Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Stefan und nobi,


    ihr müsst mit mir gar nicht über das Thema diskutieren. Solche Reaktionen hatte ich ehrlich gesagt ohnehin erwartet. Das sich emotional geschrieben habe, ist mir bewusst. Falls ihr darüber nicht wegsehen könnt, schade.


    Unabhängig davon habe ich einen Satz zitiert, den ich nicht erfunden habe, sondern der eine offizielle Verlautbarung der DGfM ist. Und dieser Satz zeigt, dass es eben nicht nur ein qualifizierendes Angebot sein soll. Es wird die Erwartung oder Hoffnung geäußert, dass dieser Schein später darüber entscheiden wird/soll, wer in Deutschland mykologische Aufträge bekommen soll.


    Ich finde schon den Anspruch daneben, dass ein gemeinnütziger Verein(!) etwas auf den Weg bringen will, von dem erhofft wird, dass es zu einer Monopolisierung in Sachen Hauptamtlicher Tätigkeit führen wird.


    Jede Kritik mit einem "das sind deine persönlichen Probleme" wegzuwischen, ist einfach. Mach nur, kein Problem. Kann ich mit leben. Und von mir aus soll die DGfM machen was sie will (intern). Hier geht es aber darum, Andere daran zu hindern, mykologisch aktiv zu sein, wenn es nach dem Wunsch der DGfM geht. Falls du den Satz aus dem Rundschreiben anders interpretierst, würde mich das interessieren. Aber da du ja nicht darüber diskutieren willst - sondern nur auf dieser Tagung - muss ich auf Argumente halt warten. Ich werde und kann nicht bei dieser Tagung vor Ort sein.


    nobi_†: wenn eine kleine Clique anderen vorschreiben will, wie man das Hobby oder die Profession Mykologie auszuführen hat, dann hört meine "Gelassenheit" sofort auf. Wenn für dich es eine Mücke ist, dass es in den Augen der DGfM egal ist, ob man studiert hat, promovoert hat oder als Amateur jahrelang Wissen aufgebaut hat, weil man in Zukunft nur mit der Zertifizierung der DGfM aktiv tätig sein darf und Aufträge bekommen soll, dann ist das ein Blauwal und kein Elefant mehr.

    Dass die DGfM das (zum Glück) gar nicht in der Hand hat, tröstet etwas. Aber allein diese Haltung finde ich daneben. Und erneut: nicht ich habe diesen Anastz in die Welt gebracht, es war das Präsidium selbst. Und das kurz vor der Tagung, damit wenig Zeit zum Durchdenken bleibt und es durchgewunken wird?!


    Ich habe als Expräsident leider mitgeholfen, einen Teil des aktuellen Präsidiums in diesem zu verankern. Das ist das, was ich mir am meisten vorwerfe. Und auch deshalb kann ich nicht gelassen bleiben, wenn das dann dazu führen sollte, dass die DGfM erneut und schlimmer als früher in das Fahrwasser "wir definieren in Deutschland, wer was mit Pilzen tun darf" gerät.


    Wenn das Präsidium intern beschließt, sonstwie zu handeln, kann es mir egal sein (ist es nicht ganz, da ich mich wie gesagt durchaus mitverantwortlich fühle). Wenn es aber Dritte betrifft und noch dazu Hauptamt / Beruf, dann hört der Spaß auf.


    Stefan: Daher: ich lese gerne Argumente, warum ich dieses Ziel, das ich zitiert habe, falsch verstehe. Nur mit einem "mit dir reden wir nicht..." zu kommen oder einem "die Tagung ist der bessere Ort" (da ist man unter sich und es gibt weniger kritische Stimmen?), finde ich bezeichnend, aber ich kann es leider nicht ändern.


    Schade. Zumindest konnte ich hier meine Unmut gegenüber dieser geplanten Gängelung und der totalen Missachtung anderer mykologischer Ausbildungen (z.B. universitär) äußern. Dass ich dabei auch emotional wurde, tut mir nicht leid, aber ich hätte das Wort Lautsprecher nicht verwenden müssen, das stimmt. In dem Zusammenhang, weil eben trotz besseren Wissens das Gegenteil dessen von beiden geschrieben wurde (mehrfach) als publiziert wurde, fand ich den Ausdruck passend. Es war aber nur auf diese spezielle Situation bezogen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich habe eben im internen Bereich des DGfM-Forums die dortige Diskussion gelesen und bin nun sehr verwirrt. Als Vorbemerkung: als Nichtmitglied des Vereins darf ich in diesem "Forum" nichts schreiben, was auch nur irgendwie mit der DGfM zu tun hat. Deshalb bin ich dort auch nicht mehr selber angemeldet - deshalb und wegen bewusstem Verstoß gegen den Datenschutz (mich betreffend) bin ich da raus.


    Was soll man nun tun, wenn man etwas diskutieren will, was (leider) nicht nur die Vereinsmitglieder der DGfM betrifft, aber trotzdem von diesem Verein ausgeht, aber eben nicht Mitglied ist? Es geht nur, anderswo zu diskutieren - und hier lesen ja dann doch einige Mitglieder dieses Vereins mit.


    Wenn die DGfM Ausbildungen zu einem "Feldmykologen" anbieten will - gern. Warum nicht? Es ist ja super, wenn sowas angestoßen wird. Aber... und da bleibt mit das Ganze im Hals stecken... aber: wenn dann die DGfM selbst öffentlich schreibt:


    Das Zertifikat „FeldmykologeDGfM3“ könnte künftig eine Grundvoraussetzung/Anforderungsprofil für Vergaben von mykologischen Dienstleistungen im Feldmonitoring sein.


    ... dann bleibt mir das ganze im Halse stecken.


    Die Lautsprecher des Vereins behaupten, es sei nur eine ganz freiwillige Schiene - niemand müsse, es tue keinem weh,. es betreffe niemanden, der nicht.. Liest man dann dieses Ziel, klingt das so, als würde drüben im internen Forum gelogen, bis sich die Balken biegen. Was denn nun - nur ein völlig wertneutrales, tolles Angebot oder die Kontrolle darüber, wer in Deutschland Aufträge erhalten soll? Zumal gerade die, die sich da laut äußern, unter anderem von solchen Aufträgen leben. Das sei ihnen vergönnt - aber dann solltens ie sich doch stark zurückhalten, wenn es darum geht, ihre Vereinsposition dazu ausnutzen zu wollen, anderen dies zu verwehren. Geschäft ist Geschäft, Ehrenamt ist Ehrenamt.


    Das würde eben bedeuten, dass niemand, der nicht diese Kurse belegt hätte, eine Chance bekommen solle, für seine Tätigkeiten unterstützt zu werden. Man will ein Gebiet kartieren und bekommt dafür Aufwandsentschädigung oder gar einen kleinen Werkvertrag - das Ziel ist, das zu verhindern? Nur noch mit dem DGfM-Schein soll man Geld verdienen können?

    Uni-Studium ist egal? Promotion ist egal? Schon vorhandene Kenntnisse sind egal? Wer nicht die Kurse besucht und in die DGfM eintritt, der soll nicht mehr für Kartierungsaufträge in Frage kommen?


    Das einzige, was mich beruhigt, ist der Umstand, dass dieser Verein gar nicht dir Möglichkeit hat, den Behörden zu verbieten, Aufträge an Nichtmitglieder oder gute Amateure ohne den "Schein" abzugeben.


    Wer jetzt denkt, ich hätte Sorge, keine Aufträge mehr zu bekommen - nein, um mich geht es nicht. Ich habe praktisch keine Kartierungsaufträge - ich habe gar nicht die Zeit dafür. Im Moment kartiere ich eine Fläche reimn ehrenamtlich. Um mich geht es nicht.


    Ich finde aber allein diese Denke, statt sich über jeden zu freuen, der in der Lage ist, Kartierungsaufträge zu übernehmen, das jetzt zum Monopol der DGfM zu machen (was sie nichtmal kann, wie gesagt, zum Glück), dermaßen daneben... Und dann wird im internen Forum Kritik damit weggedrückt, indem man sagt, sowas sei überhaupt nicht geplant - e ssei alles nur ein Angebot, das einfach nur nett gemeint ist.


    Ich fände es gut, wenn die DGfM hier etwas anleiern würde, was positiv ankommt, was Anateuren helfen würde, ihr Wissen zu vertiefen. Dass aber sofort wieder das Ganze dazu umgemünzt werden soll, einen Alleinanspruch abzuleiten, erfüllt mich mit Sorge. Monopol DGfM? Das wäre übel.


    Die DGfM kann als Verein machen, was sie will - solange sie nicht andere Pilzbegeisterte, die nicht bei ihren Ideen mitmachen wollen, behindert. Gemeinnutz heißt für alle, nicht nur für Mitglieder. Und vor allem nicht für wenige, die ihre Pfründe sichern wollen.


    Und bevor ich jetzt ganz sauer werde - kann ich den oben zitierten Satz missverstehen? Stimmt das doch irgendwie mit dem Honig, der im internen DGfM-Forum über die Kehlen geht, überein?


    Nebenbei angemerkt: die Forenleitung möchte dort auch intern kritische Meinungen nicht mehr zulassen und bedauert es sehr, dass dort kritisch nachgefragt wurde (der Admin). Ich hoffe, dass dieser Arm der Zensur hier nicht auch greift und man hier offen diskutieren kann. Dieses krakenhafte "nur wir erlauben anderen..." betrifft ja theoretisch viele - auch hier.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Alexander,


    ich liiiebe Yat-Kha. Leider habe ich sie nicht live erleben können. Ich hätte sie sehr gerne mal gesehen und vor Ort gehört. Die Version von Orgasmatron ist eine ihrer besten Coverversionen, finde ich.


    Servus nobi,


    mir ist klar, was du meinst - ich hatte auch nur meine Hoffnung ausgedrückt. Und Diskussionen sind hier endlos. Auf alle Fälle ist es besser als früher, zumindest bei uns - meinem Eindruck nach. Wenn wir Herr Mannelig spielen, äußern wir auch, dass für uns der Text ein Zeugnis von früherer Intoleranz war und wir Herrn Mannelig nicht als "Helden" sehen. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    was mich halt ein bisserl nervt, ist dieses ganze Herumposaune, "die Prüfungen seien jetzt bundeseinheitlich", was einfach nur Etikettenschwindel ist. Wenn einerseits jeder Prüfer einen völlig anderen Erwartungshorizont anlegen kann, ist die Prüfung nicht vereinheitlicht. Und da die praktische Prüfung nicht zu vereinheitlichen ist, ist diese Anspruch (es gab Vergleiche mit einem Zentralabitur, *hüstel*) völlig daneben, zudem völlig unnötig.


    Stephan hat insofern recht, dass ein erneutes Aufwärmen nichts bringt. Normalerweise würde man auch sagen, dass das hier nicht der geeignete Ort für Diskussionen über die DGfM sei. Leider hat aber die DGfM ja beschlossen, dass Nichtmitglieder über keinerlei Themen, die den Verein DGfM betreffen, in ihrem Forum diskutieren dürfen. Sie haben solche Themen komplett auf ihr internes Forum verlegt, bei dem Nichtmitglieder nur Leserecht besitzen. Kritik von außen ist völlig unerwünscht und wird bekämpft. Daher wäre hier dann doch der geeignete Ort, um offen und ohne Zensur über Dinge, die die DGfM betreffen, zu diskutieren. Ich fürchte nur, dass es nichts bringt.


    Ist in einem Verein offene Diskussion und Kritik unerwünscht und wird diese aktiv bekämpft, dann hilft nur eine komplette Abwahl derer, die diese Politik betreiben. Nur wenn ein Präsidium, das offen für Kritik ist "dran ist, lohtn es sich, Kritik zu üben. So redet man gegen eine Wand.


    Jetzt soll sogar reglementiert werden, dass nur noch Mykologen, die eine "Ausbildung zum Feldmykologen" der DGfM absolviert haben, in Deutschland Kartierungs- und Monitoringsaufträge bekommen sollen. Geht's noch? Wer studiert, sich universitär zum Mykologen ausbilden lässt, vielleicht noch promoviert, soll in Deutschland keine Pilzkartierungsaufträge erhalten dürfen? Und verdiente, gute Amateure, sollen völlig übergangen werden, wenn sie nicht Mitglied in der DGfM sind und diese Ausbildung gemacht haben?


    Langsam kriege ich ja fast Angst vor diesem Verein. Was kommt als nächstes?


    Zurück zu den Prüfungsfragen - gäbe es eine offene Diskussionskultur in der DGfM, wären die Rückmeldungen der Ausbilder aufgenommen worden und schon längst eingearbeitet worden. Gäbe es eine offene Diskussionkultur in der DGfM, wären auch andere, konstruktive Rückmeldungen berücksichtigt worden. Oder es hätte jemand, der die fachliche Qualifikation hat, Fragen auszuarbeiten, dies getan. Im Moment kann man aus den Fragen nicht im mindesten der Erwartungshorizont ausarbeiten.


    Mal schauen, wie es nach der Neuwahl ablaufen wird. Meine Hoffnung auf Besserung ist im Moment nicht sehr hoch. Ich bin da aber auch befangen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus nobi,


    das freut mich, dass ich dich hier mit auf die Reise nehmen konnte - und Alexander: hätte nicht gedacht, dass ich für ein Stück von Mgla einen Daumen nach oben bekomme. Freut mich aber auch. Ich habe Mgla zweimal live gesehen und konnte mich richtig in den Harmonien fallen lassen.


    Wie ich festgestellt habe, habe ich jetzt 999 Posts auf dem Buckel. Das 1000ste soll deshalb wieder Musik sein. Und zwar ein Fundstück aus dem Netz. Das Lied "Herr Mannelig" ist vielleicht dem einen oder anderen bekannt. Es ist ein altes schwedisches Traditional. Es wird darin besungen, dass ein Christ eine Heidin nicht als Ehefrau akzeptiert, weil sie der falschen Religion angehört. Heute ist sowas bei uns zum Glück passé (hoffe ich). Damals haben sich die Religionen aber gegenseitig bekämpft und unterdrückt. Herr Mannelig wurde quasi zum Held der Geschichte - und so ist das Traditional ein Zeugnis früherer Intoleranz (zumal das Christentum damals das "Heidentum" verdrängt hat).


    Unabhängig davon ist die Melodie, die später für Herr Mannelig genommen wurde, unglaublich schön. Das Stück wurde schon von einigen Bands interpretiert. So auch von Haggard, In Extremo, Garmarna und vielen weiteren.

    Meine Schulband spielt es bei jedem Konzert - zum Glück habe ich eine sehr gute Sängerin. (Statt Blockflöte spiele ich Panflöte.)


    Hier wurde Herr Mannelig im Stiel von Haggard gecovert. Mir gefällt das Cover sehr gut. Vielleicht gefällt es euch auch:


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    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Nobi,


    du hörst/liest richtig...


    Paxillus rubicundulus s.str. (scheint sehr selten zu sein - nur sehr wenige Funde bisher), Paxillus adelphus und Paxillus olivellus sind die im Moment drei anerkannten Arten unter Erlen aus Europa. In Asien gibt es weitere unter Erle.


    siehe:

    Patricia Jargeat, Pierre-Arthur Moreau, Herve Gryt, Jean-Paul Chaumeton & Monique Gardes (2016): Paxillus rubicundulus (Boletales, Paxillaceae) and two

    new alder-specific ectomycorrhizal species, Paxillus olivellus and Paxillus adelphus, from Europe and North Africa. Fungal Biology 120: 711-728.


    Kremplinge haben es wirklich in sich. :)


    Ich meinte immer, zwei Erlenkremplinge makroskopisch unterscheiden zu können - da ich vermutlich nie Paxillus rubicundulus s.str. in der Hand hatte (abgesehen von schottischem Herbarmaterial), entspricht das den beiden Arten. Wenn man aber dem Artikel folgt, sind die beiden nicht immer makroskopisch erkennbar. Die Unterschiede im Mikroskop waren mir zu gering, um die Arten aufzudröseln, als ich die Kremplinge durchgeackert hatte. Heute mit Stammbaum im Rücken fällt das leichter. :)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    ich komme darauf, weil die Stiele doch sehr grob-sparrig schuppig sind (jedenfalls beim zweiten von links). Leccinum holopus s.str. kenne ich nur sehr zierlich, sehr klein, mit unauffälligen Schüppchen und in Skandinavien häufig. Vielleicht kommen Übergänge vor zwischen ihm und L. nucatum. Aber das kann ich nicht entscheiden. Ich habe aus Mitteleruopa nur sehr wenige Aufsammlungen gesehen, die dem ursprünglichen Konzept des gar nicht in der Stielbasis blauenden, zierlichen Pilzes entsprechen. In finnisch Lappland ist der hingegen häufig, während bei uns Leccinum nucatum typisch ist.

    Das Grünen ist typisch für die ganze Gruppe rund um Leccinum holopus/nucatum. Allerdings kann das L. brunneogriseolum auch (fm. chlorinum). Da ist dann der Stiel aber wieder typisch wollig-wenig-schuppig und er hat Cylindrocysten. Das sehe ich natürlich nicht am Bild.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Maria,


    die Igelwulstling hat schmutzig gelbe Lamellen und gelbgrünliches Sporenpulver, der Fransige hat hell cremefarbige Lamellen und weißes Sporenpulver; die Velumflocken sind beim Igel so wie auf deinem Foto - klein, fest, spitz, beim Fransenwulstling breit, teigartig, breite, dicke "Patscher", grau.

    Der Ring ist beim Igel normal, beim Fransenwulstling topfenartig (wie Quark für die Norddeutschen).


    Ich finde die beiden alles andere als Ähnlich. Der Igelwulstling ist stark giftig (Smithiana-Toxin). Umso schlimmer finde ich, dass in vielen Büchern (z.B. auch im Lüder-Buch") von Auflage zu Auflage behauptet wird, Amanita-Arten hätten (alle) weißes Sporenpulver (im Grundkurs Pilzbestimmung heißt es sogar, auch die Lamellen seien weiß, obwohl auf der Seite gegenüber dann der gelblamellige Kaiserling abgebildet wird - nun ja...). Und der Igelwulstling hat eben diese kühl schmutzig-gelben Lamellen - sieht man auch auf deinem Foto. Sehr typisch. Und da er eben organgiftig ist (Nieren), sollte man diesen Giftpilz m.E. mehr in den Fokus rücken (er breitet sich bei uns immer weiter aus, wird immer häufiger - Klimawandel!).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus zusammen,


    ich kann Pablo nur recht geben. Die Ansätze von den Bakker & Noordellos kann man m.E. nicht verwenden. Hier wurde nur anhand eines kleinen Ausschnitts der ITS wild herumgefuhrwerkt und synonymisiert, teils anhand nicht authentischen Materials, teils ohne Einbezug des Typus.


    Zudem wurde völlig "vergessen" oder übersehen, dass schon vor vielen Jahren Wittmann-Bresinsky & Bresinsky zeigen konnten, das bei Leccinum Artentstehung u.a. durch Polyploidisierung erfolgte. So ist Leccinum subcinnamomeum triploid, Leccinum scabrum s.str. diploid. Die beiden können gar nicht kreuzen. Den Bakker & Noordeloos ignorieren das und synonymisieren dennoch.

    Da wurde leider mit der Axt dermaßen reingehauen, dass seitdem praktisch niemand mehr mit der Gattung arbeitet - die ITS geht fast nicht wegen der Mikrosatelliten (die zu entdecken und rauszunehmen war eine wirklich starke Leistung von den Bakker). Die Synonymisierungen wurden sofort blind übernommen (in der SZP kam sofort ein entsprechender Schlüssel, Gröger übernahm den Schlüssel auch unverändert und völlig unkritisch).


    Kurz gesagt - seitdem ist Leccinum fast tot. Mittlerweile weiß man, dass selbst die ITS allein nicht ausreichen muss, um Artkonzepte zu stützen oder zu stürzen. Jetzt "darf" man auch wieder über Leccinum-Arten reden.


    Auf unserer Tagung in Pfronten hatten wir z.B. vermutlich Leccinum percandidum - die Mikroskopie mache ich im Winter. Die Art kenne ich aus Sibirien. Das ist sicher nicht Leccinum versipelle in weiß...


    Was das Caulohymenium angeht - das ist typisch für Boletales. Wenn es fehlt, ist das etwas Besonderes (Tapinella, Pseudoboletus). Die Caulocystiden des Stielnetztes, v.a. die Caulocheilocystiden, also an den Netzmaschenkanten, sind durchaus taxonomisch verwendbar. Ich erkenne beispielsweise einen Sommersteinpilz am Stielnetz.


    Zu den Sporenmaßen - ja, junge Fruchtkörper haben bei Röhrlingen gerne zu kurze Sporen. Ganz auffällig ist das bei Boletus subappendiculatus - die wachsen erst richtig aus, wenn die Fruchtkörper alt sind (Q bis über 4). Meist werden zu junge Fruchtkörper herbarisiert - da ist es schwer mit Sporenmaßen. Die Beobachtung, dass junge Raufüße zu kurze Sporen haben, kann ich bestätigen.


    Auf dem Eingangsfoto sehe ich Leccinum nucatum (die beiden linken FK), Leccinum variicolor (Mitte) und Leccinum (cyaneobasileucum var.) brunneogriseolum (die beiden rechts).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Maria,


    ich meine an den Fotos ein leichtes Gilben erkannt zu haben. Die Pilze müssten nach Mehl riechen (wenn es kalt ist, merkt man das nicht unbedingt, aber daheim, wenn sie sich erwärmen, beginnen sie zu riechen). Dein Pilz sieht aus wie ein typischer Tricholoma scalpturatum s.str. (also nicht Tr. argyraceum, der im deutschsprachigen Raum gerne als Synonym untergeht). Die flache Hutform und die deutlichen, bräunlichen Schuppen sind typisch. Tr. argyraceum hätte einen gebuckelten bis kegelförmigen, blasseren Hut, der erst sehr alt feinschuppig wird. Tr. inocybeoides (ist aus einer Hybridpopulation aus Tr. scalpturatum und Tr. argyraceum entstanden) hätte auch eine andere Hutform und ist schmächtiger, ähnelt mehr Tr. argyraceum.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Karl,


    völlig d'accord. FE14 ist m.E. das Beste, was an Monographien in den letzten Jahren publiziert wurde. Damit macht die Gattung wirklich Spaß - und Fälblinge sind jetzt wirklich bestimmbar. Man muss nur Zeit am Mikroskop einplanen.

    Alle Konzepte sind genetisch und anatomisch entwickelt worden. Man wird zwar immer noch nicht jeden Fälbling bestimmen können. Und im Komplex um H. circinans / H. laterinum finde ich es morphologisch-anatomisch nicht so eindeutig wie in FE14 beschrieben. Aber die früheren Hebeloma-Bearbeitungen und Schlüssel sind mit diesem Werk nicht vergleichbar - sie sind die Grundlage, klar, aber eben nicht mehr wirklich anwendbar, finde ich.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Alis,


    mir ging es gar nicht um ein Mycol.-Bav.-Abo, sondern nur um die Beantwortung deiner Frage (insofern habe ich größte Nachsicht, wobei diese gar nicht nötig ist). Der Artikel selbst lohnt sich aber - wenn du dich für Hallimasch interessierst, solltest du dit den bei Gelegenheit organisieren. Man kann ja kopieren und/oder scannen. Das Heft ist eh vergriffen bzw. fast vergriffen - wegen des Hallimasch-Artikels.

    Dein Hallimasch sieht schon sehr nach Armillaria mellea aus. Was man nicht sieht sind die Stielbasen, die bei A. mellea s.str. ausspitzen, also nach unten immer dünner werden, was besonders dichte Büschel ermöglicht. Die winzigen Schüppchen am Hut sind sehr dunkel und v.a. auf die Mitte konzentriert.


    Passt also alles. Und da die Art sehr wärmeliebend ist, fühlt sie sich bei dir pudelwohl.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Ben,


    die rostigen Flecken und die herablaufenden Lamellen haben alle Kremplinge - das ist eine ganze Gattung. Lars hat dennoch recht, auch wenn er "eindeutig" für die Art mit den Gattungsmerkmalen (aller Kremplinge) kombiniert.


    Hier ist es der klassische, recht schmächtige, relativ glatthütige (= nicht in Schuppen aufreißend und nicht auffallend radialfaserig eingewachsen) Krempling aus dem sauren Nadelwald.


    Paxillus obscurisporus wäre viel kräftiger, hätte dunklere Lamellen, wäre jung sehr hell, später sehr dunkel, Paxillus validus s.str. wäre ebenfalls viel kräftiger, hätte dichter stehende Lamellen mit Zitronengelbstich, Paxillus ammoniavirescens wäre auch schmächtig, hat aber ebenfalls die zitronengelben Lamellen von Paxillus validus (es ist vermutlich eine Art, wobei P- ammoniavirescens Priorität hätte, aber P. validus ist für mich dann zumindest eine Varietät oder Unterart), Paxillus cuprinus wäre mehr kupferfarben, zeigt schnell eine aufschuppende Huthaut und hat rötere Lamellen, die drei heimischen Erlenkremplinge fallen auch raus... bleibt nur Paxillus involutus s.str. übrig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Alis,


    mit dem Ludwig bestimme ich gar keine Pilze. Ich nutze solche Abbildungswerke, um nach der Bestimmung dort nachzusehen, wie z.B. Ludwig die Art interpretiert. Bei Hallimasch bestimme ich ehrlich gesagt mit Hilfe der Artikel von Helga Marxmüller - wie dem von mir zitierten aus der Mycol. Bav. Gerade in dem Artikel diskutiert sie untypische Funde und deren Abgrenzung zu den Nachbararten. Sehr hilfreich.

    Armillaira mellea s.str. ist wirklich gar kein Problem, weder makroskopisch noch mikroskopisch. Wenn du Fotos deiner honiggelben an Pappel aus den Rheinauen zeigst, dann kann ich möglicherweise was dazu sagen (wenn die ausschlaggebenden Merkmale dort zu sehen sind). Ohne Foto nur wegen Fundort und Substrat kann ich logischerweise gar nichts sagen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Harald,


    ich bin absolut mit Jan-Arne konform, das ist ein Fälbling aus der Ecke rund um Hebeloma sacchariolens. Ich habe gerade die aktuelle Fälblingsmonographie nicht griffbereit (ist noch von einer Tagung in einer Bücherkiste). Werde das Buch bei Gelegenheit aber wieder in mein Arbeitszimmer holen und dann nachsehen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Und für diejenigen, die keinen Metal mögen, hier noch etwas ganz anderes:


    Heilung - Krigsgaldr (vom Album Lifa)


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    Schamanistische Musik - den Stil kann man schlecht umschreiben... Folk, mystisch, schamanistisch, Ethnomusik, heidnische Musik...


    Viel Spaß beim Hören und Ansehen

    Servus Maria,


    die ersten schauen sehr nach Armillaria borealis aus - wie war denn das generelle Habitat? Stammt der Fund auch aus dem Altmühltal?! Oder war dort eher eine Kaltluftsenke...?

    Gute Merkmale sind: sehr kleine, unauffällige Hutschüppchen, Stiel wenig flockig, teils fast glatt, Stielbasis nicht angeschwollen, daher dichte Büschel bildend, häufig leichte Gelbtöne im Hut und Ring auch mit Gelbtönen.


    Das letzte Foto zeigt irgendeine Hallimasch-Leiche.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Bei uns ist der Herbst angekommen - es ist heute Nacht richtig kalt, es wird wohl knapp über Null Grad bleiben, vielleicht gibt es aber auch den ersten Bodenfrost (Kaltluftsenke). Es nieselt, es ist klamm, es ist feucht, es ist dunkel - die wunderbare Zeit des Frühnebels... und die Wälder voller Pilze.


    Musikalisch ist das genau die richtige Zeit für schöne, schwarze, melancholische Musik.


    Zum Beispiel Mgla aus Polen (das l müsste durchgestrichen sein, also wie ein "w" gesprochen werden) macht entsprechende Musik:


    Mgla: Excercises in Futility V


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    Augen schließen, die Kälte in sich aufnehmen und genießen :)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Maria,


    deine Kollektion ist m.E. in dem Zustand nicht bestimmbar. Die Fruchtkörper sind jung, es ist nur eine kleine Kollektion. Für Armillaria gallica ist ungewöhnlich, dass die Stiele so jung schon so glatt sind. Typischerweise sind sie deutlich mit gelben Flocken besetzt (größer als hier abgebildet). Helga Marxmüller schreibt selber, dass wenig am Stiel beflockte A. gallica makroskopisch nicht oder schlecht von A. cepistipes unterscheidbar sind - ich empfehle da Marxmüller & Holdenrieder (2000): Morphologie und Populationsstruktur der beringten Arten von Armillaria mella s.l. Mycol. Bav. 4: 9-32.


    Dass A. cepistipes nur oberhalb 1000 m wachsen soll, halte ich für ein Gerücht. Sie ist im Alpenvorland weit verbreitet - Helga Marxmüller nennt in der oben genannten Arbeit selber Funde aus dem Alpenvorland und die Höhengrenze bei München um 500 m, bei Zürich um 400 m. Da ist viel Luft bis 1000 m Höhe. Was aber stimmt: im montanen Bergwald wächst A. cepistipes gerne auf finalfaulen Fichtenstämmen, was A. gallica nicht macht. Im Alpenvorland wachsen aber beide an Laubholz und auch zusammen im gleichen Wald.


    Ich habe schon oft diese gelben, dickstieligen Hallimasche Helga vorgelegt - mir fällt es bei den beiden Arten schwer, Helga hat natürlich eine unglaubliche Felderfahrung mit den Hallimaschen.


    Ich fasse mal die Merkmale zur Unterscheidung von A. gallica und A. cepistipes zusammen (nach/aus Marxmüller & Holdenrieder 2000):


    Der Ring von A. cepistipes ist dünner und lockerer, ziemlich schmal und noch vergänglicher als bei A. gallica, die Hutschuppen sind auf die Hutmitte konzentriert, der Hutrand ist schüppchenfrei bis nur sehr spärlich beschuppt.

    Die Stielform unterscheidet sich auch, aber hier gibt es Überschneidungen.

    A. gallica wächst vom Tiefland bis ins Submontane, A. cepistipes vom Submontanen bis ins Hochmontane

    A. cepistipes wächst in höheren Lagen gerne an Nadelholz, A. gallica bevorzugt Laubholz - in niedrigen Lagen wachsen aber beide an Laubholz.


    Das Problem: A. gallica kann auch mal die Hutschuppen nur im Hutzentrum aufweisen, ihr Rung kann auch mal sehr dünn sein usw. Armillaria gallica ist sehr variabel, während A. cepistipes weniger variiert. Man kann also eher eine Armillaria gallica als A. cepistipes fehlbestimmen als umgekehrt.


    Hier kann ich das Hauotmerkmal, die Hutbeschuppung, schlecht deuten, da die Hüte noch so klein sind. Wenn sie ausgewachsen sind, müsste man die Schüppchenverteilung besser erkennen können.


    Babies und Leichen kann man nicht bestimmen. Helga könnte es hier vielleicht, ich nicht ;-).


    Ich kann - meine ich - von den beringten Arten A. mellea s.str., A. borealis und A. ostoyae gut erkennen und bestimmen. Bei A. gallica vs. A. cepistipes schwimme ich auch manchmal. Zudem gibt es wohl eine dritte Art in der Gruppe (wurde genetisch erkannt). Armillaria mellea wird sicher nicht in eine andere Gattung gestellte - es ist der Gattungstypus (und ist auch genetisch betrachtet mit den anderen nah verwandt). (Nur nebenbei angemerkt, da sowas ja als Spaß angedeutet wurde)


    Ich würde deinen Fund als Armillaria spec. lassen. Durch das Habitat (Altmühltal ist schon sehr warm), ist A. gallica wahrscheinlicher, aber ganz ausschließen kann man A. cepistipes nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    die Farben passen auch nicht auf S. comptus, klar - da ist aber nie klar, was die Hitze angerichtet hat (letzte Woche war es ja auch sehr heiß und trocken - bei uns war der Wind der Killer schlechthin, bis es jetzt wieder geregnet hat).

    Ob S. comptus immer so viele Flöckchen hat, weiß ich eben nicht. Ich weiß nur, wie variabel die Suillellus-Arten sind, die ich kenne. Ohne Mikroskop würde ich zu diesem hier jedenfalls nichts Näheres sagen wollen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jo,


    der junge und der alte sind m.E. zwei unterschiedliche Arten. Die alten Schlappen passen gut zum Igelwulstling - nur halt in alt und eingetrocknet. Die Velumstacheln am Hut passen aber gut, auch die Lamellenfarbe (Sporenpulver wäre gelbgrünlich bei dieser Art). Und es gab wirklich keinen Laubbaum? Das wäre ungewöhnlich.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus zusammen,


    ich finde Marias Pilz sehr untypisch für Suilellus luridus. Die Rote Linie können alle Suillellus-Arten haben, m.W. auch S. comptus. S. luridus ist ein Chamaeleon, aber so einen habe ich noch nicht gesehen. Ausschließen möchte ich es nicht, aber wie gesagt, dann schon sehr untypisch.

    Suilellus comptus ließe sich anatomisch bestätigen, wenn er es denn wäre. Ausschließen kann man das im Altmühltal nie - vor allem in einem solchen Hitzejahr. Da fehlt mir aber die Felderfahrung (hinsichtlich S. comptus).


    Spannender Fund!


    Liebe Grüße,

    Christoph