Beiträge von zuehli

    Welche Arten sind, neben dem Parasol, denn generell gern genutzte Speisepilze unter den Riesenschirmlingen?

    Eben die ganzen Arten, die die Gattungen Chlorophyllum und Macrolepiota so hergeben. Das hält sich bei den Safranschirmlingen (Chlorophyllum) in Grenzen und lässt sich - wenn man molybdites mal außen vor lässt - meiner Meinung nach auf drei Arten einschränken: olivieri, rhacodes und brunneum, wobei ich den letzteren für conspezifisch mit dem ominösen venenatum halte.

    Die Parasol-Gruppe (Macrolepiota) wird aktuell in Pilze-Deutschland mit 19 guten Arten dargestellt. Wie man aus den Diskussionen der einschlägigen Plattformen entnehmen kann, tun sich auch die Fachleute ziemlich schwer, die auseinander zu klamüsern.

    Für Otto-Normalpilzsammler ist das alles "Parasol".


    Grüße

    Harald

    Gibt denn irgendein PSV einen C. rhacodes frei?

    Da die Art relativ häufig vorgelegt wird, bedarf es bei der Pilzberatung einiger Erklärung. Ich kenne Menschen, die die Art vertragen, aber ich habe auch schon Unverträglichkeiten erlebt. So erzähle ich das den Leuten und ich habe die Erfahrung gemacht, dass die danach keiner mehr isst. In Anbetracht der Tatsache, dass sowas ziemlich oft als "Parasol" in der Pfanne landet, dürfte es eine hohe Dunkelziffer geben.

    Die ganzen Riesenschirmlinge auseinander zu pflücken gehört neben den Champignons mit zu den größten Herausforderungen bei der Pilzberatung.


    Beste Grüße

    Harald

    Hallo zusammen,


    mir wurde gerade ein Bild zugespielt, mit der Vermutung, dass es sich um Inonotus rickii handeln könnte. Bilder im Netz sehen zwar ähnlich aus, aber so recht mag ich es nicht glauben, zumal die Art wohl mediterran und tropisch/subtropisch vorkommen soll und eher nicht in Mittelhessen.

    Hat jemand sowas schon mal gesehen?

    Beste Grüße Harald


    Auf dem letzten Bild, unterer Hut sieht man Ablagerungen des weißen Sporenpulvers. Mit dem in diesem Zustand noch recht ausgeprägten Ring ist das für mich der Honiggelbe Hallimasch (s.str.).


    Beste Grüße

    Harald

    als was möchtest du die denn kartieren?

    Hallo Ingo,

    in erster Linie wird das kartiert, was gemeldet wird. Man kann natürlich alles in Frage stellen und nach neuesten Erkenntnissen auseinanderpflücken und eintragen. Aber das setzt auch eine entsprechende Kenntnis des Fundmelders voraus, der sich mit neuester und aktueller Literatur auseinander gesetzt hat. Wenn man sowas in der Praxis umsetzen will, würde ich mal meinen, dass die Anzahl der Fundmeldungen sich erheblich reduziert. Wenn man Kahle Kremplinge oder Rote Lacktrichterlinge gemeldet bekommt, kann man natürlich nachfragen, ob der mikroskopiert ist, was bei manchen "banalen" Arten bislang noch wenig gemacht wurde. Es bleibt nur übrig, das dann als Aggregat zu kartieren.

    Im konkreten Fall sehe ich übrigens noch keine Einträge für Gyromitra ambigua bei pilze-deutschland, dann wird es wohl ein infula agg. werden.

    Aber vielleicht hat der Malone ja ein Exemplar mitgenommen und wirft es mal flux unters Mikro, ambigua hat sehr viel größere Sporen als infula.


    Beste Grüße

    Harald

    Aber egal, in welche Richtung man sich dann bewegt, man wird recht schnell feststellen, dass man mit einem Lehrgang/einer abgelegten Prüfung erst am Anfang der Erkenntnisreise steht, und nicht am Ende.

    In derTat! Und das Ende liegt in sehr, sehr weiter Ferne.

    Oder wie sagte einst der bekannte Philosoph Olaf Schubert: Am Ende des Horizonts ist ein Tunnel...

    Hallo Oskar,


    ich habe das Buch. Ich sehe das eher nicht als Bestimmungswerk, sondern mehr als nützliche Zusatzinformation zu den Pilzen, die auf Bäumen wachsen, wie bspw. Ökologie, Fäuletyp, Bekämpfung.

    Ich habe es schon ein paar Mal nutzen können.


    Beste Grüße

    Harald

    Nun, ich denke, das kann man so nicht vergleichen, weil beide Tätigkeiten doch sehr unterschiedlich sind. Die Artenkenntnis bei den Coaches hält sich doch sehr in Grenzen, wogegen die bei den PSV eigentlich Hauptthema ist, insbesondere in Hinblick auf Pilzberatung incl. Krankenhausdiagnostik (die man nach Ablegung der PSV-Prüfung nicht zwangsläufig machen muss). Beim Pilzcoach steht mehr die "Pilzpädagogik" im Vordergrund.

    Das muss jeder für sich selbst entscheiden, wo er seine Schwerpunkte setzen will, es spricht natürlich nichts dagegen, beides zu machen. Es ist indes weder Empfehlung noch Voraussetzung den Coach vor dem PSV zu absovieren. Jeder nach seinem Geschmack.


    Beste Grüße

    Harald

    Welcher Geruch ist denn häufiger bei den Champignons als Anis, Stefan? Jetzt den pilzigen Geruch ausgeschlossen, hätte ich gemeint, dass Anis am weitesten verbreitet ist.

    Zu den Champignon-Gerüchen hole ich das hier nochmal hoch:

    Interessant wäre auch die Verfärbung im Schnittbild zu sehen. Ansonsten sieht der mir auch ein wenig überständig aus.


    Beste Grüße Harald