Beiträge von Werner Edelmann

    GriasDi Matthias,

    mMn ist das ein Bilderbuch-Scaurus.

    C. herpeticus und C. montanus sind vor allem durch anderen, nämlich kräftigeren kurzstieligeren Habitus unterschieden, und C. herpeticus auch durch vorrangig violette Farben.

    Ich hab aus dem Zillertal und auch aus den Fichtenwäldern südlich von München ein paar Aufsammlungen, die ich gern hier zur Diskussion stellen will.


    Das sollte ein typischer langstieliger C. scaurus aus einem Bergfichtenwald im Zillertal sein, mit braunem eingewachsen wasserfleckigen Hut, fast ohne Violetttöne und olivbraunen Lamellen



    Und das ein typischer C. montanus auch aus einem Bergfichtenwald im Zillertal.

    Farblich sehr ähnlich C. scaurus, aber weniger dunkelbraun, viel stämmiger und kurzstieliger. Auch ohne violett und mit olivfarbenen Lamellen.





    Südlich von München finde ich regelmäßig solche Kollektionen, die ich auch gern C. montanus nennen würde, weil auch fast ohne Violetttöne und für C. scaurus zu kurzstielig. Ganz sicher bin ich mir da aber nicht.


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    Bei den Kollektionen sieht man, dass die Stiele auch mal länger sein können, wenn sie aus dem Moos kommen.

    Dann wird ein Abgrenzung nach Habitus schwierig.



    Die Stiele sind teilweise im oberen Bereich durchaus auch violett



    Da würden mich auch die Meinungen der Cortinariusexperten interessieren.


    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Stephan,

    ich bin da auch ein bisschen hin und hergerissen. Es wird halt in der Praxis auch so sein, dass die gefundenen Tigerritterlinge nicht immer eindeutig einer der beiden Arten zuzuordnen sind. Im Buch werden natürlich ganz typische Exemplare abgebildet und man meint den Unterschied jetzt verinnerlicht zu haben. Dann findet man wieder selbst welche und merkt, dass die Abgrenzung gar ned sooo klar ist.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Servus beinand',

    in FNE 4 Christensen / Heilmann-Clausen werden die beiden nach der Hutfarbe, Farbkontrast zwischen Hutschuppen und Subcutis, Anordnung der Hutschuppen und auch der Ökologie unterschieden, wobei sich die überschneiden. Z.B. wachsen beide auch mit Buchen auf kalkhaltigen Böden.

    T. filamentosum soll im Vergleich zu T. pardinum einen grauen faserig bis schuppigen Hut haben, der nicht stark zur Subcutis kontrastiert. Im Gegensatz dazu soll der Hut von T. pardinum ausgesprochen schwarz-weiß kontrastieren und die Anordnung der Schuppen soll auffallend konzentrisch sein. Während T. filamentosum wohl fast ausschließlich mit Laubbäumen kommt (Kastanie, Buche, Eiche) soll T. pardinum mit Buchen und Tannen Mykorrhizen bilden.

    Demnach wären alle meine bisherigen Funde T. filamentosum zuzuordnen undceinen echten T. pardinum hab ich dann noch nicht gehabt.

    Ich hoffe alle Klarheiten sind nun beseitigt.:)

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Servus beinand',

    ich halte den Fund auch für T. filamentosum.

    Es ist natürlich trotzdem ein Tigerritterling, und genau si zu bewerten, auch wenn es eben zwei Arten gibt.

    Es scheint im Münchner Süden auf den Moränen fast ausschließlich T. filamentosum vorzukommen.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi beli,

    Nr. 27 sollte L. vellereus oder L. bertillonii sein. Das testest Du einfach, in dem Du Dir einen Tropfen Milch in den Mund tropfen lässt. Mild L. vellereus, Scharf L. bertillonii.

    Die vom Fleisch isolierte Milch macht im Felden Unterschied

    Nr. 28 würd ich als Waldfreundrübling s.l. bezeichnen. Kein G. peronatus.

    Nr. 29 Globose Kohlenbeeren nicht an Buche sind mit H. howeanum zu vergleichen. Wenn Du Glück hast findest Du die Nff Isaria umbrina iwo. Sonst ist mikroskopieren angesagt.

    Nr 30 Interessanter Dachpilz. Evtl P. dietrichii? Für den wär dieses Aufreißen jedenfalls typisch.

    Nr 31 im Moor evtl. R. betularum

    Nr 32 bei braunen "Samtigen Schichtpilzen" an Buche muss man immer auch S. insignitum im Kopf haben. Ich denke aber, dass diese wärmeliebende Art bei uns im Alpenvorland noch nicht vorkommt.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi beli,

    ich seh das wie Oehrling. Ich denke das ist/wird einer der mehr oder weniger schwarzbraunen nach Maggi riechenden weißsporigen Phellodonarten. Ph. niger oder Ph. melaleucus oder Ph. confluens.

    Ph. niger und melaleucus kenn ich, deshalb gefällt mir makroskopisch am besten Ph. confluens, die ich nicht aus eigener Anschauung kenne.

    Im Forum gibts ein schönes Porträt von Pablo. Schau doch mal.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Raphael,

    zu den beiden Hypholomas fehlt nur noch H. polytrichi, die in unserem Raum am häufigsten ist.

    Der C. suberi ist eine neu beschriebene Art aus dem C. malachius Komplex. Beim recherchieren meiner C.malachius s.l. Funde kam ich zur Erkenntnis, dass in dem Artenaggregat eine makroskopische Bestimmung leider nicht möglich ist.

    Aber warum sag ich das?

    C. malachius s.l. schaut einfach ganz anders aus. Mir viel.mehr Blautönen und typischerweise keuligem Stiel.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Adrian,

    das sind schon ganz typische Knopfstielige.

    Wichtig für die Bestimmung sind die sehr engstehenden Lamellen und die gänzlich stark bereiften Stiele. Der Reif fällt halt bei so durchnässten Fk ned so auf. Wenn Du den aber mal eine zeitlang daheim liegen lässt, siehst Du das wieder ganz gut. Das Merkmal des "Knopfes auf dem Stiel" nach dem nach oben hin Abreißen des Hutes ist nicht wirklich artbestimmend. Letztens probierten wir das bei Marasmius wynnei und es funktionierte genauso.


    An liabn Gruaß,

    Werner

    Servus,

    Am Stiel sind Reste eines vergänglichen Velums zu erkennen in dem braunes Sporenpulver verfangen ist. Die Gattungen Pholiota oder Cortinarius sind naheliegend.

    Aber C. largus kann ich mir gar ned vorstellen.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Bernd,

    leider hab ich L. duriusculum noch nie selbst finden können. Ich glaub fast, dass es den bei uns nicht gibt. Da der aber auch als "Braune Rotkappe" bezeichnet wird, ist die überstehende Huthaut, wie Norbert schon geschrieben hat, ein wichtiges Merkmal. Für L. carpini passt doch die Huthaut auch gar nicht. Dass L. carpini zu Hasel wechseln kann stimmt, haben wir zusammen selbst bei Tegernsee schon gesehen.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Ein wichtiges Merkmal vom Frauentäubling sind die sehr biegsamen Lamellen. Mit viel Druck kann man sie sogar verschmieren. Bei allen anderen Täublingen geht das nicht und die Lamellen brechen.

    Genau, und in dem Entwicklungsstadium müsste das noch sehr gut nachzuvollziehen sein.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi beli,

    der kann dann wohl nur einer der Erlenkremplinge sein.

    Die M. wynnei am Boden würd ich auch so bezeichnen, die davor an Holz schaun nach Mycena galericulata aus.

    Der Milchling Nr.20 könnt was besseres sein. Vergleich mal mit L. illyricus. Der Hias hat da eine schöne Dokumentation auf seiner Seite.

    Nr. 21 ist ein typischer L. blennius.

    Bei 23 würd ich beim 1. Fk mit Simocybe sp. mitgehen. Ohne Mikro ist da aber keine Artbestimmung möglich, denk ich.

    Der 2. Fk sollte aber ein Weißsporer sein. Evtl Gymnopus peronatus.

    26 ist bestimmt G. peronatus.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Wenn Experten diskutieren, dann sollten sich die Laien raushalten, deshalb von mir nur eine kurze Schilderung meiner persönlichen Erfahrungen mit den Edelreizkern. In guten Jahren sind die bei uns noch nicht selten. Zwei Beobachtungen haben sich bei mit eingeprägt. Zu nächst gibt es gar nicht so selten FK, die in ihrer Huthaut, in der Zonierung auch gern mal leichte Grüntöne zeigen, immer wenig, immer lokal. Und ich kann mich wirklich nicht erinnern, dass bei einem makroskopisch einwandfreien Edel-Reizker, die Stielschnittstelle grün wurde, sondern - und da wäre ich ganz bei Herren Gerhardt und Gminder - auch nach 4 bis 5 Stunden (also zu Hause, beim Putzen) noch orangerot, wenn auch deutlich blasser als frisch angeschnitten.

    Aber wie gesagt, nur die Beobachtung eines alten Speisepilzsammlers.

    LG Mischa

    GriasDi Mischa,

    genau die Beobachtung hab ich auch gemacht, wenn ich gezielt nach L. semisanguineus getestet hab.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Servus beinand',

    ich denke, dass man das Grünen allein nicht als Unterscheidungsmerkmal zwischen L. deliciosus und L. semisanguineus heranziehen kann. Im Münchner Norden gibt es zur rechten Zeit Massen an L. deliciosus, übrigens zusammen mit L. sanguifluus, bei solitären Kiefern auf einer von Schafen freigehaltenen Heide auf Kalkschotter. Wenn im Oktober die ersten Nachtfröste kommen, sind alle Teile der Reizker, die was abbekommen, grün. Ich hab schon oft Kollektionen auf eine Rotverfärbung der Milch untersucht, vergeblich. Auch nach Stunden kein rot.

    Ich denke, dass L. semusanguineus im Münchner Raum wohl nicht vorkommt.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Bernd,

    Ich sitz grad im Zug, ds ist Dein Post eine schöne Ablenkung.

    Zu ein paar Funden fällt mir was ein:

    1. An Malus kommt Tyromyces fissilis, der erst weiß ist, dann über rosa schließlich gänzlich schwarz verfärbt.

    2. So schaut Oxyporus populinus aus. Ich hab den auch schon ein paar mal an vitalem Spitzahorn ghabt. Natürlich sieht man zu wenig. Die Fruchtkörper wären mehrjährig und im Durchnitt müsste man entsprechend geschichtete Poren sehen.

    7. Einer der Erdritterlinge

    12. Mycena pura, Rettichhelmling

    13. Lepiota cristata, Stinkschirmling

    14. Bolbitius vitellinus, Goldmistpilz

    21. Oligoporus caesius, Blauer Saftporling

    29. als Kiefernbegleiter könnt ich mir Tricholoma imbricatum vorstellen.

    33. L. vellereus glaub ich nicht, da lieferst Du aber zu wenig Infos

    42. nochmal Rettichhelmling. Eine Verwechslung mit Laccaria wär unschön!!

    54. alter vertrockneter Falscher Pfifferling, Hygrophoropsis aurantiaca

    55. Mit dem dunklen Hut eher S. collinitus, Ringloser Butterpilz

    An liabn Gruaß,

    Werner