Beiträge von Climbingfreak

    Hallo Hackerprinzessin,


    ich kenne mich mit der Zucht solcher Pilze überhaupt nicht aus, aber...der Cordyceps militaris ist meines Wissens kein Veganer, oder? Kann man ihn überhaupt auf solchen Substraten ziehen, und wenn ja, hat er dann überhaupt noch seine wirksamen Inhaltsstoffe?

    Hi,


    genau die Substratfrage habe ich mich mir auch gestellt. :/ Welche Frage noch wichtiger wäre bezüglich der Inhaltsstoffe wäre, ob der überhaupt gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe (in signifikanten Mengen) hat.


    Ansonsten:


    Hallo Hackerprinzessin28


    (welcome)


    zu deiner Frage. Ich kenne mich nur mit der Kultivierung von (phytopathogenen) Schimmelpilzen und Oomyceten mittels Spezialnährmedien aus, weswegen ich zu deiner Anfrage auch keine Lösung parat habe. Auf jeden Fall denke ich, dass der Pilz auch Chitin im Substrat braucht, denn das muss er ja auch verstoffwechseln, wenn er eine entsprechende Insektenpuppe befällt/zersetzt.


    Ich würde, mal im Google scholar oder ähnlichen Seiten nach einer Rezeptur nachschlagen und ggf. mal die Autoren der Studie(n) um die genaue Rezeptur bitten. Hier im Forum wird es wohl niemanden geben, der Cordyceps sp. ohne Insekten züchtet.


    l.g.

    Stefan

    Servus beinand',

    das seh ich genauso wie Stefan, aber

    bei Weide als Substrat fällt Neolentinus lepideus als Nadelholzbewohner matürlich aus.

    An liabn Gruaß aus dem oktoberfestbefreiten München,

    Werner

    Ach echt? Kommt der nur an Nadelholz? War mir gar nicht so bewusst...

    Hi,


    ja sieht sehr danach aus. Schade, dass der Stiel nicht so gut zu sehen ist. Eine sehr kleine Option würde ich noch Neolentinus lepideus geben. Ansonsten kommt nicht mehr viel in Frage aus meiner Sicht.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    dann passt D. concentrica, denke ich. Ich bin halt kein Freund davon ohne weitere Prüfung Pilze anhand makroskopischer Bestimmung zu benamsen, wenn dahinter mehr Arten stecken.


    Ich bin ja auch kein Experte für die Holzpyrenos; dennoch sehe ich mir hin und wieder gerne mal welche an, weil die einfach auch zur Kartierung dazugehören und auch viele Arten recht leicht zu bestimmen sind.


    l.g.

    Stefan

    Hallo, Stefan!


    Habe ich nicht auch ein Stückchen von deinem Inonotus - Fund?
    Ich weiß gar nicht, ob ich den schon angeguckt hatte, jedenfalls finde ich keine Doku davon in meinem Archiv. Kann ich allerdings noch mal machen, aber: Wenn Frank den schon bestimmt hat, wird's wohl so sein, wie er sagt. Und Toffel hat ja auch Mikroaufnahmen gemacht.



    LG; Pablo.

    Ich habe Frank noch mal zur Sachsentagung in dem damaligen Jahr gefragt. Er meinte, dass der Fund sicher bestimmt ist. Ich meine dir auch ein Stück davon gegeben zu haben; zusammen mit dem resupinaten Hapalopilus.


    Ich habe zumindest kein Exsiccat davon mehr.


    l.g.

    Stefan

    Hi Pablo,


    versuch das mal damit.


    (PDF) A polyphasic taxonomy of Daldinia (Xylariaceae)


    Wichtig wären die genauen Sporengrößen und auch die KOH-Reaktion. Das ist übrigens eine makroskopische Reaktion. Die Farbpigmente musst du in der Gesamtheit beurteilen. Am besten du entnimmst ein paar Splitter/Bruchstücke vom GesamtFK und tust KOh-Lösung dazu. Die Farbe, die du aus den großen Stücken herauslöst, ist bestimmungsrelevant.


    l.g.

    Stefan

    GriasDi Stefan,

    mit der Form und der Größe der Spermogonien sollte noch was gehen. Ich hab das letztes Jahr mal versucht nachzuvollziehen, bin da aber ned wirklich zu einem sicheren Ergebnis gekommen.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Hi,


    ging mir mit meinen Funden auch so, weswegen ich das gleich oben so "abgekürzt" habe. :D Es kann gut sein, dass die Experten wie Julia oder Friedemann so was bestimmen können. Ich kann es nicht.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ja gut, aber der Unterschied ist marginal, zumal das Merkmal auch nicht unterstrichen ist. Am einfachsten wird es sein, die entsprechenden Birnbäume, bzw. Weißdorne oder Quitten der Umgebung nach dem Befall abzusuchen. Bei meinem "Heim"binrnengitterrost sind die Birnbäume der Umgebung dann später im Jahr immer befallen, so dass ich sicher von G. sabinae ausgehe. Zum Glück ist der Befall an Birne auffällig. So kannst du das auch noch in 10m Entfernung gut sehen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    nur eine Anmerkung am Rande. Fliegentöter in dem Stadium gelten auch als Schimmel.


    Unabhängig davon bin ich schon der Meinung, dass du was insektenpathogenes gefunden hast. Ob natürlich makroskopisch dein Fund bestimmbar ist, habe ich Zweifel.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ich weiß woran das liegt. Es gab hinter den Kulissen einige Vorkommnisse, die was mit gehackten Acounts und schmuddeligen SPAM-Mails zu tun haben. Die Benachrichtigungsfunktion wurde erstmal deswegen forenseitig deaktiviert. Hab das gestern auch nur zufällig davon erfahren.


    So bald das Problem behoben ist, wird die Funktion auch wieder freigeschaltet.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    soll das ein Rätsel von dir sein? ;) Also wenn das ein Rostpilz, bzw. Rostpilzsporen sein soll(en), muss es auch an den Blatt auch ein entsprechendes Schadbild (Aecien, Uredien) geben, was auf den Rost hindeutet. Ansonsten sehe ich das wie Björn. Höchstwahrscheinlich eine Verwehung oder sonstige "Kontamination" mit Fremdsporen.


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    ich würde die Becherchen samt Substrat in eine feuchte Kammer packen und warten bis die Sporen nachreifen. Ich denke schon, dass die Sporen(größe) wichtig für die Bestimmung ist, weswegen ich die Becherchen mit der Datenlage für unbestimmbar halte...


    l.g.

    Stefan

    Hi,


    mein Rekord waren 3 Pilze auf einem Blatt. Zwei Rostpilze und einen Hyperparasiten darauf.


    Ansonsten ja stimmt. Die großen orangenen Kugeln sind die Aeciosporen des Rostes; das andere sind die Konidien/Hyphen usw. von dem Cladosporium in der typischen Struktur mit den Narben/Verzweigungen. Die Gattung ist sehr häufig und leicht kenntlich. Es gibt viele Saprobionten darunter, die einfach auf abgestorbenem Blattgewebe wachsen. Die Artbestimmung ist dann meist nicht möglich, es sei denn, das Substrat, bzw. der Wirt sind markant. Dann sind die darüber bestimmbar. Sonst nur mit Sequenzierung...


    l.g.

    Stefan

    Hallo ihr lieben,


    Teil 1 ist hier: Zufälliger Erstnachweis für Sachsen


    Teil 2 hier: Bemerkenswerte (Erst)Funde Teil 2 - der Schlangenbrand


    nun zu Teil 3


    Ostersonntag hatte ich kurz Zeit einen mit Bäumen umrandeten Tümpel auf einer Freifläche/Acker in der Nähe aufzusuchen. Ich hatte 1-2 Wochen davor einen hübschen Anemonen- und Scharbockskrautbestand darauf entdeckt. Bei einigen der Scharbockskrautblätter hatte ich seinerzeit einen beginnenden Rostpilzbefall (aecienbildend) gesehen. Ich hoffte, dass der Rostpilz nun endlich weit genug für eine Bestimmung entwickelt ist.


    Der Rostpilz hat sich als Uromyces poae (Sporen teilweise >20µm; ohne abfallende Blättchen) herausgestellt. Das ist zumindest hier im Dresdner Raum die häufigere Art der beiden in Frage kommenden Roste.


    Nicht schlecht staunte ich, dass ich auch ein Blatt fand, was neben einem deutlichen Rostbefall auch so einen markanten braunen Blattfleck besaß. Auf der Blattunterseite fand ich in dem Blattfleck verkümmerte, bzw. abgestorbene Aecien. So ein Fund ist immer spannend, denn es Pilze, die parasitierende Pilze befallen, die sog. Hyperparasiten. Mir war sofort klar, dass ich hier so etwas gefunden haben musste. Bei diesen Hyperparasiten gibt es häufigere und auch seltener dokumentierte Arten und insgesamt deutlich mehr als man auf den ersten Blick so denkt.


    Recht häufig sind einige Tuberculina-Arten. Die ganze Gattung fällt dadurch auf, dass diese mit einem Kissen aus Konidienträgern (den sog. Sporodochien) die Aecien verstopfen. Zunächst ging ich auch erstmal von einem Vertreter der Gattung aus, bis ich dann unterm Bino einen dichtten, braunen Rasen und einzelne Konidienträger wachsen sah.


    Schnell war klar, dass es sich um ein Cladosporium handelt und tatsächlich existiert mit Cladosporium aecidiicola eine Art, die außschließlich Aecien von Rostpilzen befällt. Sie scheint ein breites Wirtsspektrum zu haben. Allerdings wird diese selten gefunden, bzw. dokumentiert. In PD existieren 2 Nachweise; in unserer Sachsenliste Stand 1.1.2020 3 Nachweise.


    Im Klenke/Scholler gibt es btw einen sehr guten Hyperparasitenschlüssel ab S. 859. Es lohnt sich also auch auf Phytoparasiten mit Pilzbefall zu schauen.


    Bilder:





    Mikrobilder:




    l.g.

    Stefan