Beiträge von mollisia

    Hallo Claudia,


    hmm, also die KOH-Reaktion macht mich jetzt echt stutzig, vielleicht ist das ja doch gar kein Variicolores?! Aber die Sporen scheinen schon die eines Phlegmaciums zu sein, also wird er dann auch in diese Gruppe gehören ....


    Du kannst mir bei Gelegenheit ein Stückchen Exsikkat (Hut) schicken oder geben (bin vom 21.-29.8. und 6.-10.10. in Oberhof), dann schicke ich es mit anderen Dingen die da schon sich zusammensammeln mal weg.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Uwe,


    ja, den kenne ich vom Kirnbergsee - JEC-Tagung 1996, mit TEB ....

    Ich meinte ja auch gar nicht, dass der in Frage käme für den Fund von Claudia. Nur weil Günter meinte, außer patibilis und sabuletorum kennt er keine braunfleckende Art, war ich jetzt etwas irritiert, denn violaceomaculaus fleckt ja auch braun.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    das reicht auch noch nicht für den Nachweis einer Cyanophilie. Da müsste die Sporenwand tief dunkelblau sein.

    Bei Dir haben sich die unreifen und damit farblosen Sporen bläulich gefärbt, was man bei den reifen gelbbraunen nicht sieht weil deren Pigmentierung das überdeckt.

    So wie diese Sporen jetzt gefärbt sind wird grundsätzlich alles farblose Pilzgewebe gefärbt. Die Sporenwand müsste schon deutlich dunkelblauer sein als der Rest.


    Ob Coniophora wirklich immer cyanophile Sporen hat, bin ich mir nicht so sicher. Mit der Dextrinoidität ist das ja in der Gattung auch etwas schwankend, und da dextrinoide Sporen meist auch cyanophil sind, würde es mich nicht wundern, wenn die Cyanophilie auch schwankt.


    beste Grüße,

    Andreas


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Peter,

    leider verstehe ich mal wieder überhaupt nicht, was Du mir sagen möchtest. Wo bringst Du denn jetzt plötzlich H. ferrugineum mit in die Diskussion, um den gings doch gar nie hier? Weil dein Buidl ferrugineum darstellt? Was trägt es dann zu diesem Thema bei? Ich verstehs leider mal wieder nicht, sorry.

    H. ferrugineum ist übrigens durch seinen auffallenden Mehlgeschmack schon von concrescens und scrobiculatum abtrennbar und bildet normalerweise auch viel fleischigere Fruchtkörper. Da hatte ich bisher noch keine Schwierigkeiten, den zu erkennen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Thiemo,


    würde ich prinzipiell denken, ja. Aber man muss immer mal kurz chekcen, was das denn da für eine Sequenz ist. Wenn die aus außerhalb Europas wäre z.B., dann würde ich an der Richtigkeit der Bestimmung der dieser Sequenz zugrundeliegenden Kollektion zweifeln.

    Im Fall von MT738279 ist es eine Kollektion von Felix Hampe aus Sachsen-Anhalt unter Eiche aus 2010. Du kannst ja sicherheitshalber mal Felix fragen, wie sicher er sich der Bestimmung aus heutiger Sicht dieser immerhin 11 Jahre zurückliegenden Kollektion ist.

    Ich denke aber insgesamt, dass man die Bestimmung als abgesichert ansehen kann. Fragen würde ich Felix trotzdem.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo zusammen,


    ja, das ist natürlich auch eine gute Idee! Auf den bin ich nicht gekommen, weil ich ihn schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen habe, nur in meiner Anfangszeit in Hornberg mal, ich glaube in Flözlingen und am Kirnbergsee.

    Was gut für C. balteatus passen würde, wäre das unauffällige Sporenornament, jedenfalls von den Fotos her sieht das recht niedrig aus. Was nicht so gut passen würde wäre die Ökologie, denn ich kenne die Art als Kalkpilz - vielleicht kenne ich aber nicht das ganze ökologische Spektrum?


    Übrigens wäre wirklich gut, nochmal die Fleischreaktion auf KOH 20% (oder noch höher) zu sehen, denn der wässrigbraune Fleck im Bild 6 passt nicht gut zu den Variicolores generell ....


    @Günter: C. violaceomaculatus bräunt aber auch stark - oder gibt's die Art inzwischen schon nicht mehr?


    Claudia: Ja, bitte trocknen. Den können wir ja mal mit zu Alvarado schicken, Vergleichssequenzen gibts in der Gruppe ja zum Glück genügend.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    der Ziegelrote Täubling (Russula velenovskyi) wäre rot ohne jeden Ton ins Violette, sondern eher ins Orange oder Rosa - eben ziegelfarben.

    Wenn man Täublinge bestimmen will, dann gehört zu den makroskopischen Angaben unbedingt auch der Geschmack und die Sporenpulverfarbe dazu. Hättest Du gekostet, wäre Dir die Schärfe mit Sicherheit aufgefallen, und somit wäre der Ziegelrote Täubling schon mal rausgefallen.

    Ich halte das mit hoher Sicherheit für den Stachelbeer-Täubling.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Claudia,


    also ich würde mich auch mit C. pseudonaevosus anfreunden können, den ich aber nicht kenne. Zu meiner Zeit, als ich patibilis im Schwarzwald fand, gab's die Art noch gar nicht .... Das fehlende Bräunen auf Druck wäre für mich ein starker Hinweis darauf, dass es doch nicht patibilis ist, sondern dann eben pseudonaevosus.

    Im Bericht von der JEC-Tagung Brennabu im JEC-Heft 2020 werden beide Arten vorgestellt, und patibilis soll da deutlich kleinere Sporen haben - insofern wäre Dein Pilz schon von den Sporenangaben her eher pseudonaevosus. Da wundert mich Günters Aussage, dass die Sporen gut zu patibilis passen, dann schon etwas. Vielleicht kann Mykollege_Günter da noch was dazu sagen, würde mich sehr interessieren :)


    Cortinarius crassus hätte auch auffallende Zystiden an der Lamellenschneide, was eine große Ausnahme ist bei Schleierlingen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Kerstin,


    ich würde das auch für Coniophora puteana halten.

    Auf dem letzten Sporenfoto kann ich keine Blaufärbung erkennen, da ist was nicht richtig gelaufen mit dem Baumwollblau. Denn auch der Hintergrund ist ja transparent und nicht blau. Die Sporenwand müsste noch blauer erscheinen als das restliche blau gefärbte Präparat. Dazu musst du das Baumwollblau aber auch so lange einwirken lassen, dass es das Gewebe komplett durchdringen kann. Manche erwärmen dazu das fertige Präparat (ohne Deckgläschen!) mit dem Feuerzeug eine Zeit lang, aber ich finde das brauchts normalerweise nicht.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    H. concrescens soll eigentlich eher zoniert sein, aber wenig strukturiert in der Oberfläche, während scrobiculatum eher unzoniert ist, aber sehr zerklüftet in der Oberflächenstruktur. Insofern hätte ich den Fund von Frank makroskopisch eher zu scrobiculatum gestellt.

    Die Sache mit den Sporenhöckern - Doppelhöcker bei concrescens gegenüber Einzelwarzen bei scrobiculatum - wurde von Ainsworth et al. (2010) stark relativiert. Bei beiden Arten können beiden Formen von Warzen vorkommen, wenn auch bei concrescens die Doppelhöcker dominieren und bei scrobiculatum die Einzelwarzen.

    Nach dem wie ich die Arbeit von Ainsworth et al. (2010) lese, ist momentan in der Gruppe nicht viel zu machen, ohne sehr junge Fruchtkörper schon gar nicht, denn da gäbe es zumindest eine Trennung in eine rosalich gefärbte und eine orangebraun gefärbte. Aber da es noch weitere Cluster gibt, scheint es mir momentan nicht möglich zu sein, Kollektion ohne Sequenzierung einem Cluster zuzuordnen. Einen Namen zu vergeben schon gleich gar nicht ....


    AINSWORTH AM, PARFITT D, ROGERS HJ, BODDY L (2010) Cryptic taxa within European species of Hydnellum and Phellodon revealed by combined molecular and morphological analysis. Fungal Ecology 3: 65-80. DOI: 10.1016/j.funeco.2009.07.001.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Uwe

    Aber wenn mit Andreas und Günter zwei der besten deutschen Cortinarius Spezialisten [...]

    das ist aber wirklich zu viel der Ehre! Es gibt da etliche die sich weitaus besser auskennen als ich. Ich denke da nur mal an Matthias Dondl, Jesko Kleine, ....) und im übrigen auch an Dich! Und in einem Atemzug mit Günter genannt zu werden treibt mir auch die Schamesröte ins Gesicht. Seine Kenntnis und meine kann man nicht annähernd vergleichen!


    Das ist keineswegs als understatement zu verstehen, sondern ich möchte das den Forenteilnehmern gegenüber klarstellen, die mich sonst womöglich für einen Cortinarienspezialisten halten würden ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Claudia,


    in der Sektion Variicolores sind alle Arten relativ schnell abtrocknend und die meisten nicht "wieder-verschleimend". Ein paar Arten sind sogar generell nicht schleimig, so heißt einer zu deutsch "Trockener Schleimkopf". So kaum schleimige Arten gibts aber auch in anderen Gruppen, denke z.B. man an Cortinarius fraudulosus, den Trügerischen Schleimkopf - der ist auch nicht gerade Phlegmacium-like ....

    Immerhin kann man die Variicolores ja durch die gelbe KOH-Reaktion (oder braun mit gelber Umrandung) von Telamonien/Dickfüßen gut unterscheiden.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    für variicolor ss. str. wäre der mir vom Bild her zu kartoffelfarbig und zu wenig rot dabei. Ich tippe eher auf C. patibilis. Aber ohne die genaue KOH-Reaktion und die Sporenmaße geht es nicht weiter, denke ich.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich würde auch auf Peniophora polygonia tippen bei Nr. 1

    Nr. 2 sieht nach einer Phanerochaete (sordida/livescens) aus, muss aber mikorskopiert werden.

    Der Porling an Hasel ist die Rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa)

    Der letzte ist eine Schizopora.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,

    Ich nehme da beim nächsten Besuch mal noch ein älteres Exemplar mit und checke nochmal die reifen Sporen. Laut FN sollen die Sporenornamente bei L. evosmus ein wenig kleiner sein und auch die Länge soll im Schnitt unter 8µm liegen. Aber eigentlich spricht schon viel für den Queraderigen denke ich.

    da reicht es eigentlich, die Sporen zu messen. Die sind bei acerrimus viel größer, weil doppeltes Volumen, weil nur zweisporig.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    tja mensch, der Oehrling kennt die Täublinge halt doch, Chapeau! Ich hätte den nie für versicolor gehalten, aber es scheint schon die beste Idee zu sein.


    Zum Queradrigen - der war mir wegen der komischen Wasserflecken auf dem Hut und dem Farbton der weder zu zonarius noch zu evosmus genau passt, zunächst in den Sinn gekommen. Aber ich hatte das so verstanden, dass er unter Pappeln stand und keine Eiche dabei war? Acerrimus sollte doch wohl ein Eichenbegleiter sein, dass der auch unter Pappel vorkommen darf, wäre mir neu.


    beste Grüße,

    Andreas