Beiträge von Tricholomopsis

    August 'in der Pfanne' oder lieber doch nicht? Wiki und 123Pilze meinen essbar. Christoph verweist auf aktuelle Untersuchungen, was mach ma jetzt?

    Rechnen, 2,2 : 5 = 0,44, damit wäre der Cadmium-Grenzwert bei fünf Essern schon mal unterschritten.

    Servus Peter, servus alle,


    ich bin beim Schreiben in der Zeile verrutscht. Die 4 mg/kg sind nicht Cadmium, sondern Blei. Die Cadmiummenge für Agaricus augustus liegt zwischen 25 und 40 mg/kg - das heißt, in den 540 Gramm Pilzen sind zwischen 13 und 26 mg Cadmium enthalten.


    Das heißt: essen fünf Personen das Gericht, dann haben sie bereits die fünf- bis zehnfache Wochen(!)dosis an Cadmiumionen, die die WHO als noch unbedenklich ansieht - und das bei einer Mahlzeit.


    Das Blei kommt dazu und dann auch noch Quecksilber (da müsste ich nachschlagen - hier ist Agaricus bresadolanus Spitzenreiter, gefolgt von Agaricus bisporus). Blei und Quecksilbermenge hängen aber vom Boden ab. Das Cadmium brauchen die Champis, um Fruchtkörper zu bilden, das heißt, die reichern es gezielt an.


    Rekordhalter ist der "Anisegerling" Aharicus urinascens, in dem schon mal 391 mg Cadmium pro kg Pilz nachgewiesen wurden. Das geht dann schon in die direkt toxische Richtung.


    Was das Agaritin angeht - bei Agaricus augustus geht es hier im Mengen im Grammbereich. Dagegen sind Zuchtegerlinge harmlos.


    Ich kann's nicht mit der Gefährlichkeit des Rauchens vergleichen. Klar, man kann mal auch so einen Schwermetallsammler essen, da wird nicht sooo viel passieren (ein paar Enzyme gehen kaputt...). Man kann auch mal eine Zigarette rauchen und nimmt auch Toxine auf. Wer aber gerne diese wildgesammelten Egerlinge isst, der sollte halt wissen, dass er wirklich große Mengen an Schwermetallionen aufnimmt. Ist nicht direkt toxisch, aber ungesund.


    Sorry für die Verwechslung von Blei mit Cadmium - wer's nachlesen will: siehe hier: Zum Speisewert bzw. zur Giftigkeit von Champignons (Gattung Agaricus)


    Und um zu normalen Stammtischinhalten zurückzukommen:


    Peter, in Semriach fröhnen wir gerne wieder gemeinsam dem Tabakkonsum (ich dann eben eine Zigarre, idealerweise mit einem Whisky aus Islay) und genießen ganz bewusst was höchst ungesundes. Auch das gehört zum Leben. (nur mache ich es da bewusst - bei den Egerlingen essen viele diese, ohne zu wissen, was sie damit ihrem Körper antun) ^^


    Was Wikipedia, 123 usw. betrifft - die englische Wiki ist oft besser, bei der deutschen Pilzwikipedia steht oft ziemlicher Unsinn drin. Und wenn es um Speisepilze geht, setzen sich Warnungen nur sehr schwer durch. Es ist so, als würde man jemandem ein Spielzeug wegnehmen wollen, das geht nicht so einfach. Deshalb werden die Cadmium-Schwammerl wohl weiter als unbedenklich eingestuft (hätte ich was zu sagen, würde ich die extremen Cadmium-Anreicherer von anerkannten Speisepilzlisten runternehmen).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Erich,


    diese speziellen Cystiden sind typisch für die Gattung Conocybe (tibiiform nennt man sie). Sie können auch bei anderen Gattungen auftreten (z.B. Galerina tibiicystis hat solche am Stiel), aber hier sehe ich klar eine Conocybe. Da bin ich dann aber makroskopisch schon am Ende.


    Für mich Conocybe spec. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus skyline,


    Egerlingsbestimmung ist ein sehr schwieriges Unterfangen. Man braucht wirklich alle wichtigen Merkmale. Du hast am Stiel die Stielbasis weggeschnitten, den Stiel quasi angespitzt. Jetzt sieht man von der Basis gar nichts mehr. Die Stielbasis ist wichtig - dort sieht man Reste von der Gesamthülle. Auch kann die Form der Basis für eine Sektion wichtig sein. Und auch die Anwesenheit von Rhizomorphen ist ein wichtiges Merkmal.

    Zudem müsste man wissen, ob der Ring nach oben oder nach unten abziehbar ist.


    Erst dann, wenn man diese Merkmale hat, kann man versuchen, eine Sektion zu bestimmen (Untereinheit der Gattung), in die dieser Egerling passen könnte. Und erst dann sollte man überhaupt anfangen, nachzudenken, welche Art es sein könnte.


    Früher hatte man die Fleischverfärbung als Hauptkriterium genommen. Arten, die im Fleisch röten, gibt es aber in allen möglichen Sektionen. Ob dein Pilz ein Salzwiesenegerling ist, kann ich jedenfalls hier nicht klar erkennen. Ich kann nichtmal sagen, ob er dafür in der richtigen Sektion ist.


    Nebenbei angemerkt: meist muss man dann auch noch mikroskopieren.


    So ist die Bestimmung m.E. nur geraten. Es kann der Salzwiesenegerling sein, es kann aber auch ganz was anderes sein.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Daß sich im Klima was verändert ist ja klar, da braucht man nicht mehr drüber zu diskutieren. Daß "Spezies Mensch" ein relevanter Faktor im Muster dieser Veränderungen ist, ist ebenso keine Glaubensfrage, sondern eine Tatsache.
    Problematisch wird's dann, wenn Begriffe wie "Klimakatastrophe" ins Spiel kommen, denn das impliziert immer eine naturgemäß subjektive Dramatisierung und ist für die Diskussion nicht unbedingt förderlich. Auch wenn ich deine Ansicht ansonsten in den allermeisten Punkten teile, Magellan. "Klimawandel" ist besser, weil neutraler und sachlicher. Wenn wir die Sachlichkeit verlieren, gerät das in ein emotionales, affektgesteuertes Fahrwasser und es kommt nichts zielführendes mehr raus.

    Servus Pablo,


    diese Form der Versachlichung erinnert mich ein bisserl an Russland. Dort sagte man nicht "Umweltzerstörung", sondern "Landschaftstransformation". Die Extremform der Landschaftstransformation findet man auf manchen Flächen auf der Kola-Halbinsel, an denen man es geschafft hat, eine völlig abiotische, sprich keimfreie Landschaft zu erzeugen (ob mittlerweile wieder von Bakterien besiedelt, weiß ich nicht - ich habe einen Vortrag darüber in Russland gehört, wo Beispiele für diese extremste Form der Landschaftstransformation gezeigt wurden - ich weiß auch nicht, ob nicht doch das eine oder andere Bakterium dort überleben konnte).


    Analog kann man natürlich den Klimawandel immer sachlich neutral Klimawandel nennen. Katastrophe ist reißerisch - aber sie droht uns. Und wenn man das nicht zum Ausdruck bringt, dann klingt es mir zu harmlos, ehrlich gesagt.


    Was ist eine Katastrophe? Waldbrände in Brandenburg, Milliardenschäden in der Forstwirtschaft, mehrere Hitzejahre wie 2018 hintereinander? Vielleicht nicht hier für uns. Deutschland hat das Glück, für verschiedene Szenarien ganz gut zu liegen - nicht zu weit weg von den Meeren, Gebirge, die Mischungen zu unterschiedlicher Luftmassen verhindern usw. Aber an anderen Orten der Welt kann es zu katastrophalen Szenarien kommen.

    Ausbreitung von Wüsten, mangelndes Trinkwasser, Zusammenbruch der Landwirtschaft. Es kann auch zu einem Krieg um Wasser kommen - wenn schon jetzt über zu viel Migration gemäkelt wird, wie sieht es dann aus, wenn Landstriche für uns nicht mehr wirklich bewohnbar sind (ohne großen technischen Aufwand)?


    Es droht eben eine Katastrophe. Man kann es auch pekuniär ausdrücken - die Schäden durch Witterungsextreme nehmen zu, frag mal die Rückversicherungen...


    Das Hauptproblem: man weiß nicht, wie die Zukunft aussehen wird. Aber man kann versuchen, zu modellieren. Im Moment ist der Trend in dem Bereich, was die meisten Modelle als "Worst Case" angesetzt hatten. Genauere Messungen der Meerestemperaturen zeigen, dass es schlimmer ist, als gedacht.

    Würden wir die ominöse 2-Kelvin-Marke überschreiten, dann ist der weitere Verlauf nicht mehr sauber vorhersagbar. Deshalb warnen die Klimaforscher, hier nicht zu pokern.


    Und ja, seit dem Ende der sog. Kleinen Eiszeit steigt die Durchschnittstemperatur global linear an. Grund dafür sind Feed-Back-Schleifen. Aber seitdem wir als Menschheit große Mengen CO2 in die Atmosphäre pusten, steigt die Temperatur exponentiell an. Den Menschen als Auslöser der Verschärfung des natürlichen Klimawandels als unsicher zu bezeichnen (wie es hier in der Diskussion passierte - bezieht sich nicht auf dich, Pablo), widerspricht der Datengrundlage. Beweisbar ist natürlich nichts, aber es ist sehr plausibel, dass die Menschheit hauptverantwortlich ist.


    Zur Erklärung zeige ich mal eine natürliche Feed-Back-Schleife:


    Angenommen es wird, warum auch immer, wärmer...


    daraus folgt: mehr Wasser verdunstet, mehr Wasser ist als Wasserdampf (Gasphase) in der Atmopshäre


    Wasserdampf reflektiert einen Teil der Infrarotstrahlung. Trifft Sonnenlicht auf die Planetenoberfläche, so erwärmte sich diese. Einen Teil der Energie gibt sie als Infrarotstrahlung wieder ab. Wird ein Teil davon von der Atmosphäre reflektiert, wärmt sich die Oberfläche so lange auf, bis wieder Abstrahlung und Einstrahlung im Gleichgewicht sind - das nennt sich Treiubhauseffekt.


    Zurück zum Wasserdampf - mehr Wasserdampf in der Atmosphäre sorgt für einen stärkeren Treibhauseffekt


    die Folge: es wird noch wärmer. Dann verdunstet noch mehr Wasser, was zu einer Verstärkung des Treibhauseffelts führt (undsoweiter).


    Nächstes Problem:

    Im Wasser ist Kohlenstoffdioxid gelöst (teils als Kohlensäure). Kaltes Wasser kann mehr davon lösen als warmes.


    Je stärker der Treibhauseffekt, umso wärmer es wird, umso mehr CO2 wird aus den Ozeanen freigesetzt. Da auch CO2 ein Treibhausgas ist, verstärkt es den Treibhauseffekt.


    Die Folge: es wird noch wärmer, das heißt noch mehr Wasserdampf in der Atmosphäre und noch mehr CO2... die Folge: noch stärkerer Treibhauseffekt...


    (das geht auch andersherum - das Klima ist selten stabil, es geht immer langfristig bergauf oder bergab mit den Temperaturen, bergab bis zur Eiszeit / Kaltzeit)


    Jetzt pumpen wir in diesen bereits ablaufenden Teufelskreis immer mehr CO2 und Methan in die Atmosphäre - was ist die Folge? Der Teufelskreis wird noch verstärkt!


    Und was ist jetzt aktuell ein Problem? Der Permafrostboden taut auf und setzt in der Arktis große Mengen Methan frei (das ist nicht umkehrbar, hier haben wir ein echtes Problem) - Methan ist viel treibhauseffektiver als CO2.


    Was kann der Einzelne tun? Das ist schwierig. Würde ich ab jetzt nicht mehr mit dem Auto fahren, dann würde man den Effekt nicht bemerken. Wenn aber plötzlich 5 Milliarden Menschen mit dem Auto fahren, ja dann....

    Wenn ich eine Öllampe benutzen würde... was soll's? Wenn wir als Gesamtmenschheit mit bald 10 Milliarden Individuen Kohlenstoffdioxid, der in Millionen von Jahren fixiert wurde, in Jahrzehnten freisetzen (Erdöl verarbeiten und verbrennen), dann ist das was anderes.


    Negieren wir aber die Treibhauswirkung von CO2 und zweifeln daran, dass die Milliarden an Menschen als Gesamtheit schuld sind, dann werden wir auch gemeinsam so weiter machen wie bisher - dann wird der Klimawandel sehr spannend werden. Ich behaupte mal, dann steht uns eine Katastrophe bevor.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus nobi,


    des Zoigl nehm I gern.


    Den Agaricus augustus esse ich aber nicht mehr. In den 540 Gramm ist ca. 2,2 Milligramm Cadmium enthalten - die WHO empfiehlt, maximal 0,5 Milligramm Cadmium pro Woche (!) durch Nahrung aufzunehmen.

    Und dann wären da noch ca. 2 Gramm (!) Agaritin enthalten. Nicht Milligramm, sondern Gramm - krebserregend.


    Da trink ich lieber ein Zoigl mehr - Prost :gstrahlen:


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Nadja hat mit "Now I Am Become Death, the Destroyer of Worlds" - wie ich finde - ein Meisterwerk veröffentlicht.

    Nachdem ich es mir soeben angehört habe, bin ich ganz Deiner Meinung!

    Danke für dieses Wahnsinnswerk, Christoph!:thumbup:

    Servus nobi,


    oh, das freut mich. Nur wenige nehmen sich die Zeit, sich diese Form der Musik anzuhören bzw. sich damit auseinanderzusetzen. Und dass du dich von dem Stück hast mitreißen lassen, freut mich ganz besonders.


    Und Ulver - da sieht man, was für wunderschöne Musik dem Black Metal entwachsen kann. Das 1995er Album "Bergtatt - Et Eeventyr i 5 Capitler" war ja noch von Folk beeinflusster Black Metal. 1996 kam dann Kveldssanger raus - ein reines Neofolk-Album. Später spielten Ulver elektronische Musik bis hin zum Elektropop. Ich selber mag die beiden ersten Alben ehrlich gesagt am meisten.

    Danke für's Reinstellen - ich habe Kveldssanger lange nicht mehr angehört. Wurde Zeit, wieder in die alten Ulver einzutauchen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    ich sehe da auch Laccaria proxima s.str. Die Hutoberfläche und der Stiel sind sehr typisch. Aufpassen muss man bei Funden in Sphagnum - Laccaria longipes sieht sehr ähnlich aus hat aber einen glatteren Hut. Hier hilft zudem der Standort - ich hätte bei Karls Fund keine Bedenken, den auch makroskopisch anzusprechen. Laccaria bicolor kann auch ähnlich aussehen, solange man nicht die Stielbasis und/oder die Lamellenfarbe sieht (hier kann man die Art auch ausschließen).


    Laccaria longipes fehlt in vielen Bestimmungsschlüsseln - ich empfehle hierzu den Artikel von Andreas Bresinsky:


    Bresinsky A. (2010) – Über Laccaria longipes nebst Anmerkungen zur Checkliste der Basidiomycota von Bayern. Mycol. Bav. 12: 51-63.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Schupfnudel


    Ich dachte da tatsächlich, dass die Einteilung durch irgendwelche Verwandtschaftsverhältnisse irgendwie abgesichert wäre (eben DNA-Sequenzierung und Co.) ...

    doch, doch - eigentlich sollten Untergattungen, Sektionen (usw.) ebenfalls jeweils Monophyla sein. Insofern ist eine genetische Überprüfung der Konzepte mittlerweile Usus. Man kommt nur nicht hinterher.


    Denk an Cortinarius - die Untergattung Sericeocybe (Seidenköpfe und Dickfüße) gibt es nicht mehr in den aktuellen Publikationen. Auch Phlegmacium wurde völlig zerlegt. Schleimiger Hut entstand wohl mehrfach konvergent innerhalb der Gattung. Die Hautköpfe wiederum scheinen monophyletisch zu sein.


    Wenn Mykologen Sektionen beschrieben, dann war das früher meist nur auf morphologisch-anatmoischer Basis. Das kann dann auch geraten sein. Und klar, das Beschreiben von Sektionen diente daher auch der Sortierung von Arten nach Ähnlichkeit, wie es Oehrling in seinem Beitrag beschreibt. Die Nomenklatur will das aber eigentlich so nicht. Es ist nur, wenn man keine Ahnung von Verwandtschaftsverhältnissen hat, praktikabel. Weiß man später aber, was wie zusammengehört, werden die Sektionen auch neu definiert.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Karl,


    nein, muss man natürlich nicht ;-). Die Diplomarbeit ist nur etwas ausführlicher. So habe ich da auch den Erlengrübling untersucht und auch etwas weiter gefasst innerhalb der lamelligen Boletales rumgewurschtelt. Zum Beispiel die Gattung Tapinella eingehend untersucht. Es sind auch mehr Mikrozeichnungen drin. Für Paxillus s.str. wirst du aber wenig Erkenntnisgewinn haben, da die Publikationen das ja zusammenfassen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    So - und als Abschluss noch ein Video - diesmal Empyrium (sehr ruhige Musik, mit Akustikgitarre, Flöte usw. - deutscher Black Metal der ruhigen, melancholischen Art - auch das ist Black Metal i.w.S.).


    Ich finde diese Musik einfach nur hinreißend schön. So ruhig, so melancholisch, dann aber so kraftvoll (z.B. der Gesang) - und sehr melodiös.


    Aus dem Album "Songs of Moors and Misty Fields" das Stück "The Enesemble of Silence"


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    Ich wünsche gute Entspannung beim Hören :)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Ralph,


    puh, wo soll ich da anfangen... :gkopfkratz:;)


    Ich versuche es mal... Black Metal ist zunächst mal eine Musikrichtung, keine politische Bewegung. In der Anfangszeit definierte sich das Genre neben der besonderen Art, die Instrumente einzusetzen (flirrend-kalte Tremoloriffs beispielsweise und dazu ein keifender, krächzender Gesang) dadurch, dass die Protagonisten durch satanistische Texte das Establishment provozieren wollten (und es taten). Rock'n'Roll hat auch in den 50er Jahren provoziert. In den 80/90er Jahren ging das nur noch bedingt - die antichristliche Schiene war da eine Möglichkeit.

    Die Musikrichtung hat sich aber immens weiter entwickelt. Da das Satans-Gedöns von den meisten eh nicht ernst genommen wurde, haben sich viele der damaligen Bands thematisch mittlerweile anders ausgerichtet. Viele haben sich beispielsweise zu naturmystischen Themen hinreißen lassen, andere wiederum erheben einen teils recht hohen intellektuellen Anspruch hinsichtlich ihrer Texte, wiederum andere blieben bei dem etwas vorpubertären Satan-Gedöns. Und wieder andere haben genau das so übertrieben, dass sie (gewollt) eine Parodie desselben sind. Carpathian Forest ist ein Beispiel einer Band, die so sehr provoziert hat, dass man meinen könnte, dass sie es ernst meinen würden - schaut man genau hin, erkennt man, dass sie dem ganzen Provozieren des Provozieren wegens den Spiegel vorhalten.


    Es gibt auch Weiterentwicklungen in Richtung Post Black Metal wie z.B. Solstafir, die ich hier auch mal vorgestellt habe, die jetzt ganz ruhige Musik machen. Oder Bands wie Mayhem, die in der Avantgarde-Kunst-Ecke gelandet sind und sich der "klassischen" Moderne des Endes des 20. Jahrhunderts annähern (Aufbrechen der Takte, atonale Anleihen usw.).


    Dark Throne wiederum - als letzes Beispiel - haben sich wieder dem Punk genähert und spielen mehr Rotzrock-Punk - ihrer Texte drehen sich beispielsweise darum, wie sie zu Fuß durch Skandinavien hiken.


    Die extreme musikalische Bandbreite finde ich unglaublich und ich empfinde Black Metal als romantische, oftmals naturverbundene Musik. Nebenbei angemerkt: ich mag auch Edvard Griegs Musik... Wagner ist mir zu pompös - aber auch Wagner-Fans sind nicht per se rechts. Nein, sie sind Fans dieser Musik. Aber die Themen, die Wagner vertont, gefallen den Rechten meist gut. Ist deshalb aber die Musik oder sind die Fans der Musik rechts?


    Leider gibt es Personen, die eine Musikrichtung ausnutzen. Black Metal ist/war revoluzzerhaft - und es war eine Musikrichtung eher junger Menschen. Und sie gilt als "hart" (finde ich nicht mal, aber da habe ich wohl andere Maßstäbe). Da war ja fast klar, dass auch rechte Spacken dieses Genre für sich entdecken.


    Es gibt auch Liedermacher, die wie Reinhard Mey klingen, aber für die NPD Propaganda singen. Genauso gibt es rechte Punkmusik, Rechtsrock usw. Deshalb sind nicht Punker, Rockmusikfans oder Freunde deutschen Liedguts alle Nazis.


    Zu den Skandinavischen Fans... da gibt es linke, rechte, gesunde, kranke usw. Es gibt nicht "den skandinavischen Black Metal Fan", der sich mit rechten Spacken verbrüdert.


    Was aber stimmt: es gibt Skandinavier, die man als rechtsradikal bezeichnen kann. Das gibt es auch in Griechenland, Russland, Deutschland, Österreich, der Schweiz usw.


    Was auch stimmt: für uns Deutsche erscheinen insbesondere Norweger oft sehr patriotisch und zeigen oft Nationalstolz (das machen US-Amerikaner auch, nicht alle, aber viele haben eine Flagge daheim usw.). Deshalb kann man schnell den Eindruck erwecken, das seien "Nazis".


    Ich selber bin politisch absolut nicht rechts - und ich war es auch nie. Sobald ich aber zu erkennen gabe, dass ich Black Metal höre (und liebe), werde ich die Sache mit den Rechten immer wieder mal gefragt. Und immer wieder distanziere ich mich davon. Vermutlich gab es irgendwo mal irgendwann eine Doku über NSBM (NS-Black Metal). Wenn ich aber sage, dass ich Deep Purple liebe, dann fragt keiner, ob Rockmusik nicht rechts sei. Dabei gibt es sehr viele Rechstrock-Kapellen.


    Ich empfinde Musik an sich als unpolitisch. Nur weil Gitarren verzerrt sind und die Stimme krächzt, hat das keinen politischen Inhalt. Sind aber die Texte politisch, dann sieht es anders aus. Dann ist die Musik selber zwar auch nur Musik, aber die Textinhalte sind weitaus mehr. Und ja, auch da habe ich durchaus extreme Inhalte zu Ohr bekommen - aber aus der linken Ecke, da ich früher auch politisch motivierten Linkspunk gehört habe (als Jugendlicher und junger Erwachsener). Und da auch nicht, weil ich politisch linksradikal bin oder war, sondern weil es wahnsinnig provokant war, Lieder von Slime laut und öffentlich zu hören (linke, Hamburger Punkband - noch bzw. wieder aktiv). Will sagen, dass nichtmal jeder, der radikale Texte hört, selber radikal sein muss. Ich will aber keine rechten Spacken verteidigen, die sich ne Rechtsrockplatte auflegen und sagen, sie fänden die Musik so toll, deshalb hören sie das. Da vermute ich eher in der linken Ecke, dass manche radikale Texte hören, die sie politisch nicht eins zu eins so meinen. Das ist aber ein anderes Thema.


    Langer Rede kurzer Sinn:

    Ich selber stehe politisch gemäßigt links (so gutmenschenartig mit Sozialstaat, Solidargemeinschaft und sozialer Marktwirtschaft), verabscheue alles Totalitäre, höre aber liebend gerne Black Metal - weil Black Metal einfach nur eine Kunstform ist wie es viele andere Kunstformen gibt.


    Und so geht es sicherlich auch vielen skandinavischen Fans.


    Und wer Black Metal hört oder spielt, aber sich als Nazi sieht, der sollte mal darüber nachdenken, was die "echten Nazis" mit Menschen gemacht hätten, die so eine "entartete, unvölkische Musik" gehört hätten. Da war ja sogar Jazz verpönt. Nein, nichts ist unlogischer als das.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Claudia,


    denk dir nichts dabei - deshalb meide ich ja beispielsweise auch die großen Gattungen - bei Cortinarius, Entoloma, Russula (usw.) sehe ich auch kein Land. Wenn, dann stürze ich mich innerhalb der großen Gattungen nur auf bestimmte, leicht erkennbare Untergruppen.


    So werde ich mir, wenn ich wirklich dazu kommen sollte, mal die Speitäublinge näher betrachten. Für Einsteiger lohnen sich auch die Schwärztäublinge...


    Und nicht von ungefähr beschäftige ich mich lieber mit so übersichtlichen Gattungen wie Tricholomopsis, Flammulina, Protostropharia... da kann ich dann auch weltweit einen Überblick über die Arten behalten und kann mich ein bisserl austoben.


    Und selbst Agaricus ist nicht sooo groß als Gattung. Angefangen habe ich mit Agaricus Ende der 80er Jahre und hatte dann zwischendurch aufgegeben. Seit den aktuellen Überarbeitungen (z.B. Parra 2008) geht da wieder was.


    Was makroskopisch lohnenswert ist, wären z.B. die Milchlinge.


    Ganz ohne Mikroskopie geht es aber wohl nie. Nur gibt es dafür ja die Möglichkeiten, sich zu vernetzen. Wenn du etwas makroskopisch sehr gut eingrenzen kannst, dann ist es doch gar kein Problem, wenn z.B. ich in den Fund nachträglich mal reinmikroskopiere (oder jemand anderes). Und irgendwann fängst du dann vielleicht doch mal an. Es eilt aber alles nicht. Und ich beispielsweise bin ja froh, wenn ich Material von anderen bekomme, das ich selber nicht finden würde. Ist sozusagen eine Win-Win-Situation :-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Und gleich noch ein Stück hinterher (ich hoffe, ich habe es nicht schonmal hier vorgestellt...).


    Nadja hat mit "Now I Am Become Death, the Destroyer of Worlds" - wie ich finde - ein Meisterwerk veröffentlicht. Es ist die Vertonung der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Es ist die Vertonung der Zerstörungskraft des Menschen, der die Starke Kernkraft nutzt, um daraus Waffen zu bauen. Die Musik ist ein Soundscape der Zerstörung und auch der Hoffnung, dass wir aus der Zerstörung lernen. Das Genre ist eine Mischung aus Ambient, Noise und Soundscapes - es bauen sich Dissonanzen auf, hinterlegt von dumpfen Grollen, es gibt Steigerungen, dann wieder Ruhe, leise Töne, um erneut im Chaos der Zerstörung zu versinken. Dazwischen immer wieder harmonische Passagen, dann wieder eine Steigerung in Verzerrung und Geräusch, dann wieder Totenstille und Tonfetzen von Hoffnungslosigkeit ob der Zerstörung. Man meint, Oppenheimers Aussagen über seine Mitwirkung an der Atombombe heraushören zu können...


    Das Stück ist eine dreiundzwanzigminütige Darstellung unseres Irrsinns. Ich mag das gesamte Album "radiance of shadows", aber das Stück finde ich einfach genial. Für mich einfach nur Kunst. Kann man aber nicht nebenbei hören. Wer sich drauf einlassen will: bitte Lautsprecher etwas aufdrehen, um sich von der Dynamik einfangen zu lassen.


    Ach ja, Nadja ist Projekt des Kanadier Aiden Baker, der ein musikalisches Allroundgenie ist.


    Und los geht's:


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    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich war 26. Mai in München im Backstage und habe das erste Mal Shining (schwedischer Black Metal) live erlebt. Mit Boris Zurinski war ein zweiter Pilz-Maniac mit dabei (Boris ist Shining-Fan und kam dafür zu mir - worauf wir dann gemeinsam in die Pilze gingen und so z.B. die Protostropharia dorsipora fanden... Musik verbindet).


    Ich habe zwar selber eine Live-Aufnahme zweier Songs gemacht, weiß aber nicht, ob man das hier einstellen kann (die Datei ist auch sehr groß). Deshalb belasse ich es mit einem youtube-Zitat - die Stimmung ist in einem kleinen Club natürlich viel intensiver als bei einem Open Air, aber die Musik kommt hier gut rüber. Das Konzert in München war absolut genial - der Sänger ist aber dermaßen kaputt - unfassbar. Seine Gesangstechnik ist aber der Hammer. Und Genialität und Wahnsinn liegen eh oft sehr nah beinand. Wer Shining kennt, weiß vermutlich, was ich hier meine. Unabhänig vom Zustand des Sängers war das Konzert ein Erlebnis und das möchte ich wenig mit diesem Video mit euch teilen (ist auch für "Normalhörer" tauglich, also keine Angst vor einer Krachwand).


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    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Schupfnudel,


    ich kann mir das sogar sehr gut vorstellen. Jetzt verfügen wir zwar nicht über allzu große finanzielle Möglichkeiten, aber die BMG könnte sich so ein Gerät leisten. Ich muss nur vorher recherchieren, wie groß die Betriebskosten sind (man braucht ja die Primer usw.). Die Idee habe ich aber noch gar nicht innerhalb des Präsidiums besprochen - zumal es verfrüht wäre, bevor ich nicht ein paar weitere Fakten hätte.

    Dann könnte ich mir vorstellen, bei der Firma anzufragen, ob sie Leihgeräte für einen Kurs zur Verfügung stellt (also kostenfrei - ist ja Werbung - der Sektor "Amateure" ist ja auch für die Firma interessant) - und ob ich einen Molekularbiologen als Kursleiter gewinnen könnte.


    Alles noch unausgegoren und nur eine Idee von mir, die ich mir in letzter Zeit durch den Kopf habe gehen lassen.


    Für die DGfM wäre das vielleicht auch interessant, zumal die finanziell sehr gut situiert ist und sich auch mehrere Geräte leisten könnte. Ob es da aber zu einer Zusammenarbeit kommen könnte, kann ich nicht beurteilen. Was meine Erfahrungen angeht eher nicht bzw. wohl auf keinen Fall. Daher werde ich erstmal völlig autark recherchieren, ob ich was auf die Beine stellen kann. Jeder Verein ist ja (zum Glück) autark und kann hier aktiv werden :gcool:


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus S.,


    ah, o.k., ich hatte immer 60 Sporen vermessen und dabei regelmäßig die "Gegend" auf dem Objektträger gewechselt. Ich würde vermuten, dass zu dem Ausreißer noch ein paar weitere dazukämen.


    Ich hänge einfach mal meine Diplomarbeit an - dann kann jeder, der sich für diese Kremplinge interessiert, darin nachlesen. Sieist aber eben nicht mehr up to date, da ja mittlerweile die Erlenkremplinge zerlegt wurden (Paxillus rubicundulus s.str. ist nur von der Typusaufsammlung bekannt) und mit Paxillus cuprinus ein weiterer beschrieben wurde...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Sollte sich Deine Warnung vor der Verkostung unbekannter Pilze auf mich beziehen, Christoph...

    Servus Claudia,


    nein, hatte ich nicht - ich hatte nicht mal an dieses Posting von dir gedfacht, als ich das schrieb. Ich meinte das nur ganz allgemein, da die verheerenden Vergiftungen mit Paralepistopsis amoenolens (in Frankreich) Sammler von Paralepista betrafen.


    Und auch ganz allgemein - da man vorher nicht wusste, dass "Clitocybe" amoenolens (als solcher wurde er erstbeschrieben) überhaupt giftig ist.


    Daher dachte ich, das hier sei (auch) ein geeigneter Ort, um ein bisserl zu warnen. ==Gnolm19==Gnolm13


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Steigerwaldpilzchen,


    erstmal herzlich willkommen hier. g:-)


    Das, was du da zeigst, ist für mich völlig typisch für Paxillus validus. Die ganze Kollektion... Was nicht passt sind die zu kurzen Sporen. Wie viele Sporen hast du denn ausgemessen? Die Länge sollte schon bis 10 µm gehen...


    Sonst passt irgendwie alles - auch die sehr dichten Lamellen mit diesem Gelbton (schwer zu beschreiben, ich finde, Paxillus validus hat eine eigene Gelbkomponente in den Lamellen - geht in Richtung Zitronengelb).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jörg,


    so ein minibisserl kann die Huthaut auch im Leccinum-scabrum-Formenkreis überstehen. Da finde ich das an dem Rätselbild deutlicher (nur eben aus einer anderen Perspektive fotografiert).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    nur kurz zur Braunen Rotkappe - Leccinum durisuculum ist nicht die einzoge braunhütige Rotkappe bei uns. Leccinum piceinum kann fast Steinpilzfarbe haben - oft ist es ein dunkles Rotbraun, aber das Rot kann auch nur homöopathisch enthalten sein.


    Weitere braunhütige "Rotkappen": Leccinum callitrichum, Leccinum nigellum und Leccinum fuscoalbum (wenn man die Arten anerkennt)...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Wastl,


    wie gesagt, das Foto sieht aus wie ein Wiesenegerling, nur bin ich bei Bildbestimmungen von Egerlingen sehr vorsichtig. Die Erscheinungszeit wundert mich auch nicht - der Wiesenegerling ist ein typischer Sommerpilz - und die Hitze nach dem kühlen Mai kann als Sommer fehlinterpretiert werden. Also die Pilze meine ich natürlich, die fehlinterpretieren und dann früher wachsen.


    Daher:

    Sieht aus wie Agaricus campestris ==Gnolm23, riecht vielleicht auch so ==Gnolm23, wächst auf Wiesen und ist daher vielleicht Agaricus campestris *hihi ==Gnolm17==Gnolm13


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Wastl,


    der Stiel ist leider ein bisserl überbelichtet und gerade am Ring verdeckt ein Kleeblatt die Details... Ich sehe so nichts, was einem Wiesenegerlig im engen Sinne widersprechen würde, was nicht bedeutet, dass er einer ist. Der giftige Agaricus pseudopratensis muss auch nicht gilben und kann sehr ähnlich aussehen (gibt es auch rein weiß), riecht aber nach Karbol. Und dann gibt es unter den Wiesenegerlingen mehrere Arten. Der oberhalb des Rings glatte Stiel und der nicht schuppige Hut schließen aber schonmal Agaricus moellerianus aus.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Paralepistopsis amoenolens (so heißt der Duftende Trichterlig mittlerweile) sieht eher Paralepista gilva ähnlich, nur ohne die Wasserflecken. Ich hatte den Pilz aber noch nicht in der Hand.


    Paralepistopsis amoenolens wurde vor ein paar Jahren bereits in Österreich gefunden (im Wienerwald - Hausknecht!),


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass er in Deutschland schon vorhanden ist - er muss nur erst von einem Mykologen gefunden werden. Er muss sehr aufdringlich riechen, süßlich, wie der Birnenrisspilz?!


    Nebenbei: es ist mittlerweile einmal eine Therapie gelungen. Die Therapie bedeutet aber ein halbes Jahr in der Klinik zu sein und rund um die Uhr mit Nikotinsäure (Niacin) - wenn ich mir das richtig gemerkt habe - in hohen Dosen vollgepumpt zu werden. Der Wirkstoff ist offenbar ein Antidot zur Acromelsäure. Da es aber erst eine entsprechende Behandlung gabm weiß ich nicht, ob das immer klappt.


    Sollte es nicht klappen, dann wäre es fatal. Die Schmerzen sind der maximal mögliche Hitzeschmerz (man vrebrennt scheinbar bei lebendigem Leib); Opioide wie Morphium schalten den Schmerz nicht aus. Da die Schmerzen bis zu ein halbes Jahr andauern, gibt es Todesfälle wegen Kreislaufkollaps. Suizidversuche kann ich mir bei der Vergiftung auch vorstellen.


    Das nur als kleine Warnung hinsichtlich kulinarischer Kostversuche an hinischtlich des Speisewerts unbekannter Arten (allgemein gesagt, nicht auf Paralepista gilva). Und als große Warnung für alle, die sich in der Gattung Paralepsita kulinarisch versuchen wollen - erwischt man eine Paralepistopsis, dann hoffe ich, dass das Niacin wirkt und man das halbe Jahr Auszeit in der Klinik gut übersteht.


    Liebe Grüße,

    Christoph