Beiträge von Cortinarius

    Hallo Benjamin,

    zu den beiden Neuen kann ich folgendes sagen

    Den Schleimigen mit blauem Stielvelum kanst du mit C.stillatitius, Honigschleimfuss vergleichen.
    Um sicher zu sein an der Stielbasis drücken und riechen , da sollte sich ein recht starker süslicher Geruch ergeben

    Ohne Geruch gibt es den sehr ähnlichen C.collinitus ( Blaustiel Schleimfuss) .
    Der runzlige Hut deutet aber eher auf C.stillatitius
    Der zweite neue sieht wie C.crassus, Trockener Schleimkopf aus.
    Das müsste man aber mikroskopisch absichern.


    Das was du als C.anomalus bestimmt hast gehört sicher in die Gruppe der Anomali
    allerdings gibt es da diverse, schwer unterscheidbare Arten.
    Ich kann mir gut vorstellen, das du mind. 2 verschiedene Arten aus dieser Gruppe zeigst

    Wie schon meine Vorredner geschrieben haben braucht es da zusätzlich gute Detailbilder der noch nicht berührten Stieloberfläche, so dass das Velum genau zu sehen ist.

    Gruss

    Uwe

    Hallo Benjamin

    Zum Cortinarius ist schon alles gesagt, das Biotop spricht für C.calisteus s.l.

    Deine zweite Koralle kannst du mal mit Ramaria testaceoflava vergleichen

    Eine recht seltene Art, die aber makroskopisch ganz gut ansprechbar ist und ins Habitat passt

    Deine Funde machen ja etwas Hoffnung für die restliche Pilzsaison. Wo bist du denn ca. zu Hause ?

    ab Mitte September und Anfang Oktober bin ich auch vermehrt in den Alpen unterwegs.

    Gruß

    Uwe

    Hallo Raphael

    spannende Sachen findest du da in der Höhe.
    Dein Phlegmacium kannst du mal mit C.durus var. chamaesalicis P.D.Orton (Bon) Brandrud vergleichen
    Der ist in der Funga Nordica drin und wird als alpine Art unter Kriechweiden angegeben.

    Du machst ja sicher einen Beleg von diesen speziellen Arten.
    Soll C.compactus auch eine alpine Art sein ?

    Gruss

    Uwe

    Hallo Raphael,

    hast du die Cortinarien mal geschmacklich probiert -> Huthaut ?
    Deine Vorschläge gehören ja in die Gruppe der sehr bitteren Schleimfüsse.
    Wenn das gegeben ist, würde ich die Grösse nicht als kritisches Abgrenzungsmerkmal sehen.

    Weisliche , bittere Schleimfüsse gibt es ja ein paar.
    Für C.decumbens sind die kleinen Sporen typisch

    Ich kenne diese Arten nicht, hab jetzt nur in meinem Literaturverzeichnis gesucht.

    Gruss

    Uwe

    Hi Raphael,

    Schön, den hatte ich nach dem Lesen des Artikels auch im Verdacht

    Hast du einen Beleg davon ?

    Falls die JEC mal die Anomali bearbeitet, wäre das ein Sequenzierungskandidat

    Gruß

    Uwe

    Gefunden

    JEC Journal 2012

    Alpine Cortinarien aus der Sektion Anomali aus den Schweizer Alpen

    Beatrice Senn-Irlet & Hans Fluri

    Falls du keinen Zugriff darauf hast, kann ich dir das in den nächsten Tagen scannen

    Gib kurz Bescheid


    Gruss

    Uwe

    Hallo Raphael

    Dein Cortinarius aus der Anomalus Ecke kann gut was besseres sein

    Alpin gibt es da etliche Arten, über die nur wenig bekannt ist

    In einem älteren JEC Heft war mal eine Übersicht drin

    Ich schau mal ob ich die finden kann

    Gruss

    Uwe

    Hi Steve

    You can use different Genus, which are in general mycorrhizal

    EG. Cortinarius, Inocybe, Hebeloma, Russula, Lactarius, Amanita, most of Boletales

    ...

    As I know for aforestation

    Hebeloma is a good choice


    BR

    Uwe

    Hallo Raphael

    Gerade bei Mikrobildern ist die SW nicht so entscheidend, da die Bilder nicht so detailreich sind

    Wichtiger ist die richtige Auswahl der Bilder

    Man schaut ja immer in die Tiefe des Präparats und da ist manchmal weniger mehr

    Ich verwende Helicon Focus das ist extrem einfach anzuwenden

    Ich nehme immer Bilder über den gesamten Schärfebereich auf, dabei auf kleine Fokusschritte achten

    Dann mache ich einen Stack über alle Bilder

    Wenn sich dann zu viele Details überlagern, blende ich am Anfang oder Ende wieder einzelne Bilder aus

    Das geht bei Helicon Focus ganz einfach durch Häckchen setzen

    Dann wieder Stacken bis das Ergebnis passt

    Bei ornamentierten Sporen ist es wichtig, dass man immer nur bis zur Mitte (optischer Schnitt)

    Stackt, sonst vermischen sich Vorder- und Rückseite

    Falls du mit Helicon Fokus liebäugeltst, such dir Gleichgesinnte. Die Lizenz erlaubt die viermalige Nutzung auf verschiedenen PCs, nur nicht gleichzeitig.

    Ich hab auch nur eine geteilte Lizenz und noch nie ein Problem damit gehabt

    Picolay geht auch gut, ist aber etwas unübersichtlicher in der Bedienung, dafür absolut kostenlos

    Gruss

    Uwe

    Hallo Jan,

    Das passt doch alles sehr schön für den Speisetäubling
    Die Auflistung war ja dazu gedacht , gerade den Anfängern klar zu machen, dass ein Merkmal wie die "Zurückgezogene Huthaut" einfach nicht ausreicht um eine Art sicher makroskopisch zu bestimmen.

    Bei der Pilzbestimmung ist immer das Gesamtbild wichtig und es gibt immer mal wieder auch Ausschlusskriterien, die ein Bestimmung auf die eine Art unmöglich machen

    Wenn ich die Liste noch einmal schreiben müsste, würde die so aussehen, wobei Punkt 1-3 zwingend sein müssem und 4-6 vorhanden sein können


    1. Fleischrosa Hut - von Pute bis Rindersteak

    2. weissliche bis minimal Cremefarbene Lamellen
    3. milder , nussiger Geschmack
    4. rostbraune Flecken am Stiel und/oder in den Lamellen

    5. Zurückgezogene Huthaut -> "zeigt die Zähne"

    6. zugespitzter Stiel


    beste Grüße

    Uwe

    Hallo zusammen,

    schon im meinem ersten F1-Kurs hab ich bei Walter Pätzold im Schwarzwald gelernt

    Russula vesca
    1. rostbraune Flecken am Stiel und/oder in den Lamellen
    2. Fleischrosa Hut - von Pute bis Rindersteak
    3. zugespitzter Stiel
    4. weissliche bis minimal Cremefarbene Lamellen
    5. Zurückgezogene Huthaut -> "zeigt die Zähne"

    mit mindestens 4 dieser Merkmale ist R.vesca sicher makroskopisch bestimmt

    Auf den Bildern sehe ich schon mal die ersten 4 Merkmale damit ist R. vesca klar bestimmt
    Die Mikroskopie bestätigt das dann natürlich

    Fazit: Es braucht nicht immer die komplette Mikroskopie zur Täublingsbestimmung
    Mit genauer makrokopische Beobachtung können etliche Arten gut bestimmt werden.
    Was natürlich immer dazu gehört ist:
    1. die genaue Geschmacksbestimmung , die nicht nur auf mild oder scharf überprüft,
    sondern auch noch in Stufen eingeteilt werden sollte -> bei vesca wäre das mild -nussig

    2. Sporenpulverfarbe nach Romagnesi von 1a- 4d , bei Vesca 1a - 1c , gerade ältere Exemplare neigen zu leicht cremefarbenem Sporenpulver
    aber natürlich nie so dunkel wie bei "Pilze der Schweiz " abgebildet, wo wohl altes, lange gelagertes Sporenpulver für die Farbabbildung verwendet wurde


    Gruss

    Uwe

    Hallo zusammen,
    auf meinen Schwarzwälder Hasen-Kötteln vom Rensberg einem NSG bei Hornberg tut sich etwas


    1. Rundliche Perithecien ca. 0.4mm , oberflächlich nicht vergraben
    Sporen 4 zellig, Asci meiner Ansicht nach kurzstielig, 160-170 x 22 - 27
    Sporen recht groß aber schmal: 50 -56 x 9,5 - 10,5, Keimspalte parallel/schräg und geschwungen

    Mit dieser Sporengrösse und den kurzgestielten Asci lande ich bei Sporormiella intermedia


    Sporen


    Sporen gemessen

    Keimspalte:



    2. Perithecien rundlich, 0.3mm , halb im Substrat eingesenkt
    der gefunden Fruchtkörper war wohl noch etwas unreif
    Sporen einheitlich 8 zellig, 44-47 x 8-8,5 mit spezieller Ausprägung der einzelnen Zellen,

    3. Zelle vergrössert, 3 Mittelzellen kürzer und schmaler , 7. Zelle länger, Endzellen deutlich länger , 1. Zelle konisch auslaufend

    Keimspalte keine gefunden wahrscheinlich zu unreif

    Mit diesen Sporen komme ich zu Sporormiella octomera


    Ascus


    Sporen im Ascus


    Gerne höre ich eure Meinung zu meinen Funden.


    beste Grüße

    Uwe

    Hallo Antoff

    die Nr. 2 sieht für mich wie eine Preussia aus
    Kugelrundes Perithecium, meist etwas glänzend
    Die Sporen sind eigentlich 4-zellig d.h der Ascus hat 8 Sporen mit 4 Zellen , ergibt 32 Teile
    Die Sporen zerfallen sehr leicht, entsprechend findet man meist nur die Teile.
    Ich hatte neulich Preussia fleischhakii , da müssten die Sporen aber etwas breiter sein.
    Die Spezialisten werden sich sicher noch melden und dir genaueres sagen, ich bin bei den Dungis noch absoluter Anfänger

    LG
    Uwe

    Hallo Ulla,

    Danke für deine Mühe.

    Falls noch Fruchtkörper nachkommen, heb den Beleg auf.!

    ich kann gerne einen Beleg machen, es hat noch genügend Fruchtkörper auf dem Dung
    Trocknet man da nur die Fruchtkörper oder mit etwas Substrat zusammen ?

    Ich hab noch nie mit Schleimis gearbeitet


    Gruss

    Uwe

    Hallo Ulla,

    Vielen Dank für deine Hilfe.
    Der Kalkbelag ist schon kristallin. Es handelt sich um lauter einzelne kleine, kantige Kristalle, siehe letztes Bild
    Die Stiele sind orange/braun und gefurcht. Die Peridie ist keine Kugel, sondern wirkt wie ein"normaler" Pilzhut, also halbkugelig.

    Sporen: globos 6-7,5 um, feinst-warzig
    "Hyphen": 1,5 um

    Mit diesen Daten komme ich auf Didymium clavus, ohne jegliche Erfahrung bei den Myxos

    Hier die Mikros


    Kristalle


    Gruss

    Uwe

    Hallo zusammen,

    in meiner Dungpilz Zucht sind jetzt diese UMOs auf Stielen erschienen
    Der "Hut" scheint wie mit Zucker bestreut , ich denke das sind Kalk-Kristalle
    Die Teile sind so 2 mm gross

    Da ich keine Ahnung von Schleimpilze habe, stelle ich jetzt erst mal nur diese Macro-Bilder ein
    Falls ich etwas mikroskopieren muss, kann ich das gerne nachreichen


    Wäre toll wenn mir jemand sagen könnte , in welche Richtung ich suchen muss
    Ich hoffe das ich mit der Diagnose "Schleimpilz" wenigsten richtig liege


    Gruss

    Uwe

    Hallo zusammen,

    auf meinem Bison-Dung wachsen zwei Podosporas teilweise in grösseren Mengen

    Nr.1. konnte ich gut schlüsseln und da bin ich mir sehr sicher das es sich um Podospora decipiens handelt
    Hier ein nettes Sporen Bild mit Caudae ( Grösse 37-39 x 19-20 ), da ist mir die Färbung mal ganz gut gelungen


    Bei Nr. 2 komme ich nicht so ganz weiter.
    Was einigermassen passt ist Schizothecium aloides , allerdings liegen die Sporen an oberen Grenze der Literaturangaben

    Die Perithecien stecken ca zur Hälfte im Dung, der Teil der herausschaut ist stark mit spitz zulaufenden Haarbüscheln bedeckt.
    Die Perithecien sind oval und, mit teilweise fast 1mm, recht gross

    Die Ascis sind 8-sporig, biserikat
    Sporen: 40 x 16-17 , Pedicel: 12-14 x 4, Caudae: teilweise sehr lang >100um


    Hier die Bilder:

    Perithecium


    Haarbüschel:


    Asci:


    Sporen:


    Leider komme ich mit dem Podospora Schlüssel von Doveri noch nicht so 100% klar, da fehlen noch ein paar Begrifflichkeiten
    Wenn ich hier einen Namen bekomme oder eine Bestätigung für Schizithecium aloides könnte ich mal rückwärtsschlüsseln und mir so die wichtigen Merkmale erarbeiten
    Falls es noch Bilder braucht, kann ich jederzeit noch etwas nachliefern, da es noch einige Fruchtkörper dieser Art auf meinem Dung hat.


    Beste Grüße

    Uwe

    Hallo Nobi,

    vielen Dank für deine wie immer hilfreiche Antwort.

    Mittlerweile habe ich weitere Fruchtkörper auf dieser Dungprobe gefunden
    Leider immer noch keine vollständigen Ascis und Sporen , aber immerhin leere Schläuche
    Hier passen die Maße deutlich besser
    Der kurze Ascus-Stiel ist schön zu sehen und liegt mit ca. 12um im richtigen Bereich
    Auch sind die Ascis jetzt nicht mehr so rundlich sondern passen gut zu den Abbildungen bei Doveri


    Ich würde mich jetzt getrauen das c.f. bei Preussia fleischhakii zu entfernen

    beste Grüße

    Uwe

    Hallo zusammen,

    Auf meinem Bison-Dung habe ich diese Preussia gefunden
    Perithecium kugelrund ca. 0,3mm Durchmesser
    8-sporig , Intakte Sporen nur in einem Ascus gefunden Masse: 21,4 - 23,3 x 5,7 - 6,1
    Keimspalte längs
    Die Ascis wirken ziemlich rund, was ich auf den Reifezustand zurückführe
    Es waren nur die drei abgebildeten Ascis zu finden. Masse: 39 x 23, 29 x 25, 30 x 25
    Mal schauen ob ich bei einer Nachsuche noch ein frischeren Fruchtkörper finde


    Gruss

    Uwe

    Hallo Nobi, Hallo Felli,


    Oder auch Schaf? Falls Du Schafköttel nicht kategorisch ausschließen kannst. Jedenfalls kann alter Schafdung dem vom Reh durchaus ähnlich sehen.

    Ich hab noch mal Bilder von Schafköttel angeschaut und ja, es ist Schaf-Dung. Ich wusste nur nicht das Schaf auch so kleine, 10mm grosse Köttel machen kann
    Ich hab noch grössere, kompakte,wurst-förmige Köttel vom Schaf in Kultur
    Dieser Fund stammt von einem ehemaligen Truppen-Übungsplatz der Franzosen, der wird seit 25 Jahren nicht mehr genutzt und ist seit 10 Jahren auch gesperrt
    Ein Paradies für spezielle Arten. Letzes Jahr im Mai war eine Schafherde genau in diesem Gebiet.

    d.h der Dung ist 10-11 Monate alt und liegt bei mir jetzt seit gut 6 Wochen in Kultur.

    Es hat hunderte Fruchtkörper von Delitschia winteri drauf und ich hab sicher jeden zweiten "ausgebuddelt" und nochmal nach der Sporormiella zu gesucht
    Leider nur der eine Fruchtkörper


    nobi_† Vielen Dank für deine Bestätigung und die Mühe mit dem Suchen nach Funddaten

    beste Grüße

    Uwe

    Hallo zusammen,

    heute habe ich zufällig etwas spezielles gefunden
    Eigentlich wollte ich nur noch einmal Delitschia winteri , die beim Kurs im Schwarzwald auf meinem Wilddung gefunden hatte, nachmikroskopieren

    Dann habe ich diese Sporormiella gefunden
    FK: birnenförmig, recht hart

    Sp. 8-fach septiert, 52-57 x 9-10,5, 4.Zelle grösser, Keimspalte diagonal/schräg


    Wenn in nobi_† `s Tabelle schaue und auch mit Ahmed&Cain überprüfe komme ich auf Sp.ontariense
    Die bei Ahemd&Cain abgebildeten Sporen passen wirklich gut zu meinem Fund
    Leider habe ich nur diesen einen FK gefunden, trotz intensiver Nachsuche

    Die Dung-Kügelchen sind recht alt und schwer zuzuordnen vielleicht Reh

    Was meint ihr dazu, kann das sein ?


    Hier sieht man die Keimspalte


    Gruss

    Uwe

    Hallo Norbert,

    vielen Dank mal wieder für deine kompetente Hilfe
    Schizothecium vesticola hatte ich auch schon geschlüsselt und angeschaut, war mir aber mit den Squamufolien doch sehr unsicher
    Jetzt ist es klar denke ich
    Die Protraits von Matthias sind wirklich sehr schön. Das Setup für solche Macroaufnahmen habe ich leider noch nicht gefunden.
    Über die Stereolupe wird das nur im unteren Vergrösserungsbereich einigermassen erträglich und mit der Olympus TG5 komme ich nicht in den notwendigen Vergrösserungsbereich. Das klappt bei den Tintlingen ganz gut, aber alles unter 1-2mm wird kritisch
    Bleibt Björns Technik mit dem normalen Mik. und Auflicht , nur ist man mit dem 10x Objektiv dann extrem nah an den Fruchtkörpern dran und es ist schwierig das Licht noch bis zum Objekt zu bringen.

    Mal schauen was mir da einfällt


    beste Grüße

    Uwe