Beiträge von Shroom!

    Bei Maronen mache ich mir keinen Kopf mehr. Die liegen mittlerweile ohnehin mit wenigen Ausnahmen knapp unter dem Grenzwert. Semmelstoppel halt nicht. Die meisten Proben in meiner Region haben 1200Bq aufwärts. Und da ich ohnehin relativ viel Waldpilze esse, muss ich dann solche extremen Sammler nicht noch extra oben drauf packen. ;)


    LG Christopher

    Nein. Im DGfM Fachausschuss Toxikologie kommen wir auch immer mal auf diese Fragen, aber die Datenlage ist dünn und die Ergebnisse sind interpretationsbedürftig.

    Das Bundesamt für Strahlenschutz hat wenigstens für die radioaktive Belastung regelmäßige Untersuchungen:

    DORIS - Digitales Online Repositorium und Informations-System: Suchergebnisse


    Beim LfU Bayern gibt es eine Stichprobendatenbank: https://www.lfu.bayern.de/strahlung/umrei/strvgprobe


    LG Christopher

    Semmelstoppelpilze sind übrigens nicht auf der Liste. Ich denke diese sind eher radioaktiv belastet und das ist wahrscheinlich auch wieder gebietsabhängig, genau weiss ich es aber auch nicht.

    Semmelstoppelpilze sind die stärksten Cäsium Sammler. So stark, dass sogar der einmalige Verzehr von Exemplaren in Gebieten, welche stark vom Tschernobyl Fallout getroffen wurden, als gesundheitlich bedenklich angesehen wird. Selbst 2021 wurden vereinzelt noch über 4000Bq/kg in Semmelstoppelpilzen nachgewiesen. Der zulässige Grenzwert für Speisepilze liegt bei 600Bq/kg. Ist bei mir deshalb eine Art, die nur gelegentlich in kleiner Menge mal in der Pfanne landet, wie Anis-Champignons, da meine Region mit am stärksten vom Fallout betroffen war. Wer in nicht belasteten Gebieten lebt, muss sich da keinen Kopf machen, sollte aber trotzdem keine extrem großen Mengen davon essen. Etwas Cäsium gibt es überall.


    LG Christopher

    Glückwunsch zu dem tollen Riesenbovist. Dem jage ich bisher auch vergeblich hinterher - zumindest für Speisezwecke. Einziger Fund war bisher in einer Parkanlage neben dem Krankenhaus hier aber leider direkt an der Straße. Täte mich echt interessieren wie der schmeckt. Die kleinen Flaschenstäublinge liebe ich - eigenwilliger aber doch irgendwie guter / angenehmer Geschmack. Beutelstäubling nicht so, ist mir zu "matschig" und schmeckt komisch für mich.


    LG Christopher

    Die Pilzfliegen sind bei den Seitlingen (auch Austern) eigentlich immer am Start wenn es gerade halbwegs warm ist. Das macht erstmal gar nichts solange die Pilze nicht vermadet sind. Eier werden sie sicherlich abgelegt haben, aber die tun ja nix. ;)


    LG Christopher

    Noch was Interessantes zum Maisbeulenbrand. Hier und da findet man Angaben, dass die Art Mutterkornalkaloide enthalten soll. Gibt dazu tatsächlich auch einige Untersuchungen und Arbeiten, wo allerdings nichts nachgewiesen wurde. Habe mal ChatGPT ne Deep Research dazu machen lassen. Hier mal das Ergebnis ohne Anspruch auf Richtigkeit. Deckt sich aber mit dem was ich bei manueller Recherche schon gefunden hatte. Anderenfalls wäre er in der Schweiz wahrscheinlich auch nicht als Speisepilz zugelassen.


    LG Christopher

    Gibts die bei dir häufig?

    Im Mertinger Forst immer wieder mal aber auch kein Massenpilz. In den Wäldern um Donauwörth noch nie gesehen, aber da hat es auch nur wenige Kiefern.
    In den Kiefernlastigen Wäldern in der Gegend um Rain am Lech und Neuburg an der Donau ist die Art aber sehr häufig. War da mal mit dem Rad auf "Exkursion in unbekanntes Gebiet". Hätte dort nen ganzen Korb voll sammeln können. Klassischer Massenpilz.


    Hab ihn einmal verkostet, zählt finde ich zu den besseren Täublingen. Auf der Beliebtheitsskala bei mir irgendwo zwischen Rotstieliger Ledertäubling und Fleischroter Speisetäubling. Dem folgen dann nur noch Heringstäublinge, Frauentäubling und der Grüngefelderte.


    LG Christopher

    Steht im Profil, Donauwörth, Bayern (Donau-Ries). ;)


    Habe mir gestern noch mühsam ne Dose voll zusammengesucht und in den Froster gepackt. Habe ein mexikanisches Kochbuch, da sind sogar vier Rezepte damit drin. Da muss ich mich im Herbst / Winter mal durcharbeiten.


    Was Kulinarik angeht muss man finde ich immer aufgeschlossen gegenüber Neuem und auch Komischem sein, sonst verpasst man u.U. was.


    Was ich spannend finde ist, dass der Geschmack vom Maisbeulenbrand wohl sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Manche schmecken nur Mais, andere wollen Mais mit Champignon schmecken, wieder andere beschreiben einen Geschmack der sie an "Kaiserschmarrn" erinnert.
    Bei mir erinnert es an eine Mischung aus Mais mit Kartoffel und Trüffel-artiger Note. Ich empfinde ihn auch als Geschmacksverstärkend. Den Speck im Rührei hat er richtig "geboostet".


    LG Christopher

    Hier auch, allerdings mehr so im Randbereich. Biofelder sind hingegen teils zu 100% damit befallen, also kompletter Ausfall für den Bauern. Das hängt mit dem Wetter zusammen. Trockenstress und dann starker Regen begünstigt das Auftreten. Und das gab es ja vielerorts in diesem Jahr gleich mehrfach hintereinander.


    Geschmacklich stimme ich dir zu, das Zeug ist nicht schlecht, wenn man sich mit der Farbe anfreunden kann. Hab's ja neulich schon im Wetter Topic gepostet: Rührei mit Speck und klein geschnittenem Huitlacoche war bisher mein Favorit. Sieht übel aus, aber schmeckt klasse und hat ne echt geniale Konsistenz.


    Schade, dass ich die Freude daran erst jetzt entdeckt habe. Das Meiste ist leider schon in der Sporenreife.


    Wie hast du deine Kostprobe denn zubereitet?


    LG Christopher

    Das würde mich natürlich freuen, wenn bei mir auch die Totentrompeten folgen würden

    Bei mir in Bayern werden sie mancherorts schon gefunden an frühen Stellen. Ewig sollte es also nicht mehr dauern.


    LG Christopher

    In meinem Hauswald beginnt es jetzt wieder zu pilzen. Und heute Abend soll es wieder regnen - genau richtig.


    An der einzigen mir bekannten Glucken-Stelle im Hauswald bei einem Grüppchen Kiefern:


    Und hier an bekannter Stelle in einer Fichtenschonung der Grüne Anis-Trichterling:


    Zwei wunderschöne Pilze - ich bin zufrieden, mehr braucht es nicht. :)


    LG Christopher

    Natürlich nicht mit Brot sondern mit Tortilia

    Hatte ich bei der Erstverkostung als Quesadilla. Der Geschmack kam aber tatsächlich im Rührei besser durch. Durch das Kleinschneiden und dem Austritt der Sporenmasse wird auch die Konsistenz sehr cremig. Könnte man statt Brot dazu zu essen auch in Tacos geben und nach Geschmack noch irgendwas als Topping drüber.

    Der Pilz tritt übrigens nach Trockenstress und anschließendem Regen gehäuft auf. Wenn man nicht fündig wird oder Angst vor eventuell gespritztem Mais hat, gibt es zum Beispiel hier auch Konserven: https://holamexico.de/products…l-cuitlacoche-maistruffel


    LG Christopher

    Heute war es hier auch mal wieder trocken. Check im Wald ohne Veränderungen - keine Pilze.


    Also ab zum Maisfeld, Mexikanische Trüffel in Deutsch verkosten im Rührei mit Speck. Sieht ziemlich krass aus, wenn man das Zeug kleinschnibbelt und die Sporenmasse beim braten rauskommt.


    Schmeckt jedenfalls auch auf die Art ziemlich lecker. Verrücktes Zeug...


    LG Christopher

    Paulis Die Sporenreife erkennst du, wenn sich der Fruchtkörper oben öffnet und schwarzes Pulver rauskommt. Zu alt sind die Exemplare außerdem, wenn sie sehr weich sind. Sie sollten für Speisezwecke noch echt fest in der Konsistenz sein. Essbar sind zwar auch weiche Exemplare, allerdings soll dann der Geschmack leiden.


    Wenn du einen Bio-Maisacker findest - meist ganz gut am Zustand des Mais erkennbar - wirst du sehr schnell fündig. Vor allem heiße und trockene Sommer sind begünstigend für den Maisbeulenbrand. Ich war heute beim Zwetschgen Pflücken und am Rückweg bin ich an einem Acker vorbeigekommen der komplett befallen war. Deshalb habe ich die Gelegenheit mal genutzt. Dem armen Bauern ist da die komplette Ernte futsch gegangen.


    LG Christopher

    WOW! Noch nie gehört! Wie hat er geschmeckt?

    Lecker. Pur verkostet eine Mischung aus Mais, Kartoffel und einer pilzig-trüffelartigen Note. Die schwarze Masse im Inneren hat eine interessante cremige Konsistenz. Habe ihn nach mexikanischem Rezept als Füllung für Quesadillas genutzt. Wer's ausprobieren will bei Google nach "Huitlacoche Quesadillas" suchen, gibt haufenweise Rezepte dazu. Im mexikanischen Feinkosthandel gibt es den Maisbeulenbrand sogar als Konserve für die faulen Leute.


    Ich finde den Gedanken, krankes, gewuchertes Gewebe einer Pflanze zu essen, eigentlich ziemlich eklig.

    Kann ich nachvollziehen. War auch skeptisch. Aber bin ja für solche Experimente trotzdem gerne zu haben. Kann schon verstehen, warum die Mexikaner auf das Zeug so abfahren. Ist ne spannende Mischung aus Konsistenzen und Geschmäckern. Harmoniert auch wirklich klasse mit typisch mexikanischer Würzung. Ob es auch für die typisch Deutsche "Pfanne, Speck, Ei"-Methode taugt, müsste man mal ausprobieren. :D


    LG Christopher