Hallo Oehrling,
da möchte ich Dir widersprechen.
Die Frage lautet "wie wichtig ist die Fruchtkörperform für die Systematik" und nicht ob sie für die Bestimmung wichtig ist. Und die Form des Fruchtkörpers sagt in der Tat wenig über mögliche Verwandtschaftbeziehungen aus. Pilze mit gleichen Fruchtkörperformen können miteinander nah verwandt sein, müssen es aber nicht zwingend und sind es oft eben auch nicht. Daher ist der Wert der Fruchtkörperform für die systematische Einteilung der Pilze nur von geringem Wert.
"Risspilzhabitus" ist keine Fruchtkörperform - "gestielter Fruchtkörper mit Hut" wäre dagegen eine.
Für die Bestimmung der Pilze wird die Fruchtkörperform weiterhin eine große Rolle spielen. Eine Grobeinteilung nach Fruchtkörperformen wird in den gängigen Pilzbücher vermutlich meist das angewandte System bleiben. Für die Praxis prima, über die systematische Beziehung all der Pilze mit becherartigen, keulenförmigen, koralligen oder wieauchimmer-Fruchtkörpern sagt es aber gar nichts. Im Gegenteil, ich muss beim basteln von Bestimmungsschlüsseln höllisch aufpassen, dass ich nichts vergesse, weil eben im Schlüssel der koralligen Pilze Arten geschlüsselt werden, die sich nachher an 4 verschiedenen Stellen im Buch befinden.
beste Grüße,
Andreas