Ich denke, mal ganz im großen Maßstab gesehen, werden die Pilze, die es schon seit Urzeiten gibt, es auch über diese Kathastrophe schaffen und sich andere Lebensräume bzw. -partner erschließen.
So ein „kleines Bäumesterben“ ist gegen andere Unbilden der Natur, wie Mega-Vulkanausbrüche oder Meteoriteneinschläge, die dann die Welt völlig verändern, ein eher vorübergehendes kleines Problem.
Hallo an alle,
ich sehe es tatsächlich nicht so gelassen wie Tuppie.
Sicher stimmt es, dass das Eschentriebsterben im Vergleich zu einem Meteoriteneinschlag oder dem aktuellen, menschgemachten Klimawandel nur einen geringeren Schaden verursachen kann, schon weil Eschen nur 2% des Baumbestandes in DE ausmachen. Das ändert aber nichts daran, dass durch die plötzliche Dreifach-Kalamität (Stängelbecherling, Eschenprachtkäfer, Förster) dieser Art auch Ihre Symbiosepartner vom Aussterben gefährdet sind, und laut Wikipedia sind mit Eschen immerhin rund 1000 Arten vergesellschaftet (meist Insekten, Pilze, Flechten). "Die Pilze, die es schon seit Urzeiten gibt" werden natürlich auch in einem neuen, anderen Wald an diesem Standort leben, aber eben nicht mehr die gleichen Arten - die sind dann einfach ausgestorben.
Dass sich ein an die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) gebundener Pilz mal eben "einen anderen Lebenspartner erschließt", so funktionioniert die Evolution einfach nicht. Es sei denn, die Forstwirtschaft käme auf die Idee, asiatische Eschenarten als Ersatz anzupflanzen, weil die Züchtung resistenter Fraxinus excelsior zu lange dauert. Ich persönlich würde davon nichts halten, denn die ökologischen Folgen sind nicht abzuschätzen. Tatsächlich wird vom Forst aber ganz im Ernst mit dem amerikanischen Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) eine Magnoliacee als Ersatz für Eschen-Standorte ins Spiel gebracht. Siehe 180201steckbrief.pdf , Seite 60
Davon hat die heimische Funga (vielleicht bis auf ein paar Glomerales, also Arbusculäre Bodenpilze) ziemlich sicher gar nichts.
Gruß,
Wolfgang