Beiträge von KaMaMa

    Ahoi Pablo!


    Wahnsinn - auch wenn die Sporen zu groß sein mögen, das ist schon verdammt nah dran, denke ich.

    Makroskopisch zumindest sieht Crustomyces subabruptus dem Fund hier sehr, sehr ähnlich!


    Hab gleich mal Google bemüht und finde bei Krieglsteiner 1991 Crustomyces heteromorphus mit passenden Sporengrößen!

    Zitat:

    Habe mich gerade vom Mikroskop gelöst, zwar keine Schnallen entdeckt, aber der Pilz ist nicht einfach mit dem ganzen Wachszeugs, das alles überdeckt.

    Freie Hyphen zu sehen ist schon fast Glückssache.


    Nun ja, das könnte er wohl dann sein, oder was sehr ähnliches. g:D


    Vielen Dank Pablo für deinen (Fast-)Volltreffer!

    Manch einer löst sowas so nebenbei, schon erstaunlich... :ganbeten:


    LG, Martin

    Hallo,


    seit einiger Zeit grüble ich über einen hellgrau/beigen, wachsigen Rindenpilz, den ich derzeit häufig an der Unterseite von liegenden Stämmen (Laubbäume) finde.

    Häufig wächst er in unmittelbarer Nähe von schwarzen Pyrenomyceten wie Kretzschmaria oder Jackrogersella.

    Er besitzt bereichsweise auffällige, zähnchenartige Auswüchse, deren Spitzen weiß auffasern.

    Meines Empfindens nach ist der Habitus recht eigenartig, ich vermute, er müsse makroskopisch zuordenbar sein, aber ich scheitere!

    Zwischenzeitlich hatte ich kurz den Verdacht, es handele sich um die graue Anamorphe von Kretzschmaria deusta - die ist es aber ganz sicher nicht, denn:

    Es handelt sich aber um einen Basidiomyceten mit wachsartigen Einlagerungen im Fruchtkörper.

    Die Sporen sind glatt, ellipsoid, teilweise leicht gekrümmt, farblos und IKI-.

    Ihre Abmessung beträgt etwa 4,8-5,2-5,6 x 2,8-3,0-3,2 µm² (Q=1,7 N=15).

    Die Färbung des Fruchtkörpers geht übrigens auf gelb gefüllte Zystiden (Gloeozystiden?) zurück.

    Die Hyphen habe ich noch nicht untersucht, hätte ich vielleicht sollen... g:(


    Ich hoffe, jemand erkennt den Pilz und kann mir einen Tipp zum weiteren Verfahren zur Zuordnung geben.


    LG, Martin


    So, hier noch Bilder zum Pilz

    Bild 1 Fundstelle von heute, Übersicht


    Bild 2


    Bild 3


    Bild 4


    Bild 5 Andere Funstelle


    Bild 6 zähnchenartige Auswüchse; sie brechen sehr leicht ab


    Bild 7 Fünf Zähnchen in Wasser, ungedrückt


    Bild 8 Zystiden, tw. gelb gefärbt (Gloeozystiden?)


    Bild 9 Sporen aus Abwurf in Wasser


    Bild 10 zerquetschte Zähnchen enthalten eine wachsartige Masse

    Hallo Steffen,


    es kommt natürlich immer darauf an, was man will oder meint zu brauchen - aber was man wirklich braucht, weiß man häufig erst im nachhinein.

    Später ist man bekanntlich immer klüger. Aber anfangs weiß man halt noch zu wenig.


    Ich kann dir sagen, dass ich mit einer binokularen Stereolupe für 200€ angefangen habe. Sowas kann man immer brauchen, selbst wenn die Flechten und Pilze mal nicht mehr so interessant sein sollten. Auch zum reparieren, basten, etc. ist eine Stereolupe im Haushalt sehr gut zu gebrauchen. Ein Mikroskop hingegen braucht man im Alltag eher weniger.

    Die Stereolupe besitze ich nun seit etwa einem Jahr und bin vollauf zufrieden damit und benutze es nicht nur zum Pilze angucken.


    Die Bilddokumentation am Gerät mache ich mit meinem Smartphone: Ein Handy hat man normalerweise sowieso und mit einer passenden Handyhalterung an einem der Objektive kann man Fotos schießen, und am anderen trotzdem Proben präparieren ohne dauernd hin- und herschrauben zu müssen. Das ist nicht teuer!


    Eine große, schwere Kamera mit Wahnsinns Auflösung an das Mikroskop zu adaptieren halte ich für unnötig, da es das gar nicht braucht.

    Dabei gilt zu bedenken, wie klein ein Okulardurchmesser ist!

    Ein Smartphone ist erst mal völlig ausreichend und auch super leicht zu adaptieren und die Kamera ist quasi umsonst dabei.

    Zudem sollte man die Handy-Fotosensoren nicht unterschätzen!

    Sie sind durch den Massenmarkt trotz ihrer mittlerweile sehr hohen Qualität äußerst erschwinglich.

    Ferner haben sie für ein riesiges Display, auf dem man vorab schön sieht, was man aufnimmt.

    Spezielle Mikroskopkameras hingegen sind aufgrund der geringen Nachfrage sehr teuer.


    Die Stereolupe hat mir nach einigen Monaten nicht mehr gereicht, da die Sache anfing immer mehr Spaß zu machen und ich habe entschieden, zusätzlich ein Mikroskop anzuschaffen.

    Ich habe mich entschlossen, mit einem nicht allzu teuren Einsteiger-Mikroskop "anzufangen" (300-400€-Klasse) und muss sagen, ich bin nicht enttäuscht.

    Im Gegenteil, ich bin äußerst positiv überrascht von der Qualität!

    Ich arbeite in einem Betrieb mit sehr guter Analytik, u.a. auch Auflichtmikrosopen (Zeiss, Nokia) im Labor und bin von daher brilliante Mikroskopbilder gewöhnt.

    Mit den Objektiven dort könnte man wahrscheinlich jemanden erschlagen, so groß und schwer sind die - zumindest auf den Fuß sollte man ich die nicht fallen lassen. g:D

    Diese Mikroskope kann man natürlich nicht ernsthat mit meinem vergleichen, aber wie gesagt, ich bin mit dem Ergebnis zuhause vollauf zufrieden, trotz der nur daumendicken Okulare!

    Bei meinem tri-okularen Mikroskop (natürlich ohne drittes Okular geliefert) kann ich eine zweite Handyhalterung anbringen, ohne auf den binokularen Einblick verzichten zu müssen, das war mir wichtig.

    Noch ein drittes passendes Okular geordert, Messokulare gibt's schon für unter 100€, und man kann auch noch loslegen mit Messen - und Software braucht's dafür gar nicht zwingend...

    Wenn man nicht messen möchte, kann man das Geld auch sparen.


    Und sollte mir in einigen Jahren tatsächlich mein in den Augen einiger hier vielleicht zu einfaches, weil nicht ausbaufähiges Mikroskop nicht mehr genügen, findet sich bestimmt ein jüngerer Interessent in meiner Familie (= Sohnemann), der sich über ein Geschenk freut und den ich damit fördern kann.

    So teuer wäre mMn das erste Mikroskop dann nicht gewesen, bis dahin werde ich viel gesehen und gelernt haben und könnte es besten Gewissens weitergeben.

    Da geben viele Leute ganz andere Summen für Autos, Fernseher, Computer etc. aus... :gnicken:


    Als Pilz-Literatur verwende ich zur Bestimmung sehr gerne die nicht teuren und noch erhältlichen Bände "Fungi of Temperate Europe".

    Wie in jedem guten Bestimmungsbuch werden makroskopische und mikroskopische Angaben gemacht.

    Solche Bücher, die über ein 10€-Pilzbestimmungsbüchlein hinaus gehen, machen natürlich schon lange vor dem Kauf eines Mikroskops Sinn.

    Sie können zur Bestimmung verwendet werden und führen zugleich ein wenig in die Pilz-Mikroskopie ein.

    Gerade die Anzahl der besprochenen Pilze finde ich sehr gut und zudem thematisch äußerst breit gefächert, da findet wirklich jeder was interessantes!

    Die häufigsten Pilze sind, denke ich, enthalten und die selteneren, naja, da muss man halt versuchen, über andere Quellen der Sache näher zu kommen (z.B. Literatur im Internet).

    Ansonsten habe ich mir noch den Bresinskys "Pilze und Flechten" zugelegt, um bis zur Gattung schlüsseln zu können.

    Ich muss aber gestehen, dass ich den Bresinsky noch gar nicht ernsthaft verwendet habe. Schande über mich!


    Ich hoffe nicht gelangweilt zu haben. Vielleicht hilft dir meine Schilderung bei deinen Überlegungen ein wenig weiter.

    Letztlich sollte man einige Tage darüber schlafen, auf seinen Bauch hören und von Spontankäufen Abstand nehmen, sonst ärgert man sich nur.


    Wenn man noch nie mikroskopiert hat, finde ich Peters Tipp mit dem Mikroskopierkurs natürlich super!


    LG, Martin

    Hallo Felli!


    ja, ich hatte das Apothecium tatsächlich direkt in der 35%ige KOH abgelegt - da hatte ich wohl nicht richtig gelesen.


    Ich habe das untern dem Mikroskop nachgeholt, aber leider war beim Eindiffundieren der 3%igen KOH kein Farbwechsel im Exsudat zu beobachten.

    Auch beim seitlichen Eindiffundieren von stärker konzentrierter 20%iger KOH kein Farbwechsel und auch kein völliges Auflösen des Exsudats.


    L. uvidula sieht dem Pilzchen wirklich sehr ähnlich, das kommt der Sache zumindest sehr, sehr nahe!

    Auch die mikroskopischen Details in deinen Unterlagen passen recht gut, die Sporenmaße stimmen sogar gut mit deinen Messwerten überein.

    Selbst die beiden dextrinoide Strukturen in den Sporen finden sich als glykogenhaltigen Bereiche bei dir wieder.

    Das stimmt wahrscheinlich auch bei Duzenden von anderen Ascos überein, aber ich glaube, hier hast du einen guten Arbeitsnamen für mein Pilzchen gefunden! :gbravo:

    Deine Unterlagen hierzu sind übrigens super! Danke sehr dafür, dass du mich hast einsehen lassen! g:-)


    LG, Martin


    P.S. Die Fotos mit den kugelrunden Sporen im gleichen Ordner - sind die tatsächlich vom gleichen Fund?

    Hallo,


    hier meine Überprüfung mit KOH (3%) und Lugol: Zusetzen von Lugol nach einiger Einwirkzeit der 3%igen KOH ohne zuvor zu wässern.

    Tatsächlich kann ich nichts anders als bereits gezeigt entdecken, die Ascusspitze bleibt ungefäbt, ein Apikalapparat ist nicht zu erkennen.

    Andererseits haben sich die Paraphysen voneinander gelöst und die Eden sind gut erkennbar.

    Die Sporen zeigen mehr Strukturen.


    Einige Bilder:

    Bild N1 Ascus


    Bild N2 Sporen mit Substrukturen in Ascus


    Bild N3 Paraphysen mit leicht verbreiterten, schaufelartigen Enden


    Anschließend nochmals Kongorot durchgezogen.

    Auch hier keine Färbung der Ascusspitzen (ohne Bild).

    Es fallen ellerdings jede Menge leere Schlauch-Hüllen auf, die mMn längs aufgerissen erscheinen.


    Bild N4 Hauuptsächlich leere Schläuche


    Bild N5 Leere Asci


    Vielleicht helfen die Schlauchhüllen weiter?

    Ich bliebe (noch) ahnungslos zurück.


    LG, Martin

    Hallo Felli,


    vielen Dank für deine Antwort!


    Vielleicht bist du so freundlich, mir zu verraten, welches die überreifen Sporen sind. Sind es die strukturlosen, ohne Tröpfchen?

    Die toten Asci sind vermutlich diejenigen ohne Turgor, bei denen die Sporen sich durch die Seitenwand des Schlauches durchprägen.

    Also es gab auch welche mit höherem Innendruck, z.B. in Bild 5 mit dem Haken.


    KOH hatte ich noch nicht versucht. Und die Variante KOH 3% + Lugol werde ich noch ausprobieren! Das klingt vielversprechend.


    Ein Querschnitt wird herausfordernd bei der Winzigkeit der Fruchtkörperchen. Mal schauen, ob ich das hinbekomme...


    Sind Flechtenartige nicht lichenisierte Ascos, die direkt mit den lichenisierte Ascos eng verwandt sind? Wenn ich jetzt wüssten, welche das wieder sind - es gibt noch viel zu tun und zu lernen, ojoj...


    LG, Martin

    Hallo nochmal!


    Mein Haselnuss-Ästchen erweist sich als recht ergiebig.

    Nach Hysterium angustatum (hier) und einem noch genau zu bestimmenden Discomyceten (hier) ein jetzt dritter, leichter zu bestimmender Pilz.


    Man erkennt - eingebettet ins Holz - leuchtend weiße, aufgeplatzt wirkende, mehlige Flecken - Fructificationen des Pilzes.

    Bild 1 unregelmäßig geformter Fruchtkörper


    Bild 2 pulvrig wirkende Oberfläche des Fruchtkörpers


    Mit der Präpariernadel ein Stückchen ausgehoben und unter dem Deckglas in Wasser platt gedrückt.

    Bild 3 Zerdrückter Fruchtkörper mit graubrauner, wachsartig/kristalliner Masse, insbesondere am Rand; im Zentrum bräunliches Fremdmaterial


    Bild 4 Asci und Paraphysen verklebt mit wächserner Masse


    Unter Zusatz von KOH löst sich die Wachs/Kristall-Masse und die Struktur wird vollkommen klar:

    Bild 5 nach KOH-Zusatz ist fast nur noch das Fremdmaterial erkannbar, der Pilz selbst wird annähernd durchsichtig


    Die Schläuche sind 8-sporig, zweireihig angeordnet und über 100 µm lang, Durchmesser um 13 µm.

    Bild 6 Ascus mit Sporen


    Die Sporen selbst sind einzellig und messen 20,1-22,0-23,9 x 6,2-7,0-7,8 µm²; Q = 3,3.

    Die Sporen zeigen 2 große und mehrere kleine Tropfen.

    Bild 7 Sporen mit großen Tropfen im Inneren


    Nach langem Suchen und mehrfachem Dünner-Quetschen und Zerreiben der Probe konnte ich endlich auch Haken an den Acsi-Basen finden:

    Bild 8 Haken an unterem Ende eines Schlauches (in Kongorot)


    Tut nichts weiter zur Sache, aber die Schläuche, Sporen und Wachs sind cyanophil.

    Bild 9 Mit BWB gefärbte Sporen und Asci


    Die Beobachtungen passen meiner Meinung nach bestens zu Propolis farnosa (syn. Propolomyces farinosa), dem Grauweißen Holzscheibchen.

    Dass die Asci inoperculat sein sollen, kann ich nicht erkennen - wie geht das wohl?


    LG, Martin

    Irre, was hier los ist! ==Gnolm14

    Ich hab's erst beim mehrmaligen Durchlesen NACH der Auflösung von Wolfgang kapiert.

    Was für Nerds! ==Gnolm8

    Sehr unterhaltsam, das!


    LG, Martin

    Hallo, Freunde der Pilzwelt!


    An dem kleinen Haselnuss-Ästchen, das ich vor einigen Tagen mit nach Hause genommen hatte, lässt sich allerhand Pilziges finden.

    Der Ast befand sich ursprünglich auf etwa 1m Höhe über dem Boden an einem umgestürtzen Haselbusch-Stamm am Waldrand.

    Der Ast ist entrindet und sichtbar von Hysterium angustatum bevölkert (hier!), deswegen hatte ich ihn vor ein paar Tagen abgebrochen und zur Analyse eingesteckt.


    Bei der Inspektion zuhause entdeckte ich neben den Hysterium-Fruchtkörpen u.a. winzige, runde Fruchtkörper ohne erkennbaren Stiel.

    Die Fruchtkörper wirken fein warzig, am Rand und auf der Oberfläche.

    Seine Färbung ist hellbraun/rosa; er wirkt transluzend.

    Randhaare scheinen die Fruchtkörper nicht aufzuweisen.

    Bild 1 Durchscheinende Fruchtkörper auf Haselholz, Durchmesser des Werkzeugs rechts an der Spitze etwa 120µm


    Pfückt man ein Früchtlein und dreht es um, ist ein sehr kurzes Stielchen erkennbar.

    Die Probe(n) wurde aus einem Bereich mit umgebenden brauen Fremdhyphen herausgelöst:

    Bild 2 Fruchtkörper mit Nadel gelöst und gedreht - ev. ist ein kurzes Stielchen auf der Unterseite vorhanden


    Zerquetscht in Wasser ist der Fruchtkörper nahezu farblos:

    Bild 3 Fruchtkörper zerquetscht in Wasser, mit etwas braunem Fremdmaterial


    Die Hyphen und Asci scheinen in einer wachsartigen Masse eingebettet zu sein

    Bild 4 item


    Die achtsporigen, keulenförmigen Schläuche sind etwa 50µm lang und 10µm dick.

    An der Basis befinden sich Haken.

    Bild 5 Ascus mit Haken, hier in Kongorot


    Die Ascuswandung wirkt mal glatt, mal durch die Sporen beulig deformiert.

    Bild 6 Schläuche mit unterschiedlich entwickelten Sporen im Inneren (in Wasser)


    Die Sporenabmessungen betragen etwa (10,5)10,4-11,5-12,6(14,0) x (5,5)5,4-5,8-6,1(6,0) µm².

    Die reifen Sporen (vermutlich links) sind mehr oder minder deutlich septiert

    Gelegentlich ist die Septierung auch im (früheren?) Stadium mit den Tröpfchen erkennbar.

    Bild 7 Sporen in Kongorot mit erkennbarer einfacher Septierung (links) und mit Tröpfchen (rechts)


    Eine Spore wurde beim Kemen erwischt:

    Bild 8 Frei schwimmende, septierte Spore, doppelt auskeimend?


    Die Schläuche und und insbesondere die Sporen in den Schläuchen färben sich in Lugol kräftig gelb.

    Alle Strukturen sind aber inamyloid.

    Bild 9 Quetschpräparat nach Einziehen von Lugol


    Die dicke Ascuswandung ist nun gut erkennbar (im Bild unten besonders bei dem unreifen Ascus).

    Die Sporen sind eventuell dextrinoid, da bereichsweise orangebraun eingefärbt.

    Bild 10 In Lugol gefärbte Asci und Sporen, die dicke Ascusspitze bleibt ungefärbt


    Bild 11 Paraphysen-Enden in wachsartiger Masse verklebt (Lugol)


    Es lassen sich Bereiche mit rundlichen Zellen finden:

    Bild 12 Rundliche Zellen (=Peridium?)


    Die Zellwände der Asci und Sporen sind ferner cyanphil:

    Bild 13 Quetschpräparat nach (kalter) BWB-Behandlung und Spülen mit Wasser


    Ob es sich hier um operculate, inoperculate oder bitunicate oder sonstwas für Asci handelt, kann ich leider nicht erkennen - keine Ahnung!

    Das ist aber mitentscheidend für die Bestimmung.


    Hat jemand einen Tipp für mich, wie man diese Ascuseigenschaft erkennt / bestimmt, wenn keine leeren Schläuche mit aufgerissenem Deckel oder runtergeschobener äußerer Hülle zu finden sind? :ghilfe:


    Durch Vergleichen meine ich, dass eventuell etwas wie Coprotus hier passen könnte - dann müssten die Asci allerdings operculat sein - aber sind sie das hier???

    Ich stecke an dier Stelle leider fest!


    Erbarmt sich jemand und gibt mir bitte eine Tipp, wo ich weitersuchen kann?

    Zumindest die Klärung des Ascus-Typs könnte vielleicht schon helfen.


    Dann könnte ich mich des nächsten Pilzes auf meinem Haselnussästchen annehmen (ich habe schon eine ziemlich sichere Vermutung).

    Das kleine Ast hat sich als äußerst ergiebig herausgestellt! g:D


    LG, Martin

    Hallo Schupfnudel,


    in meinem Mirkoskopierbuch wird zur Kernfärbung noch Kresylechtviolett erwähnt; ferner die Carbolfuchsin-Färbung, die Feulgensche Nuclealreaktion, die Giemsa-Lösung etc. etc.

    Ich hoffe, ich habe mich nicht verschrieben. Jedenfalls scheint es schon mehrere Möglichkeiten zu geben, ich habe allerdings noch keine davon angewendet!

    Karmesinessigsäure habe ich zuhause, muss es nur noch in der Praxis richtig verwenden lernen: Erklärt bekommen haben wir das von Stefan ja ganz wunderbar!

    Ob ich nun aber die Sklerodienbecher dafür finde, weiß ich nicht...


    LG, Martin

    Hallo Thorben!


    Vielen Dank für deinen Kommentar und die Verlinkung zu deinem Fund!

    Das Paper hatte ich auch entdeckt, dennoch natürlich danke auch dafür! :gnicken:

    Hab's aber noch nicht gelesen; auf jeden Fall ein tolles Paper zum Thema mit einem großen Überblick.

    Ich fand mich jedenfalls durch die Beschreibung und den Schlüssel darinnen bestätigt.


    Dein Pilz(fund) scheint ja das Holz grün zu färben... :gneutral:

    Auf deinem ersten Bild (1.0) wirkt das zumindest ein wenig so.

    Das hatte ich bisher (gut, ich verfolge das Theam ja noch nicht lange) nur bei Trichoderma strictipile beobachtet und als charakteristisch für den Pilz beschrieben gefunden!


    LG, Martin

    Hallöle!


    Vergangenen Samstag, eigentlich bei der Suche nach einem Haselporling, stieß ich an einem abgestorbenen Haselast auf hysterioide Fruchtkörper.

    Bild 1 Haselbüsche am Waldrand


    Bild 2 Entrindeter Haselast mit kleinen, schwarzen, hysterioiden Fruchtkörpern


    Bisher hatte ich diese Pilze noch nicht genauer untersucht.

    Dieses Mal nahm ich den Ast mit den schwarzen Fruchtkörpern zur Bestimmung mit nach Hause.

    Die Fruchtkörper sitzen gesellig, tw. gedrängt, auf dem Ast, sie sind glatt, länglich gesteckt und pechschwarz.

    Sie bestehen aus zwei Hälften mit einem Schlitz in der Mitte, und bleiben auch nass geschlossen.

    Die kürzeren FK erinnern durch ihre Form entfernt an Kaffeebohnen.

    Bild 3


    Die FK sitzen vollständig auf dem Substrat auf.

    Unter leichtem Druck der Präpariernadel platzen sie auseinander und das Innere wird sichtbar.

    Bild 4


    Mit etwas Glück quetscht man mit dem Deckglas die Schläuche aus den FK heraus:

    Bild 5 Gequetschte FK-Hälfte in (verdünntem) Lugol


    Die Schläuche wirken sehr dickwandig (laut Literatur sind die Schläuche von Hysterium doppelwandig/bitunicat!) und beherbergen 8 graugrüne bis gelbbraune Sporen.

    Sie reagieren nicht mit dem Färbemittel Lugol (IKI-).

    Bild 6 Achtsporige Asci mit dreifach septierten Sporen


    Die Sporen sind dreifach septiert, und an den Septen nur leicht eingeschnürt, die mittlere etwas stärker.

    Auffällig ist die Assymmetrie der Sporen, sie besitzen ein spitzeres und ein stumpferes Ende, größere und kleinere Zellen.

    Alle vier Zellen zeigen die gleiche Färbung, insesondere die beiden Endzellen sind nicht hyalin/farblos.

    Bild 7 Sporen mit gleichmäßig gefärbten Zellen


    Bild 8 Schägansicht auf Ascusspitzen


    Die Sporenmaße sind (20,0) 20,3-21,5-22,7 (24,0) x (6,0) 6,5-7,0-7,5 (8,0), mit Q=3,1, N=15

    Die Merkmale (Habitus; keine Längsseptierung, 4-Zelligkeit, gleichmäßig gefärbte Zellen) führen mich zu Hysterium acuminatum (syn. angustatum), dem Ritzenschorf bzw. Spaltkohlenpilz.


    Keine der gefundenen Sporen weist Längseptierungen auf!

    Nur eine einzelne Spore hatte sich entschieden eine der Zellen nochmals zu teilen - wieder in Querrichtrung.

    Bild 9 Einzelne 4fach septierte Spore


    Wenn die Zuordnung zu Hysterium angustatum nicht stimmen sollte, würde ich mich freuen, wenn mich jemand korrigieren möchte. :gnicken:


    LG, Martin


    Über eine Bestätigung würde ich mich gg.f natürlich auch freuen...

    Hallo,


    bei uns an der Schozach, gedeihen auch weniger verbreitete Flechten, wie die folgende, die ich als Opegrapha vermicellifera - die "Wurmförmige Zeichenflechte" eingeordet habe.

    Den Doppelgänger Lecanactis abietina kann ich durch die gezeigtne Merkmale ausschließen.


    Etwa 20 m von Bach entfernt, am Waldrand steht ein grau überzogener Baumstubben.

    Bild 1


    Bei näherer Betrachtung erkennt man eine strukturierte Oberfläche:

    Ein hellgrauer Thallus ist mit vielen weißen, kugelförmigen Pyknidien übersäht.

    Gelegentlich lassen sich auch an Schriftflechten erinnernde Apothecien erkennen, die häufig (!) gegabelt oder verzweigt sind.

    Bild 2 Flechte mit hellen Pyknidien und schwarzen, langgezogenen, teilweise verzeigten Apothecien


    An einem anderen Baum, direkt am Bach, lässt sich in Kopfhöhe ein Stück Borke bequem abbrechen:

    Bild 3 Flechtenprobe noch in situ


    Unter der Stereolupe erkennt man die massig und weiß austretenden Pyknosporen und die Form der unbereifen Apothecien besser.

    Die Pkynidien reagieren nicht mit C! (L.abietinum C+, rot)

    Bild 4 Pyknidien mit austretender Sporenmasse und schwarzen Apothecien


    Auf dem Thallus befinden sich gelbe Algen (Trentepohlia). Ritzt man den Thallus, treten diese gelbe Algen sichtbar hervor:

    Bild 5 geritzter Thallus


    Ein paar Pyknidien auf den Objektträger und anschließend zerquetscht, setzt die Algen und Sporen im Wasser frei

    Bild 6 Abgelöste, zerquetschte Pyknidien


    Bild 7 Pyknidien-Quetschpräparat


    Die orange gefärbte Kruste färbt dunkelt nach KOH-Zugabe deutlich ab und wird braun.

    Unzählige hyaline, einzellige, zylindrische Sporen wurden freigesetzt.

    Sie dienen der Abgrenzung gegen den Doppelgänger L.abietinum:

    Bild 8 Pyknosporen in KOH (Abmessungen etwa 10-11 x 1-1,5 µm²) - zu kurz und viel zu schmal für Lecanactis abietina


    Die gelben und gelb-grünen Algen sind dickwandig und elliptisch geformt

    Bild 9 Algenzellen in KOH


    Quetscht man ein Teilstück eines Apotheciums, so finden sich die 8-sporigen Schläuche

    Bild 10 Quetschpräparat von Apothecium


    Die Schläuche sind dickwandig und enthalten 8 langgestreckte Sporen.

    Ich messe eine Sporenlänge von etwa 26 µm, bei einer Breite von 2,5 µm.

    Die Sporen sollten mehrfach septiert sein, was im Wasser und in den Schläuchen nur andeutungsweise zu erkennen ist.

    Bild 11 Dickwandiger Schlauch mit 8 länglichen, spindelförmigen Sporen und einigen freien Sporen links daneben


    Weder Lugol noch Kongorot färben die Schläuche oder den Apikalapparat der Schläuche.

    Nach Kongorot-Zugabe lassen sich die Sporenseptierungen (etwa 6-7) besser erkennen:

    Bild 12 Spore mit erkennbarer Septierung (in Kongo)


    Wegen des besseren Kontrastes (für die Bestimmung bringt das sonst nix) habe ich zum Schluss noch etwas BWB kalt zugesetzt und wieder gespült.

    Die Schläuche wirken jetzt deutlich kontrastreicher und die Sporen im Inneren zeigen ihre Septierung deutlich:

    Bild 13 septierte Sporen in Ascus


    Auch die dicke Schleimhülle, wenn ich das folgende Bild richtig interpretiere, der Sporen ist so besser erkennbar:

    Bild 14


    Die O.vermicellifera konnte ich hier gegen den Doppelgänger L.abietinum durch die ausbleibende Farbreaktion der Pyknidien, die Pyknosporenmaße und die dicke Schleimhülle um die Ascosporen abgrenzen.

    Zudem bevorzugt L.abietinum Koniferen (Tanne) als Substrat und kühlere Habitate - beides liegt hier nicht vor, was weiter für O.vermicellifera spricht.


    Würmchenförmig austretende Pyknosporenmasse habe ich auf der Probe zwar nicht gefunden, aber es ist leicht vorstellbar, dass nach längerem Austreten eine längliche, weiße Sporenmasse in Form von Würmchen beobachtet werden kann, woher der Name der Flechte rührt.


    LG, Martin

    Hallo Bernd,


    von Nectriopsis lecanodes hatte ich noch nichts gehört/gelesen. Der Pilz lebt also auf abgestorbener Peltigera?


    Da muss ich aber aufpassen, wenn mir mal wieder eine Peltigera begegnet!


    Tolle Sache!


    LG, Martin

    Hallo Pablo,


    was ist denn das jetzt: Offizieller Beitrag? :gschock: Wirst du jetzt amtlich??


    Wenn du meinst, das Zusammenführen macht Sinn und Thorben nichts dagegen hat, dass mein Gewurstel mit/zu seinem Beitrag zusammengeworfen wird - an mir soll's nicht scheitern. Ich habe nichts dagegen, wenn du meinst, dass das der Übersichtlichkeit dienlich ist.


    LG, Martin

    Hallo Thorben,


    deinen Beitrag hatte ich tatsächlichbei meiner Rechereche nach H.peziza gefunden!

    Die Beschreibung in Fungi of Temperate Europe und dein Beitrag und haben mich geleitet und vorab bestätigt.


    Vielen Dank für deine Bestätigung bzw. deine Antwort auf meine Anfrage!


    LG, Martin