Beiträge von zuehli

    So, nachdem ich jetzt auch mal mit dem Jülich geschlüsselt habe (hätte ich ja gleich machen können... ==Gnolm23 ) kommt man eigentlich ohne weitere Umschweife zu Truncospora ochroleuca.

    Mittlerweile heißt die Gattung Perenniporia und Dörfelt/Ruske, (Die pileaten Porlinge Mitteleuropas) schreiben schön geschwollen dazu - man lasse sich das auf der Zunge zergehen:

    "überwiegend effuse, aber auch pileate, annuelle bis perennierende, mono- bis polyzentrische Crustothecien mit polyporoidem Hymenophor."

    Dabei ist Perenniporia ochroleuca nur im Mittelmeergebiet und an der Südwestküste Englands nachgewiesen.

    Ich denke, das kann man jetzt so eintüten und ich passe mal den Thread-Titel an.


    Beste Grüße und nochmals Dank für's Draufstoßen

    Harald

    Hallo zusammen,


    letzte Woche habe ich auf Mallorca außer vertrockneten Spaltblättlingen lediglich diesen einen Porling auf Johannisbrotbaum, Ceratonia siliqua gefunden.

    Bislang fehlen mir die Ideen, vielleicht kann ja jemand sachdienliche Hinweise geben.

    Der Fruchtkörper war einzeln, nicht ganz hart, aber auch nicht ganz weich, 4 cm breit, 2 cm dick.

    Die Sporen recht groß, 15-18 x 8-10µ, stellenweise mit "Hörnchen" (truncat?)

    Gibt's Ideen?


    Beste Grüße

    Harald

    Hi zusammen,


    ich trete nie als Veranstalter auf, mache also keine kommerziellen Sachen, sondern lasse mich gegen eine Aufwandsentschädigung anheuern.

    Dann läuft das Ganze unter Pilzlehrwanderung, gesammelt wird nicht.


    Beste Grüße Harald

    wobei die in "Pilze Deutschland" enthaltenen Fundmeldungen keine aktuelle Bestandaufnahme darstellen, sondern größtenteils als "historisch" zu betrachten sein dürften. Durch ständige Veränderungen, meist infolge forstwirtschftl. Eingriffe, dürften vor allem viele ältere Funddaten nicht mehr der aktuellen Lage entsprechen. Manche meiner gemeldeten Fundstellen waren z.B. schon vor oder kurz nach Veröffentlichung bei "Pilze Deutschland" nicht mehr aktuell. d.h. die gemeldeten Fundstellen sind inzwischen infolge Biotopveränderungen (Baumfällungen, Bodenverdichtungen, Rückgassen, Wege verbreitert, entwässert oder mit bodenfremden Materialien befestigt) tot.

    Diese Aussage kann man so nicht stehen lassen und muss natürlich relativiert werden.

    Sicherlich sind viele Einträge "historisch" und die Einflüsse, wie z.B. Biotopveränderungen tragen dazu bei, dass die Funga sich verändert. Aber das sind ja gerade die Indikatoren, die den Artenrückgang belegen und stellen somit wichtige Informationen dar.

    Aber es kommen Jahr für Jahr Tausende von Fundmeldungen dazu, die eben eine "aktuelle Lage" abbilden. Das waren bspw. für Hessen im Jahr 2020 ziemlich genau 1600 Einträge, in den letzten zehn Jahren ca. 33500. Man muss dann natürlich Vergleiche ziehen zwischen Alt- und Neufunden und daraus eben die Rückschlüsse.
    Wenn man sich eine beliebige Art auf Pilze-Deutschland anguckt, steht immer das Funddatum dabei, das hat ja zumindest schon einen gewissen Aussagewert.


    Ein anderer Faktor, der m.E. mehr ins Gewicht fällt, ist die Tatsache, dass die Verbreitungskarten gar nicht mal so sehr das Vorkommen von Pilzarten zeigt, sondern die Flecken, wo die Mykologen/Kartierer wohnen. Man beachte, dass die meisten Tintlinge in der Gegend um Mönchengladbach herum wachsen...


    Deswegen ist eine Kartierung besonders dann sinnvoll, wenn sich möglichst viele daran beteiligen, gerade auch um die weißen Flecken auf der Karte zu bearbeiten.


    Beste Grüße

    Harald

    Hallo zuehli ,

    Was versteht man genau unter selten und wo kann ich das am besten nachschaun? Alles auf der roten Liste?

    Viele Grüße

    Wollen wir es mal nicht so kompliziert machen. Bevor man jetzt anfängt Rote Listen zu durchforsten, kann man auch Arten hernehmen, die man selbst nicht oft, oder auch zum ersten Mal findet.

    Wenn man was gefunden hat, über dessen Verbreitung oder Rote-Liste-Status man sich informieren will, wirft man einfach mal einen Blick auf Pilze-Deutschland.de.


    Beste Grüße

    Harald

    Da habe ich mir ehrlich gesagt noch gar nicht wirklich Gedanken drüber gemacht…

    Wäre das denn sinnvoll?

    Ja klar ist das sinnvoll, allein aus dem Grund sich einen Überblick zu verschaffen, um bspw. zum Biotopschutz und zur Artenvielfalt beizutragen. Ebenfalls um Rote Listen erstellen zu können.

    Hier kann man mehr darüber nachlesen und man bekommt auch eine Liste der Landeskoordinatoren.

    Ansonsten hat ja Pablo schon was zum Thema "Pilztourismus" gesagt. Die Ortsangaben muss man nicht überaus genau machen, so dass ein Unkundiger eher aus purem Zufall über Fundstellen stolpert.

    Von der DGfM ist aktuell wieder der Aufruf ergangen, gerade seltene Pilzarten der Kartierung zu melden.


    Beste Grüße

    Harald

    Vielleicht hat er wie der gestreifte Teuerling auch Heilwirkungen?

    Das ist genau der Grund, dass ich Buschfunkistan nicht mag. ==Gnolm21 Aller Nase lang postuliert er irgendwelche "Heilwirkungen", bzw. gesundheitsfördernde Wirkungen ohne seriösen wiss. Hintergrund/Nachweis.


    l.g.

    Stefan

    Ja Mensch Stefan, klar funktioniert das. Man muss nur eine kleine Regel befolgen:

    Man sucht sich auf einer beliebigen Lichtung im dunklen Tann einen Hexenring (vorzugsweise von Amanita muscaria) und stellt sich in dessen Mitte genau zur Mitternachtsstunde der Walpurgisnacht hin, träufelt dann ein wenig Bufotenin in den Topf des Teuerlings und nimmt das Ganze mit der Beschwörungsformel "Hokus Pokus Fidibus, dreimal schwarzer Kater" zu sich. Allerdings muss Vollmond sein, sonst funktioniert die Prozedur nicht.


    So gehts!

    Ich kenne einige Menschen, die gesundheitlich sehr vom Gebrauch der Pilze profitiert haben, daher war die Absicht tatsächlich, ihn zu pulverisieren.

    Warum dann schade um den Pilz?

    Schade, dass man Witze darüber machen muss.

    Lieber wallnex,


    ich sehe hier keine Andeutung von Witze machen. Außerdem finde ich es ziemlich kontraproduktiv, einen unbekannten Pilz zu zerkleinern um ihn dann bestimmen zu lassen. Das ist sicherlich die falsche Reihenfolge.Zuerst (!) sollte man sich sicher sein, was man da gepflückt hat um sich dann über die Eigenschaften eben dieser Art zu informieren. Nicht erstmal essen und dann im Pilzbuch nachblättern, obs nicht vielleicht doch was Giftiges gewesen sein könnte. Die Naivität mancher Zeitgenossen da ist schier grenzenlos. Solche Vorgehensweisen können in Bezug auf Pilzkonsum im schlimmsten Fall tödlich enden.


    Gutgemeinte Grüße

    Harald


    PS. Es wäre mal interessant über die Erfahrungen deiner Bekannten und Freunde zu hören. (Thema Faktencheck)

    Bei Facebook aufgeschnappt:


    "... aus eins mach zehn. Wir begrüßen die neuen Schleierlingsgattungen:


    Cortinarius (sensu stricto)

    Phlegmacium

    Thaxterogaster

    Calonarius

    Aureonarius

    Cystinarius

    Hygronarius

    Austrocortinarius

    Mystinarius

    Volvanarius



    Cortinarius s.s.

    ist mit über 2000 Arten immer noch eine der (wenn nicht gar die) artenreichste Pilzgattung. Hier verbleiben unter anderem auch die allseits beliebten Hautköpfe (Dermocybe), Gürtelfüße (Telamonien), Schleimfüße (Myxacium), Rauköpfe (Leprocybe), Reifpilze (Rozites) und so weiter.


    Phlegmacium und Thaxterogaster waren schon einmal eigene Gattungen, die nun wieder als solche klassifiziert werden. Hiermit begann vor gut einem Monat die Aufspaltung der Schleierlinge. Uns in Mitteleuropa betrifft vor allem Phlegmacium, also die Schleimköpfe. Thaxterogaster kommt hat hier meines Wissens nur wenige Vertreter und ist vor allem aus Nordamerika bekannt.


    Calonarius umfasst Arten aus der ehemaligen Sektion Callochroi und nahe Verwandte umfasst: Klumpfüße also. ("The species of the genus Calonarius [...] can be distinguished from the species of the genus Phlegmacium by the combination of pileocarpic basidiomata, a marginated bulb and simplex pileipellis.")


    Aureonarius umfasst Arten der ehemaligen Sektion Callistei und Limonei und betrifft hauptsächlich Arten aus Neuseeland.


    Cystinarius ist eine sehr kleine Gattung und umfasst die ehemalige Sektion Crassi und nahe Verwandte. Hier finden wir den Filzigen Schleimkopf., ehem. C. crassus.


    Austrocortinarius, Hygronarius, Mystinarius und Volvanarius sind weitere Kleinstgruppen, die hauptsächlich auf der südlichen Hemisphäre vorkommen."


    Liimatainen & al., 2022: "Taming the beast: a revised classification of Cortinariaceae based on genomic data"

    Hallo Werner,


    wieso sollte man davon abraten? Was wäre denn die Alternative, gar nichts pflanzen?

    Der Honiggelbe Hallimasch ist bekanntermaßen ein Pilz, der sich gerne in den Gärten breitmacht, aber man kann ihm ja nicht die Alleinherrschaft überlassen. Ein gesunder Baum wird sich erstmal gegen den Pilz wehren können und wenn er dann doch befallen wird, kann es noch sehr viele Jahre dauern, bis er umfällt.

    Ich kenne das Problem aus dem eigenen Garten, die Anwesenheit von Armillaria mellea hat mich bislang nicht gehindert neue Bäume zu pflanzen, bzw. wachsen zu lassen. Aktuell sind es Ahorn, Douglasie und Hainbuche. Lediglich die Neuanpflanzung eines Walnussbaumes ist den Wühlmäusen zum Opfer gefallen.


    Beste Grüße

    Harald