Beiträge von Felli

    Servus,

    nach dem ich Ascobolus elegans erst vor Kurzem fand, nahm ich mir noch einmal frischen Gänsedung mit in die Feuchtekammer.

    Nach 2 Wochen war außer diversen Schimmeln im weitesten Sinn fast nichts mehr vom Dung zu sehen, so dicht waren die Schimmelfäden.

    Jetzt nach 5 Wochen sieht die Sache besser aus.

    Es sind schöne und ungewöhnliche Pilze gewachsen.

    Nr. 1

    Wieder Ascobolus elegans -eigentlich wollte ich die Kurzsporigkeit vom letzten Fund überprüfen - stattdessen gab es eine hyalinsporige Version von A. elegans.

    Bei ca. 30 Fruchtkörper fand ich keine violetten Sporen.

    Und reif sind sie inzwischen sicher.

    Fruchtkörper x 200

    reife Asci

    x400


    Nr. 2

    Hier denke ich an Dorathomyces microsporus






    Nr. 3

    Winzige schwarzbraune Kügelchen an der trockenen Dungoberfläche

    0,2-0,5mm


    Das Excipulum aus Textura angularis mit violetten Tönen

    Die Asci rundlich -sackförmig -8-sporig

    Sporen erst hyalin dann gelb-bräunlich mit kleinen Guttulen und 1 Keimporus

    Interessant fand ich das epidermoide Excipulum bei ganz jungen Cleistothecien

    - es sei denn es würde eine andere Gattung werden ?


    Nr 4

    hat mich anfangs genarrt, ich dachte Sclerotien vor mir zu haben, als ich eine kleine weißbesponne Kugel unterm Mikro hatte. Jetzt, 1 Woche später, sind die weißen Kugeln nachgedunkelt und nun hellbräunlich, und reif.

    Jung : Kugeln - 1mm weiß-flaumig umhüllt

    Roumegueriella rufula

    Reifer Fruchtkörper


    Excipulum

    Unreife Asci + Sporen x1000

    Reife Sporen x400

    H²O

    IKI




    Und hier denke ich, daß das evtl. die Nebenfruchtform der Roumegueriella rufula ist

    Nr 5











    So, das war´s erstmal vom Gänsedung

    Gibt es Meinungen dazu?


    Grüße

    Felli

    Servus Matevž,

    Ich hab mit diesen 8-zelligen fast keine Erfahrung.

    In der Beschreibung von S. corynespora bei Ahmed & Caine werden die Sporenzellen als "cells not separable" beschrieben, zusammen mit den nicht so breiten Sporen würde ich eher zu S. octomera tendieren.

    Diese soll auch leicht trennbare Segmente besitzen - was man schön in deinem Asci-Überblicksbild ( nr.2) gut erkennen kann.

    Leider sind die Sporen etwas zu kurz, vielleicht eine Entwicklungsstörung ? - wer weiß


    Grüße

    Felli

    Servus Corne, Stefan, Uwe

    Mei oh Mei, da hab ich aber was losgetreten.

    Gerade bei den Sklerotienbecherchen muß man echt aufpassen.

    Zum Beispiel gibt es auch noch was an Lerchensporn, und an Hahnenfuß. Auch die haben zweikernige Sporen. Ob das aber das Selbe ist wie das an Scharbockskraut - das weiß ich leider auch nicht,- vermute aber das es eigene Arten sind.

    Und Uwe, wenn an der Stelle wirklich nur Ficaria wuchs war es vielleicht eine Ausnahme oder doch etwas Anderes. Das müßte man dann öfter überprüfen,- hast du Gelegenheit dazu?

    Ich glaube mal was gelesen zu haben, dass auch an Küchenschelle der Anemonenbecherling gefunden wurde.?

    Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass man einzelne Anemonen ( die ja durch den Befall auch noch etwas verkümmert sind) oftmals nicht sieht - was dann eben zur Verwirrung führt.


    Maronisto

    Die Bilder am Anfang sind sicher keine Anemonenbecherlinge. Und ja, die welligen, gekerbten Apothecienränder in Verbindung mit dem Resthabitus können einen Hinweis zu Gattung geben.

    Fotos in Richtung .caerulea.

    Was meinst du damit ?

    Einer von den blaumilchenden Becherlingen ist es sicherlich nicht.


    Grüße

    Felli

    Servus,

    Allerdings ist der Anemonen-Becherling wesentlich häufiger an Scharbockskraut zu finden.

    ???

    Corne, Ich denke das war ein Versehen/ Verschreiber,

    der Anemonen Becherling Dumontinia tuberosa, wächst bei

    Anemonen ( Anemone nemorosa / ranuncoloides ) während der

    Sclerotiorum binucleata ( Scharbockskraut-Sklerotienbecherling) eben bei Scharbockskraut Ficaria verna wächst.

    Was aber natürlich nicht ausschließt, dass beide Arten auch durcheinander wachsen können, wenn beide Pflanzen vorhanden sind.

    Grüße

    Felli

    Servus Martin,

    Danke fürs drüberschauen

    Da alle drei Flechten auf Holunder gemacht

    Stimmt doch nicht, die Nr. 2 war auf Lonicera ! ;)

    Hast du auch die Reaktion in KOH geprüft?

    KOH war bei allen Dreien negativ

    auch für das 3. unreife Beispiel) - könnte das womöglich alles die gleiche Art sein?

    Dass die ersten beiden sehr ähnlich sind stimmt. Quersepten waren in den Sporen vereinzelt zu erkennen.

    Aber der Aufbau des Excipulums in Beispiel 3 ist ein völlig anderer. Da bin ich mir eigentlich sicher, dass es etwas anderes ist.

    Aber leider halt ohne Gewissheit was es sein könnte


    Grüße

    Felli

    Servus,

    wollte euch ja noch kurz den Rest meiner Kleinpilzreihe zeigen,

    Diese sind allerdings nicht so außergewöhnlich auf den richtigen Substraten.

    Hier z.B. an Tanne

    Brechen die oberen Äste der Tannen durch Sturm oder Schneebruch ab oder werden sie gefällt - was ja gaaanz selten vorkommt :( , sollte man sich Diese doch anschauen. Häufig entdeckt man dann

    Nr.1

    Aleurodiscus amorphus

    mit fransigem Randbereich, breitovalen stachligen und Melzers positiven Sporen

    ASporen + IKI


    Nr. 2

    auch nicht selten befindet sich der Tannenbüschelbecherling auf dem selben Ast.


    Nr.: 3

    Etwas seltener ist da schon Lachnellula robusta

    Sporen + Paraphysen


    Nr. 4

    Noch seltener sind diese Sklerotienbecherlinge in den Tannenblütenresten

    Elliottinia kerneri


    Nr. 5

    An Hasel gabs dann den üblichen Haselbecherling

    Encoelia furfuracea


    Nr. 6

    War etwas schwieriger zu erkennen. Wuchs an Lonicera Und stellte sich als

    Melomastia mastoidea raus




    Nr. 7

    eigentlich nicht zu übersehen


    Dann noch 2 Porlinge im weiteren Sinn


    Nr. 8

    an einem Laubholzast

    Zimtfarbener Weichporling



    Und

    Nr. 9

    Den ich nur fotografierte und mit dem ich mich nicht beschäftigt hab.

    Später dachte ich mir- da das Substrat die Schnittläche einer Fichte war -

    dass es sich evtl. um cf. Postia fragilis Antrodia serialis - Danke Werner           handeln könnte


    Das kleine rechts daneben ist ein Schleimpilz ;)


    Bin immer dankbar für Vorschläge und Verbesserungen


    Grüße

    Felli

    Servus,

    Über die kalte Zeit hatte ich mir kleine Ästchen mit ein paar Flechten mitgenommen.

    Auf ein gutes Ergebnis bin ich allerdings in alle 3 Fällen nicht gekommen.

    Da die Flechten auch nicht richtig reif waren fehlen einige Informationen um eine sichere Bestimmung zuzulassen.

    Nr. 1

    Apothecien mit Randwulst, rotbraun, 0,1- 0,5mm, scheibenförmig

    KOH -

    Substrat Hollunder




    Auf Grund der Sporenform komme ich hier in Richtung Bacidia

    Genau so wie bei Nr. 2

    Nr.2

    Apothecien scheibenförmig, jung und/oder trocken mit wulstigem Rand, feucht kissenförmig,

    dunkel rusig schwarzbraun, Scheibe um 0,5 mm



    IKI+ rotbraun, apikal blau - rotbraun


    Interessant ist hier auch die Sporenentwicklung.

    Sie beginnt mit leicht ovalen Formen, geht dann in lang gestielte tennisschlägerartige Formen über

    und endet dann mit Sporen in Belemniten-Form.

    Beim durchfokusieren der Asci konnte man dies deutlich erkennen aber leider nicht gut fotografieren.

    Im Bild mit IKI kann man eine unreife Spore im Ascus sehen


    Auch hier lande ich irgendwie bei Bacidia.

    Hab mich bis B. arceutina durchgeschlüsselt, überzeugt bin ich aber nicht.


    Nr.3

    War ebenfalls auf Hollunder zusammen mit der Nr. 1


    Stark gelantinös




    Da diese Flechte total unreif war gibt es außer der vielen Gelatine keine Mikromerkmale

    ;(



    Vielleicht fällt einem von Euch was zu den Dreien ein.?


    Grüße

    Felli

    Servus Marco,

    hast du die Sporen mal mit Melzers getestet?

    Auf dem letzten Bild sieht man rundliche. möglicher Weise stachlige Gebilde - könnten das nicht die Basidiosporen sein ?

    Möglicher Weise ist es ja einen alte Aleurodiscus???

    Nur so eine Idee

    Grüße

    Felli

    Servus

    Dieses Jahr hatte ich sie ebenfalls an Fichte. Mikroskopieren sollte man sie aber schon, da es ja auch noch die Arten bzw. Variationen B. multiseptata und B.macrospora var. latispora / tetraspora gibt.

    Grüße

    Felli

    Servus Rainer,

    auf jeden Fall Biscognauxia.

    Ob aber B. marginata das passt ?

    Wenn du hier schaust

    Dichotomous key to European Biscogniauxia

    B1- Ostioles opening at the same level as the stromatal surface, discoid

    B2

    B1- Ostioles opening higher than the stromatal surface, coarsely papillate

    B4


    B2- Ascospores subglobose, dark brown, 13-16.5 x 9.5-13.5 µm, with sigmoid germ slit; mostly on Rosaceae

    B. marginata

    B2- Ascospores ellipsoid, brown, with straight germ slit

    B3


    B3- Ascospores 13-17 x 5.5-6.5 µm, with germ slit on one side; specific for Rhamnus catharticus

    B. simplicior

    B3- Ascospores 9-14 x 4.5-6 µm, with germ slit on both sides; mostly on Sorbus

    B. repanda



    Ist das Substrat wichtig, bei B marginata sollte es eine Rosacea sein.

    Ansonsten dann auch noch die Sporen.

    Grüße

    Felli

    Servus,

    auf Lonicera xylosteum fand ich kleine schwarze Pünktchen die sich als Überreste

    von Melomastia mastoidea rausstellten ( Meiner Meinung nach).




    Jetzt wird der Pilz einmal bei den Dothideomycetes gelistet, aber teils auch bei den Sordariomycetes geführt.

    Schliesst das Eine das Andere nicht aus?

    Leider habe ich keinen intakten Ascus finden können :( .

    Grüße

    Felli

    Servus Karl

    Danke für die Bestätigung und die Erklärung.

    Ich hab zu wenig Erfahrung mit diesen Pilzchen .


    Grüße

    Felli

    Servus,

    nach längerer Zeit warf ich mal wieder einen Blick in die angelegten Dungkulturen.

    Überraschender Weise wuchsen größere Pilze mit Hut und Stiel, allerdings nicht direkt auf dem Dung.

    Hut ca 3,5 mm,

    Stiel 50 x 1,5- 2 mm

    Hutrand bereift, Stiel deutlich rillig, breite Lamellen

    Sporenpulver schwarzviolett

    Sporen in 3% KOH: olive-braun

    HDS

    HDS+ Kongorot

    Cheilozystiden


    Caulozystiden hab ich nicht gefunden.

    Schnallen sind vorhanden.

    Basidien : 4-sporig


    Mein Vorschlag wäre Psilocybe cf. coprophila

    Aber passen da die Cheilo´s ?


    Grüße

    Felli

    Servus Mario,

    Ob das wirklich ein Haar ist kann ich leider so nicht beurteilen.

    Auf deinem Quetschbild


    könnten diese Lufteinschlüsse ein Zeichen für Haare sein.

    Aber jedesmal wenn ich versucht habe von einem Apo einen Querschnitt zuerhalten, war von dem bischen Zellgewebe was das Exp. bildet nur noch Matsch da.

    Wichtig sind die Randbereiche beim Schnitt.

    Wenn der komplette Querschnitt nicht klappt, dann nur ein winziges Stückchen vom Randbereich trennen - und das dann erst leicht quetschen und schauen was man sieht ( x 1000 Öl), wenn man nichts erkennen kann dann stärker quetschen.

    Evtl auch ein wenig mit Kongorot einfärben. Das macht die Kontraste deutlicher und färbt zudem noch die Haarspitzen rot bei einigen Arten.


    Im 10 siehst du bei Hyaloscypha keine Haare.


    Paraphysen:


    In Wasser, weil sie vital sein müssen?

    Oder irgendwelche Vakuolen?

    Ja genau, auf die Inhalte kommt es an - wie bei den Sporen auch


    Grüße

    Felli

    Servus Rainer,

    Ich denke bei diesem Fund hat es makroskopisch keinen Sinn bzw. hat man keine Möglichkeit die beiden Arten sicher zu trennen.

    Vielleicht kennt sich ja jemand besser damit aus- mal sehn

    Grüße

    Felli

    Servus Johann,

    Ich kenn mich mit den Flechten nicht aus - das mal vorn weg.


    In dem abgebildetetn Schlüssel Gibts doch bei Nr 2 Adspersum : Asci clavat - also keulig

    Auf deinen Bilder seh ich aber mehr zylindrische Asci - kann aber auch täuschen


    Bei der Nr. 4 - salicinum steht Thallus endosubstratal - wenn ich das richtig deute passt das auch nicht zu deinem Fund, hier seh ich den Thallus auf dem Substrat ( episubstratal).


    bleibt noch die Frage der Ornamentation. Wenn diese im Italic units diese Streifen haben kann würd ich sagen du hast deine Flechte richtig bestimmt.


    Vielleicht ist mein Komentar aber auch alles Quatsch.


    Grüße

    Felli

    Servus Rainer,

    Meine Einschätzung geht richtung Neodasyscypha cerina dem wachgelben Haarbecherchen.

    Also ich hab nichts dagegen den so zu nennen :)

    aber wenn du hier das: wach(s)gelben - noch einfügst hört, es sich besser an.


    Grüße

    Felli

    Servus Mario,

    Pyrenopeziza hätte im Normalfall ein dunkles Excipulum. Hast du das bei deinem Fund gesehen? Du kannst auch um die IKI-Reaktion zu testen nochmal versuchen zuerst KOH und dann Lugol zuzu führen. manchmal führt das zum Erfolg.

    Wenn nicht , dann ist es halt negativ.

    Es wäre außerdem hilfreich wenn du es schaffst einen Fruchtkörperquerschnitt, und auch die Paraphyseninhalte in Wasser abzulichten.


    Möglicher Weise könntest du bei Hyaloscypha fündig werden.


    Grüße

    Felli

    Servus Tonio,

    Danke für deine Info.

    P. lonicerae hielt ich in Verbindung mit dem Wirt einfach für plausibel.

    Für ein Sequenzierung hab viel zu wenig Material

    Grüße

    Felli

    Servus,

    nach dem es ja schon länger trocken ist, dachte ich mir, dass in und unter der Laubstreu von Hasel und Weide doch noch etwas wachsen könnte.

    Und was soll ich sagen..... Jaaa

    Ein gar nicht so häufiger Kätzchenbecherling auf Weidenkätzchen fiel mir zuerst auf.

    Nr 1

    Ciboria caucus

    ein relativ stämmiger Vertreter

    Sporen

    Nr. 2

    dagegen erscheint Ciboria amentacea auf Haselkätzchen etwas fragiler.

    Ciboria amentacea, hier in seiner weiße Form zusammen mit C.c


    Angestachelt durch diese beiden suchte ich ntürlich weiter

    Und siehe da

    auch auf den weiblichen Salweidenblütenkätzchen gab es kleine gestielt Becherchen zu bewundern

    Nr. 3

    Cyathicula amenti

    sehr auffällig mit den vielen Fruchtkörpern


    IKI- Reaktion


    Es standen auch einige Pappel in der näheren Umgebung, und so blib es nicht aus,

    dass auch der hier entdeckt wurde

    Nr.4

    Calycina gemmarum der Pappelknospen Becherling

    Achtet man auf das Substrat, kann man ihn makroskopisch schon bestimmen


    Nun gibt es ja noch mehr Bäume die ihr Laub und geäst auf den Boden schmeißen :)
    Und unter Hainbuche fand ich nun endlich e i n Becherchen das ich lange gesucht habe

    Das reichte aber aus um die Art zu erkennen

    Nr. 5

    Rutstroemia bolaris








    Neben bei gabs unter Eiche auf den kleinen Zweigen eine Capitotricha cf. aff. bicolor.

    Um diese richtig zu bestimmen braucht wie so oft die Unterstützung eines Genlabors.

    Ich habe inzwischen Funde auf Eiche, Buche ,Weißdorn und Hasel.




    Und was es noch auf Tanne gab kommt vielleicht später


    Grüße

    Felli