Beiträge von Tricholomopsis

    Servus HexeDee,


    Hypsizygus tessulatus, der Schildkrötenrasling, ist eine bei uns heimische, aber extrem seltene Pilzart. Ich selber kenne auch nur ein einziges Myzel. Insofern wäre die Idee, ihn (abgesehen von der Bestimmungsunsicherheit) zu essen vergleichbar mit einem Salat aus Frauenschuhblüten, wobei der Frauenschuh deutlich häufiger ist.


    Hypsizygus ulmarius ist für mich eine eigene Art, aber da differieren die Meinungen.


    Dass es ein Kulturflüchtling ist, glaube ich nicht unbedingt. Meines Wissens wird Hypsizygus marmoreus kultiviert, der zwar ähnlich aussieht, aber schmächtigere Fruchtkörper bildet.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Cipoint,


    ich finde auch, dass der Lachsreizker einen sehr unangenehmen Beigesckmack hat - ich empfinde das als metallisch-unangenehm. Wirklich essen kann ich ihn nur ausgekocht, was mir aber zu viel Mühe macht. Für mich quasi ungenießbar, anderen schmeckt er (nicht jeder schmeckt diese unangenehme Komponente).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Craterelle,


    die Inhaltsstoffe sind publiziert worden, selbstverständlich. Habe ich ja auch geschrieben. Eben in chemischen Fachzeitschriften. Warum sollte ich auch versuchen, jemanden abzuhalten, etwas als Fachartikel zu publizieren. Das erschließt sich mir auch nicht.


    Hier in dem konkreten Fall geht es um Riboflavin und Methylriboflavin. Die beiden Stoffe wären ja ziemlich harmlos (Vitamin B2, grob gesagt) und sind (v.a. Methylriboflavin) für den gelben Stiel verantwortlich, da sie sehr hoch konzentriert sind: znc-1977-32c-0520.pdf


    Inwiefern das das Problem wäre (wg. der Konzentration) oder ob es um Beifänge ging, die nicht in dem Artikel stehen, weiß ich nicht. Ich glaube es auch nicht, da es nicht um wasserlösliche Vitamine geht. Insofern dürfte es wohl mit dem enthaltenen Ergosterin (Vorstufe zu Vitamin D2, fettlöslich) zu tun haben (oder dessen Derivaten - das Ergosterol war schon länger bekannt) - jedenfalls meinte er, er würde vom Verzehr abraten, weil sich die Stoffe im Fettkörper des Menschen anreichern würden usw. Ich habe das damals auch nur als Nebeninfo aufgegriffen, da es ja eh bei uns kein Speisepilz ist. Thematisiert hatte ich es dann, als über diese Art diskutiert wurde, ob sie in die Positivliste aufgenommen werden soll.


    Nochmal zum Publizieren: Ich hatte versucht, Prof. Steglich dazu zu bringen, mal einen zusammenfassenden Artikel zu schreiben, in dem er für die Allgemeinheit was über Inhaltsstoffe bringt, insbesondere, wenn es sog. Speisepilze betrifft. Dafür hatte er aber nicht die Zeit (und auch kein vertieftes Interesse) und wohl die Sorge, etwas unklar auszudrücken. Gerade was Speisewert angeht, bedarf es ja in der Wissenschaft entsprechender Experimente / Tierversuche / klinischer Studien.Ich vermute, dass er deshalb diesbezüglich zurückhaltend war.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Radelfungus,


    ja, alles das selber, meiner Meinung nach. Fichtenporlinge würde ich sie aber nicht nennen, da dieser Porling an fast allen Bäumen wachsen kann, sowohl Laub- als auch Nadelbäumen (gerne z.B. an Erlen, aber auch an Buche nicht selten, auch an Birke... und auch an Kiefer, Fichte, Tanne, Lärche usw.).


    (Fomitopsis) pinocola heißt wortwörtlich übrigens Kiefern-besiedelnd. Ich nenne ihn Rotrandporlinge, auch wenn er einen gelben Rand hat *hihi ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Craterelle,


    dann lies den Artikel mal durch und was mir da in den Mund gelegt wird (und vergleiche es mit dem Inhalt des PilzePilze-Beitrags, auf den es aufbaut - findet man anhand des Artikels). Für mich (ich bin ja der Betroffene) war das verunglimpfend.


    Sorry, aber wenn ich öffentlich in einem Artikel so an den Pranger gestellt werde (als Vollpfosten, der aufgrund von Hörensagen Stille Post spielt, um so einen Speisepilz zum Nichtspeisepilz zudegardieren - und die dargestellte Argumentation ist sowas von abstrus), dann kann ich nicht objektiv sein, ich muss subjektiv sein - wie gesagt: ich wurde öffentlich entsprechend dargestellt. Der Autor sollte zudem aufgrund seiner Ausbildung und seines früheren Berufs wissen, wie man recherchiert oder dass man vorher mit dem Betroffenen Rücksprache halten könnte. Dem war nicht so. Er kennt mich, er hatte meine Kontaktdaten...


    Mir war das lange Zeit ziemlich wurscht. Ich fand es aber schade, da ich letzten Endes dafür, dass ich nur warnen wollte - basierend auf direktem Kontakt zu der Quelle - "bestraft" wurde. Das Ganze hatte ich eigentlich schon abgehakt, wenn dann nicht wieder (zum x-ten Mal, nur lag jetzt viel Zeit dazwischen) mit diesem Artikel konfrontiert worden wäre. Deshalb habe ich meine Zurückhaltung aufgegeben. ;)


    Insofern: ja, ich bin sehr subjektiv, wenn über mich solch schräge Dinge behauptet werden. Zumal so die Glaubwürdigkeit meiner Aussagen in Sachen Speisewert von Pilzen stark leidet. Ich habe deshalb seitdem nichts mehr, was mir Prof. Steglich mitgeteilt hat, öffentlich geschrieben. Leider konnte ich ihn nicht überzeugen, selbst einen populärwissenschaftlichen Artikel zu schreiben. Deshalb hatte ich ja versucht, so die Infos, die man sonst nur in schwer zugänglicher chemischer Literatur bekommt, weiterzugeben - und das dann aufgehört. Insofern hatte der Artikel durchaus seine Wirkung erzielt.


    Das witzige ist, dass ich ja nicht mal einen guten Speisepilz "madig" gemacht habe, sondern ich diesen in der Konsistenz unangenehmen und wenig bis gar nicht schmackhaften Pilz als "kein Speisepilz" tituliert habe.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich denke auch an eine Tricholoma.... auch wegen des Geruchs.


    Tricholoma inamoenum und auch Tricholoma lascivum sind es aber sicher nicht - Lamellen stehe zu dicht.


    Tricholoma stiparophyllum / pseudoalbum würde gut passen, da hier auch gerne solche fuchsigen Flecken im Alter auftreten können...


    Aber: Der zeigt meist deutlich gerippte Hutränder. Passen würden aber die sehr dichtsteheden Lamellen. Das Habitat passt wiederum nicht, da Laubbäume brauchend.

    Tricholoma album hat wieder etwas weiter entfernt stehende Lamellen - und würde nach einem Tag schwärzen bzw. dunkel schmutzig werden, was dem sammler wohl aufgefallen wäre (derThemenstart ist ja schon etwas her).

    Was bleibt übrig? Tricholoma leucoterreum riecht nicht gasartig...


    Schwierig. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: stand da nicht doch eine Birke im Nadelwald herum?

    Servus beinand,


    ein Ellerling ist natürlich möglich - man findet solche Formen gerne mal, wenn es Spätherbst ist. Der Geruch passt nur igrendwie nicht, denn ich erinnere mich nicht, dass Cuphophyllus virgineus nach Mehl riecht.


    Omphalina (sensu latissima) wäre auch möglich, wie beli schon schrieb. Schaut z.B. mal dieses Pilzchen an: Omphalina fulvopallens P.D. Orton | Mushrooms in Bulgaria (ich weiß aber auch nicht, wie der riecht).


    Es gibt auch noch Hemimycenen, die möglich wären, z.B. Hemimycena ignobilis


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Uwe,


    der Ring ist ziemlich dünn, nicht so komplex wie im Macrolepiota-procera-Formenkreis. Insofern fällt Macrolepiota fuliginosa weg, ebenso Macrolepiota rhodosperma. Ich sehe hier auch Macrolepiota mastoidea s.l.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus AnKh...

    2. Die Themeneröffnung diente dem Zweck der näheren Artbestimmung (dafür ist das Forum doch da?) und ganz sicher nicht einer moralischen Vergewisserung bzw. dem Einbezug von Fremdmeinungen zur Entlastung meines Gewissens (und Belastung des eurigen).

    das mit der "moralischen" Vergewisserung verstehe ich nicht - auch nicht, warum es um das Gewissen gehen sollte.


    Ich hab's so im Kopf:

    Du hattest Pilze per Foto eingestellt, von denen du vermutet hattest, dass es Mönchsköpfe sein könnten - jedenfalls habe ich es so in Erinnerung. Die Fruchtkörper, die du vorgezeigt hast, waren sehr alt. Es kam dann zur Bestätigung der Bestimmung (mit der Einschränkung, dass es dem Foto gemäß so aussieht, als seien es...). Natürlich kann niemand sagen, welche weiteren Fruchtkörper du als Mönchsköpfe angesprochen hast, die nicht vorgezeigt wurden.

    So wie ich es verstanden habe, hast du die Pilze dann auch gegessen. Vielleicht verwechsle ich da auch was und du hast sie erst gegessen und dann die Fotos gezeigt, so hatte ich es aber nicht wahrgenommen (in dem Fall ist jede Bestimmung eine echte Hilfe).


    Ich hatte da auch keine Versuche gesehen, irgendein Gewissen zu belasten. Ich selber lehne nur für mich Pilzberatung im Internet ab. Deshalb gebe ich keine Bestimmungshinweise, wenn ich weiß, dass aufgrund meiner Bestimmung dann die Pilze verzehrt werden. Das ist mir auch rein rechtlich zu wackelig. Daraus interpretiere ich aber keine eine böse Absicht des Fragenden. Es ist ja nachzuvollziehen, wenn jemand in einem Forum Expertenhilfe bekommt, daraufhin auch mal einen Kostversuch wagt. Nur kann das dem Experten gegenüber unbfair sein - würde mir das passieren, dass ich hier einen Pilz bestimme und dass daraufhin derselbe gegessen wird, bin ich eben persönlich betroffen. Dann fragt man sich, ob man lieber nichts hätte schreiben sollen oder doch noch deutlicher sagen hätte müssen, dass Bestimmungen per Foto (fast) nie belastbar und damit abgesichert sind... Und hofft, dass nichts passiert. Das ist dem Anfragenden aber wohl kaum bewusst. Vielleicht ist das der Punkt mit dem Gewissen oder der Moral, der wohl indirekt in manchen Beiträgen angesprochen wurde. Ich unterstelle da wie gesagt keinen Vorsatz, sondern bei Anfängern einfach teils Blauäugigkeit und/oder mangelndes Wissen über die Risiken. Zumal ich hier befangen bin, weil ich eben auch einer von denen bin, die bei Vergiftungen dann nachträglich helfen.


    Du hattest dann noch so einen Satz gebracht, der aussagt, dass das Erwerben von Wissen im Bereich Pilze per se eine erhöhte Risikobereitschaft verlangt. Gut, dieser These folge ich nicht, sie zeigt mir aber, dass du offenbar weniger Probleme damit hast, Risiken beim Verzehr einzugehen, als ich es z.B. habe. Für mich noch ein Grund mehr, hier sehr vorsichtig zu sein.


    Ich habe dich dann auch noch sehr empfindlich erlebt, weil du nach Oehrlings Beitrag dann noch den Vorwurf erhoben hast, dass er dir den Spaß an dem Superfund Mönchskopf genommen hätte. Das kam mir dann schon vor wie bei einem kleien Kind, das trotzig mit dem Fuß aufstampft. Daher kann ich die Aussage, die auch hier auch zu lesen ist, dass man in einem Forum auch mit von der eigenen Meinung abeichenden Aussagen umgehen können sollte, wenn man was schreibt, nachvollziehen.


    Dann zum offensichtlichen Kernpunkt:


    Die fast schon als Drohung formulierte Ansage Christophs, den betreffenden Thread als Negativbeispiel in einer seiner Seminare zu verwenden und dies entgegen meinem ausdrücklichen Willen, brachte das Fass zum Überlaufen. Als (Kurzschluss-)Reaktion darauf sah ich mich zur Wahrung meines Persönlichkeitsrechts dazu genötigt, sämtliche Beiträge von mir zu löschen.


    Ich wollte nicht drohen. Womit auch? Es war eigentlich nur ein etwas sarkastischer Kommentar. Wie gesagt - ich habe dich als trotzig empfunden. Mein Eindruck war, dass du auf die besorgten Warnungen nicht eingehen wirst, sondern dich mehr darüber ärgerst, was du Oehrling ja offen geschrieben hast. Da kann ich dann nur seufzen und denke halt an den, der dann möglicherweise irgendwann für dich an den Pilzresten herausfinden "darf", was du diesmal gegessen hast. Dann denke ich daran, dass auch ein (in meinen Augen) schlechtes Beispiel etwas Positives bewirken kann. Ich hatte nie vor, deine Persönlichkeitsrechte zu verletzen.


    Nach deinem kurz angebundenen "da bin ich dagegen" war ich dann - das gebe ich gerne zu - etwas genervt. Nicht davon, dass du kein schlechtes Beispiel abgeben willst, sondern mehr davon, dass es offensichtlich einfach sinnlos ist. Um dich aber zu beruhigen, habe ich halt, statt zu schreiben "keine Sorge, ich werde das Beispiel niemals aufgreifen" (sorry, das wäre aber gelogen) eben versucht, völlig klarzustellen, dass ich keinerlei Rechte verletzen werden, keinen Zusammenhang zu irgendjemadnem aufstellen werde (usw.).


    Beispiel:

    Ich habe mal eine Satanspilzvergiftung betreut. Ich habe mit dem Patienten im Krankenhaus gesprochen. Abgesehen von seinem wirklich extrem schlechten Zustand (der Arzt war besorgt, ob er den Patienten durchbringt, da er noch nie solch extremen Brechdurchfälle erlebt hatte und kaum noch nachkam, genug Elektrolyte in die Vene zu geben) war es ihm sichtlich peinlich, sich bei Röhrlingen vergriffen zu haben. Trotzdem kann ich den Fall in Kurse als Erfahrungsbericht einbauen. Es geht darum, auf was ein Pilzberater achten sollte - in sachen Aufklärung. In dem konkreten Fall wurde der Pilz mit einem Sommersteinpilz verwechselt. Es sollte daher für Pilzberater schon erzählt werden dürfen, dass eine solche Verwechslung schon vorkam, dass sowas wirklich möglich ist. In dem Fall, weil die Rottöne durch Hitze/Trockenheit weg waren - der Pilz war auch zu alt.

    Natürlich habe ich dem Patienten nicht gesagt, dass sein Beispiel zumindest anderen nutzt. Das wäre weder höflich noch sonstwie zu vertreten gewesen. Es hätte auch nichts gebracht.


    Ich wollte dich mit dem Satz eigentlich nur wachrütteln. Pilzberater arbeiten ehrenamtlich, sie geben Geld für die Kurse aus, Geld für Literatur, weil sie eben helfen wollen, weil sie Vergiftungsprvention betreiben wollen. Man kann sich fragen, wozu das Ganze? Es gibt doch Foren, da stellt man die Fotos ein und bekommt auch einen Namen. Naja, das thematisiere ich auch in meinen Kursen, klar. Und auch klar, du bist nicht der einzige, der unsicher bestimmte Pilze isst. Insofern ist dieser konkrete Fall hier völlig irrelevant - es wird sich nichts bei meinen Kursen ändern und du bist zu keinem Zeitpunkt irgendwie Thema.


    Dass du es als reale Drohung aufgefasst hast, wollte ich nicht und entschuldige mich dafür. Vielleicht kanst du jetzt ein bisserl sehen, wie es eigentlich gemeint war.


    Was sich indes im Geleit dieses Appells alles an Kommentaren, Meinungen, Zurechtweisungen und Vorwürfen in einer erschreckenden Eigendynamik an meinen Beitrag angeheftet hat, ist für mich als forumserprobter Internetnutzer eine ganz neue Erfahrung.


    Das wiederum verstehe ich nicht. Wärst du forenerprobt, wäre dir klar, dass sich schnell eine Eigendynamik ergibt. Dir wäre aber auch klar (um nochmal auf die nicht so gemeinte "Drohung" einzugehen), dass das Internet etwas Öffentliches ist. Schreibe nichts, wozu du nicht stehen kannst. Wenn du nachträglich Inhalte löschen musst, weil du Sorge hast, dass deine Persönlichkeitsrechte betroffen sind, dann weiß ich nicht, wie groß die Erfahrung im Internet ist. Ist aber auch egal. Jedenfalls sehe ich keine erschreckende Dynamik.


    Du kannst mal folgenden Versuch starten: Melde dich in einem Tauchforum an und eröffne einen Thread, in dem du z.B. aussagst, dass du allein und ohne technische Hilfen wie Tauchcomputer ab und zu im Walchensee tauchen gehst... du wirst vermutlich viele bis sehr viele warnende Antworten bekommen. Vielleicht wird auch jemand von einer Tauchschule oder von offizieller Seite oder von denen, die dann verunglückten tauchern nachtauchen dürfen, Warnungen bekommen. Vermutlich auch drastisch ausgedrückte Warnungen.


    Pilzeessen ist potentiell tödlich. Da wird anders gewarnt, als wenn es nur darum geht, was im Moment in ist, welche Frisur zu Weihnachten coll wäre oder wie man Nägerl am besten lackiert (ich habe wahllos harmlose Forenthemen als Beispiel genommen). Und du bekommst Gegenwind und ärgerst dich, dass das dermaßen massiv sei?


    Sorry, kann ich nicht nachvollziehen.


    So - und jetzt höre ich auch schon auf. Und keine Sorge, ich werde dich in Zukunft auch weder warnen noch irgendwie anderweitig dir deine Freude am Hobby nehmen wollen. Ich wünsche dir eine vergiftungsfreie Zukunft. Und solltest du an Bestimmungen interessiert sein (bei denen die Bestimmlinge dann nicht gegessen werden), kann ich gerne versuchen behilflich zu sein (falls du das dann überhaupt willst, also von mir). Aber solange mir das nicht klar ist, werde ich mich komplett raushalten.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand

    Das Internet ist keine Pilzberatunsstelle - nach meiner Definition.
    Aber: Es wird dennoch so genutzt, ob ich das will und gut heiße, oder nicht.
    Die spannende Frage ist, welche Konsequenzen ziehe ich daraus? Lehne ich es dann generell ab, auf Themen zu antworten, wo ich "Ersuchen nach Verzehrfreigabe" als Hintergrund vermute?
    Reagiere ich auf solche Themen, aber ohne Kommentare zu den Pilzen, sondern nur mit dem Hinweis auf das Risiko?
    Oder veknüpfe ich beides, versuche ein paar Anhalltspunkte zu Bestimmungs- und Vergleichsmöglichkeiten der gezeigten Pilze zu geben, einschließlich des Riskiohinweises?
    Bei letzterem muss ich mich natürlich drauf einstellen, daß der Risikohinweis nachher verworfen wird.

    Pablo stellt hier - wie ich finde - wichtige Fragen. Manche kann man auch nicht wirklich klar beantworten.


    Ich möchte ein Alternativszenario zur normalen Pilzberatung nur als Beispiel bringen (erfundene Szene):

    Ein Jugendlicher kommt zur Pilzberatung und kleine braune Pilze - er möchte wissen, ob das Psilos sind. Der Pilzberater hätte den Verdacht, dass er sie konsumieren will (oder andere Möglichkeit: der Konsumwunsch wird offen geäußert).


    Was macht man jetzt? In Simbach hatten sich vier Jugendliche (wahre Story) mit falschen Braunen ins Krankenhaus gefuttet (Cortinarius rubellus), zwei brauchten eine Spenderniere...


    Zurück zum virtuellen Fall - jetzt könnte man sagen: verweigert man die Bestimmung, dann sammeln und essen die Kids auch, nur eben möglicherweise auch was giftiges. Soll ich hier also eine Bestimmung absegnen? Wenn ja, mache ich mich strafbar, wenn ich vom Missbrauchsvorsatz des Konsumenten weiß? Oder bin ich verantwortungslos, wenn ich die Kids allein LBMs sammeln lasse?



    Das Beispiel hinkt, klar. Bei Psilocybin ist Besitz strafbar - aber die Juristische Seite meine ich nicht.


    Die Analogie zu hier:

    Gebe ich hier keine Bestimmungsbestätigung, wandert der Anfänger zu fb ab und wird da schlechter "beraten"? Dieses Argument entspricht für mich dem Psilo-Dilemma. Helfe ich da nicht, dann...?


    Zurück zur Onlinepilzberatung. Wie die DGfM das aktuell sieht, weiß ich nicht. Offiziell untersagt sie den PSV eine Bild- oder Onlineberatung (d.h. würde den Ausweis einziehen, den Status aberkennen). Ich kann jetzt nur von der BMG aus das betrachten. Da ich aber jahrelang selber als PSV-Ausbilder für die DGfM tätig war, weiß ich auch ein bisserl, wie (zumindest damals) darüber gedacht wurde.


    Hier kann man ja "PSV" ankreuzen (betrifft wohl nur die DGfM, sonst wäre da "PSV/PB" zu finden). Es ist also durchaus erwünscht, hier als Pilzberater im Forum aufzutreten. Weiß ich jetzt aber, dass die Pilze gegessen werden sollen, kann/darf/soll ich dann die Bestimmung absegnen, damit der Fragende nicht zu Facebook abwandert und da Fehlbestimmungen kassiert? Reicht da ein Disclaimer, dass diese Beratung jetzt keine Beratung ist?


    Das Problem ist halt, wenn ich davon weiß, dass dem Sammler unbekannte Pilze in der Pfanne landen sollen, handle ich dann nicht bewusst fahrlässig, wenn ich dann Bestimmungstipps gebe?


    Ich denke jedenfalls so. Entweder ich kann zu 100% einen Pilz bestimmen (Pilzberatung) oder ich kann es nicht. Wenn nicht, dann keine Bestimmung, die zum Verspeisen führt. Oder mir wäre es egal, wenn dann doch was passiert (habe ja nen Disclaimer oder so)?


    Man muss jetzt auch bedenken, dass vielen Anfängern nicht bewusst ist, wie schwierig die Bestimmung ist und wie viele Arten auftreten. Gibt nun ein "Experte" einen Namen als Bestimmungsergebnis an, dann "muss" das ja stimmen! Der kann sich ja nicht irren?! So denken halt einige. Das Risiko wird nicht erkannt.


    Rechtlich wäre es interessant, ob im Falle einer Vergiftung, wenn vom Verzehrvorsatz auszugehen war, man als Experte nicht sogar belangt werden könnte, wenn man eine Fehlbestimmung abgegeben hat - weil man eben bewusst fahrlässig handelt. Das muss aber das Gericht entscheiden. Ich sehe da aber ein gewisses Risiko.


    Für mich ist das "dann geht er zu fb, da ist es noch schlimmer" kein Argument. Wenn ein Pilz gegessen werden soll, der zur Bestimmung hier eingestellt wird, dann verweigere ich die Hilfe. Ich würde das auch von jedem seriösen Pilzberater so erwarten.


    Zum Umgangston - ich empfand die Kommunikation immer als höflich. Und wenn zehn Leute parallel auf das Risiko hinweisen würden, dann muss man m.E. als Betroffener darüber stehen, solange es nicht auf die persönliche Ebene abrutscht. Man sollte auch nie vergessen, dass es nicht darum geht, wie man ein Modell bastelt oder Farben anrührt, sondern beim Verzehr von Wildpilzen um Leben oder Tod oder Schädigung von Organen gehen kann. Da muss man m.E. auch auf dieses Risiko deutlich hinweisen.

    Da sind Pilzberater manchmal durchaus Spaßbremsen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Craterelle,


    vielen Dank - die Beschreibung von Panellus edulis hatte ich gar nicht mitbekommen. Gut zu wissen ;-). Ob die Art aber überhaupt bei uns auftaucht, ist halt die Frage - müsste mal genetisch geprüft werden.


    Ich hatte übrigens ein einziges Mal selber die Sarcomyxa selbst probiert (von Buche) - wir waren zu viert und alle haben die Bitterkeit wahrgenommen. Für mich war sie viel zu groß (bin bitterempfindlich), für zwei andere zwar nicht schlimm, aber klar genug, dass er nicht schmeckt und ein "Proband" fand die "leicht bittere Note im Abgang" angenehm. Geschmäcker eben...


    Was die Giftigkeit angeht - da wurde ein bisserl was in der Vergangenheit verwechselt. Ich hatte bei einem Gespräch während einer gemeinsamen Exkursion eben mit Prof. Steglich (damals der "Inhaltsstoffpapst" - insbesondere hinsichtlich der Pigmente) über Sarcomyxa geplaudert. Ich erzählte ihm von den Bitterstoffen, woraufhin er mich warnte, ich solle den Pilz lieber nicht essen. Ich hatte den Inhalt des Gesprächs dann in kurzer Form ins PilzePilze-Forum gestellt, denn wenn ein namhafter Chemiker abrät, einen Pilz zu verspeisen, weil er die Inhaltsstoffe (die er selbst untersucht hat) als zu problematisch ansieht, finde ich die Information nicht gerade unwichtig.


    Leider wurde dann anlässlich dieses Forenbeitrags ein Artikel im Tintling geschrieben, in dem eine abstruse Story erfunden wurde (ich würde ein Gespräch zwischen Steglich und einem anderen Pilzkundler zitieren, bei dem ich nicht anwesend gewesen wäre und hätte da dass stille Post draus gemacht und ähnlicher Nonsens, der einfach nur gelogen war), um mich hier zu verunglimpfen.


    Ich bleibe aber für mich dabei - unabhängig vom Geschmack ist für mich der Muschelseitling kein Speisepilz. Ich vertraue da den Aussagen der Pilzchemiker. Gleiches gilt für Anisegerlinge (extreme Cadmium-Werte und der gilbende Farbstoff ist problematisch) und auch für Arten aus der Elfenbeinschnecklingsgruppe (chlorierte Aromaten - das hat im Essen nix zu suchen).


    Gut, dass der Muschelseitling meist so grauslig schmeckt, dass es eh irrelevant ist. ;) Von milde Ausnahmen abgesehen - ich fand auch die Konsistenz gewöhnungsbedürftig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beli, servus alle,


    auch beim jungen Fruchtkörper kann man m.E. die Konsistenz des Velum partiale abschätzen. Bei Amanita proxima eben häutig, bei Amanita ovoidea weich, verschmierbar zwischen den Fingen - einfach den Pilz durchschneiden und den nicht abgerissenen Ring wegzupfen und die Konsistenz prüfen.


    Gut, Babies sind nicht bestimmbar, das ist aber immer so. ;)


    Wenn es um die Kulinarik geht, würde ich junge Exemplare, die bereits die gefärbte Volva haben, wohl auch nicht freigeben. Ich muss zudem sagen, dass ich nur den Eierweulstling aus eigener Anschauung kenne, Amanita proxima hingegen eben aus der Literatur. Das Ringmerkmal ist aber so klar, dass ich mir sicher bin, eine Amanita proxima direkt zu erkennen, wenn ich sie mal finden sollte. Den Ring des Eierwulstlings habe ich aber schon "zwischen den Fingern" gehabt.


    Cetto kann man hier übrigens entlasten - damals war eben Stand der Dinge, dass Amanita proxima eine reine Form des Eierwulstlings war - er galt auch als essbar und diesem Taxion wurde wenig Beachtung geschenkt. Cetto bildet eine schöne Amanita proxima ab... Und warum der Pilz als essbar galt? Ich vermute, dass die Nierenproblematik, wenn sie auftrat, damals eben nicht auf den Pilzgenuss rückgeführt wurde.


    Heute weiß man einfach mehr.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus George,


    mit Psilo-Angst hat das hier gar nichts zu tun. Es gab einen Fall mit dem Butterpilz, bei dem das Paxillus-Syndrom auftrat. Es ist aber nur ein Fall, der bekannt ist. Man sollte das aber im Hinterkopf behalten - falls nämlich nochmal was passieren sollte, dann wertet man es anders, wenn man über den ersten (bekannten) Fall bescheid weiß.


    Aus Nürnberg sind wenige weitere Fälle bekannt, in denen Butterpilze allergische Reaktionen auslösten (einmal einen allergischen Schock) - Infos habe ich vom / von dem/r hinzugezogenen Pilzberater/in. Auch das sagt nichts Konkretes aus, denn Allergien gibt es immer wieder, so auch gegen Erdbeeren, Kiwi, Apfel etc. und das wohl häufiger als gegen den Butterpilz.


    Hier ist es aber keine Urban Legend, sondern halt nur sehr seltene Einzelfällt. Und da der Fall mit dem Paxillus-Syndrom lebensbedrohend war (und über eine normale Allergie hinaus geht), sollte man das eben im Hinterkopf behalten.


    Ich habe - nebenbei gesagt - auch schon Butterpilze gegessen, aber ich finde sie nicht besonders - labbrige Röhrlingspampe eben. ^^


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Claus,


    die Helmlinge sind Mycena epipterygia s.l. (manche machen eine Art draus, manche mehrere). Ich vermute, dass sie nach Mehl gerochen haben. Ist der Mehl-Gurke-Geruch sehr stark ausgeprägt und wachsen sie in sehr nassen Habitaten, dann lohnt es sich, die Basidien anzusehen. Mycena epipterygia hat viersporige, Mycena epipterygioides zweisporige Basidien.

    Die anderen sind kräftiger und wachsen an Holz (z.B. Mycena (epipterygia var.) viscosa) - es gibt aber noch mehr Taxa in der Gruppe.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Felli,


    schau z.B. in die Originalbeschreibung:


    Zitat

    F l e s h thin, white, but when cut turning slowly slightly flesh-coloured ("PaIe Grayish Vinaceous"), most deeply in the stem; sometimes, however, deeper red brown ("Orange-Vinaceous") spots appear in the base of the stem, together with a paIe yellow ("Straw Yellow") colour.



    siehe: friesia-iv-3.pdf (S. 171)


    Ich kann dir auch gerne bei Interesse aktuelle Literatur per Mail schicken, in der die Sektion Hondenses aufgestellt wurde und das Röten typisch für die Sektion ist. Courtecuisse & Duhem nennen A. phaeolepidotus wegen des Rötens auch als dem Waldegerling ähnlich (aich wenn er nicht so intensiv rötet).


    Generell würde ich nach Parra (Monographie), aktuellen Studien und den Originaldiagnosen gehen und nicht nach Sekundärliteratur.Dänkcke und PDS sind für mich keine Spezialliteratur für Egerlinge und der Ludwig ist ein wunderbares Werk, aber auch Ludwig ist kein Gattungsspezialist.


    Ich selber hatte Agaricus phaeolepidotus erst einmal selbst in der Hand - und der hat deutluch erkennbar gerötet und in der Basis nur sehr schwach gegilbt, also nicht so intensiv wie das Perlhuhn.


    Liebe Grüße,

    Christoph





    Servus beinand,


    da ich wohl der Auslöser war, möchte ich gerne Stellung dazu beziehen.


    Erstmal zum Thema an sich. Es geht nicht darum, auf einen Anfänger loszugehen. Ich sehe auch nicht, dass dies passiert ist. Vermutlich verstehe ich hier aber auch die Forenpolitik nicht bzw. den Umgang mancher PSV / Pilzberater mit Online-Pilzberatungen. Meines Erachtens (und das kann jeder gerne anders sehen) reicht es nicht, einen Disclaimer anzugeben, dass das hier nicht als Pilzberatung zu dienen hat, wenn es dann doch genau das ist. Ein User (kommt ja immer wieder mal vor) sammelt Pilze, kennt sie nicht, stellt sie hier rein, erfährt einen Namen und futtert sie... Passiert das trotz Disclaimer, ist der User selbst schuld, wenn was passiert. Kommt das aber mehr als einmal vor, dann weiß der Pilzberater / PSV, dass hier letzten Endes nicht die Bestimmung an sich im Vordergrund steht, sondern ein "kann man den essen? / ich will den essen, sichert mir das bitte ab". Wenn man das aber weiß und dann trotzdem Bestimmungen vornimmt, dann empfinde ich das als Online-Pilzberatung.


    Disclaimer sollten ja nicht als reiner Vorwand dienen, sondern auch inhaltlich so gemeint sein...


    Ob das Forum als Plattform Online-Pilzberatungen toleriert, ist Sache des Forums. Ob man aber als Pilzberater da mitmacht, ist eine andere Sache. Ich mache bei sowas eben nicht mit - und erkläre das dann auch, so wie ich es hier etwas weiter oben erklärt habe.


    Aber muss man immer gleich Breitwand gegen einen interessierten Anfänger auffahren?

    Könnte man das nicht etwas sensibler händeln?

    Ich denke, manchmal ist weniger mehr.

    Das macht mich auch nachdenklich, aber eben in entgegengesetzter Richtung. Ich habe keine unsensible Breitwand erkennen können. Vielleicht habe ich in Sachen Pilzberatung auch ein anderes Risikobewusstsein, ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich gegen Online-Pilzberatung. Und entsprechend davor zu warnen, diese hier durchzuführen empfinde ich nicht als Breitwand. Zumal wir nicht mehr davon abhängig sind, alles zu essen, was wir irgendwo finden - z.B. überalterte Gummischlappen des Mönchskopfs. Man kann auch frische Pilze günstig kaufen und muss nicht alles essen.


    Gut, wer alles essen will, soll das natürlich gerne tun, dann aber eben ohne Online-Beratung. Sehe ich so, sorry, aber für mich beinhaltet Pilzberatung auch Verantwortungsgefühl und eben "Beratung". Ich bin als Pilzberater kein Namensnenungsdingens und auch keine Sortierstation - ich berate - und rate z.B. bei Anfängern auch ab, Arten zu sammeln, die leicht verwechselbar sind (mit gefährlichen Arten). Ich sehe darin auch eine Aufklärung in der Bevölkerung. Wer "Lepista" inversa sammeln will (ein weiteres Beispiel), den warne ich vor "Clitocybe" amoenolens. Könnte ich auch lassen, jeder ist für sich selbst verantwortlich - aber als Pilzberater berate ich da auch und lasse niemanden ins Messer laufen.


    Zurück zum Fall hier - ich interpretiere das eben wie gesagt als Versuch, sich eine Online-Pilzberatung abzuholen. Deshalb warne ich. Hätte der User nicht geschrieben (und es war ja nicht das erste Mal), dass er die ihm unbekannten jetzt gegessen hätte, sondern es nur rein um die Bestimmung geht, hätte ich a) mitgeholfen und b) keine Warnungen ausgesprochen.


    Wenn es hier nicht gerne gesehen wird, dass Anfänger, die aus (meist) Unwissenheit die Gefahr einer Pilzvergiftung unterschätzen und sich Online-Beratungen (ohne böse Absicht) abholen wollen, (P.S.: der Satzteil fehlte, daher edit...) --> deutlich gewarnt werden, sondern nur <-- sehr dezent darauf ansprechen sollen und dann wegschauen sollen, müsste ich das erstmal verdauen.


    Jetzt zu dem vermutlichen Auslöser - ich hatte es eher sarkastisch gemeint, dass ein schlechtes Beispiel auch zu was nutze sein kann. Unabhängig davon warne ich aber in der Tat in meinen Kursen davor, dass die Anwendung von Pilz-Apps (wenn man nicht weiß, wie man damit umgehen kann/sollte) leicht zu Vergiftungen führen kann, da diese mit einer mobilen Hosentaschenpilzberatung verwechselt werden kann (manche sind technikgläubig, was die Software ausspuckt muss richtig sein). Ebenso erkläre ich, dass es (vor allem in Facebook) bei Bestimmungen auf Online-Plattformen manchmal mehr darauf ankommt, wer zuerst antwortet und weniger auf den Inhalt. Beispiel: Handy-Foto live im Wald, auf fb hochladen, Namen erfahren (z.B. Perlpilz), deshalb sammeln und essen. Oder wie hier, unbekannter Pilz, nach Buch vermutlich / vieleicht Mönchskopf, dann noch uralt und fast verwest - wird als Mönchskopf online (unter Einschränkung) empfohlen und schwupps ist er in der Pfanne...


    Meine Replik auf das "will ich nicht" von diesem User habe ich als Beruhigung gemeint - wenn ich Stories erzähle über solche Probleme, dann dermaßen allgemein, dass es nicht auf jemanden zurückzuführen ist. Also nicht "schau tmal im Pilzforum.eu - ich schicke euch den Link - was da passiert ist", sondern "ich habe selbst schon Fälle erlebt, in denen in Pilzforen Bestimmungsanfragen gestellt werden und dann nach der Bildbestimmung deshalb die Pilze verzehrt werden - bedenkt das bitte bei Forenaktivitäten". Da ist nichts dran, was ich irgendwie problematisch finde.


    Einerseits kann ich das gut verstehen: Wenn jemand explizit ausrückt, daß er nicht einverstanden ist, wenn die eigenen Beiträge als Casuistik (für welchen Zweck auch immer) verwendet werden, dann sollte man schon so fair sein, und auf die Verwendung der Texte als Beispiel verzichten. Wenn dann "angedroht" wird, (egal on quasi "anonymisiert" oder nicht), dem Wunsch nicht zu entsprechen, ist es leider kein Wunder, wenn das passiertr, wie eben jetzt: Daß jemand sich nicht anders zu helfen weiß, und die entsprechenden Beiträge löscht.

    Das wollte ich gar nicht - siehe oben. Wie kommst du darauf, Pablo, dass ich Texte rauskopieren würde?


    Ich schrieb ganz bewusst:


    "Als "wahre Story" kann und darf ich das aber erzählen."


    Sorry, aber wo verwende ich da Texte oder Textinhalte? Ist es verwerflich, verpönt, verboten, wenn ich wie oben ausgedrückt, völlig anonym, ohne Nennung von Forum, User, Thread, Datum, Inhalt einfach in einem Pilzkurs erzähle, dass ich selber mitbekommen habe, dass Onlineanfragen dazu führen können, dass...


    Das finde ich besser als ein "Ich kann mur durchaus vorstellen, dass es mal sein könnte, dass...".


    Und da ist es kein Wunder, dass...?


    Sehe ich anders. Aber wie gesagt - in diesem Punkt kollidiere ich vermutlich immer wieder mit der hier praktizierten Forenpolitik. Ich denke, man muss nicht alles in sich reinstopfen. Und ich finde es falsch, das auch noch zu unterstützen. Kann wirklich jeder anders sehen - von Pilzberatern würde ich aber schon erwarten, dass sie wissen, wie verantwortungsvoll Pilzvestimmung sein kann.


    Ich finde das alles sehr nachdenklich. Aber wohl 180° entgegen der Sorgen von Nobi. Nicht jeder denkt gleich. Ich denke an die Pilzberater und die Pilzexperten, die Online-Pilzberatungen machen, Nobi denkt an den Anfänger, der ja nur wissen will, ob er die alten Schlappen in die Pfanne schmeißen kann. Und ein zu klares nein ist da zu abschreckend... Hm, ich denke mal in aller Ruhe drüber nach... Vielleicht bin ich da nicht empathisch genug oder sehe es zu einseitig. Oder bin mal wieder übervorsichtig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    dein jetzt Agaricus spec., vorher A. phaeolepidotus sieht mir sehr nach Agaricus moelleri aus.


    A. moelleri: Perlhuhn, Agaricus sect. Xanthodermatei

    A. phaeolepidotus: Rebhuhn, Agaricus sect. Hondenses (beim Parra auch noch bei den Xanthodermatei)


    Das Rebhuhn rötet deutlich im Fleisch und gilt daher als "der" Doppelgänger des Waldegerlings - Agaricus freirei ist noch ähnlicher, da der ja nicht mal gilbt.

    Das Perlhuhn hingegen ist ein normaler Karboli... gilbt, rötet nicht.


    (Agaricus pseudopratensis steht zwischen den Stühlen, rötet, scheint aber nicht zu den Hondenses zu gehören, aber die Zuordnung zu den Karbolis ist bootstrap-technisch auchz nicht ganz sicher)


    Servus Felli,


    ich kann ja nix dafür, aber Rebhühner röten eben, wenn man sie durchschneidet. Sowohl echte als auch die Pilze...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Dieter,


    die kleinen Karbolegerlinge sind schwierig - es gibt da viele Arten... z.B. Agaricus xanthodermulus, A. laskibarii, A. parvitigrinus und weitere - zumindest in die Ecke gehört dein Pilz, denke ich. Der Geruch "chemisch" könnte eben die besagte Tinte sein (das Problem mit Bildbestimmungen). Ein Egerling ist es aber sicher.


    Es ist aber sicher kein Vertreter der Sektion Hondenses (Agarcius phaeolepidotus etc., also Rebhuhnegerling und Verwandtes), da die im Fleisch recht deutlich röten.


    Ein sehr interessanter Fund - in Mitteleuropa wäre es was ganz besonderes. Der ist aber aus Portugal, oder?


    Da soll Agaricus laskibarii ja nicht sooo selten sein, zumindest küstennah auf Sand. Wobei man die Arten hier teils nur per DNA-Sequenz sicher bestimmen kann. Die kleinen Karbolegerlinge hat der Teufel gesehen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Heidi,


    dein Highlight ist sicher Leratiomyces squamosus - ein hübscher Pilz. Stropharia hornemannii ist u.a. viel kräftiger.

    Dein Hallimasch kann Armillaria mellea sein, aber Hallimasch ohne Stielbsis zu bestimmen... geht nicht wirklich, finde ich. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Lieber Dieter,


    das ist ein Agaricus. Sollte er in der Stielbasis schnell gegilbt haben (und nach nichts oder nach Tinte riechen), kannst du mal mit Agaricus parvitigrinus vergleichen (wobei ich da eine dunkler abgesetzte Hutmitte erwarten würde). Falls der Pilz intensiv nach Anis oder Bittermandel riechen sollte, ist es ein Vertreter der Untergattung/Sektion Minores.


    Liebe Grüße,

    Christoph