Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    R. faustiana scheint, sieht man von den Buchen ab, besser zu passen. Die Sporen hab ich noch mal nachmikroskopiert und sie weisen durchaus einige Verbindungen im Ornament auf. Auch die längeren Endzellen der Huthauthaare scheinen besser in's Bild zu passen.


    Sporen in MELZER x1000[Öl]




    Ich kenne leider nicht die Originalbeschreibung von R. galochroa. Meine Hauptliteraturquelle ist Russularum Icones. Dort beschreibt Frau Marxmüller R. galochroa mit Sporenpulver IIa-c (je nach Frische des Abwurfs), einer negativen Guajak-Reaktion und zeichnet Sporen mit einigen Verbindungslinien. Im Anhang wurde dieser Fund molekular als R. galochroa bestätigt. Dies zeigt, dass die Sporen nicht isoliert sein müssen und die Sporenpulverfarbe auch passen würde. Daher schwanke ich immer noch was nun besser passt. :/

    Auch der Passus zum Unterschied zwischen R. faustiana & galochroa ist in meinen Augen eher pro galochroa zu werten:


    "Die echte galochroa ist nach Sarnari ein unter Eichen

    wachsender, kleiner, oft weißlicher Pilz mit möglichem lila Einschlag am Hut, grob isoliertwarzigen

    Sporen und bis zu 9 µm breiten Hyphenketten in der Hutdeckschicht. Russula faustiana hingegen ist

    ein unter Buchen wachsender, größerer Pilz mit hellen oder dunkleren, gelblich- bis haselnussbraunen

    Tönen (die deshalb kaum lila sein können), mehr oder minder zebrierten Sporen und bis 15 µm breiten,

    kurzgliedrigen Hyphenketten in der Hutdeckschicht."

    Sieht man mal von den "isoliertwarzigen Sporen" ab, wo ja der molekular abgesichterte Fund v. Marxmüller das Gegenteil beweist. Auch der vorgestellte RUSSULA cf. PSEUDOAERUGINEA f. GALOCHROA Sarnari in Russularum Icones wurde molekular zu R. galochroa gestellt (hier mit Sporenpulver IId). Bei diesem Fund sind die Grate im Ornament noch stärker deutliche. Daher würde ich die Ornamentierung als unzuverlässiges Trennmerkmal sehen.

    Das führt mich zu der Frage, wie ich evtl. die Möglichkeit einer Sequenzierung wahrnehmen könnte. Es wurde ja schon von Wolfgang P. vorgeschlagen. Kann man das als Privatperson veranlassen, wenn ja wo, was für Material braucht es dafür und wird man dabei arm? Ich glaube Christoph Tricholomopsis schickt auch öfter etwas ein vielleicht kann er dazu etwas sagen? :)
    Letztlich wäre es mir ob nun R. faustiana oder R. galochroa egal, solange es einfach ein Ergebnis gibt. ;)

    Schon mal vielen Dank für das weiterhin bestehende Interesse! Schönen Abend noch allen.


    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    der Täubling hat wieder fruktifiziert.

    Mein letztes Exikat ist vergammelt, wie kann ich es dieses mal besser machen? Luftdichter Zipbeutel?

    Falls jemand Interesse hat, verschicke ich das getrocknete Pilzchen gerne. :)

    Merkmale bleiben konstant: Guajak negativ, Eisen(II) sehr schmutzig grauocker bis blass grauorange. Hinzuzufügen wäre noch der etwas schärfliche Geschmackk junger Fruchtkörper in den Lamellen. Ist wahrscheinlich banal, da bei den meisten jungen Täublingen der GRISEINAE so vorhanden. Neben den zahlreichen alten Eichen am Fundort sind noch zwei Birken zu nennen.

    Hier hat es meine Kamera auch ganz gut geschafft den lila-rosa Farbton am Hutrand mit einzufangen.






    HDS bleibt mit den typsichen Haaren aus mehrern Tönnchen zusammengesetzt mit meist etwas längerer Endzelle. Die maximale Breite der Basalzelle liegt zwischen 9-10 Mikrometer.

    x1000[Öl] Kongo/Wasser




    Pileozystiden

    x1000[Öl] Kongo/Wasser



    LG Thiemo

    Hi,


    Christoph hat ja schon alles gesagt. Ich wollte gestern nicht verunsichern und das so unmissverständlich schreiben, aber Karbol-Champions sind da auf jeden Fall dabei gewesen. Bei der Dosis harmlos, wie man sieht.


    Ich habe neulich „glücklichen“ Finder eine Kiste mit 60 Stück aussortiert. Die haben auch nicht richtig gegilbt.

    LG Thiemo

    Hallo,

    Genau erst mal Ruhe bewaren. Pilze aufheben und nicht mehr essen.
    Solltest du irgendwelche Beschwerden merken, auch erst nach mehreren Stunden, ruf sofort den ärztlichen Bereitschaftsdienst an.
    Zwischenzeitlich kannst versuchen einen PSV zu finden der deine Pilze anschaut um sicher zu sein-> Pilzsachverständige finden / DGfM

    Bei nur einem Kaffelöffel voll wird wahrscheinlich nichts passieren auch wenn in deinem Stapel Magen-Darm giftige Karbolchampignon dabei sind.

    Ich kann jetzt in dem Stapel nicht jeden Pilzfruchtkörper vollständig erkennen, daher weis ich nicht was da alles liegt.

    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    Ich habe heute beim Waldspaziergang diese Lorchel gefunden. Zunächst dachte ich, dass es sich mal wieder um eine Scheibenlorchel handeln könnte, jedoch haben die Sporen keine Anhängsel.

    Bei den Asco's habe ich ja weder Ahnung noch Literatur - könnte das denn Hevella acetabulum sein?

    Frkp: 6cm Durchmesser, braun, Außenseite körnig-kleiig, Stiel heller, relativ kurz, rippig-aderig
    Geruch: unauffällig
    Wegesrand, terristisch in der Laubschicht bei Hainbuche, Fichte, Kiefer
    Sporen: ca. 18-19 x 13-14 mit einem großem Öltropfen
    Paraphysen: Mit kopfig-abgerundetem, ca. 7Mikormeter breitem, Ende
    Asci: ca. 16-21 Mikrometer breit, 8-sporig





    Asci in Wasser/Lugol x400


    Asci & Paraphysen in Wasser/Kresylblau x400


    Paraphysen in Wasser/Kresylblau x1000(Öl)


    Asci mit Sporen in Wasser/Kresylblau x1000(Öl)



    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    also von der chemischen Seite macht das nicht mehr viel Unterschied ob die KOH 20, 30 oder 40%ig ist. Es kann da nur eine Säure-Basen Reaktion stattfinden. Da dies im wässrigen Milieu passiert und das Wasser die Stärke der starken Base Kaliumhydroxid begrenzt (Nivellierender Effekt), ist ab einer gewissen Konzentration Lauge der maximal sichtbare Effekt erreicht. Ich kann jetzt auswendig keine genaue Grenze nennen, aber mir scheint 20% mehr als ausreichend.

    Nur mit einer 3%igen KOH könnte das schon anders aussehen.


    LG Thiemo

    Hallo,


    ich kenne den Kerbrandigen Trichterling Infundibulicybe constata nicht aus Eigenfunden, meine aber, dass dieser schon anders, insbesondere habituell mit weniger kräftigen Stiel daherkommt.

    Du kannst mit deinem neuen Mikro mal schauen ob du in der Hutdeckschicht Inkrustationen findest - zumindest haben die seine Gattungsbrüder I. gibba & squamulosa.

    I. gibba
    HDS x1000(Öl)


    LG Thiemo

    Hallo Jörg,


    schön wie es bei dir im Park schon sprießt. Ich habe heute mal meine Flocki-Stellen besucht und bin auch fündig geworden - es geht also los. Die Maipilze überall an den Wegrändern habe ich ebenfalls stehen lassen. ^^

    LG Thiemo

    Hallo,

    Cheilozystiden sind vorhanden, jedoch nur recht wenige mit Kristallschopf.

    Wenn du welche gefunden hast, würde ich mich nicht verunsichern lassen. Das scheint nämlich eine generelle Schwierigkeit beim mikroskopieren von Weichritterlinge zu sein. Ich hatte bei der Mikroskopie von Melanoleuca brevipes auch Probleme passende Zystiden auszumachen. Die Pilzchen sind damit recht sparsam. ^^

    Zu deinem Fund kann ich leider nichts weiter beitragen...

    LG Thiemo

    Hallo,


    Vor kurzem ist der dritte Teil von G.Kibby (Mushrooms and Toadstools of Britain and Europe) rausgekommen. Dieser befasst sich mit den dunkelsporigen Lamellenpilzen. Diese sind ja mit den LBM, Cortinarien und Inocyben, um ein paar zu nennen, besonders anspruchsvoll in ihrer Bestimmung. Dafür scheinen ja viele Mikrozeichnungen dabei zu sein und das Werk ist up-to-date.

    Was ist denn so der Eindruck der stolzen Besitzer hiervon? Kann man in Kombination mit einem Schlüsselwerk damit arbeiten und Arten bestimmen? :/


    Vom Zweiten Teil hatten mir die guten Aquarelle gefallen, aber irgendwie nehm ich das Buch nie zum nachschlagen in die Hand... ==7

    LG Thiemo

    Hallo,


    Ich finde deine Bestimmung gut. "Der" Voreilende Ackeling scheint ein Aggregat zu sein, die Fruchtkörper auf Mulch unterscheiden sich schon deutlich von denen an Wegrändern oder Wiesen. Büschelig muss der nicht wachsen. Selbst gesellig ist keine Pflicht. Ich denke das hängt einfach von den Gegebenheiten (Standortfaktoren wie Nährstoffangebot) ab.

    LG Thiemo

    Hallo,


    zum Gyromitrin Gehalt wurde im Pilzseminar v. Krieglst. (Stand 2017) gelehrt:

    Gyromitra ancilis -
    Gyromitrin nur in winzigen Spuren, Gyromitra gigas - relevante Menge aber weniger als in G. esculenta.

    LG Thiemo

    Hallo,


    "Experte" bin ich ja nicht, aber in diesem Sinne:

    Ich verstehe das so, dass man bei unklaren Funden einen Pilzfreund, der sich +/- mit der angefragten Pilzgruppe auskennt, auf diesen Fund aufmerksam machen kann. Manchmal verbirgt sich ja mitten in einem längeren Exkursionbericht ein problematischer Fund, auf den auf diese Weise ein "Spezialist" hingewiesen werden kann. Wenn einen dieser Fund interessiert und man etwas zur Bestimmung beitragen kann, liegt es im Ermessen des "Angerufenen", ob er sich dazu äußern mag. Eine Art Verpflichtung zum antworten ergibt sich aus solch einem "Anruf" selbstverständlich nicht. So sehe ich das jedenfalls.

    Lactarius ist übrigens noch unterrepräsentiert und ich meine wir hätten da durchaus interessierte Leute im Forum, aber ich weiß gerade nicht mehr wer da alles gerne dran rumwerkelt, außer einer schon erwähnten Person


    kann man mich gerne für die bisher unterrepresentierte Lactarius/Lactifluus und auch Russula aufnehmen.


    Diese Gattungen interessieren mich besonders, da habe ich Spezialliteratur vorliegen und mache ich mir gerne auch weiterführende Gedanken zu fremden Funden.
    LG Thiemo

    Hallo,


    ich finde auch, man muss nicht alles essen. Persönliche Erfahrungen kann natürlich jeder selbst machen, aber freigeben würde ich selbst keine solche Faserlinge. Die ganze Gattung i.w.S. ist mir da zu undurchschaubar. Ist ja auch nicht viel Trama dran. ;)


    keine giftigen Röhrlinge in Europa. Und dann wurde Gyrodon ammophilus beschrieben...

    Du meinst schon den Falschen Hasenröhrling, Gyroporus ammophilus, oder ?:whistling:


    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    diese "Hülle" ist mir bei meinem Fund an den Sporen nicht aufgefallen. Hier ein paar Bilder von Gyromitra ancilis:



    Sporen gabs von diesen knackfrischen Fruchtkörpern natürlich keine. Einen großen alten hab ich daheim unter einer Schüssel 3 Tage bei Raumtemperatur nachreifen lassen und hatte Erfolg (und ersten Schimmelbefall). :)


    x1000(Öl) in Wasser



    x1000(Öl) in MELZER


    VG Thiemo

    Hallo,


    Hallo Hassi,

    "nur" oberflächlich versauert reicht nicht. Der Boden muss auf jeden Fall sandig bis grobsandig sein, doch wo es auf der Alb oberflächlich versauerte Stellen gibt, ist der dortige Boden schwer, und es stehen dort Fichten und keine Kiefern.

    Ich selber muss auch knapp 100 Kilometer fahren, um eine Chance auf Frühjahrslorcheln live zu haben, weil sie auf unserem lehmig-tonigem Boden keine Chance haben.


    Bei uns in der Gegend gibt es fast überall, saure Kiefernwälder. Nur die geschotterten Wegränder sind nicht sauer und bringen entsprechende Arten hervor. Wenn aber mal eine Kiefer stürzt und die Humusschicht hebt, liegt drunter alles voll Sand. Trotzdem konnte ich bisher leider noch keine Frühjahrs-Lorcheln finden, nur Gyromitra ancilis. Ist natürlich immer Zufall so ein Fund, aber gibt es noch weitere, bekannte Faktoren?


    LG Thiemo