Beiträge von Sebastian_RLP

    Hallo Beli, Pablo und Claus


    Marasmiellus rameales dürfte sogar genau passen :daumen: .

    Beschriebenes Vorkommen passt eins zu eins zum Fundort, wie man auch oben am geposteten Bild sehen kann: in rich, deciduous forest on calcareous loam.


    Hier nochmal Studioaufnahmen:


    Es findet sich auch mikroskopisch alles. Nur mit den Cheilozystiden tue ich mich schwer:


    Sporen spärlich (wie geht bei denen eigentlich ein Abwurf):

    8,8-8,9 µm (av. 8,8 µm, SD 0,07 µm) x 2,9-3,2 µm (av. 3,1 µm, SD 0,09 µm); Q = 2,8-3 (av. 2,9, SD 0,11)(n = 3)



    HDS mit typischer ramealer Struktur (divertikulat/Ausstülpungen):


    mit braun inkrustierten Hyphen:


    Stielhyphen ebenfalls mit Ausstülpungen:


    halbgeglückter Stack der Stieloberfläche


    Schnallen überall häufig, Stielhyphen aber auch Basidiolen:


    Basidiolen mitunter fusiform:


    nur mit den Cheilos hats irgendwie nicht geklappt. Wenn morgen noch was übrig ist schaue ich nochmal


    @Pablo und Claus: ich drücke euch die Daumen, dass ihr ergiebigeren Regen bekommt. Hier hatte es zuletzt doch immer wieder mal ergiebig geregnet, auch wenns zwischendurch immer wieder heiß und trocken war. Aber alles gut ist deswegen hier auch nicht.

    So ein paar Jahre Dauerregen wären wirklich dringend nötig hier.

    Oh Gott ja 8| , da sagst du was.

    Dieses Jahr ist schon schauerlich. In der Eifel ist nahezu nichts zu finden (und ich war an einigen Stellen und lasse mir auch berichten). Man siehts ja auch an der Thread-Armut.


    ... ansonsten, ich denke Chrysenteron passt!


    LG Sebastian

    Nun scheint es doch langsam aber sehr sicher auch wieder mit den Großpilzen loszugehen. In meinem Hauswald lassen sich Täublinge, Röhrlinge und vieles mehr zunehmend finden.


    Die Täublinge haben mich noch etwas beschäftigt:


    01 Russula vesca - der Speisetäubling unter Buche (der ist ja nun hier ausführlich besprochen worden).


    02 Russula velutipes - Der flockige Rosentäubling


    Unter Buchen - Stiel mit typischer Beflockung - Mild - SPP IIa - SV an Stiel rot und so bleibend - Guajak negativ


    Sporen: 7,3-7,7 µm (av. 7,5 µm, SD 0,14 µm) x 6-6,7 µm (av. 6,2 µm, SD 0,24 µm); Q = 1,1-1,3 (av. 1,2, SD 0,06) (n = 5)


    Inkrustierte Primordialhyphen in Karbolfuchsin:


    Weiter unter Buche sehr wahrscheinlich 03 Russula cyanoxantha - der Frauentäubling.

    Am Fuße zweier Buchen ...


    ... eine weitestgehend grüne Form mit lilalichen Reflexen, bei der mich irgendetwas abgehalten hat hineinzubeißen:


    Ich habe den Schnegel gefragt wie der Täubling schmeckt. Er meinte "mild - logo" ... ich hoffe man kann ihm trauen!

    SPP Ib, Guajak nur langsam grün, FeSO4 sehr langsam und dann blass schmutzig olivgrün.


    Sporen: 7,9-9 µm (av. 8,5 µm, SD 0,36 µm) x 6,5-7,3 µm (av. 6,8 µm, SD 0,32 µm); Q = 1,2-1,3 (av. 1,2, SD 0,04) (n = 9)


    HDS in Kongorot:


    Zwischendurch mal eine schöne Gruppe 04 Perlpilze:


    Gefreut habe ich mich (wenn auch nicht mehr recht taufrisch) über 05 Pluteus leonides - den löwengelben Dachpilz


    Sporen: 6,4-7,8 µm (av. 7 µm, SD 0,29 µm) x 5,3-6,4 µm (av. 5,8 µm, SD 0,28 µm); Q = 1,1-1,3(av. 1,2, SD 0,05)(n = 25)


    Cheilozystiden:


    und in Kongorot ...


    HDS in Kongorot


    Zwischendurch immer wieder Röhrlinge:


    06 Boletus reticulatus - der Sommersteinpilz


    Hier (Hut 20cm) kam ich aber auch zu spät ...


    die armen Tiere müssen ja völlig verhungert sein


    07 Leccinum pseudoscabrum - der Hainbuchenrauhfuss


    Dann noch ein Bergsteigerpilz ...


    Der stand da wirklich! Leider habe ich ihn nicht ganz mit Stielbasis herausbekommen.

    Vielleicht 08 Xerocomellus pruinatus??? mit den dunklen Hutfarben, dem goldgelben Fleisch und ohne blauen im Schnitt. Vielleicht aber trotzdem auch chrysenteron.


    09 eindeutig X. chrysenteron


    Dann wies mir dieses Licht...



    ... den Weg zu einem Baumstamm ...


    ... hier gabs 10 Crepidotus applanatus


    Sporen: 6,2-6,7 µm (av. 6,5 µm, SD 0,16 µm) x 6,4-6,8 µm (av. 6,6 µm, SD 0,13 µm); Q = 0,9-1 (av. 1, SD 0,03) (n = 7)


    Dann gabs noch etwas löwengelbes ... 11 Ceriophorus leptocephalus - der löwengelbe Porling


    Dann noch was sehr sehr Winziges (12) in einem Bachlauf ...


    an über den Bach ragenden Würzelchen (Hasel? Buche?). Mehrere Funde, aber noch nicht identifiziert. Hüte nur 3mm groß, daher auch schwer zu fotografieren. Da fehlt mir noch die Idee, muss ich noch mikroskopieren:



    LG Sebastian

    Für die Bewohner einiger Regionen Deutschlands sehen Deine Funde aus wie Fabelwesen… Danke fürs Teilen, es gibt sie also doch noch, diese ominösen „Großpilze“.

    Da kann ich mich nur anschließen ;) ... davon können wir hier im Moment nur träumen. Vielen Dank fürs zeigen der tollen Funden. Auf Röhrlingspirsch hätte ich dieses Jahr auch mal große Lust!


    LG Sebastian

    Hallo zusammen,


    gestern stand wieder unser monatliches APV-Treffen in der Eifel an. Wir erwarteten aufgrund der Trockenheit nicht wirklich irgendwas außer einen schönen Austausch. Aber ein paar Kleinigkeiten und eine spannende Diskussion über eine entdeckte Riesenholzwespe und ihre Symbiose mit einem Pilz gabs trotzdem. Aber von vorne.


    In einer feuchten Fahrrinne auf einem Waldweg blickten uns kleine Tintlinge und Schildborstlinge an.


    01 Parasola leiocephalus - der breitsporige bzw. "glattköpfige" Scheibchentintling


    Fruchtkörper bis ca. 6cm hoch, Hut aufgeschirmt ca. 2,5 cm



    Ergänzend Bilder vom entfalteten Hut von Klaus (danke für die Übersendung):


    Hier noch Detailaufnahmen:


    Mikromerkmale dann typisch:


    Sporen aus Abwurf eckig, submitriform bis herzförmig mit großem, teils exzentrischem Keimporus (bis 2µm):


    Quotient und Mittelwerte siehe Tabelle

    Sporen Länge µm Breite µm Quotient
    1 9,441 8,186 1,15
    2 10,539 8,039 1,31
    3 10,435 7,933 1,32
    4 10,023 7,651 1,31
    5 9,796 7,776 1,26
    6 10,358 8,206 1,26
    7 10,182 7,823 1,30
    8 9,658 7,849 1,23
    Mittelwerte 10,05 7,93 1,27


    Cheilos zahlreich und typisch:


    vereinzelt auch unregelmäßig


    Pleurozystiden spärlicher und ebenfalls typisch (größer als Cheilos):


    HDS ohne Seten, dafür mit zahlreichen "birnenförmigen" Elementen:


    Ansonsten mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder 02 Scutellinia crinita - der wohl wegen seiner langen Randhaare über 1000µm als Bewimperter Schildborstling bezeichnet wird:


    Tatsächlich habe ich mich mit den Haaren dann schwer getan, viele nur unter 1000µm gefunden (700-900), am Ende aber doch noch ein einzelnes über 1000µm und mit bifurkater Wurzel:


    Hier einzelne freie Sporen in typischer Größe bzw. mit typischem Ornament:


    Stack Einzelspore



    Ansonsten gabs nur alte Schlappen von Suillus viscidus - dem grauen Lärchenröhrling. Noch als solcher identifizierbar mit seinem Ring, aber nicht mehr vorzeigbar!



    ... UND die schon erwähnte Riesenholzwespe - Urocerus gigas:


    Manchmal kehrte sie uns auch das Hinterteil zu - der "Stachel" ist eine Legebohrer ohne Giftapparat.


    Das immerhin ca. 3cm große Tier war auch nicht wirklich aggressiv, sondern eher scheu.



    Eine kurze Wiki-Recherche der Mitglieder brachte dann spannendes zu Tage (Quelle siehe hier). Hier lässt sich nachlesen:


    "Die Riesenholzwespe legt ihre Eier unter die Rinde von Tannen und Fichten, von wo aus sich ihre Larven durch das Holz fressen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Tannen-Schichtpilz (Amylostereum chailetii), mit dem die Riesenholzwespen-Larve symbiotisch lebt und wodurch sie sich von so nährstoffarmem Substrat wie Holz ernähren kann"


    Aha, also doch Pilze! Leider war von dem Pilz nichts zu sehen oder zu finden. Er bildet wohl ganzjährig (vermutlich bei richtigen Bedingungen) krustenförmige, filzig-braune Fruchtkörper auf der Rinde von Tannen und Fichten. Übertragen wird er eben durch die Riesenholzwespe (Urocerus gigas), die ihre Sporen in ihren Mycetangien aufbewahrt (=

    taschenförmige Einstülpungen der Cuticula des Kopfes oder der Brustsegmente Pilze züchtender Käfer, wie ich mich belesen habe), um damit das Holz zu beimpfen. Der Pilz zersetzt das Holz und bereitet damit wohl den Nährboden für die Larven. Sie dient den Larven als Nahrung.


    So, also auch wenn es pilzlich nicht wirklich was zu finden gibt, kann man noch spannende und unerwartete Entdeckungen machen.


    LG Sebastian

    Hmm, also


    Feldgeologen tragen wohl eine kleine Flasche mit 10 Prozent Salzsäure bei sich, um diesen schnellen Feldtest durchzuführen, mit dem die häufigsten Karbonatgesteine, Dolomit und Kalkstein (oder Marmor, der aus beiden Mineralien bestehen kann) unterschieden werden. Ein paar Tropfen Säure werden auf den Felsen gegeben, und der Kalkstein zischt heftig. Dolomit sprudelt nur sehr langsam.


    Der Schotter dort sieht mir nach grauem Kalksteinsplit aus. So war meine Vermutung, dass ich mit der Säure eben Kalkgehalt nachweisen kann, wenn ich eine Reaktion bei Kontakt bekomme? Meine These wäre also, dass anderes Gestein wie z.B. Granit, Basalt oder Tuffit keine solche Reaktion zeigt.


    Da das hier schon ordentlich gesprudelt hat würde ich mal Kalkgehalt vermuten. Oder bin ich da auf dem Holzweg?


    LG Sebastian

    Hallo Ditte, ah ja, die Beschreibung zu M.plebeia in eurer Veröffentlichung schaue ich mir bei Gelegenheit mal ganz genau an.


    Die Bodenbeurteilung ist nicht ganz leicht. Grundsätzlich hat das Wallbachtal eher basische, kalkhaltige Böden. Auch Löss ist hier zu finden. Es finden sich generell viele kalkliebende (Pflanzen- und Pilz-)Arten im Wallbachtal.

    Der Fundort hier aber liegt am Parkplatz, der den Einstieg ins Wallbachtal markiert. Der Fundort dort zeigt sich steinig und geschottert. Das kann durchaus grauer Kalksteinsplitt sein. Das müsste ich aber nochmal genau verifizieren. Auf folgendem Bild (mit vertrockneten Fruchtkörpern des Pilzes) kann man das einigermaßen erkennen:



    Herzliche Grüße Sebastian

    Hallo ihr Beiden, sehr spannend. Bei mir ist die Tage unter Sal-Weide, Birke (und entfernt junge Lärche, noch weiter Robinie) der Filzkopf aufgetaucht, den ich so gemeinhin immer als Mallocybe dulcamara angesprochen habe:



    Sporen hier etwas länger und dann eben auch etwas schlanker als bei Karls Fund:



    Sporen Länge µm Breite µm Quotient
    1 9,21 5,52 1,67
    2 8,40 5,30 1,59
    3 8,93 5,30 1,68
    4 9,20 5,30 1,74
    5 10,32 6,27 1,65
    6 9,03 5,57 1,62
    7 8,40 5,72 1,47
    Durchschnitt 9,07 5,57 1,63



    Cheilozystiden oft septiert, mitunter mehrfach. Endzellen: Breite um die 10µm, Länge um die 25µm. Mehrere Cheilos von einem "Ast" ausgehend.



    Basidien regelhaft 4-sporig, wie überall häufig auch hier Schnallen an der Basis:


    Kaulos nur an Stielspitze, diese teils keulig bis fast ballonförmig, aber auch zylindrische Elemente mit abgerundeten Enden:


    Stielhyphen auch teils inkrustiert, bereits in KOH3% sichtbar, kräftige Schnallen häufig:


    Hutdeckschicht ebenfalls mit inkrustierten Hyphen und zylindrischen abgerundeten Endzellen, Schnallen auch hier häufig:


    Die Sporen sind also nicht so kurz wie bei Karl, ansosnten wirken die FK auf mich schlanker.


    Alles nicht so einfach ...


    LG Sebastian

    Hallo Steffen,


    erinnert mich eher etwas an Matsutake (bzw. A. caligatum). Ist es aber wohl nicht, da passt die Hutoberfläche nicht recht. Zur Gattung Tricholoma passt der Habitus, weißes SPP und Burggraben (?) am Lamellenansatz. Allerdings sind Ritterlinge Mykorrhiza-bildner. Das spricht gegen diese.


    Der Lamellenansatz ist für mich etwas schwer zu beurteilen, da die Bilder an vielen Stellen überbelichtet bei mir ankommen. Im Schnittbild meine ich links einen Burggraben erkennen zu können ... oder ist der Lamellenansatz als frei zu bezeichnen?


    Für Echinoderma (Lamellen frei, vgl. z.B. Echinoderma echinaceum) müssten aus meiner Sicht deutlicher die Stacheln zum Tragen kommen auf dem Hut. Die Oberfläche scheint mir hier eher flach und ungleichmäßig eingerissen.


    LG Sebastian

    Hallo Jan,


    da kann ich jetzt nicht mehr viel beitragen zu den guten Hinweisen von Harald und Oehrling.

    Hier Bilder vom letzten Jahr von den an der Spitze eingedellten (auf schlau "trunkaten") Sporen eines X. porosporus in H2O bei 1000facher Vergrößerung (s. Beitrag von Harald):


    Wie Oehrling schreibt kann man den mit der Vielzahl an makroskopischen Hinweisen sehr gut dingfest machen. Hut habe ich geschrieben und auch das Schnittbild, wie es Oehrling beschreibt ist ein wichtiger Hinweis, sehe ich bei meinen Funden genau so, hier mit etwas weniger rot im mittleren Teil:


    LG Sebastian

    Hallo Jan,


    ja das kann aus meiner Sicht sehr gut hinkommen. bis 1970 wurde die Art nicht von X.chrysenteron unterschieden. Makroskopisch fehlen jedoch die rosalich-rötlichen Farben in den "Rissen" der Huthaut. Zudem scheint porosporus eher gröber felderig aufzureißen. Hinzu kommen eben die insgesamt matten, dunkleren Farben und das fehlende rot auf der Stieloberfläche.


    Mikroskopisch könnte man die Art schnell dingfest machen anhand trunkierter Sporen. Aber auch so scheint mir das sehr sicher.


    LG Sebastian

    Hi,


    Wo hast du die Zeichnung von I. pseudosquamulosa gefunden?

    ja ich habe einen systematisierten Fundus an Bildern, muss mich aber doch korrigieren: das Bild, welches aus "Bresadola: Iconographia Mycologica" stammt, war leider falsch abgelegt (ohne Artnamen) und gehört doch zu C. squamulosa. Es ist online in der digitalisierten Fassung der Ikonographie hier abzurufen: https://www2.muse.it/bresadola…aphia_lt.asp?pn=04_03_017


    Insofern bleibt es dabei. Keine Abbildungen von pseudosquamulosa.


    Andererseits wird pseudosquamulosa auch mit anderen Arten synonymisiert, siehe z.B. hier: https://www.mycobank.org/page/Name%20details%20page/534082 oder hier: https://www.mycodb.fr/fiche.ph…earch&filter=&numfiche=77

    Zumindest wohl die Art, die in Documents mycologiques, 26(102), p. 17 als pseudosquamulosa abgehandelt wird (ob dann auch nachsequenziert aus dem Herbar?)


    Hmm, alles irgendwie sehr undurchsichtig. Man fragt sich wirklich, wer da am Ende was genau beschrieben hat. Ich frage mich mittlerweile auch, ob der Fund nicht doch in der Variationsbreite von C. squamulosa liegt (auch wenn der andere Fund von Sandra deutlich knackiger aussieht). Würden dazu nicht die Mikromerkmale, der Geruch und mit ein bisschen Augenzudrücken auch die KOH-Reaktion passen, je nachdem in welches Werk man hineinschaut. Denn während Ludwig schreibt "sofort dunkelbraun mit KOH", verweist Gröger bei der KOH-Reaktion auf "ähnlich vorheriger Art", also Costata und hier findet sich dann: "mit KOH nur undeutlich eingesunken-dunkelnd, trocken jedoch deutlich bräunend). In FN spielt die KOH-Reaktion beim Schlüsseln bis zum Punkt C.squamulosa keine Rolle. Tja, keine Ahnung.


    In der Beschreibung von Pseudosquamulosa finde ich zum Geruch an den zitierten Stellen (siehe hier: https://fongidoc.adonif.fr/wp-…02/mobile/index.html#p=20 ...) mehlig (also nicht cyanidisch, bittermandelmäßig). Dazu schreibt Gröger dann wieder: Für suamulosa und pseudosquamulosa wird nicht selten Mehlgeruch angegeben. Dies geht aber möglicherweise auf Verwechslungen mit ähnlichen Arten [...] zurück ... da taucht dann wieder der schuppig gewordene C.sinopica auf ... was ja wiederrum zur Synonymisierung der Arten auf Mycobank (zumindest in Bezug auf den dort beschriebenen Fund passen würde). Der mehlige Geruch findet sich aber auch in der von Raphael zitierten Fundstelle.

    Documents Mycologiques 93: 75f.

    Ich habe auch gelesen, dass die zahlreichen Abbildungen von Bresadola von verschiedenen Autoren für verschiedene Arten reklamiert wurden. Auch spannend.


    Also. Alles sehr verwirrend. Ich denke da wurde auch in der Vergangenheit vieles durcheinandergeworfen.


    Ob man den vorliegenden Fall zufriedenstellend gelöst bekommt? Nach allem was ich so lese bleibe ich leider etwas skeptisch Sandra.


    LG Sebastian

    P.S.: von Pseudosquamulosa habe ich eine Zeichnung. Der kommt makroskopisch auch in die Nähe, er hat aber nach dieser Zeichnung gröbere Schuppen auch bis zum Hutrand. In diesem Merkmal weicht er ab. Zudem sollte auch dieser nach Ludwig schmalere Sporen haben 3-4,5µm. Das passt auch zu den Sporen auf der Zeichnung, die zwar tränenförmig, aber deutlich schlank aussehen.


    LG Sebastian

    Hallo Pablo,

    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: ich hab' echt keine Ahnung von Trichterlingen

    da kann ich mich einreihen. Ich bin auch in keinster Weise sicher bei irgendwas hier. An glareosa muss man sicher viele Fragezeichen machen. Es bleibt dann nach dem Schlüsseln nicht viel übrig.

    Huthauthyphen von Clitocybe glareosa sind aber doch auch kräftig inkrustiert?

    Siehe oben ...


    Ich bilde mir aber ein, auf einem der HDS-Bilder ganz feine Inkrustationen zu sehen:

    Das hatte ich auch gedacht, man erahnt da so schwarze regelmäßige Knubbel. Das kann schon Inkrustination sein. Kongorot wäre hilfreich eventuell.


    An Clavipes hatte ich kurz wegen des keuligen Stiels gedacht und weil das eben auch eine häufige Art ist. Aber kann Clavipes solch deutlich tränenförmigen Sporen haben? Ich lese da eher etwas von ellipsoid-ovoiden Sporen (sowohl im Ludwig als auch im Gröger). Ich habe Clavipes schon oft in der Hand gehabt aber nie mikroskopiert. Nach den Infos hier würde ich den eher ausschlüsseln.


    Die Größe finde ich schwer abzuschätzen auf Bildern. Vielleicht kann Sandra dazu noch etwas schreiben.


    In der Summe schwierig mit der Fernbeurteilung bzw. wie alle meinen ja mit der Gattung an der Stelle überhaupt.


    LG Sebastian

    Hallo Sandra,


    habe mal mit Gröger I (2006) geschlüsselt.


    vergleichen könntest du mal noch mit Clitocybe glareosa, dieser hat den beschriebenen Geruch (cyanidisch, wie frisches Holz, nach bitteren Mandeln usw.), sowie die makroskopischen Merkmale (soweit das aus der Ferne beurteilbar ist). Hinzu kommen die "tränenförmigen" Sporen (larmiform) und die negative KOH-Reaktion. Im Ludwig wird dieser allerdings noch mit "intrazelluläre und recht deutlich inkrustierend" in den HDS-Hyphen/Endzellen angegeben. Das sehe ich jetzt hier nicht.

    Schnallen vorhanden.

    Beurteilt werden müsste zudem der Standort - Beschreibung im Gröger: "Vork. saph. gesellig-büschelig an offenen Stellen zwischen Kräutern (Artemisia, Bromus, Sedum, Thymus), Moosen & Flechten, heliophil & xerophil (trockene, lichtbeschienene Stellen) - daher auch Steppentrichterling bzw. kiesliebender Trichterling

    Nach Ludwig einzeln bis kleinbüschelig an sonnenexponierten, trockennen, lückig bewachsenen Stellen auf (meist kalkhaltigen) Sanden (Trockenrasen, Steppen, flachgründige Steinschuttflure usw. usw. ...


    Naja, die anderen Arten, die ich mit der Merkmalskombination im Gröger erreicht (wenn man nicht von einer Hygrophanität des Hutes ausgeht) hat Schupfi schon benannt.


    Nicht so leicht, diese Gattung.


    LG Sebastian

    Hallo Claus,


    habe mir die Epikutishaare nochmals angeschaut und kann das angesprochene Detail (Arztpraxis) an den Epikutishaaren nicht sicher identifizieren. Vielleicht übersehe ich es aber auch? Auf mich wirken die regelhaft zylindrisch mit abgerundeten Endzellen. Also manche Endzellen laufen auch spitz zu (vereinzelt). Ob das dann gemeint sein könnte?



    Vielleicht kannst du nochmal draufschauen, wenn du magst (400fach in Kongo NH3)


    LG Sebastian

    Ja, den Weg hatte ich auch beschritten, da komme ich bei R.carpini raus. Aber ob das besser passt? Nicht so einfach, mal wieder. Vielleicht Schlüssel ich mal mit dem Gröger und schaue, wo ich da lande ... nur so zum Vergleich.


    LG Sebastian