Hallo Jörg,
wie immer ein schöner Bericht - auch die Vormittagsrunde mit den Blutroten - einfach herrliche Bilder. Soviel und so schöne blutrote hatte ich auch noch nie, meistens 2-3 Exemplare bei uns kurioserweise unter Linden. Und die Artenvielfalt, da bist du einfach zu beneiden. Außer ein paar Filzröhrlingen und den obligatorischen Wiesenchampis hat sich bei mir auf dem Kirchhof noch nichts getan und in den Stadtparks sieht es ganz mau aus.
Angestachelt von Deinen tollen Funden, hat gestern zum Feierabend mein Auto mal wieder von allein auf dem Waldparkplatz angehalten um mich auf Ausschau nach den Boleten zu schicken. Mir ging es fast wie Nobi - irgendwie gähnende Leere. Nur im "Buchenviertel" standen diese nicht mehr ganz taufrischen Boleten. Aber zum Glück nur die Stielenden bewohnt, so dass die Stiele und die drei noch jungen im Dörrer landeten und die Hüte - die auf dem Bild dunkler scheinen, als sie waren und trotzdem noch relativ fest - habe ich heute früh im Umweltlabor abgeliefert. Die haben sich riesig gefreut! Wer bringt sonst schon Speisepilze und noch dazu Steinpilze ins Labor?
Paar kleine Perlpilze und ein paar Rotfüßchen - ebenfalls fürs Labor - und ein kleiner Flocki, das war alles. Der Zeitfaktor war allerdings auch nur eine dreiviertel Stunde. Obwohl sonst unter den Buchen viel wächst - wir Scheidenstreiflinge, Täublinge etc. war gar nix los im Wald. Da wir hoffnungslose Optimisten sind, hoffen wir mal, dass der Pilzwachstum wie letztes Jahr auch bei uns endlich noch richtig Fahrt aufnimmt.
Und der Sachsenforst hat "gewütet". Die Fichten sind gefällt und die Waldwege beim Rücken mit den Harvestern dementsprechend "gestaltet". Aber wie sollen sie es auch sonst machen? Diese Massen bei uns an Borkenkäferfichten und leider noch schlimmer befallen auch die Lärchen, sind ohne diese Technik gar nicht zu bewältigen. Und der Sachsenforst kommt so schon nicht mehr hinterher. Wenn man sich mit den Mitarbeitern unterhält, kommen die einen vor wie der Kampf von Don Quichote gegen die Windmühlen. Aber die Waldarbeiter sind wenigstens noch enthusiastisch und geben ihr Bestes, eben mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln.
Und das war die gestrige Ausbeute:

Liebe Grüße aus der Lausitz
Ute