gewöhnlicher Wolfsmilch-Schneckenkleerost" merken

    Bei unbekannten Arten bringt es tatsächlich nichts, aber bei bekannten Arten ist die Doppelbenennung schon hilfreich.

    Wer als Nichtlateiner und wissenschaflich unbeleckter Leser neben dem "Steinpilz" oft "Boletus edulis" liest, hat vielleicht nach dem 5 mal ganz en passant etwas gelernt und wird im Gespräch über "Boleten" plötzlich verstehen was gemeint ist.

    Kommen andere Mitgleider der Boletus Familie vor sind das nicht mehr nur Spanische Dörfer.


    Ich finde, das ist ein Ziel, das man leicht verfolgen kann und niemand weh tut.

    In den Zusammenhang würde mich interessieren, wie man Edelreizger sicher von Fichtenreizgern unterscheiden kann.

    Die grüne Farbe ist bei jungen Exemplaren nicht immer vorhanden.

    Konkret habe ich eine Stelle im Fichtenwald, an der früher wohl Kiefern standen. Es gibt auch einige Krause Glucken an vermoderten Kiefernresten die nur durch den Rückschluss auf die Glucke als solche erkennbar sind.

    Die Reizger sehen für mich nach Edelreizger aus, aber die dazugehörige Kiefer kann nur noch ein unsichtbarer Moderrest im Boden sein.

    Ist das plausibel?

    Wieseltäublinge sind auffallend schwer (dicht) und hart. Deutlich massiver als andere Täublingen die ich kenne.

    Für eine Bestimmung wäre es sinnvoll nicht das Stilende abzuschneiden.

    Viel Licht und genügend Wasser führen dazu dass es einem Baum gut geht. Deshalb wachsen an Wegrändern (mehr Licht) oft mehr Pilze als im dunklen Gestrüpp

    Ich dachte immer, das läge an der Abschirmung von leichten Regenschauern bevorzugt im geschlossenen Fichtenbestand, wo die Tropfen eher hängen bleiben und verdunsten bevor sie auf den Boden fallen. Im Laubwald ist das weniger ausgeprägt, wie man bei Regenwetter im eigenen Genick spüren kann.

    Im Randbereich leiten Fichten wie ein Regenschirm das Wasser recht gezielt ab und schaffen so in ihrem Traufbereich eine Zone bevorzugter Bewässerung.


    Besonders schön kan man das im Gebirge um einzelstehende Fichten herum sehen.

    Hier zeigt sich an der Bodenvegetation ganz deutlich der scharfe Übergang zwischen dem trockenen abgeschirmten Bereich und der bewässerten Zone.

    Dort wachsen dann auch bevorzugt die Pilze.


    Ich denke das vorzugsweise Vorkommen von Fichtensteinpilzen in jungen Fichtenwäldern hängt auch damit zusammen, dass "Christbäumchen" nicht viel Regen abschirmen können aber doch genügend beschatten um Bodenverdunstung zu verringern.

    Wege, auch an leichter Hanglage, schneiden den Fluss des Oberflächenwassers an und führen zu unterschiedlichen Be- und Entwässerungssituationen.

    Auch hat die Anlage des Weges in die Bodenschichtung eingegriffen und erzeugt so Ungleichheiten.

    Aber natürlich hat auch die Richtung der Besonnung starken Einfluss auf Wärme- und Fechtigkeitshaushalt des Standortes.

    Ich finde solche Fundsituationen gar nicht so schlecht.

    Genau der richtige Moment, um neue vitale Myzelien fürs nächste Jahr exakt zu kartieren.

    In diesem Stadium kann man die Steinpilzleichen manchmal sogar riechen und schon von weitem, evtl. sogar vom Fahrrad aus sehen.


    Im nächsten Jahr bist Du dann rehtzeitig zur Stelle und erntest ab.

    Fast alle meine guten Plätze habe ich auf diese Weise gefunden.