Beiträge von Sebastian_RLP

    Hallo Luca,


    ich denke auch, dass R. pseudointegra hochwahrscheinlich ist. Bei den Alternativen könnte man ggf. noch bei R. rubroalba landen, der ebenfalls Begleiter von z.B. Eichen sein kann, mild ist und auch solch dunkles Sporenpulver hat. Was mir aber hier auch noch direkt ins Auge fällt, ist auch die Stielform. Diese ausgeprägt keulige Form ist mir auch schon bei meinem Fund aufgefallen. Die Böden hier sind übrigens auch basisch. Ob Pseudointegra aber an basische Böden gebunden ist, kann ich nicht sagen.


    Guajak würde hier schon Sicherheit bringen. Viele Verwechslungsarten schlagen schnell an.


    Weitere milde Dottersporer wie R. tinctipes müssten sich neben der Guajakreaktion aber ebenfalls am Stiel unterscheiden lassen.

    Auch Russula intermedia (lundelii) kann man denke ich aufgrund der Begleitbäume ausschließen (soll bei Birke wachsen) und weil dieser mit Verzögerung mehr oder minder scharf werden.


    Insofern denke ich passt das schon sehr gut! Mir fällt sonst auch kein Verwechslungspartner mehr ein. Aber hier gibt es auch noch Russulaspezialisten, die ggf. aufgrund ihrer großen Erfahrung noch mehr sagen könnten.


    Auch die Hexe ist ein toller Fund!


    LG Sebastian

    Hier gefunden und mal grob übersetzt:


    Die Russula olivacea ist ein umstrittener essbarer Pilz. Früher galt er als ausgezeichneter essbarer Pilz, aber Fälle von Toxizität beim Verzehr von rohem, ungekochtem oder gefrorenem Pilz haben einige Verwirrung gestiftet. Aus diesem Grund ist die Sammlung weniger erfahrenen Personen nicht zu empfehlen, die sie vorbehaltlos mit congeners eduline [?] Arten verwechseln könnten; Wenn es jedoch gesammelt wird, sollte es nur nach sorgfältigem Kochen verzehrt werden. Außerdem ist Russula nicht leicht zu bestimmen. Von manchen wird er zu den Pilzen mit ausgezeichnetem Geschmack gezählt."

    Hallo larchbolete, ich verstehe die Frage bzw. dein Ansinnen nicht recht. Tatsächlich habe ich die Art erst einmal gefunden und diese noch nie verspeist. Er soll essbar sein, zum Wert müsstest du doch was sagen können, wenn du ihn schon so oft verspeist hast?


    LG Sebastian

    Hallo Claus, ja tatsächlich ist das negativ. Habe es heute morgen nochmal an beiden Stielen getestet und es passiert noch weniger ...


    Nach 30sek


    Nach 4 Minuten


    Das wäre dann 0 oder.


    Ein Trockenschaden ist ja zu erkennen an dem Pilz. Mir fehlt da die Erfahrung, wie stark sich das auswirken kann/darf.

    Hatte auch vermutet, dass dies hier vielleicht gar keine so große Rolle spielt, da die Guajakreaktion z.B. in MXM gar nicht erwähnt wird, gleichzeitig der Phenolreaktion nach verschiedenen Quellen offenbar eine überragende Bedeutung zukommt.


    Das Guajak ist jedenfalls frisch, Anbruch 04/22


    LG Sebastian

    Das passt 1:1 ...


    Phenol violett ... hier sieht man auch an den Lamellen: Gelbes SPP


    Guajak negativ

    FeSO4 Kräftig Orange


    Sporen isoliertwarzig ... very Quick and dirty


    HDS in Kongorot



    LG Sebastian

    Hallo zusammen, gerade noch unter Eiche und Buche, mild


    Kräftig, hartstielig. Mit kräftigen violetten Farben.


    Lamellenschneiden farblich am Hutrand.


    Kann man dazu schon so was sagen?


    LG Sebastian

    R. pseudointegra hat übrigens auch inkrustierte, mit Baumwollblau anfärbbare Cheilozystiden als Alleinstellungsmerkmal

    Ui, das probiere ich auf jeden Fall mal aus!


    Dass Sulfovanillin auf der Stielrinde bei scharfen Arten oft violettbläulich reagiert, habe ich auch schon festgestellt. Funktionieren tut das z. B. bei R. emetica, fragilis und atrorubens.

    Davon habe ich heute das erste Mal erfahren, das ist ja sehr interessant, auch das dies mehrere Arten betrifft. Da werde ich auch mal verstärkt drauf achten ...


    Lieben Dank und beste Grüße

    Sebastian

    Hallo zusammen,


    anbei noch zwei Täublinge. Funde aus den letzten beiden Tagen.


    Den ersten hatte ich vor zwei Jahren bereits schon einmal im Juli an der selben Stelle. Damals konnte ich diesen aufgrund von Zeitmangel (1 Tag vor Abreise in den Sommerurlaub) nicht mehr korrekt bestimmen. Und so habe ich mich sehr gefreut, dass dieser für mich seltene Täubling nach zwei Jahren wieder in einer kleinen Gruppe aufgetaucht ist:


    Nun bestimmt als 01 Russula Pseudointegra - der ockerblättrige Zinnobertäubling

    vgl. Funddaten vom Standort vor zwei Jahren - Nr. 3. hier: Russula violeipes, lilacea und weitere


    Standort bei Hainbuche und auch noch in Reichweite Eiche, kleine Gruppe mit auffällig kräftigen freudig roten Farben. Fruchtkörper noch recht jung nach meinem dafürhalten, daher Lamellen auch noch nicht recht ockerblättrig sondern eher weißlich (die Fruchtkörper vor drei Jahren waren schon etwas ausgewachsener).


    Sporenpulver hat der leider noch nicht viel hergegeben, das was ich zusammenkratzen konnte war aber deutlich dunkel. Der Fund vor zwei Jahren hatte:

    SPP IVc


    Geschmack mild und so bleibend.

    Geruch für mich schwer zu beschreiben, am ehesten fruchtige Komponente, aber auch irgendwie künstlich.


    Guajak keine Reaktion, erst nach 5-10 Minuten in ein extrem blassen Grünschimmer umschlagen

    nach 10 Sekunden:


    FeSO4 sehr schwach orangelich


    SV am Exsikkat sofort rot


    Sporen ca. 8x6,5 Stacheln teilweise gratig verbunden, teilweise deutlich teilnetzig:


    Ansonsten sehr lange, schmale und septierte Elemente in der HDS, hier in Kongorot SDS bei 400-fach (habe irgendwie beim Speichern die Annotation vergessen einzubrennen):


    Inkrustierungen in Karbolfuchsin/Lactoglycerol für mich nicht so leicht darzustellen hier:


    bei allen Unsicherheiten lande ich wegen des Sporenpulvers, den chemischen Reaktionen, den Hutfarben und den Mikrodaten doch bei pseudointegra.


    Ansonsten noch ein nicht so ganz seltener Geselle (hatte ich auch zweimal an unterschiedlichen Standorten):

    02 Russula solaris - der Sonnentäubling


    Gefunden zweimal unter Buchen. Schöne kräftig gelbe Hüte, mit gerieftem Rand. Auffallend zerbrechlicher, hohler Stiel mit kleinen aber kräftigen Rostflecken


    SPP IIIa

    Guajak zügig positiv

    FeSO4 kräftig orangerosa

    SV interessanterweise in der Tat leicht bläulich


    SV am Exsikkat


    Geschmack nur kurz mild, dann schnell extrem scharf werden nach einigen Sekunden Lamellen kauen


    Sporen mit hohen, kräftigen Stacheln, manchmal zusammenfließend wirkend, sonst aber auch entfernt stehend.

    7,4-8,3 µm (av. 7,8 µm, SD 0,23 µm) x 6,4-7,4 µm (av. 6,8 µm, SD 0,32 µm); Q = 1,1-1,2 (av. 1,2, SD 0,04) (n = 9)




    Pileozystiden bereits in Kongorot zu sehen (400fach) ...



    deutlich in SV

    bei 100fach


    400fach


    und tausendfach:


    So, ich hoffe das passt soweit ... LG Sebastian

    Hallo!


    Vereinzelt ist ebenfalls zu beobachten (das ist eine Beobachtung und keine Vermutung): Einzelne Eschen regenerieren sich auch mit Befall durch H. fraxineus. Das wären die Eschen, wo nach einigen Jahren der Austrieb wieder zunimmt

    Das werde ich auch mal genau hier beobachten ...


    Da aber Eschenholz ordentlich Profit abwirft, lässt man selbstverständlich keine befallenen Eschen stehen, denn das wäre ja unwirtschaftlich.

    Tja, die Natur würde wohl vieles regulieren, wenn man sie denn ließe ...


    LG Sebastian

    Diese finde ich derzeit massenhaft unter den Eschen an meinen Morchelstandorten. Wohl keine gute Nachricht für Eschen, Morcheln und mich ....


    Hymenoscyphus fraxineus (Synonym: H. pseudoalbidus)



    Sind befallene Eschen eigentlich unweigerlich dem Tode geweiht oder können die einen solchen Befall auch überleben? Gibt es dazu Wissen oder Erfahrungswerte? Das "Sterben" dauert vermutlich auch einige Zeit?


    LG Sebastian

    Wirklich fantastische Bilder, da muss ich wohl mal bei dir in die Lehre gehen. Diese Details bekomme ich auch bei gefärbten Sporen mit guter Cam (Axiocam 208c) und Stack nicht so gestochen scharf hin. Wirklich beeindruckend.


    LG Sebastian

    ... interessant, und welche Kamera nutzt du? Die Bilder sind ja gestochen scharf. Ich erinnere mich an deine Anfrage zum Trichterling (squamulosa). Die Mikrobilder sind ja meilenweit von diesen hier entfernt.


    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    gestern habe ich unter Buchen und Eichen folgenden Fund machen können:



    Kräftige fleischrosa bis rote Farben (das erste Quick and Dirty-Handybild ist in der Tat näher an den Originalfarben als die zweite "Studioaufnahme"):



    Stiel und Lamellen auffallend stark nachgilbend (bis dezent bräunend):


    Guajak ++ auf Stiel, starke Reaktion bis fast ins schwarze

    FeSO4 positiv rosalich-oranglich


    SPP IIa


    Geschmack mild, bei dem jungen Exemplar hatte ich nach langem Kauen der Lamellen schon das Gefühl, das der leicht scharf wird (???)


    Geruch erstmal unauffällig, habe ich eigentlich erst geprüft, nachdem ich auf melliolens gestoßen bin. Muss ehrlich sagen, dass der schon riecht, für mich schwer einzuordnen, mit etwas Fantasie auch schwach nach Honig nach einem Tag liegen (Das wäre für mich aber eher nicht wegweisend gewesen).


    Mikromerkmale meiner Ansicht nach dann ziemlich eindeutig:


    Sporen: 9-11,1 µm (av. 9,9 µm, SD 0,68 µm) x 8,3-9,7 µm (av. 9 µm, SD 0,52 µm); Q = 1-1,1 (av. 1,1, SD 0,04)(n = 5)

    Sporen typisch, recht groß und fast globos mit mit niedrigen zarten Wärzchen, die zart netzig verbunden sind, relativ große, auffällige suprahiliäre Plage:



    Mehrfach septierte Pileozystiden:

    In Kongorot


    in SV mit nur schwach aber sichtbar anfärbbaren Endzellen:


    Haare mit teils zugespitzten, teils kopfigen Endzellen:


    Nach meiner Bestimmung habe ich im Forum die hervorragenden Portraits von Claus: kuhmaul gefunden, siehe hier.


    Das sollte doch passen ...


    LG Sebastian