Beiträge von Tricholomopsis

    Servus HexeDee,


    den Namen H. ulmarius var. nemoreus kenne ich nicht. Mycobank führt die Kombination auch nicht - auch nicht auf anderer Rangstufe.


    Hypsizygus ulmarius und H. tessulatus sind mikroskopisch übrigens nicht oder kaum zu trennen, weshalb die Makroskopie für die Bestimmung relevant ist. Und manche trennen daher die beiden, die Schildkröte und den Ulmenrasling nicht auf Artebene.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Alex,


    das mit den Synonymen ist immer Ansichtssache. Es gibt auch Autoren, für die Hypsizygus tesselatus und H. ulmarius Synonyme sind (z.B. Bresinsky).Andere trennen zwischen Schildkröte und Ulmenrasling.

    Ob H. marmoreus Synonym mit H. tesselatus ist oder nicht, ist m.W. auch nicht so klar - oder es gibt einen aktuellen Artikel dazu?! Ich hatte mich mit H. marmoreus ein bisserl beschäftigt gehabt, als ich aus dem Nationalpark Bayer. Wald den Schildkrötenrasling bestimmt hatte. Damals galt H. marmoreus als schmächtigere, asiatische Art. Aber wie gesagt, manche haben das alles unter H. ulmarius laufen lassen.

    Ich bin bei dem Zusammenschmeißen von asiatischen und europäischen Arten immer skeptisch, es sei denn, es gibt gute, umfassende Artikel, die die Synonymie gut begründen.

    Wikipedia-Artikel nehme ich nicht als Kriterium für Synonyme - wenn dann die in Wikipedia verlinkten Quellen, wenn die seriös sind. Und in dem englischsprachigen Wiki-Artikel ist auch kein Querverweis auf die Synonymie der beiden Schildkröten.

    Und wie so oft schreibt jemand z.B. in der englischen Wiki es als Synonym hin und andere übernehmen das entsprechend.


    Falls jemand einen aktuellen Artikel über die Trennung oder Zusammenlegung der beiden hat, wäre ich sehr neugierig und dankbar, das zu bekommen. Solange ich aber keine Argumente kenne, bleibe ich bei der europäischen Art Hypsizygus tesselatus. ;)


    Man sieht auch ein Problem: es werden Funde einer bei uns extrem seltenen, aber heimischen Art als ausgerissene Zuchtpilze interpretiert- das würde bedeuten, dass die Vorkommen nicht schützenswert sind. Auch deshalb bevorzuge ich für die heimischen Sippen den europäischen Namen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Alex,


    ich habe leider keinen Kontakt mehr - war vor vielen Jahren... ich weiß nur, dass die Pilze sehr lange gewässert wurden (in Salzwasser) - über Nacht, also so ca. 12 Stunden, danach in Leitungswasser abgekocht wurden, um dann am Ende in einem Omlette zu landen.


    Ich habe es hier nie probiert, da ich zu viel Respekt vor Übelkeit und Bauchschmerzen habe ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand...


    Alexander: ja, ich habe L. vellereus nicht gewässert, sondern frisch in Scheiben geschnitten und in hei0em Öl gebraten.


    Ich werde den Thread später umbauen (in naher Zukunft) und auch weiter mit Pilzen füllen, die ich probiert habe. Es fehlt noch einiges... So z.B. Lactarius torminosus, der mir sehr gut geschmackt hat. Ich habe ihn aber nicht selbst zubereitet - er wurde über Nacht gewässert, dann abgekocht und schließlich gedünstet - also nicht siliert, sondern frisch zubereitet. Trotz der Tortur hat er erstaunlich gut geschmeckt. Das war aber in einem Urlaub in Finnland und ich wurde zu dem Essen eingeladen... ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Michi...


    Aber eine Frage: Tricholomopsis?? Gibt es da nicht nur 3 Arten: rutilans, decora und flammula?

    das ist viel komplizierter...


    Beschrieben und anerkannt sind aktuell:

    Tr. rutilans

    Tr. pteridicola

    Tr. decora

    Tr. flammula

    Tr. sulphureoides (=Tr. osiliensis)


    Tricholomopsis flammula sind aber wohl zwei Arten.

    Tricholomopsis rutilans sind wohl mindestens fünf Arten (eine, Tr. pteridicola, wurde bereits davon beschrieben)

    Tricholomopsis ornata ist m.E. noch nicht restlos geklärt

    Dann gibt es ein paar Varietäten von Tr. rutilans, die noch mit den genetisch erkennbaren Arten abgeglichen werden müssen (nur eines ist klar: Tr. rutilans var. splendidissima = Tr. rutilans s.str.).


    Eine sehr schwierige Gattung, an der ich seit knapp drei Jahren dran bin. ;) - daher auch mein Nick.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan...


    also die PSVs sollten schon wissen, dass es nephrotoxische Amaniten und Phlegmacien gibt. Deren Giftstoffe sind aber noch nicht wirklich bekannt, bzw. gibts Vermutungen, die aber noch nicht abgesichert sind. Deshalb werden die auch in der Frage nicht gemeint sein, da ja explizit nach nephrotoxischen konkreten Giften gefragt wird.

    ... stimmt nicht ganz... bei den Amaniten weiß man, dass Amanita solitaria das gleiche Nierengift wie Amanita smithiana enthält, das im Moment Smithiana-Toxin genannt wird. Man hat den Giftstoff nachgewiesen. Nur das Nierentoxin von Amanita porxima ist m.W. noch unbekannt.


    Eine Frage wie "Durch welche Pilzgifte wird die menschliche Niere geschädigt?" ist einfach nur falsch formuliert. Würde man fragen "Nennen Sie zwei Pilzgifte, die nierentoxisch wirken", wäre jedem klar, dass Orellanin und Smithiana-Toxin richtig wäre. Polyporsäure - schädigt die wirklich die Nieren nachhaltig? Es gab nur eine Vergiftung mit mildem Verlauf. Fragt man aber nach allen Giften, wird aus einer eigentlich klaren Frage eine harte Nuss, die vermutlich selbst die Ausbilder nicht beantworten können. Vielleicht ist mittlerweile auch das Amanita-proxima-Toxin bekannt? Eine so gestellte Frage hat also, sobald eine Publikation rauskam eine andere Antwort... Nicht aber, wenn man einfach nach zwei Toxinen fragt.


    Ich habe keine Ahnung, warum es so schwierig sein soll, klar definierte Fragen mit definiertem Erwartungshorizont zu formulieren. Offenbar ist es gewollt, dass der Spielraum der Antworten möglichst groß ist, also der Erwartungshorizont völlig unklar ist. Das macht es aber für die Korrektur und auch für den Prüfling (unnötigerweise) schwierig...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Craterelle,


    danke, beim Dachpilz hatte ich mich verschrieben - war gedanklich noch beim Maipilz. Radi ist natürlich richtig - nur irgendwie dumpf, unangenhem für mich. ;)


    Servus Maria,


    deine Idee der Zusammenführung finde ich sehr gut ( Maria). Wie wär's mit folgendem Vorschlag? Ich werde die Liste nach Arten sortieren und dann zu den einzelnen Arten eure Kommentare jeweils einbauen (und den Nick davor schreiben). Dann wird aus meinen kulinarischen Erlebnissen ein allgeminer Thread (den Titel ändere ich dann).


    Wenn die bisher beteilgten einverstanden sind, würde ich das entsprechend machen und in regelmäßigen Abständen aktualisieren.


    Servus beli,


    ich habe Maipilze auch jung probiert und finde sie auch da widelrich (wie Rudi beschreibt). Geschmäcker sind wirklich verschieden...



    Allgemein:

    Die Idee, Pilze ohne Gewürz/Zutaten zu probieren, ist im Prinzip ja spannend, aber ganz ehrlich - vieles, was mir wirklich sehr gut schmeckt, wird durch Gewürze erst spannend. Ich esse sehr gerne Spiegeleier, aber ohne Salz... hm... oder ein Steak - ganz ohne Marinade / Gewürze würde ich keine Bestnote vergeben wollen - mit hingegen (wenn richtig zubreitet...): 10+

    Für die Anwendung ist mir relativ egal, ob ein Pilz (wie der Mohrenkopf) auch pur und ohne Gewürz sehr gut schmeckt - wenn z.B. kurz sehr heiß angebratene Steinpilzscheiben mit etwas Salz und Pfeffer einen zum Träumen bringen, ist der Steinpilz (so zubereitet) für mich eine 10, in der üblichen Saucenzubereitung aber eher eine 5-6, also nur Durchschnitt.

    Ich orientiere mich beim Essenb an Rezepten ^^. Ich liebe Kürbiscremesuppe (am besten mit etwas Ingwer) - Kürbis pur würde ich aber nicht so genießen können. Daher bewerte ich für mich den Kürbis in der richtig zubereiteten Form ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Robert,


    ich habe einige Lieblingsgattungen, da ich relativ breit gefächert an die Pilze rangehe.


    Beispiele:


    Paxillus - Kremplinge (teils sehr schwierig)

    Leccinum - Birkenpilze (ein Wespennest, extrem schwierig, wenn man ins Detail geht)

    alle Dickröhrlinge (im Prinzip Boletales auf Ordnungsebene - mein längstes Steckenpferd)


    Kleingattungen (z.B.):

    Tricholomopsis (teils sehr schwierig)

    Protostropharia

    Flammulina

    Phaeosphaeriopsis / Phaeosphaeriaceae (Ascomycota, bitunikat)


    größere Gattungen:

    Hebeloma

    Amanitra (v.a. sect. Vaginatae)

    Hygrocybe

    Cuphophyllus

    Agaricus (hier bin ich wohl am längsten dran, war meine erste Gattung, in die ich versucht hatte, mich zu vertiefen)

    Stropharia


    Und über die Gattungen hinaus:

    Corticioide Pilze und Porlinge

    Pilze, die an Xanthoria parasitieren


    Einarbeitung:

    Entweder direkt über Mongraphien (z.B. Hebeloma, Hygrocybe etc.) oder über Fachartikel aus internationalen (und nationalen) Journals bzw. beides zusammen (z.B. Agaricus)


    Corticioide sind sehr gut bearbeitet, da gibt es zusammenfassende Werke, Porlinge ebenso...


    Kurz gesagt: ich lese sehr viel an Fachartikeln, sammle sie, fasse sie mir selbst zusammen, erstelle teils selbst Schlüssel und arbeite mit Monographien. In diesen Gattungen, die mich speziell interssieren, nutze ich allgemeine Bestimmungsliteratur kaum (z.B. Schlüsselwerke, höchstens Funga Nordica).


    Was Corticioide angeht, bin ich hier beruflich vorbelastet, da ich mit / an ihnen früher die meisten Aufträge hatte, als ich noch hauptberuflicher Mykologe war. Und Boletales war an der Uni mein Hauptthema, aber ich habe mich schon vorher mit ihnen intensiv bechäftigt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    die folgenden Bewertungen sind völlig subjektiv und beziehen sich auf die Arten, die ich bisher gegessen habe – da ich nicht alle pur und ohne Gewürz probiert habe, mache ich einen eigenen Thread daraus, da es so nicht zu der Gemeinschaftsliste passt.

    Ich werde die Liste weiter ergänzen – ich fange mit den Milchlingen und einigen Kleingattungen an. Die Reihenfolge ist zufällig (aus dem Kopf runtergetippt) und die Liste unvollständig. Ich habe versucht, die meisten klassischen Pilze (Pfifferling, Steinpilz und Co.) noch wegzulassen und mit "anderen" zu beginnen. Ich werde die Liste weiter ausbauen bzw. Folgebeiträge schreiben...


    Die Noten: 0-10, dabei 10: absolut top, 0 ungenießbar, widerlich


    Milchlinge i.w.S.:


    Lactifluus:


    Lactifluus volemus agg. (wohl meist L. oedematopus): heiß und ohne Fett angebraten mit Salz und Pfeffer ein Genuss (ganze Hüte…) - Note 8, roh mir zu fischelig bzw. nach Topinambur schmeckend, also roh Note 4


    Lactifluus glaucescens – Grünender Pfeffermilchling: heiß gebraten – mir im Nachgeschmack zu bitter, unangenehm – Note 2


    Lactifluus vellereus – Wollschwamm: heiß gebraten mit erstaunlich würzig-harzigem Geschmack, aber keine Spur von Bitterkeit; habe ich oft gegessen, dann irgendwann war mir der Eigengeschmack doch zu viel – daher zuerst Note 7, später runter auf Note 4


    Lactarius:

    Lactarius salmonicolor – Lachsreizker: klassisch gebraten leider mit unangenehmer, metallischer Note, daher höchstens im Mischgericht – Note 2


    Lactarius deterrimus – Fichtenreizker: klassisch gebraten teils noch etwas harzig-bitter, meist aber relativ mild – so: Note 5; speziell zubereitet (in Sesamöl gebraten, mit Sojasauce abgelöscht und mit Honig karamellisiert eine äußerst delikate Vorspeise – Note 8-9)


    Lactarius deliciosus – gebraten ein Gedicht (finde ich): Note 9


    Lactarius semisanguifluus – Halbblutreizker: klassisch gebraten (nur einmal probiert) für mich enttäuschend, nur Note 4


    Lactarius blennius – Graugrüner Milchling: heiß gebraten: schmeckt nicht schlecht, aber auch nicht ausgesprochen gut, Note 5


    Lactarius quietus – Eichenmilchling: heiß gebraten: schmeckt besser als er riecht, aber während des Essens wurde der Eigengeschmack immer penetranter, sodass ich nicht aufaß – Note 1


    Lactarius porninsis – Lärchenmilchling: heiß gebraten delikat und gut – Note 8


    Lactarius lignyotus – Mohrenkopf: roh für mich eine 8 – nussig, an Ährige Teufelskralle erinnernd, dazu die Milch… gebraten: sehr delikat, Note 9-10


    Rötelritterlinge:

    Lepista nuda – Violetter Rötelritterling: normal zubereitet – schmackhaft, etwas süßlich, aber mir nicht zu sehr, nicht schlecht – Note 7


    Lepista glaucocana – Blasser Rötelritterling: normale zubereitet (war im Mischgericht, aber 50% Lepista glaucocana): dermaßen widerlich, dass ich alles wegwerfen musste – für mich Note 0, völlig ungenießbar!


    Clitocybe ( Lepista) nebularis – Nebelkappe: habe ich, als ich nicht wusste, wie ungesund er ist, mehrfach probiert – braten, dünsten, auskochen, in Essig usw. – egal wie, für mich absolut widerlich, der penetrante Gewschmack ist nicht wegzubekommen, Note 0


    Schwefelköpfe:

    Hypholoma capnoides – Rauchbl. Schwefelkopf: mag ich in allen Zubereitungsformen, äußerst delikat, Note 9-10


    Hypholoma (sub)lateritium – Ziegelroter Schwefelkopf: normal zubereitet – Bitternote war deutlich, für mich kaum genießbar, Note 1


    Träuschlinge:

    Stropharia aeruginosa – Grünspanträuschling: schmeckt mir sehr gut, vor allem als Suppenpilz, ich liebe sein Aroma, daher für mich Note 9-10


    Ellerlinge:

    Cuphophyllus pratense - Wiesenellerling: Einmal in Polen als Speisepilz gesammelt – die Wiesen waren voll, man hätte körbeweise sammeln können; Reingericht, normal zubereitet: aufdringlich süß, schon unangenehm, daher nur als Mischpilz in kleinen Mengen überhaupt denkbar für mich – Note 3


    Saumpilze:

    Lacyrmaria lacrymabunda – Tränender Saumpilz: normal zubereitet essbar, aber nicht wohlschmeckend, eher muffig – Note 2


    Lacrymaria pyrotricha – Feuerscheiteliger Saumpilz: normal zubereitet erstaunlich gut, für mich Note 7


    Gabeltrichterlinge:

    Pseudoclitocybe cyathiformis – Gemeiner Gabeltrichterling: nur einmal probiert – hatte ihn braten wollen, wurde wegen des dünnen Fleischs schnell kross – und hat so gut geschmeckt, aber daher nicht gut zu werten.


    Infundibulicybe:

    Infundibulicybe geotropa – Mönchskopf: jung und knackig ein herborragender Speisepilz, vor allem angebraten. Für mich hervorragend, Note 9


    Sägeblättlinge:

    Lentinellus cochleatus – Aniszähling: klein gehackt (wie Speckwürfel) und angebraten ein guter Geschmacksgeber für Mischpilzgerichte, sofern man leichtes Anisaroma mag. Da ich Anis im Essen nicht so sehr mag, für mich Note 5 (Mitesser emfpanden ihn als Geschmacksgeber deutlich besser als ich)


    Holzritterlinge

    Tricholomopsis rutilans agg. (ich habe bisher nur Tr. rutilans s.str. gegessen, wobei das ohne ITS-Sequenz kaum zu sagen ist) – Purpurfilzigerer Holzrittzerling: geschmack sehr eigen – für mich an Erdnussbutter erinnernd, die in Schmutz / auf den Boden gefallen ist, mit deutlich muffiger Erdkomponente, kaum essbar, höchstens sehr kleingeschnitten in geschmacksstarkem Mischgericht – Note 1


    Schweinsohren und Korallen

    Gomphus clavatus – Schweinsohr: junge Fruchtkörper finde ich delikat (normal zubereitet), alte werden schnell bitter – jung und frisch für mich Note 8


    Ramaria botrytis s.str. – Hahnenkamm: einmal gegessen, gebraten – mir war es zu bitter, anderen Mitessenden hat es gar nicht schlecht geschmeckt – für mich Note 3


    Schleierlinge (große Gattung, aber wenige Speisepilze)

    Cortinarius saginus – sehr wohlschmeckend, viel Fleisch, gute Konsistenz – Note 8


    Cortinarius varius – Semmelgelber Schleimkopf: für mich wohlschmeckend (normal zubereitet), nicht muffig, feiner Geschmack – Note 7


    Cortinarius praestans – Schleiereule: für mich auch wohlschmeckend, nicht muffig (da gehen die Meinungen deutlich auseinander) – Note 8


    Cortinarius armillatus – Geschmückter Gürtelfuß: normal zubereitet höchstens als Mischpilz, nicht sehr geschmackig, eher etwas muffig für mich, Note 3


    Cortinarius hercynicus / violaceus – Violetter Schleierling (habe beide probiert): Geschmack „interessant“, als Reingericht kaum machbar, aber als besondere Komponente bei passendem Rezept denkbar (zu Wild, zusammen mit Preiselbeeren) – Note 2


    Schönköpfe

    Calocybe gambosa – Maipilz: für mich (normal zubereitet oder gebraten) grauenhaft – schmeckt auch zubereitet penetrant nach Mehl, für mich ungenießbar, Note 0-1


    Hallimasch

    Armillaria mellea agg. (gegessen habe ich bisher A. ostoyae, A. borealis, A. gallica, A. cepistipes) – ich koche sie ab, schütte das Wasser weg und mache Pilzsalat daraus (Essig, Öl, Zwiebeln) – für mich sehr schmackhaft und behält einen Eigengeschmack; auch als normaler Pilz gedünstet (ohne Abkochen) schmackhaft, Note 8


    Dachpilze

    Pluteus cervinus – Rehbrauner Dachpilz (s.str.): ohne Gewürz gedünstet als Geschmackstest – für mich sehr nach Gurke Radi (Rettich), aber unangenehm, schmeckt auch im Mischgericht raus, kaum schmackhaft, Note 1


    Porlinge i.w.S.:

    Fistulina hepatica – Ochsenzunge: Zubereitung: dünne Scheiben ohne vorheriges Wässern anbraten – schmecken sehr sauer, eigentümlich, aber mit Reisessig, Zucker (usw.) als Grundlage für ein „chinesiches“ süß-sauer-Gericht interessant und gut (sonst kaum genießbar ohne Wässern) – so zubereitet Note 7


    Laetiporus sulfureus – Schwefelporling: wirklich junge Exemplare kurz abgekocht, dann paniert: hervorragend, wie Putenschnitzel, perfekter Fleischersatz, Note 9; wenn schon etwas zu alt, sofort runter auf Note 2 bis 0 (nicht nur die Konsistenz, auch und insbesondere der Geschmack…!)


    „Polyporus“ squamosus – Schuppiger Porling: einmal probiert, gebraten, ohne Gewürz/Zusatz – schmeckte wie eine muffige, angenbratene Gurke, die in Mehl gewälzt war, für mich widerlich, Note 1


    Albatrellus citrinus – Schafeuter s.l.: auch jung schmeckt er mir kaum, aber da geht es, schon minimal zu alt bereits zu bitter, nicht mein Pilz…. Note 2-4


    Albatrellus confluens – Semmelporling: selbst alt erstaunlich gut – große Fruchtkörper sind auch nicht bitter, sehr aromatischer Eigengeschmack, so bei keinem anderen Pilz erlebt (dürfte polarisieren, manchen schmeckt er wohl deshalb nicht) – für mich Note 9


    Fortsetzung (26.11.2018):


    Ich schreibe erstmal wieder über sonst eher selten probierte Arten und nicht über die "Top-Pilze":


    Nagelschwämme

    Strobilurus esculentus - FiZaRü - habe ich einmal probiert, seitdem nicht mehr, da zu mühsam zum Sammeln. Geschmacklich lohnt es sich aber. Ich habe den FiZaRü als Vorspeide genossen (gedünstet, dann mit etwas Sahne und eingedickt auf einem Toast). Der kleine Zwerg hat mir wirklich gut geschmeckt, ich gebe aus dem Kopf heraus (ist etwas her) die Note 8.


    Samtfußrüblinge

    Flammulina velutipes und Flammulina elastica - Winterpilz(e) - ich kann beim Speisepilzsammeln die beiden Arten nicht trennen, daher nicht getrennt bewerten. Der Winterpilz schmeckt vielleicht auch deshalb, weil es spannend ist, im Winter einen Speisepilz zu haben. Versuche ich es neutral zu betrachten, dann ist der Geschmack eher Durchschnitt, aber o.k. - allerdings gibt es Kollektionen, die einen fischigen Beigeschmack haben. Und das sind keine überständigen Exemplare, jedenfalls optisch nicht als solche auffallend. Es gab auch bei solchen Kollektionen keinerlei Symptome. Den Fischgeschmack hat mir auch eine Bekannte bestätigt, der ich den Pilz beigebracht hatte - sie hat mehrfach selbst gesammelt und die gleiche Beobachtung gemacht. Es ist kein unangenehmes Fischeln, aber doch ab und zu auffallend und für mich nicht soo positiv (obwohl ich Fisch gerne mag). Daher schwankt es für mich zwischen Note 6 (bzw. mit zwei Punkten Winterbonus) und Note 3 (fischelige Kollektionen).


    Röhrlinge

    Gyrodon lividus - Erlengrübling - habe ich einmal in meiner Anfnagszeit gegessen (1980er Jahre), daher nur noch ungenaue Erinnerung. War weichfleischig und geschmacklich nichts Besonderes. Hab ich nie mehr und werde ich nie mehr essen, da ich mittlerweile weiß, dass Gyrodon sehr nahe mit Paxillus s.str. verwandt ist und gleiche Inhaltsstoffe besitzt. Auf Paxillus-Syndrom habe ich "keine Lust". Abgesehen von dem NoGo, sowas weiter zu essen eine Note 4.


    Porphyrellus porphyrosporus - Düsterer Röhrling - einmal probiert (ausgewachsenes Exemplar) und nie wieder. Konsistenz war sehr weich, labbrig, der Geschmack nicht gut, sehr muffig (für mich). Probiert ohne Zusätze, nur gedünstet (aus Neugierde) - Note 2


    Suillus / Boletinus cavipes - Hohlfußröhrling - habe ich sowohl frisch als auch getrocknet gegessen. Frisch zubereitet ist der Geschmack sehr dezent, nichtssagend, nichts Besonderes. Note 4. Getrocknet und wieder eingeweicht viel aromatischer, sehr angenehm und gut geeignet, um Saucen zu kochen - Note 8.


    Suillus granulatus - Sandröhrling - habe ich frisch und getrocknet gegessen. Wie beim Hohlfußröhrling: frisch nichts Besonderes,m getrocknet aber delikat. Mich erinnert die Sauce aus getrockneten Sandröhrlingen an Morchelsauce. Und da ich diesen Geschmack liebe, ist der Sandröhrling für mich als Morchelersatz getrocknet eine Note 9 (frisch eine Note 4).


    Chalciporus piperatus - Pfefferröhrling - der scharfe Geschmack verschwindet beim Dünsten völlig, der Pilz ist dann nur weich und quasi geschmacksneutral - höchstens zum Auffüllen, wenn mehr Leute mitessen, als vorher gedacht. Note 3.


    Butyriboletus loyo - Chilenischer Königsröhrling - habe ich in Chile gesammelt und gegessen (ich wurde geführt, den Loyo selbst zu sammeln ist schwierig, da die Fundstellen gehütet werden (er wird kommerziell gesammelt, da haben private Pilzsammler nichts zu suchen). Der Geschmack war sehr intensiv, deutlich besser als Steinpilzaroma. Würzig, angenehm, zudem röhrlingsartig, intensiver als Hexenröhrlinge uns Co. - Note 10*


    Suillellus mendax - die sehr internsiv blauende, schlankstielige und blutrotstielige Schwester der Netzhexe - Angebraten und dann gedünstet: Geschmack angenehm, röhrlingsartig, aber nicht allzu intensiv; Fleisch eher weich - Röhrlingsdurchschnitt, der nicht weiter auffällt - Note 6.


    Ritterlinge

    Tricholoma equestre agg. - Grünling - ich habe in Polen in der 1990er Jahren einmal den "Buchenwaldgrünling auf Lehmboden" gegessen, als ich nicht wusste, dass er Rhabdomyolyse auslösen kann. Es ist lange her - ich erinnere mich an einen guten, angenehmen Geschmack und weiß noch, dass ich sehr zufrieden war. An Genaueres kann ich mich nicht mehr erinnern - ich gehe mal von Note 8 aus.


    Schopftintlinge

    Coprinus comatus s.str. - Schoptintling - einer meiner Lieblingspilze: einfach nur anbraten, dann mit Pfeffer und Salz heiß aus der Pfanne mit Weißbrot als Vorspeise: ein Gedicht! Konsistenz ist etwas weich, aber dann doch mit etwas Biss (wenn man anbrät), passt gut, finde ich. Für mich ein absolutes Highlight: Note 10


    Lackpilze

    Laccaria amthystina - Violetter Lackpilz - geschmacklich sehr dezent bis geschmacksneutral - nur die Konsistenz und die dunkle Farbe im Essen lassen ihn sammelbar erscheinen. Leider enthält er wohl hohe Mengen an Arsenverbindungen (und Weiteres?! - habe ich gerade nicht auswendig parat), daher lohnt sich der Pilz eh nicht. Durch die Farbe (Auge isst mit) und Konsistenz noch eine Note 5.


    Laccaria laccata agg. - Lackpilze - wie Laccaria amethystina, nur ohne die dunkle Farbe.


    Weitere Fortsetzungen folgen - und Kommentare / Diskussionen zu den Bewertungen / Pilzen sind gern gesehen / erwünscht (Eigenerfahrung als Vergleich usw.).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Rotfüßchen...


    Oh, das wäre toll! Sowas macht ein Buch noch wertvoller. Ich bin z.B. froh, dass es das für die Pilze der Schweiz gibt, zumindest teilweise. Beim Pilzkompendium geht es aber vor allem um schwierige oder seltene Arten - oder um die Abbildungen, die konstruiert sind, also gemalt wurden, obwohl dem Autor kein Fund vorlag.

    Ich würde so eine Korrekturliste sehr begrüßen. Das kann da aber wohl nur von Gattungsspezialisten kommen. Und auch das wäre ja konstruktiv.


    Geht es aber um Lepista nuda, Leccinum scabrum, Chlorophyllum olivieri (etc.), dann fallen Fehler halt viel mehr Personen auf. Kennt man die fehler, kann man im Buch korrigieren und das Buch wird für einen wertvoller. Jedenfalls sehe ich das so.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Beli,


    die Dextrinoidie prüft man hier am besten unter dem Mikroskop. Man braucht eh noch mehr Mikromerkmale zum Bestimmen. Die AQrtengruppe um Hebeloma birrus passt aber wie gesagt - er wurzelt ja richtig gut.

    Ach ja, die Kadaver liegen ja nicht offen, sondern sind im Boden vergraben - daher auch der wurzelnde Stiel. Deshalb fragte ich, ob Nagetierbauten in der Nähe sind (da kann ja ein totes Tier liegen). Zudem ist es in Europa noch nicht nachgewiesen - da aber Hebeloma birrus ss. auct. Austral. auf Kadavern wächst, besteht der Verdacht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Michi,


    bei Armillaria mellea sind sie richtig ausdünnend, immer schmaler werdend, weshalb die Büschel aus sehr vielen Fruchtkörpern bestehen können - sehr schmale Stielbasen bedeutet sehr viele Stiele haben nebeneinander am Substrat Platz. Hier sehe ich im Prinzip verdickte Stielbasen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Eberhard,


    ich hatte das in der allgemeinen Mykologie-Vorlesung an der Uni (Prof. Agerer - insbesondere, dass die Mykorrhizen von Tuber dikaryotische Zellen enthalten). Ich meine, mich auch zu erinnern, dass Morchella sowohl monokaryotisch als auch dikaryotisch vorkommt, bin mir da aber nicht mehr so sicher. Tuber ist es wohl immer... (auf alle Fälle die Mykorrhizen) ... ob aber alle Tuber-Arten, weiß ich natürlich nicht. Zu Tuber habe ich habe schnell mal eine Literaturstelle ausgegraben: 00087114.2002.10797881

    Da geht es zwar um die Ploidiestufen und die Chromosomen, aber in der Einleitung steht direkt im ersten Satz (mit Literaturstellen), dass das Myzel und auch die Ektomykorrhizen zwei Kerne pro Zelle haben.

    Müller-Löffler: wäre möglich, da es bei Tuber schon lang bekannt ist (ist ja wirtschaftlich relevant, zu wissen, wie die ticken).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beli,


    coole Funde :-).


    Nur kurz zur Hebeolma cf. birrus: der wurzelnde Stiel bestätigt die Sektion, aber da gibt es mehr Arten. Hebeloma birrus ist alles andere als häufig. Hast du einen Beleg? Nebenbei angemerkt: Hebeolma birrus steht ein bisserl im Verdacht, ein Corpse Finder zu sein, also Tierleichen als Stickstoffquelle zu nutzen. War da irgendwo ein Nagetierbau? Oder hat jemand eine Leiche verscharrt? (nicht ganz ernst gemeint - und dann wären es sicher mehr Fruchtkörper)


    Wie gesagt: Corpse Finder-Status ist nur ein Verdacht aufgrund naher Verwandter in Australien und Nordamerika, die das machen. Hebeloma radicosum ist da friedlicher - der holt den Stickstoff ja bekannterweise aus den Mäuseurinalen.

    Hebeloma birrus wäre absolut cool - muss aber anatomisch überprüft werden.


    Ach ja, dein Erdritterling gilbt. Er ist also aus der Gruppe um Tricholoma scalpturatum (was ich vermute) und Tricholoma argyraceum.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Michi,


    die Stielbasis passt auch nicht zu Armillaria mellea.


    Armillaria borealis kann man an Steineiche in Portugal ausschließen. Armillaria ostoyae kann zwar hell ausfallen und kann auch mal an Leubholz gehen, aber irgendwie passt das nicht zusammen, denke ich.

    Ob in Portugal nicht noch etwas neben Armillaria gallica gibt, weiß ich aber nicht. Hier an dem Foto traue ich mir keine sichere Bestimmung zu - außer Hallimasch und dass es weder der Ringlose ist (logisch), noch der Honiggelbe, noch der Nordische. Da fehlt mir jedenfalls der Heimvorteil, die hiesigen Hallimasche ein bisserl zu kennen zu meinen ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Lieber Eberhard,


    es gibt auch bei Ascomyzeten dikaryotische Myzelien. In der Gattung Tuber beispielsweise kommen dikaryotische Myzelien vor, also eine Plasmogamie ohne Karyogamie wie bei Basidiomyzeten.

    Streng genommen sind auch die ascogenen Hyphen ein dikaryotisches Myzel, auch wenn es nur kurzzeitig auftritt und vergleichsweise klein ist. Insofern hat Stefan nicht unrecht, du aber auch nicht.

    Erisyphe ist ein Höherer Pilz mit einer Dikaryophase. Vielkernigkeit ist kein Kennzeichen von Niederen Pilzen allein, denn auch bei Psathyrellaceen sind vielkernige Myzelien bekannt (frisch wachsende Myzelien, insbesondere Vorläuferhyphen - mit Wirtelschnallen) oder bei anderen entsprechenden Basidiomzeten mit Wiortelschnallen (z.B. Phanerochaete). Was vermutlich gemeint ist, ist eine syphonale oder syphanocladiale Organisationsstufe wie z.B. bei Zygomycota (also ein ganzes Myzel, das ohne oder fast ohne Septen auskommt und daher wirklich polykaryotisch ist. Das wiederum tritt nicht bei Ascomycota auf, schon gar nicht bei so abgeleiteten Gruppen wie den Echten Mehltauen. Und die Falschen Mehltaue sind keine Pilze (sie haben auch kein Chitin, sondern Zellulosezellwände und sind mit den Braunalgen verwandt).


    Darauf wollte Stefan sicher raus. Echte Mehltaue sind genauso "nieder" wie Steinpilze, Morcheln, Parasole oder Becherlinge - es sind Höhere Pilze ohne begeißelte Stadien und mit Dikaroyphase.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    "Leucoagaricus leucothites würde ich auch nicht als Speisepilz bezeichnen."


    Diese Art wird vom FA Toxikologie auf der Liste der uneinheitlich bewerteten Speisepilze geführt, was meinem Verständnis nach bedeutet, dass einige sie für essbar halten und andere nicht. Ist das ein Fehler?

    Servus Craterelle,


    Fehler ist relativ. Es ist eher Ansichtssache.

    Es ist unbestritten, dass Viele diesen Egerlingsschirmling vertragen und essen können. Ich hatte heuer jedenfalls drei Fälle vom Giftnotruf, die auf den Verzehr von Leucoagaricus leucothites beruhen.

    Die Aussage "die meisten Arten der Gattung sind zwar essbar, die Verwechslungsgefahr mit ... ist ... jedoch sehr groß" (S. 301) finde ich zudem bedenklich.

    Die Uneinheitlichkeit der Bewertung des Rosablättrigen Egerlingsschirmpilzes beruht ja auf diversen Fällen, bei denen Probleme auftraten (gastro-intestinal). Dann wäre da noch Leucoagaricus nympharum, den offenbar auch manche vertragen, der aber bei anderen teils unangenehm heftige Vergiftungen auslöst. Ich halte daher die Gattung für problematisch.

    In der Pilzberaterausbildung der BMG ist Leucagaricus leucothites kein Speisepilz. Jetzt kann man natürlich diskutieren, ab welcher Zahl von Unverträglichkeiten man von einem Giftpilz spricht. Oder zumindest die Art nicht mehr als Speisepilz führt. Da gibt es bei solchen Pilzen eben nicht nur weiß und schwarz, sondern viel Grautöne. Daher schrieb ich auch nur "ich würde ihn nicht als Speisepilz bezeichnen". Die DGfM ist sich offenbar auch unsicher. Daher würde ich dann doch erwarten, dass sowas keine Kochmütze im Buch bekommt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Claudia, servus beinand,


    ich glaube nicht, dass Stefan das Buch diskreditieren will. Kleine Fehler ist aber realtiv - zumindest, wenn es um die mittlerweile 5. Auflage geht. Manches mag für den Inhalt des Buches wirklich eine Kleinigkeit sein, wenn ich aber auf S. 44 eine Großaufnahme von Leccinum brunneogriseolum / cyaneobasileucum sehe mit typischerweise rein weißen Schuppen am Stiel, dann tut mir "Leccinum scabrum" schon etwas weh. Auch wenn die Birkenrotkappe auf S. S. 159 keine schwarzen, sondern rote Stielschuppen hat. Nicht, dass das tragisch sei, aber das sind jetzt wirklich leicht kenntliche Arten.

    Das mit Chlorophyllum tut schon mehr weh. Gerade hier wäre wichtig, giftige und essbare Arten nebeneinander zu stellen. Dann nur den Geruch als Unterschied zu lesen (was ich nicht nachvollziehen kann) und dass Chlorophyllum brunneum keine Schnallen hätte (was falsch ist und zudem makroskopisch nicht weiterhilft)... Dabei gibt es so gute Merkmale wie den Ring oder die meist entsprechende Stielknolle oder der starke Kontrast zwischen Shcuppen und Huthaut drunter...

    Ich weiß jetzt auch, woher der (sorry) Unsinn kommt, Lepista (nuda) hätte cremeweißes Sporenpulver (S. 281) - das findet man als Abgrenzung von Rhodocybe zu Lepista (ich habe das hier im Forum mal als Trennmerkmal gelesen - und mich gefragt, woher das den kommt).

    Und auf S. 445 haben dann die Rötelritterlinge plötzlich weißesd Sporenpulver - sorry, das tut einfach weh.


    Wie ich selber schon schrieb - jeder, der Bücher schreibt, macht irgendwo Fehler. Insbesondere dann, wenn man über Pilze schreiben muss / soll / darf, die man selber nicht kennt. Egal, ob das jetzt die Gattung Leccinum betrifft, die Safranschirmlinge i.w.S. oder sonstige.

    Wenn in der Einleitung klar wird, dass Begriffe wie Höhere und Niedere Pilze der Autorin inhaltlich nicht klar sind, tut das für ein Einsteigerbuch nichts zur Sache, kann aber durchaus ein bisserl weh tun. In der ersten Auflage bin ich selber sehr tolerant, was solche Dinge angeht. In der zweiten übersieht man auch einiges... in der fünften aber könnte man aber doch den einen oder anderen Faux Pas überarbeiten.


    Schade finde ich generell, dass die Gegenüberstellung von Giftpilzen und Speisepilzen auch oft dürftig ausfällt - z.B. Gifthäubling vs. Stockschwämmchen. Dass man aufpassen musss, hilft wenig weiter, wenn nicht im Schlüssel nochmal auf die wichtigsten Merkmale eingegangen wird.

    Beim Rauchblättrigem vs. Grünblättrigem Schwefelkopf wird auf die Stielfarbe als Trennmerkmal nicht einmal eingegangen (oder ich habe es übersehen), sondern primär die Lamellenfarbe verwendet - das ist problematisch, da sie beim Grünblättrigem nicht grün sein muss (sterile Frostexemplare...). An der Stielspitze kann man sie aber immer trennen (es ist so einfach)


    Leucoagaricus leucothites würde ich auch nicht als Speisepilz bezeichnen.


    Der Riesenrötling hat kein leuchtend lachsrosa Sporenpulver (S. 435), sondern wie die Rötlinge eben ein Braunrosa, Mykologenrosa eben. Das fände ich sehr verwirrend - was man auch hier im Forum manchmal erkennen kann, wenn über Sporenpulverfarben von Dachpilzen, Scheidlingen und Rötlingen diskutiert wird.


    Jetzt höre ich auch lieber auf. Ich finde die Menge an Fehlern, Auslassungen und Problemchen hier und da einfach zu groß. Das Grundkonzept finde ich sehr gut - und das Buch ist sicherlich auch sehr nützlich in weiten Teilen. Man sollte sich nur nicht darauf verlassen (wie bei den meisten Büchern), sondern immer auch andere Beschreibungen ansehen. Dann wird man nicht mehr glauben, Rötelritterlinge hätten weißes Sporenpulver.


    Mein Tipp: immer selber mal nachsehen - sind die Lamellen bei Schwindlingen wirklich angewachsen (bei einigen sind sie frei)? Sind die Lamellen in der Gattung Amanita immer frei? - Nein, oft eben nicht... Sind die Lamellen bei Amanita immer weiß? - Nein, die können auch leuchtend gelb, gelbgrünlich oder kühl gelblich sein (heimische Arten), in Südeuropa auch Rötlingsrot bis rotbräunlich...


    Daher finde ich insgesamt, dass dieser Grundkurs nützlich sein kann, man aber mindestens ein zweites Buch haben sollte, in dem man immer kritisch vergleicht (besser drei oder vier).


    Und was auch klar sein sollte: das ideale Pilzbuch gibt es nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    für mich auch ganz klar Hypholoma (sub)lateritium. Der Ziegelrote hat jung gerne dieses häutige Velum. Das Weiße auf dem Hut ist das Velum universale - Hypholoma hat ja (wie alle Strophariaceae) prinzipiell beide Vela, was man vor allem jung sieht. Ich will natürlich nicht ausschließen, dass es ein sehr untypischer Grünblättriger ist, der ein überdeutliches Velum hat, aber bei dem kenne ich das Velum partiale nur spinnwebartig - das Velum universale kann hier aber auch mal deutlich ausfallen.

    Bei dem Foto ist der häutige Ring, der beim Wachsen abfallen wird, aus beiden Vela aufgebaut - man sieht das auf einem Foto sehr schön - eine kleine Doppelhaut, die untere geht auch auf den Hut rauf und die obere ist das echte Velum partiale - und das kenne ich eben nicht vom Grünblättrigen, wo das Velum partiale cortinaartig sein sollte. Da kenne ich nur das Velum universale jung etwas häutig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Thomas,


    ich habe leider die Gattung Hygrophoropsis längere Zeit sträflich vernachlässigt. Daher kann ich leider ohne Mikroskopie auch nichts exaktes sagen. Von den Weißlamelligen Afterleistlinge wurden jedenfalls mehrere Taxa beschrieben, die erstmal geklärt werden müssten (was ist alles Synonym, was sind nur Farbmutanten).

    Das, was du abbildest, dürfte das sein, was Ludwig als Hygrophoropsis aurantiaca fm. albida abbildet. Er zeigt da einen blassen, gelbhütigen Afterleistling mit relativ dunklem Stiel. Davor zeigt Ludwig einen schwarzstieligen, der aber keibne weißen Lamellen hat als H. aurantiacus fm. nigripes - dieser Name ist nach Mycobank aber Craterellus lutescens (dort npch als Cantharellus), was das Wirrwarr schon gut zeigt.

    Ich werde in Zukunft auch mehr auf solche interessanten Aufsammlungen achten. Zumindest Hygrophoropsis rufa meine ich jetzt für mich im Griff zu haben und damit auch H. fuscosquamula, der sich deutlich unterscheidet (und der eben auch blasse Lamellen hat).


    Kurz gesagt: deinen Pilz "kenne" ich, kann aber den korrekten Namen nicht nennen - habe das früher aber nicht weiter beachtet gehabt, da ich dummerweise von reinen Farbformen des Falschen Pfifferlings ausging und mich eben wie gesagt nur am Rande mit der Gattung beschäftigt habe.


    Im Moment passt als Etikett zumindest "H. aurantiaca fm. albida ss. Ludwig" - ohne damit zu sagen, dass diese Namenszuordnung passt noch die Rangstufe passen muss.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Lieber Dieter,


    das, was dein Link zeigt, ist das, was ich hier als Amanita battarrae bezeichne und eben nicht Amanita umbrinolutea. Diese Art ist kräftiger, wächst im Nadelwald und hat mehr Grau bis Düstergrau und die sehr deutliche Zonierung. Dein Fund entspricht der wärmeliebenden Art im Laubwald, die eben mehr braun-gelb ist, wie der Name "umbrinolutea" auch aussagt. Deshalb habe ich als Vergleich das Foto von den SetasExtramadura als Vergleich verlinkt ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph