Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Maren,


    super, da freue ich mich schon. Ich gebe dir Bescheid, wenn ich wieder richtig Zeit habe. Zum Glück geht uns das ja nicht laufen - gut, dass man Pilze trocknen kann. :gcool::gbravo:


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Dieter,


    für mich sieht das aus wie ein blasser Cuphophyllus pratensis. Cuphophyllus berkleyi kenne ich nur rein weiß, ohne diese angedeuteten Isabelltöne am Hut / Hutscheitel. Daher sehe ich hier nur Cuphophyllus pratensis var. pallida - die ich nicht mit C. berkleyi gleichsetze (ich folge da Boertmann nicht).

    Was nicht wirklich passt, sind die Sporenmaße - sie sind für C. pratensis und C. berkleyi zu schmal. Welchen Einfluss hat eigentlich dieses GSM? (Ich messe immer nur in Wasser)

    Die Rotfleckung ist, wie Pablo schon richtig angemerkt hat, ein Bakterienbefall, der nicht arttypisch ist, auch wenn er bei Cuphophyllus virgineus relativ häufig auftritt.


    Wie auch immer, ein sehr interessanter Fund.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Hallo zusammen,


    gestern habe ich an Salweide eine kleine Resupinatus-Kollektion gefunden und mitgenommen (die Winzlinge sind bis 5 mm groß):




    Die Sporen sind nicht kugelig, sondern subglobos bis ovoid, 5,25-6,75 x 3,75-5,25 µm, Q = 1,1-1,5


    Die Cheilozystiden sind total miteinander verwurschtelt und schwer zu präparieren - sie sind relativ schmal, so bis 5 µm dick, gerne etwas knorrig gewunden und apikal mit fingerartigen Auswüchsen, aber ohne die für R. trichotis typischen langen, dünnen Dornen.

    Das Subhymenium ist wie in der Gattung typisch sehr dicht und aus schmalen braunen Hyphen aufgebaut, die Lamellentrama gelatinös und dem Hutfleisch entsprechend; die HDS enthält knorrige Hyphen, teils mit kurz gestielten, kleinen Knubbeln, teils mit dünnen Fingern, an denen am Ende ein harziges Pigment sitzen kann, teils sind sie fast koralloid verzweigt/gewunden und etwas bizarr geformt, teils mit und teils ohne Pigment - das braune Pigment sieht aus wie angetrocknetes Harz.

    Auf der Huthaut finden sich viele Kristalle (recht grobe, unförmige Kristalle), die auch an den Lamellen(schneiden) ziemlich stören (ob Präparationsartefakt oder vom Hut abgewaschen?!). Auf den Fotos sieht man, dass ein Filz auf dem Hut fehlt, dafür diese seltsame Kruste da ist. Hohenbuehelia kann es aber nicht sein, da keine Metuloide vorhanden sind.


    Substrat: Salix caprea, liegender Ast, an deutlich morschem, kurzen Seitenast


    Jetzt habe ich allerdings das Problem mit der genauen Artbestimmung. Würde ich nach der "deutschsprachigen Schule" gehen, wäre es einfach, da hier bei uns traditionsgemäß alles zusammengeworfen wird. Die Genetik widerlegt aber des öfteren das weite deutschsprachige Konzept so auch hier...


    Zur Wahl stehen die europäischen fünf (!) Arten mit Lamellen (ohne Lamellen gibt es ja einige, weitere Arten):


    Resupinatus alboniger - fällt weg, da u.a. die Sporen dieser Art länger sind und anders geformt

    Resupinatus kavinii - fällt weg, da er viel weniger Lamellen besitzt, diese nicht bis zum Ansatzpunkt durchgehen (usw.). Diese Kollektion auf "Asco-Sonnenberg" passt da ganz gut. Die Sporen sind auch relativ klein, was passen würde (nur wird auch da alles miteinander synonymisiert).


    Bleiben die klassischen drei:

    Resupinatus trichotis (sollte schwarze Haare am Ansatzpunkt des Hutes haben, die ich hier nicht sehe und auch im Mikroskop nicht als Reste eines früheren Filzes finde)

    Resupinatus striatulus (sollte vornehmlich an Nadelholz vorkommen, kann aber auch mal an Laubholz gehen)

    Resupinatus applicatus (das sind nach aktuellem Stand fünf Arten, von denen zwei aus Europa bekannt sind, die aber alle unbeschrieben sind, also abgesehen vin R. applicatus s.str., der aber mangels Typus nur nach der Tafel von Batsch interpretiert werden kann)


    Kurz gesagt: schwierig...


    McDonald (2015), die die Gattung in ihrer Dissertation untersucht hat, legt zwar den Fokus auf Asutralien und Neuseeland, hat aber alle weltweit beschriebenen Taxa untersucht.

    Nach ihr wächst R. applicatus s.l. eher an nicht morschem Laubholz, während R. trichotis gerne deutlich morsches Holz nimmt (und R. striatulus ebenso, aber vor allem Nadelholz). R. trichtois hätte typischerweise einen abgesetzten, schwarzen Filz an der Ansatzstelle des Hutes, was ich hier nicht sehen kann.


    Jetzt fehlt mir da aber die Erfahrung... inwiefern kann der Filz verschwinden?! Oder kann er auch mal fehlen?

    Und kann R. striatulus auch 5 mm Größe erreichen?!

    Passen die Mikromerkmale, so wie beschrieben, zu R. applicatus?


    Kurz gesagt: wer von euch hat sich mal intensiver mit der Gattung befasst und kann helfen?!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Trino,


    deshalb zeichne ich da lieber als dass ich fotografieren würde. Ein Problem ist die große Variabilität der Dikaryophysen. Es müssen ja nicht alle die verdickte Basis haben. Wells & Raitviir zeichnen auch komplett dünne Dikaryophysen, aber eben auch diese typischen mit breiter Basis.


    Am Beispiel Exidiopsis calcea kann man vielleicht den Wert abschätzen. Ich hatte vor längerer Zeit mal Probleme, Exidiopsis calcea zu bestimmen, da ich zwischen Dikaryophysen und breiten, "normalen" Cystiden Übergänge fand und letztere nicht in der "gängigen" Literatur erwähnt werden. Erst, als ich dann auch den Artikel von Wells & Raitviir stieß, sah ich, dass sie genau das gezeichnet haben. (Ich habe das alles in einem Thread im BMG-Forum dargelegt, ist schon etwas her). Seitdem finde ich das als recht typisches Merkmal von Exidiopsis calcea, wenn ich mal wieder einen Beleg ansehe.


    Das Grundproblem ist aber auch hier: wie viele Belege werden danach geprüft. Ich allein habe auch nicht sehr viele angesehen, da ich mich auch für andere Pilze interessiere. Und das geht sicher den meisten so. Und wenn jemand mal eine Exidiopsis mikroskopiert, werden wohl meist nur die Sporen gemessen...

    Daraus folgt: die Variabilität der Dikaryophysen ist nicht sicher genug untersucht. Vielleicht gibt es auch Kollektionen, mit abweichenden Formen. Vielleicht alle Übergänge?


    Da Exidiopsis effusa makroskopisch so gut kenntlich ist (dieser typische Rosaton, die sehr dünnen Fruchtkörper, die sich trotzdem etwas schmierig/wachsig anfühlen, dann aber nach Berühren an der Stelle nicht mehr sichtbar sind), habe ichim BMG-Forum dazu animiert, gezielt Kolektionen zu machen und die Grundmerkmale zu dokumentieren (Sporen, Dikaryophysen). Vielleicht kann man hier gemeinsam Licht ins Dunkle bringen...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Mario,


    ja, du hast Dikaryophysen fotografiert. Sie sind nur großteils unscharf (wegen der Schärfeebene).


    Hier zum Vergleich die Tafel aus Wells & Raitviir (1977: 993), die Exidiopsis effusa darstellt.


    Man sieht die breitere Basis und die knorrigen, verzweigten Enden.


    Literatur:

    Wells K. & Raitviir A. (1977) The species of Exidiopsis (Tremellaceae) of the USSR. Mycologia 69: 987-1007


    Liebe Grüße,

    Christoph

    So, jetzt habe ich mal in meinem Archiv nachgeschaut - ich habe beide schon gehabt, also großsporig und kleinsporig.


    Ich fange mal mit einer großsporigen an; gefunden am 6.4.2010 in der "Schrödelhütte" im Nationalpark Bayerischer Wald an Fagus (Sammel- und Betretungsgenehmigung lagen vor, dort ist aber beides erlaubt, also das Betreten und das Sammeln). Makroskopisch absolut typisch:



    Sporenmaße dieser Kollektion: (n=30) 11-15,1-18(-21) x 4-4,9-5,5(-6) µm


    eine weitere Kollektion am gleichen Tag aus dem NSG Mittelsteighütte im Nationalpark Bayerischer Wald (auch an Fagus):

    (n=30) 11,5-13,8-16(-16,5) x 4-4,7-5 µm


    dann an Corylus (BayerWald, Zwiesel-Rabenstein, Ableg) vom 7.4.2010:



    Sporen dieser Kollektion: 12,75-13,9-16,25 x 4,75-5,4-5,75(-6.25) µm (Fruchtkörper noch jung, wenige Sporen...)


    Kurzsporige Kollektion (leider kein Foto davon, hatte die Kamera nicht dabei):

    27.3.2010, Altmoräne nördlich von Wangen bei Starnberg) an Rosaceae (cf. Sorbus):

    10,5-14,25 x 4-4,75 µm (wenige Sporen gemessen - n = 10, war eine relativ schnelle Untersuchung...)


    Wie gesagt, etwas chaotisch das Ganze. Jedenfalls ishet so für mich makroskopisch Exidiopsis effusa aus...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Maren,


    ich meine, Zystiden zu erkennen. Du solltest sowas m.M.n. lieber erstmal in Wasser anschauen und nicht so extrem quetschen. So gehen die Zusammenhänge verloren.


    Exidiopsis effusa kann ich mir hier gar nicht vorstellen. Die Farbe passt nicht, die Fruchtkörperdicke passt nicht, die Zystiden passen nicht... die Frage ist, ob Dikaryophysen auftreten, wie dieses aussehen, ob der Stiel der jungen Basidien später noch ein Septum bekommt, sodass die Hypobasidien dann sitzen, ob die Zystiden farblos sind oder leicht gelblich gefüllt.


    So kann ich aber leider aus der Ferne nicht helfen. Falls du einen Beleg hast, kann ich ihn mir gerne ansehen. Im Moment bin ich aber dabei, Altlasten aufzuarbeiten, da bei mir einiges liegengeblieben ist (ich wollte im Winter vieles machen, musste dann aber erstmal pausieren). Falls Interesse besteht, würde ich dir im Laufe des Frühlings Bescheid geben - dann könnte ich das Ding ausführlich analysieren.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Mario,


    wie sahen denn die Dikaryophysen aus? Das ist auf die Schnelle nicht aus dem Foto zu erschließen, auch wenn ich meine, unscharf welche zu sehen - die wären dann sehr dünn und verzweigt und knorrig (wie sieht die Basis aus, dicker?).


    Es gibt mehrere Interpretationen von Exidiopsis effusa. Die von Roberts (1993) ist kurzsporig, Sporen 10,5-14,0(-15,0) x 3,5-4,5 µm. Die von Oberwinkler (1963) ist langsporig, Sporen (10-)13-17 x 3,5-4,5 µm. Dann die von Wells & Raiotvir (1977), deren Sporenmaße als (11-)12,5-16 x (4,5-)5-7 µm


    Deine Sporen entsprechen insofern durchaus Exidiopsis effusa ss. Wells & Raitvir, aber nicht ss. Roberts.


    Es gibt weitere großsporige Arten wie z.B. Exidiopsis griseobrunnea. Deren Dikaryophysen sind aber stärker und mehrfach verzweigt als die von Exidiopsis effusa ss. Wells & Raitvir.


    Ich bin jedenfalls skeptisch, was die Bestimmung deines Fundes als Exidiopsis effusa angeht. Mir erscheint auch der Fruchtkörper zu dick. Ich gebe aber zu, dass ich wenige Kollektionen durchmikroskopiert habe - an Buchenästen ist Exidiopsis effusa leicht makroskopisch bestimmbar. Ist aber eine gute Anregung, hier mal mehrere Aufsammlungen - z.B. heuer - zu analysieren. Selbst bei dieser vermeintlich einfachen Art ist ja die Artumschreibung bis heute nicht klar, dabei ist es der Gattungstypus.


    Um aber erstmal die Gattung abzusichern, wäre wichtig, ob die Basidien sitzen oder gestielt sind (letzteres wäre der Myxarium-Typ) und wie die Dikaryophysen aussehen bzw. ob überhaupt welche vorhanden sind.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: ich mag diese gallertigen Teile :)

    Servus Mario und Pablo,


    meine Winterpause ist vorbei (ich war lange nicht mehr hier online, weshalb ich diese interessanten Beiträge schlicht nicht gesehen habe). Jetzt bin ich aber wieder da ;-).


    Ich fange erstmal mit Marios Athelien an. Die Athelia epiphylla s.str. sieht für mich unkritisch aus. Die langen Sporen hätte ich allerdings mit gemessen, zumal sie die typische Sporenform zeigen - zylindrisch, also mit parallelen Wänden. Das zeigen nicht alle Sporen, aber gerade die längeren, gestreckten zeigen dieses Merkmal doch deutlich. Zumindest sehe ich es in dem Bild bei vier Sporen von 12, also bei einem Drittel. Ich finde diese Sporenform auffällig und typisch.

    Jülich gibt zwar Basidienlängen nur bis 18 µm an, aber wenn es dann an die 20 geht oder auch etwas drüber, stört mich das nicht. Hier bin ich eh misstrauische. Schaut man Athelien an, findet man immer wieder mal längere Basidien, wenn z.B. der Stiel etwas ausgezogen ist. Da wären eher Durchschnittswerte interessant. Bei dem Problem rund um Arhelia salicum hat man ja auch meist / oft längere Basidien als von Jülich angegeben. Dem Merkmal traue ich nicht so recht, auch wenn es Arten mit eher kurzen und Arten mit eher langen Basidien gibt. Inwiefern das aber immer sicher zum Trennen reicht, ist halt die Frage. Deshalb ist es ja so wichtig, Funde wie hier zu dokumentieren.


    Zur Athelia eins davor... da wäre ich wieder bei Athelia salicum - Fruchtkörper ausgewachsen und immer noch sehr hell cremeweiß, subasidiale Hyphen schmal, Sporen hier passend klein, nur mal wieder Basidien zu lang. Wenn man die Basidien herabgewichtet, passt es ja.


    Athelia salicum ist häufig - die Frage ist, wie dann die "echte" Athelia alnicola aussieht, wenn man sie mal hat. Ich hatte - wie schonmal geschrieben - erst einmal das, was ich als typische A. alnicola bezeichnen würde. da waren die Basidienbasen wirklich recht klobig breit. Damals hatte ich aber nicht die Zeit und Möglichkeit, das auszuanalysieren. Das war Teil eines großen Projekts, bei dem ich Fließbandbestimmung machen durfte/musste (war ja freiwillig, aber halt sehr stressig). Und ich hatte nur den Trockenbeleg.


    Jetzt zu Pablos Athelia - wenn nur so wenig Sporen vorhanden sind, ist es schwierig. Athelia nivea hat - ähnlich wie A. epiphylla s.str., auffallend zylindrische Sporen (zumindest ein großer Anteil), nur deutlich breiter als bei A. epiphylla. Das sehe ich bei deinen Sporen gar nicht. Athelia ovata wiederum hat auch ganz auffallende Sporen - da ist der Durchmesser nahe des Apiculus am größten und sie spitzen am Sporenende etwas aus. Passt auch nicht (zudem ist das Länge-Breite-Verhältnis zu klein). Ehrlich gesagt würde ich hier auch wieder Athelia salicum vermuten, nur eben sehr jung und daher noch rein weiß. Die "Cystidiolen" sind für mich junge Basidien. Manchmal wächst ein Sterigmum zuerst oder der Fruchtkörper hat Frost abbekommen...

    Die Basidienmaße wären kurz, was hier ja mal passen würde (interessant wäre, den Fruchtkörper mal reif zu sehen und dann wieder die Basidienmaße zu prüfen).


    Ich vermute daher hier bei den drei Athelien 1x Athelia epiphylla s.str. und 2x Athelia salicum. Aber logischerweise alles ohne Gewähr - Athelien nach Mikrofotos anzusprechen ist noch schwerer als direkt mit dem Mikroskop an der Hand.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan,


    danke für das Maipilzrezept! Mit Zitronensaft und Muskat - klingt gut, wobei ich fürchte, dass ich einfach den Grundgeschmack vom Maipilz nicht mag und dann auch das gute Rezept nichts daran ändert. Ich werde aber mal, wenn ich frische Maipilze finden sollte und ich dann genug Zeit und Muße habe, das Rezept ausprobieren.


    Schleimfüße - ich hatte bisher noch keine explizit probiert. Cortinarius collinitus hatte ich mal in einem Mischgericht mit zig Pilzen, kann daher über den Einzelgeschmack nichts sagen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Und hier noch einer seiner letzten Auftritte vor seinem Tod...


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    Dog Breath Variationen und Uncle Meat


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Malone,


    schade, das Video ist "nicht verfügbar" - jedenfalls bei mir im Browser...


    Ich liiiiieeeebe Zappa! Da triffst du meinen Geschmack. Ich mag von ihm sehr vieles, sowohl Joe's Garage (das ganze Album), als auch seine Orchesterwerke wie "The Yellow Shark", aber auch seine anderen Platten (z.B. Drowning Witch)...


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    Hier der G Spot Tornado von ihm selbst dirigiert und mit einer Modern Dance-Interpretation...


    Für mich geniale Kunst.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jan-Arne,


    ich bin Fan der Corticiaceae of Northern Europe in 8 Bänden. Ich ergänze das dann mit neueren Büchern, die aktueller sind (z.B. Bernicchia), aber die Qualität nicht erreichen (nur gibt es halt mehr Arten als in der CoNE enthalten sind). Dazu dann natürlich Fachartikel und Gattungsmonographien (gibt es auch zu Corticioiden zum Teil).


    Was Porlinge angeht, finde ich das zweibändige Werk (Gilbertson & Ryvarden) am besten und ergänze das dann auch mit neueren Werken wie dem aktuellen Ryvarden & Melot. Die pileaten Porlinge (Dörfelt / Ruske) habe ich noch nicht selbst gekauft und habe es noch nicht näher gesehen...


    Was ich natürlich hinsichtlich meiner Lieblinge noch vergessen habe:


    Dacrymyces s.l., Exidiopsis und weitere Gallertpilze im weitesten Sinn - finde ich sehr spannend.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Ingo,


    Lepista glaucocana ist bei mir häufig - ich habe die einmal gegessen: riecht nicht nur anders, schmeckt auch anders: absolut widerlich und völlig anders als Lepista nuda. Auch das ist ein Bestimmungsmerkmal ;-). Wie gesagt, sehe ich auch eher Lepista nuda in dem Foto.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Craterelle,


    der Geschmack ist schwer zu beschreiben - es ist auch schon länger her. Ich hatte damals ein Mischgericht mit ca. 50% Lepista glaucocana gemacht - die Zuordnung Geschmack - Pilz war klar (sowohl das gesamte Essen war verdorben als auch war der Geschmack der Einzelstücke der Lepista im Essen gruselig). Es war nicht bitter, aber ein Geschmack, bei dem's mich schüttelt. Ich weiß wirklich nicht, wie ich's beschreiben soll. Ich fands schlimmer als die Nebelkappe und die ist für mich auch widerlich. Ist sicher Geschmacksfrage. Ich habe aber nichts, womit ich's vergleichen kann. Es war auch keine Komponente im eigentlich machbaren Geschmack, sondern der Grundgeschmack an sich ist für mich gruselig. Nicht hilfreich, ich weiß ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Otto,


    der Gabeltrichterling sieht gut aus als solcher.


    Was die Lepista angeht - bist du dir sicher, dass du einen Abwurf erhalten hast? Lepista glaucocana hat ein fast schon orangelich-rötelstiftsrtiges Sporenpulver (habe ich mir heuer im Spätherbst angeschaut). Lepista nuda hat auch einen deutlichen Rötelton im Sporenpulver. Nach den ersten Frösten sporulieren die aber oft gar nicht mehr. Auch dann nicht, wenn sie mal zu trocken standen.

    Die Farben sind am Foto oft schlecht zu deuten, aber Lepista nuda ist gut möglich - ich sehe in der Hutmitte etwas weinrötlichen Ton, was Lepista glaucocana nicht hat.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Jan-Arne war schneller. Bin absolut d'accord, was die ersten 5 Bilder angeht. Lactarius ist klar, Lactarius subdulcis das wahrscheinlichste. Die letzten (mit dem stark gerieften Hut) sind mir eher unklar - wobei das Foto von unten wieder auf einen Rübling hinweist.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Harald,


    für mich passt da manches nicht zusammen. Nur anhand der Fotos ist es schwierig, aber doch vielleicht deutbar. Die reifen Bereiche sehen weniger nach durchgehendem Hymenium aus, sondern mehr nach Nestern. Die Basidienform passt nicht wirklich zu einem klassischen Porling. Ich meine sogar, auf einem Foto ein Septum der Basidie zu erkennen. Ich habe es mit roten Punkten markiert:



    Hier der gleiche Bildausschnitt ohne die Punkte:




    Dann scheint es so zu sein, als hätte das Hymenium keine Schnallen, wohl aber die generativen Hyphen des Porlings. Und falls das mit dem Septum eine Fehlinterpretation sein sollte, erinnert das Bild mit den "Sporen" an einer Basidie, die so seitlich rausschauen, mehr an die Epibasidien einer Tulasnella.


    Jetzt kenne ich keine Art mit septierten Basidien ohne Schnallen und so allantoiden Sporen... Mir scheint es aber eher so zu sein, dass der Porling einen Pilzparasiten hat. Vielleicht findest du an anderen Stellen entweder doch das Originalhymenium oder reifere Stadien des (?) Parasiten.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Baorangia emilei kenne ich aus Norditalien. Die Poren sind da wirklich feiner und vor allem ist die Röhrenschicht extrem kurz (Gattungsmerkmal). Ich denke auch an einen verhunzten Rheubarbariboletus armeniacus (wer den Gattungsnamen verbrochen hat... *grummel).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Stefan,


    du meinst den Vortrag von Martin Kirchmeier: nephrotox_amaniten_kirchmair.pdf

    Die zugehörige Fachpublikation kann man hier downloaden: (PDF) Laboratory confirmation of Amanita smithiana mushroom poisoning


    Später wurde das Toxin per HPLC wohl bestätigt: 201408221709_21104_slides.pdf


    Ich habe da nur den Vortrag, aber nicht die Fachpublikation parat.


    Insofern ist mein Stand, dass die Vermutung 2014 bestätigt wurde. Das meine ich ja damit, dass man die Fragestellung anders fassen sollte. Das war auch nicht als Vorwurf gemeint, dass es sofort und jetzt überarbeitet werden müsste ;-). Ich weiß ja nicht, wer genau welche Frage erarbeitet hatte - ich sehe ja nur, dass bei sehr vielen Fragen der Erwartungshorizont so extrem offen ist, daher vermute ich, dass das ja so gewollt war. Wenn sich das geändert haben sollte, wäre es meines Erachtens ja positiv (andere denken da vielleicht durchaus anders - man kann auch an offenen Fragestellungen Vorteile sehen, es gibt ja nicht nur schwarz und weiß).


    Jedenfalls hätte ich die Frage wie folgt beantwortet:


    Orallanin und Smithiana-Toxin, dazu noch (ungeklärt) das Toxin von Amanita solitaria proxima (edit - mal wieder ein obligatorischer Fehler beim Runbtertippen), das noch nicht bekannt ist. An Polyporsäure hätte ich nicht gedacht, da ich nur weiß, dass dann der Urin violett ist und dass es zu Erhöhungen der Leberwerte kam bzw. es nur ein Fall bekannt ist, bei dem zu vermuten ist, dass Organschädigungen möglich sind. Dass die Niere betroffen war, war mir nicht mehr bewusst. Amanita solitaria hingegen ist eine bekannte, gefährliche Giftpilzart.


    Ob ich jetzt alle Punkte bekommen hätte, weiß ich nicht (ist auch egal) ^^


    Liebe Grüße,

    Christoph

    P.P.S.:

    Hab gerade nochmal nachgesehen - Hypsizygus tessulatus beruht auf Bulliard - 1791! (als Agaricus tessulatus)

    Hypsizygus marmoreus hat Peck aus Nordamerika beschrieben (als Agaricus marmoreus) - 1872


    Insofern hat bei Synonymie H. tessulatus Priorität und H. marmoreus muss man fallen lassen. Trennt man beide, dann ist der heimische wie gesagt H. tessulatus und auch nicht H. marmoreus.

    Hypsizygus ulmarius beruht auch auf Bulliard 1791und beide auf der gleichen Seite des gleichen Werks, also zeitgleich beschrieben :-).


    Liebe Grüße,

    Christoph