Hallo,
mein Standpunkt zum Thema als PSV-Prüfer. 
Es wurde schon vieles gesagt. Eine Sache möchte ich noch ergänzen. Es ist ein hehres Ziel alle Gattungen erkennen zu wollen. Gerade die Trichterlinge z.B. sind ja in diverse kleinere Gattungen zerpflückt worden. Oftmals hat man makroskopisch keine Chance eine Gattung 100%ig genau zu bestimmen ohne Mikromerkmale und ähnliches. Da ist es besser/zielführender aus meiner Sicht, wenn man die Pilze grob in den Verwandtschaftskreis einteilen kann.
Dabei helfen früher unterschätzte Merkmale, wie z.B. die genaue Velumausprägung, bzw. das Vorhandensein von Velumstrukturen enorm. Ich hatte bisher immer Pilze auf dem Prüfungstablett/Prüfungskorb, die ein PSV-Anwärter nicht kennen muss. In solchen Fällen hat mir dann eine Einschätzung zum Verwandtschaftskreis auch ausgereicht oder die klare Ansage, dass der Prüfling Pilz X nicht kennt.
Das Bestehen der Prüfung steht und fällt mit der Felderfahrung aus meiner Sicht. Ich war schon Prüfungsbeisitzer, wo der Prüfling die Prüfung nicht bestanden hat, weil er zu wenig Pilzarten in Summe erkannte und auch beim WuBi ins Schwimmen geriet.
l.g.
Stefan