Beiträge von boccaccio

    Hallo Matthias,


    aus der Nectria cinnabarina kann man doch jetzt eine schöne Abituraufgabe zum Thema Hypothesen-Tests draus machen :D


    Bei Nummer 2 habe ich heute Abend zum einen noch Schnallen gefunden, zum anderen fanden sich Gloeozystiden, die mindestens 150 µm lang sind. Damit lande ich dann letztenendes bei P. incarnata.


    Bei Nummer 3 sind die Sporen (4.1+-0.3) µm x (2.2+-0.1) µm, was zusammen mit der etwas körnigen Oberfläche wieder zu S. brinkmannii führt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe heute noch mal in Nr. 4 reingeschaut. Dabei fielen zunächst einmal Zystiden auf, die 200 µm lang werden können. Schnallen sind auch vorhanden. Die Sporengröße ist (9.2+-0.5) µm x (4.6+-0.4) µm. Hat irgendwie schon Ähnlichkeit mit der Peniophora incarnata aus dem Hespertal von gestern, nur daß es hier deutlich weniger inkrustierte Zystiden gibt und diese inkrustierten Dinger hier auch aus dem Hymenium herausragen.



    Björn

    Hallo Matthias,


    ich finde Blattflechten ja deutlich einfacher. Da kommt man in den meinsten Fällen ganz ohne Mikroskopie (dafür dann mit ein wenig Chemie) zur Art, was für Grobmotoriker wie mich besser ist. Aber du schaffst es ja, immer wieder tolle Bilder von Krusten zu machen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal herzlichen Dank an Jan-Arne dafür, daß er sich der Schleimpilze angenommen und ihnen einen Namen verpaßt hat (und für die Benutzung des Präteritums :D).


    Nr. 5 war gestern Abend auch noch mal unterm Mikroskop. Zunächst einmal scheint er tatsächlich runde Sporen zu haben:


    Dann gab es etwas Melzer:

    Und Baumwollblau


    Irgendwie scheinen die zahlreichen Sporen aber nicht identisch mit den Basidiosporen des ersten Bildes zu sein. Das würde dafür sprechen, daß man hier neben den Basidiosporen noch zahlreiche Chlamydosporen hat und es sich bei dem Pilz um Granulobasidum/Hypochnicium vellereum handelt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern ging es - mal wieder bei strömendem Regen - mit dem APR auf Exkursion ins Hespertal im Essener Süden. Dort hat es u.a. ein sehr interessantes, kleines Waldstück mit sehr viel Totholz. Aufgrund der feuchten Witterung habe ich diesmal leider fast gar keine Fotos vor Ort aufgenommen. Aber ein paar der gefundenen Pilze möchte ich hier trotzdem vorstellen.


    1. Sarcoscypha austriaca


    2. Eine Peniophora, die ich momentan mit einer Sporengröße von (9.3+-0.7) µm x (4.2+-0.4) µm und der rötlichen Farbe für P. incarnata halten würde. Ich will heute Abend aber noch mal schauen, ob ich auch wirklich Schnallen finden kann.


    3. Das hier dürfte wohl wieder mal eine Sistotrema sein. Da werde ich heute Abend auch noch mal mein Schlüsselglück versuchen.

    Hespertal-0009.jpg


    4. Radulomyces confluens


    5. Nectria cinnabarina s. str. Die Ascosporen waren alle einfach septiert (Alle Ascosporen? Nein, eine einzige Ascospore war tatsächlich zweifach septiert, aber bei mehr also 100 betrachteten Sporen reicht das nicht für N. nigrescens) und die NFF waren gestielt.


    6. Ein fieser Pilz... der lag gestern Abend auch schon kurz unterm Mikroskop, aber in erster Linie war da nur Schmock statt Pilz zu sehen...


    7. Tulasnella violea


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte vor einer Woche auf der Gruga-Exkursion Ziegenlosung eingesteckt und bebrütet. Neben Schimmel tauchen da jetzt Pilobolusse auf. Sporengröße ist (6.0+-0.2) µm x (3.8+-0.3) µm. Damit lande ich bei Pilobolus roridus. Liege ich damit korrekt?



    Björn

    Hallo zusammen,


    bei Nr. 4 habe ich jetzt auch noch mal mit KOH hantiert, da zeigte sich dann in der Tat Schwarzfärbung und anschließendes Entfärben. Dann nennen wir den Kollegen mal C. gallica.


    Bei Nr. 9 habe ich auch noch mal reingeschaut. Zystiden konnte ich keine entdecken. Ob monomitisch oder nicht - hmmmm da tue ich mich nach wie vor sehr schwer mit. Wie mir generell die Porlinge irgendwie nicht so zu liegen scheinen, die sind fies in der mikroskopischen Handhabung. Würde ich also fürs erste auch mal zur Seite legen mit dem Hinweis "Für Pablo" ;)


    Björn

    Hallo Pablo,


    ich hatte noch mal in die Sistotrema reingeschaut, aber leider war da praktisch gar nichts an Sporen zu finden. Da wird es dann wohl einfach mal bei Sistotrema sp. bleiben müssen. Wobei ich ja weiß, wo die im Wald wohnt. Vielleicht ist sie die Tage ja schon vermehrungsfreudiger (oder von den Schnecken weggefressen).


    Björn

    Hallo zusammen,


    heute war ich mal in Bottrop im Köllnischen Wald. Eigentlich wollte ich dort ja den Blauen Rindenpilz finden, den Björn dort gefunden hat, aber leider hat sich der Pilz heute unsichtbar gemacht. Andere Pilze gab es aber sehr wohl zu bestaunen:


    1. Daldinia sp. wohl auf Esche. Leider kann ich hier mit KOH keine farbigen Pigmente extrahieren.


    2. Ebenfalls auf Esche

    Eine Spore

    Basidie

    Überblick: Zystiden scheint es nicht zu geben

    Schnallen vorhanden

    Basidien 4-sporig


    3. Ein Schleimpilz


    4. Ozonium von Coprinellus domesticus


    5. Ein weiterer Rindenpilz an Laubholz

    Sporen scheinen dickwandig zu sein

    Schnallen vorhanden

    Hyphenenden oder Zystiden?

    Basidien extrem lang

    Zystidenartige Elemente


    6. Auricularia auricula-judae


    7. Stereum sanguinolentum an Kiefer


    8. Schizophyllum commune


    9. Bjerkandera adusta an Fagus sylvatica


    10. Meruliopsis corium


    11. Noch ein Schleimer


    12. Phlebia radiata


    13. Datronia mollis?


    14. Daedalopsis tricolor? Substrat dürfte Esche oder Erle gewesen sein, evtl. aber auch Eiche. EDIT: Natürlich Daedalopsis confragosa.


    15. Vuilleminia an Hasel. Falls das eine Dingen keine Zystide ist, dürfte es wohl V. comedens sein

    Zystide oder Basidiole?


    16. Acrospermum compressum an Urtica dioica


    Björn

    Hallo Matthias,


    das ist definitiv Lecanora muralis - oder jetzt wohl Protoparmeliopsis muralis. Zu den Sporen kann ich leider nichts sagen, da ich die noch nie unterm Mikroskop hatte. Rusavkia elegans sollte auch passen. Die Blattflechte auf dem zweiten Bild hätte ich als Phaeophyscia angesprochen. Da ist zur genaueren Bestimmung dann aber auch die Unterseite gefragt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe mal bei Pilze-Deutschlands nach den verschiedenen Lamprodermas geschaut. Sehr häufig scheinen die ja fast alle nicht zu sein. Und offenbar haben sie eine starke Vorliebe für den Harz ;)


    Die Unterscheidung zwischen C. niveum und C. minus haben wir rein übers Substrat gemacht. Im Artikel von Butin (1973) wird das zumindest auch so erwähnt. Außerdem paßt da ins Bild, daß die Fensterläden bei unserem Fund schon sehr groß waren (wurden aber nicht explizit vermessen).


    Was die Lachnellula angeht, hatte ich mich beim Aufschreiben einfach vertan. Die ist als Ascomycet selbstverständlich in Lugol gebadet worden. Das werde ich dann gleich mal oben korrigieren.


    Ansonsten habe ich weiter mikroskopiert. Zunächst einmal gab es da noch einen dünnen weißen Belag auf unbestimmtem Laubholz, den ich als Lyomyces sambuci einordnen würde. Sporengröße (6.4+-0.5) µm x (4.5+-0.4) µm


    Dann ist da ja noch die Nr. 4. Auffällig waren kristallbesetzte Zystiden, mit denen P. subochracea dann wohl raus ist?


    Und noch zwei Bilder nach Zugabe von KOH. Da hat sich der Pilz etwas gelockert und es traten sehr breite Hyphen zu Tage.



    Außerdem hatte ich noch einen vermeintlichen Rindensprenger auf Hasel mitgenommen. Ein Makrofoto habe ich davon nicht, weil ich im Gelände davon ausgegangen war, daß es halt ein Rindensprenger ist und das Stück, was ich jetzt zu Hause habe, nicht gerade fotogen ist (Bei Bedarf kann da aber bei einer der nächsten Exkursionen sicher ein besseres Foto vor Ort gemacht werden). Neben großen Sporen und massiven, geweihartigen Basidien fielen besonders rundliche Zystiden (?) auf, die ich bei keinem der Rindensprenger in FE12 finden kann.



    Björn

    Hallo Pablo,


    auf dem Foto waren die Fruchtkörper nicht pink, aber da war das ganze auch ordentlich durchgeweicht. Jetzt, wo er zu Hause gut durchgetrocknet ist, hat man wieder den typischen T. violea-Farbton. Was die Sporenform angeht, habe ich dann wahrscheinlich eher die elliptischen Sporen wahrgenommen und die anderen ausgeblendet, weil ich gedacht habe, daß ich da einfach nur von der falschen Seite draufschaue.


    Meine Mailadresse hab ich dir gerade geschickt.


    Und ich habe gestern auch noch mal in Nr. 13 reingeschaut und reife Basidien gefunden. Interessanterweise sieht es so aus, als wären die Basidien in jung erstmal nur klein und kugelig. Dann bildet sich oben ein länglicher Auswuchs und schlußendlich gibt es dann die Sterigmen da oben drauf. Und zwar in der Tat mehr als 4. Ob 6 oder 8 vermag ich aber nicht mit Sicherheit zu sagen.




    Björn

    Hallo zusammen,


    für den letzten Sonntag war eigentlich eine Exkursion mit dem MAB in die Grube 7, einen ehemaligen Kalksteinbruch bei Wuppertal angesagt. Leider mußte die Exkursion dann wegen der Witterungsverhältnisse abgesagt werden, so daß ich stattdessen mit zur nächsten Gruga-Exkursion gehen konnte. Dort erfuhren wir dann nicht nur die Lösung des aktuellen WDR-Musikrätsel (Lerchenquartett von Joseph Haydn) sondern fanden auch zahlreiche Pilze.


    1. Crucibulum laeve


    2. Resupinatus trichotis


    3. Cyclaneusma niveum an Schwarzkiefer


    4. An Laubholz, eventuell Korkenzieherhasel. Bis jetzt gab es nur einen schnellen Blick durchs Mikro, der eine Basidie zeigte, aber ich schaue noch mal genauer rein.


    5. Ein Rindensprenger, der noch unters Mikro kommt.


    6. Ein weiterer Fall fürs Mikroskop


    7. Hier muß ich heute Abend noch mal genauer schauen



    8. Myxarium nucleatum


    9. Vermutlich eine Athelia, die sich hier satt futtert. Aber die Sklerotien hier reichen wohl nicht zu einer sicheren Bestimmung.


    10. Das Highlight des Tages:



    11. Mycena pseudocorticola


    12. Marchandiomces aurantiacus



    13. Physcia aipolia


    14. Porostereum spadiceum


    15. An gleicher Stelle wie vor 2 Wochen Lachnellula occidentalis. Nur irritiert diesmal die fehlende Reaktion mit Lugol. Liegt vielleicht daran, daß hier nur sehr junge Fruchtkörper vorhanden waren. Ich hoffe mal, daß die jetzt noch nachreifen.



    16. Eine Nectria auf einem alten Pyrenomyceten

    IMG_0965.JPG


    17. Puccinia mirabilissima (II, III) auf Mahonia sp.



    Björn

    Hallo zusammen,


    was als Bilderbuch auch sehr hübsch ist, ist "Lichens of North America". Ist ein dicker Schinken und auch nicht ganz billig (wobei ich damals das Glück hatte, daß NHBS da offenbar einen Fehler in ihrem System hatten und das Buch für einen Appel und ein Ei verschleudert haben - haben sie dann aber auch nach meiner Bestellung sofort korrigiert), aber beeindruckt mit den Fotos.

    "The Lichens of Great Britain and Ireland" gibt es auch Frankreich übrigens auch für 86 € inklusive Versand. Für solche Bücher bietet sich die Seite gettextbooks.com als Preisvergleich immer an.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auch am jetzigen Wochenende ging es Samstags auf eine kleine Runde in den Stadtwald. Den Vormittag über regnete/schneeregnete es, aber gegen Mittag trocknete es dann etwas ab, so daß man es im Wald halbwegs aushalten konnte. Den Pilzen scheint es im Wald auch gefallen zu haben:


    1. Stereum rugosum auf Alnus




    2. Meruliopsis corium


    3. Vermutlich auf Fagus. Hier würde ich in Richtung Peniophora zielen, muß da heute Abend aber noch mal in Ruhe schauen.



    4. Ein Porling auf dem gleichen Ast wie Nr. 3. Irgendwie liegen mir Porling deutlich schlechter als Rindenpilze... die lassen sich irgendwie deutlich schlechter zubereiten. Entsprechend habe ich hier auch nur ein kleines, nicht weiter zerrupfbares Stücken unters Mikroskop bekommen, wo am Rande ein paar braune Hyphen rausragten.


    5. Schizophyllum commune


    6. Auf der Unterseite eines dicken Stücks Eiche. Außer Hyphen gab es hier im Mikroskop leider nichts zu sehen. Ist das also einfach nur ein Mycel, was später mal ein richtiger Pilz werden will?



    7. Auf dem gleichen Stück Eiche gab es auch das hier. Mit den Schnallen, 6-sporigen Basidien und einer Sporengröße von (4.7+-0.4) µm x (2.1+-0.1) µm würde ich wieder mal zu Sistotrema brinkmannii tendieren.



    8. Radulomyces confluens auf Fagus


    9. Porling auf Buche.

    Mit Melzer. Im Mikroskop war der Blaustich der Sporen schon noch ein bißchen stärker ausgeprägt. Aber reicht das, um die Sporen amyloid zu nennen oder ist das nur ein Brechungseffekt?



    10. Phlebia radiata


    11. Sarcomyxa serotina


    Björn

    Hallo zusammen,


    am vorletzten Wochenende war ich nicht nur wie bereits berichtet am Samstag im Duisburger Stadtwald, sondern habe auch am Sonntag noch eine kleiner Tour dort gedreht. Auch da gab es wieder Pilze, die ich hier vorstellen möchte.


    1. Bulgaria inquinans auf Fagus



    2. Tulasnella violea auf Betula


    Stadtwald Duisburg-0035.jpg



    3. Botryobasidium vagum auf Betula. Das entwickelt sich echt zu meinem Lieblingspilz. Einfach zu präparieren und unterm Mikroskop mit Kongorot sehr hübsch anzuschauen.



    4. Daedalopsis confragosa


    5. Ein Fall für Viagra


    6. Lachnum virgineum, mit freundlicher Unterstützung von Ingo bei FB bestimmt.

    Stadtwald Duisburg-0030.jpg


    Björn

    L. dispersa ist aber wohl auf anthropogenen Substraten sehr häufig und zeichnet sich durch einen sehr spärlich ausgebildeten Thallus aus. Das würde hier ja sehr gut passen. Hier noch die entsprechende Beschreibung aus "The Lichens of Great Britain and Ireland"



    Björn