Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    gestern war ich zum ersten Mal im sagenumwobenen Volksgarten in Mönchengladbach, der auf den Seiten der Pilzkartierung ja immer als wahrer Hotspot ins Auge fällt - dem unermüdlichen Einsatz von Hans Bender sei Dank. Das Gebiet gestaltet sich sehr interessant mit Eschen, Erlen, Buchen, Eichen, Ahörnern und natürlich jeder Menge Pilzen. Hier im ersten Teil kommen jetzt erstmal die Ascomyceten zum Zuge:


    1. Los geht es mit gelben Becherchen, die ich für Bisporella citrina halten würde. Zumindest waren an einigen wenigen Asci Haken erkennbar und mit Lugol gab es auch zumindest bei einigen Asci eine bläuliche Reaktion der Spitze.


    2. Offenbar nichts Pilzliches, aber was ist es dann? Wuchs an Blättern und teilweise auch an dünnen Ästen von Weide


    3. Calycellina alniella auf Erlenzapfen


    4. Eine Nectria auf Sambucus nigra


    5. Phaeobotryosphaeria visci


    6. Hier hatten wir erst an kleine Keulchen gedacht. Aber im Mikro sah das ganze dann eher seltsam aus. Was Anamorphes?


    7. Phleogena faginea... aber auf Kirsche


    8. Dasyscyphella nivea


    9. Wieder etwas Anamorphes


    10. Ein Hypoxylon, dem ich noch keine Sporen entlocken konnte. Also entweder H. ticinense oder H. subticinense


    11. Hier dachte ich erst an einen Rindenpilz. Aber das war wohl nichts. Auch so ein Hypoxylon wie oben?


    12. Ascocoryne cylichnium. Sporengröße (25.6+-1.5) µm x (6.3+-0.3) µm


    13. Hypoxylon petriniae an Fraxinus excelsior

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    14. Da ist mir leider der Beleg verloren gegangen. Bleibt also unbestimmt.


    15. Die Makrobilder sind leider alle verwackelt, aber die KOH-Reaktion liefert Proliferodiscus pulveraceus


    Björn

    Hallo zusammen,


    wie ich gerade festgestellt habe, haben die Schweizer sämtliche bisher erschienenen Bände aus der Reihe Beiträge zur "Kryptogamenflora der Schweiz" bzw. "Cryptogamica Helvetica" digitalisiert und kostenlos online zur Verfügung gestellt.


    Die verschiedenen Bände können hier hier und hier heruntergeladen werden. Von besonderem Interesse für die Phytofreunde sind da sicherlich Band 12 mit E. Gäumanns Rostpilz-Monographie sowie die Bände 16 und 20 mit Beiträgen zu Brandpilzen und echten Mehltaupilzen.


    Björn

    Hallo Chris,


    die Nr. 6 hatte ich nicht mit nach Hause genommen - das Eichenholz als Substrat war einfach zu hart ;) Bei Proliferodiscus pulveraceus scheint die Scheibe der Apothecien aber deutlich heller zu sein als bei meinem Fund.


    Björn

    Hallo Pablo,


    ich habe gerade noch mal in die Nummer 8 reingeschaut. Im ersten Anlauf habe ich die Halozystiden irgendwie nicht gefunden. Im zweiten Präparat (die beiden letzten Bilder) waren sie dann aber doch zu sehen, auch wenn sie fotografisch nicht so gut abzulichten waren. Und mit KOH waren sie dann auch schnell wieder weg.

    Den Phellinus habe nach einem kurzen Versuch der Setae-Suche ganz schnell bei Seite gelegt. Irgendwie werde ich mit diesen harten Porlingen nicht warm...


    IMG_2003.JPG


    Björn

    Hallo zusammen,


    nachdem ich am Samstag ja mit dem Wetter eher kein Glück hatte, ging es am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und für Mitte Dezember durchaus angenehmen Temperaturen in die Ohligser Heide, wo wieder einige interessante Pilzfunde warteten.


    1. Während ich den Ast mit Crepidotus mollis fürs Foto zurechtlegte, kam ein älteres Ehepaar vorbei und fragte mich, ob die Pilze eßbar sein. Als ich verneinte, kam nur ein "Ok" zurück und sie waren ruckzuck verschwunden.


    2. Hier hatte ich zunächst an Mollisia amenticola gedacht, aber dafür sind die Sporenn mit (12.5+-1.1) µm x (2.9+-0.3) µm deutlich zu groß.

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    3. Auriscalpium vulgare

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    4. Cyclaneusma minus auf Pinus sylvestris


    5. Eine Sistotrema, leider ohne eine einzige Sporen und auch ohne Zystiden, also wohl nicht näher zu bestimmen.


    6. Eriopezia caesia


    7. Hier lande ich bei Hyphodontia alutaria, die Pablo ja kürzlich in meinem Beitrag vom Samstag schon erwähnt hat.

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    8. Ein unbekannter Pilz auf Kiefer. Basidien 4-sporig und mit Basalschnalle, Schnallen und Zystiden vorhanden.


    8. Polydesmia pruinosa


    9. Gloephyllum sp. an Nadelholz. Sporen gab es im Abwurf ja, aber der Versuch den Rest zu mikroskopieren war nicht so erfolgreich. Da gab es nur diverse Hyphen zu sehen, Basidien oder Zystiden waren Fehlanzeige.


    10. Serpula himantioides


    11. Antrodia xantha


    12. Das sieht mir nach einer Athelia aus. Basidien 4-sporig ohne Basalschnalle, keine Zystiden vorhanden. Schnallen waren an einigen Hyphen (besonders den dickeren) deutlich erkennbar, fehlten an anderer Stelle aber auch komplett, so daß es teilweise eher wie zwei verschiedene Pilze wirkte.


    13. Ein Phellinus s.l. auf Salix sp. Leider ohne Sporen, so daß ich da nicht weiter reingeschaut habe.


    14. Xylaria hypoxylon

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    Björn

    Hallo zusammen,


    der Hinweis von Karl hat mal wieder ins Schwarze getroffen. Mir war im Wald zwar schon eine leichte rosa-Färbung der Lamellen aufgefallen (und wir hatten C. houghtonii ja erst vor kurzem mal in der Gruga), aber irgendwie hat mein Gehirn da nicht geschaltet. Jetzt fällt es mir dann aber wie Schuppen von den Augen.


    Der Hinweis auf die verschiedenen Hyphodontias hat sich richtig ausgezahlt. Gestern hatte ich dann nämlich wieder eine einsteckt, diesmal mit den erwähnten Lagenozystiden. Da war es dann mit der Bestimmung einfach. Der neue Beitrag kommt dann gleich online.


    Was die Phlebia angeht, hatte ich vor langer Zeit auch mal einen ähnlichen Fruchtkörper wie hier als P. rufa fehlbestimmt. Damals hatte Pablo mich dann aber auf die beliebte Verwechslung hingewiesen. Seitdem bin ich da vorgewarnt.


    Björn

    Hallo Chris,


    Acht sieht so aus wie zweimal vier ;) Auf meinen Fotos ist dann halt das übliche Problem mit der Schärfentiefe. Man kann das mit den 8 Sterigmen aber erahnen. Auf dem letzten Bild sieht man ja Basidien, bei denen man 4 Sterigmen erkennt, das ist dann quasi nur die vordere Hälfte und dahinter geht es noch mal genau so weiter.


    Björn

    Hallo zusammen,


    nachdem das Wetter für Samstag eher durchwachsen angesagt war, mit Regen und Sturm, ging es für mich nur auf eine kleine Tour durch ein Waldstück in Duisburg-Wedau, in dem ich bis jetzt noch nie unterwegs war. Da das Wetter sich dann sehr schnell sehr ungemütlich zeigte, habe ich nicht allzuviele Pilze abgelichtet. Aber ein paar Funde gab es dann doch:


    1. Ein Rindenpilz auf Laubholz. Da habe ich mal wieder gar keine Ahnung. Auffällig waren die ovalen Gebilde, die sich überall im Pilz fanden. Aber ob das jetzt dazugehört (Konidien?) oder etwas ganz anderes ist, vermag ich nicht sagen. Ansonsten hatte der Pilz Schnallen und Zystiden, die teilweise leicht kopfig waren und scheinbar von außen einige wenige Kristalle trugen. Sporengröße (4.6+-0.3) µm x (2.9+-0.3) µm.


    2. Irgendein Schneckling? Gefunden im Laubwald mit im Wesentlichen Buche und Eiche. Sporengröße (7.2+-0.6) µm x (4.0+-0.4) µm, Q=1.8+-0.2


    3. Weißer Glibber :D Leider war da kein Kern drin, von daher bin ich unschlüssig, ob das eine der weißen Exidias ist oder etwas aus dem Myxarium nucleatum agg., wo es ja auch Arten ohne Kerne gibt. Sporengröße (13.7+-0.8) µm x (5.0+-0.4) µm, Q=2.7+-0.2


    4. Phlebia tremellosa


    5. Phlebia radiata. Sporengröße (4,8+-0.6) µm x (1.9+-0.2) µm


    6. Sarcomyxa serotina


    7. Marchandiomyces aurantiacus


    8. Arcyria sp. Das Capillitium ließ sich sehr leicht vom Becher lösen. Sporengröße war (8.2+-0.4) µm. Wenn ich schlüssele, lande ich tendentiell irgendwo bei A. major oder A. affinis.


    9. Hier lande ich mit den 8-sporigen, urnenförmigen Basidien erstmal bei Sistotrema. Wenn ich dann noch die Zystiden berücksichtige, die durchsichtig waren, lande ich bei Sistotrema coroniferum. Sporengröße (4.7+-0.3) µm x (2.0+-0.2) µm.


    10. Eine Mollisia, juchu! Leider ist die Webseite von Andreas Gminder offline, so daß ich erstmal keinen Schlüssel parat hatte. Karl hatte zum Glück noch einen auf seiner Festplatte und wenn ich damit arbeite, lande ich be Mollisia lividofusca. Sporengröße (9.5+-1.5) µm x (2.8+-0.2) µm.


    11. Xylaria longipes


    Björn

    Hallo Felli,


    bei Acrospermum compressum bin ich mir schon recht sicher. Die wuchsen an alten Brennnesselstängeln, so wie es sich gehört und hatten auch lange, fadenförmige Sporen (davon hatte ich aber keine Bilder gemacht, weil die immer ungünstig zur Bildebene lagen).


    Björn

    Hallo Frank,


    ich benutze 3%-ige KOH zum Mikroskopieren. Ich habe gestern Abend dann auch noch mal in meinen Fund reingeschaut und meine jetzt zumindest ansatzweise Inkrustierungen an einigen Hyphen erkenenn zu können.



    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal wieder einen herzlichen Dank an Euch beide für Euer Feedback. Dieses Sklerotium wäre dann ja mal eine interessante Ausgangslage um zu versuchen einen Schleimpilz daheim zu züchten.


    Bei der Tomentella habe ich jetzt noch mal reingeschaut. Zunächst nochmal einige Bilder in KOH. Da fallen in der Tat keine inkrustierten, dickwandigen Hyphen auf. Aufgeblasene Zellen im Subhymenium wie sie bei T. sublilacina auftreten sollen, waren aber auch nur ganz vereinzelt zu finden. Außerdem fiel auf, daß es einige wenige Basidien gab, deren Inhalt braun gefärbt war. Hat das eine Aussagekraft?



    Dann hatte ich noch mal ein neues Präparat erstellt, diesmal in Wasser. Und da fanden sich dann lange Hyphen ohne Schnallen, die auffallend genoppt waren. Gehören die auch zum Pilz oder ist der da einfach von irgendetwas anderem befallen?



    Björn

    Hallo Dirk,


    bei Pestalotiopsis war ich dann gestern Abend bei meiner Recherche auch irgendwann gelandet. P. adusta kommt zwar auf Prunus-Arten vor, hat aber leider zu kleine Konidien. Bei meinem Fund sind die bis 26 µm lang, bei P. adusta gehen sie nur bis 20 µm. Ich bin im Netz auch auf einen Artikel gestoßen, wo eine P. sydowiana auf Prunus laurocerasus erwähnt wird (mit Verweis auf Ellis&Ellis, wo die Art aber nicht auf P. laurocerasus angegeben wird und auf ein Buch von Dennis, das ich aber nicht habe). Dazu läßt sich aber sonst wenig bis gar nichts Belastbares finden. Muß es wohl bei Pestalotiopsis sp. bleiben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich vormittags mal wieder eine Runde im Duisburger Stadtwald unterwegs und habe Ausschau nach Pilzen gehalten. Dabei sind mir u.a. die folgenden Funde vor die Linse gesprungen.


    1. Hier bin ich komplett ratlos und bin mir nicht mal sicher, ob das Pilz, Schleimpilz oder etwas ganz anderes ist. Gefunden habe ich das Ganze unter einem Buchenast, der circa 10 cm Durchmesser hatte.


    2. Phlebia radiata


    3. Eins der weißen Haarbecherchen auf Eiche. Sporengröße (8.9+-1.3) µm x (2.2+-0.3) µm


    4. Stereum gausapatum


    5. Radulomyces molaris

    Stadtwald Duisburg-0020.jpg


    6. Mal wieder eine Tomentella. Sporengröße (7.2+-0.6) µm x (5.7+-0.5) µm, Q=1.25+-0.1, wobei die Sporenlängen von 6.2 bis 8.4 µm und die Sporenbreiten von 4.9 bis 6.5 µm reichen. Hyphenbreite im Bereich 4.8 bis 6.4 µm. Beim Schlüsseln macht dann Schritt 9 Probleme, wo ich mich entscheiden muß, ob die Sporen größer oder kleiner als 7 µm sind. Je nach dem welchen Weg ich gehe, lande ich dann bei T. neobourdotii (Sporen kleiner als 7 µm) oder aber ich komme bei T. sublilacina aus (Sporen größer als 7 µm, Sporenstacheln bis 1.5 µm). Tomentella Was meinst du zu meinem Fund?


    7. Bulbillomyces farinosus


    8. Merismodes confusa aufgrund der schmalen Sporen.


    9. Resupinatus applicatus


    10. Exidia nigricans


    11. Tremella mesenterica


    12. Daedaleopsis confragosa


    13. Hemipholiota populnea


    14. Acrospermum compressum


    15. Datronia mollis


    16. Chromocyphella muscicola


    17. Daedalea quercina


    18. Stereum rugosum


    19. Kann ich den als Trichia botrytis ablegen? Sporengröße (11.2+-0.7) µm


    20. Trichia varia


    21. Jackrogersella multiformis


    Björn

    Hallo Pablo,


    dann muß ich ja glatt noch ein Makrofoto zur Nr. 9 nachreichen:


    Und wenn ich schon mal dabei bin, gibt es auch noch ein paar zusätzliche Fotos von der Pithya, jetzt mal im Warmen und Trockenen abgelichtet.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Sonntag ging es mit dem APR zur letzten Exkursion des Jahres auf die Halde Hoppenbruch und den angrenzenden Waldfriedhof. Dabei kamen am Ende im dauerhaften Regen immerhin gute 100 Arten für die Fundliste zusammen, von denen ich hier einige vorstellen möchte:


    1. Geoglossum cookeanum


    2. Cuphophyllus virgineus


    3. Pithya cupressina


    4. Helvella crispa


    5. Nochmal Geoglossum cookeanum von einer anderen Stelle


    6. Neotiella rutilans


    7. Eine unbekannte Anamorphe auf Kirschlorbeer. Hübsche Sporen hat sie ja...


    8. Vuilleminia comedens auf Quercus robur


    9. Cyclaneusma niveum auf Schwarzkiefer, Sporen bis 105 µm lang


    Björn

    Hallo Ulla,


    die Arcyria hat sich dankenswerterweise entschieden bei mir zu Hause noch etwas nachzureifen. Das Capillitium scheint nur sehr lose mit dem Becher verbunden zu sein. Sporen liegen zwischen 6.9 und 8.2 µm, das Capillitium ist 3.0-3.9 µm dick und meiner Meinung nach skulpturiert. Von der Form her würde ich es schon eher für langzylindrisch als kurzzylindrisch halten, was mich dann zu A. major führen würde. Dafür wirkt das ganze für mich dann aber doch wieder zu kurz. Außerdem steht bei "Les Myxomycètes" (die irgendwie ganz anders schlüsseln, teilweise im Widerspruch zu "Die Myxomyceten"), daß das Capillitium von A. major sich im Mikroskopiermedium entfärben würde. Das hat es bei mir (in Leitungswasser) aber nicht getan.



    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe jetzt noch mal ganz gezielt die Hyphenbreiten gemessen. Die meisten sind tatsächlicher eher schmal, es finden sich aber hin und wieder dann doch auch breitere Stellen, wo es bis auf 7.5 µm hochgeht.


    Björn